Spinoza.jpg Baruch de Spinoza (latinisiert Benedictus de Spinoza; * 24. November 1632 in Amsterdam; † 21. Februar 1677 in Den Haag) war ein niederländischer Philosoph mit sephardischen Vorfahren. Er war ein großer Rationalist innerhalb der frühmodernen Philosophie und wird auch als Begründer der modernen Bibelkritik bezeichnet. Außerdem war er einer der ersten neuzeitlichen Vertreter des Pantheismus (bzw. des Panentheismus) und des nicht-normativen Denkens. Im Gegensatz zu Descartes vertrat er keine dualistische, sondern eine monistische Weltanschauung, indem er in allem ein einziges Ganzes sieht, das er Substanz nennt (s. Neutraler Monismus).
Über seine Jugend ist zuverlässig nur bekannt, dass er im Alter von 4 bis 5 Jahren mit dem Vater, seinem älteren Bruder Isaak und seinem jüngeren Bruder Gabriel in das Mitgliederverzeichnis der Stiftung Ets Haim eingeschrieben wird, die zur Vergabe von Stipendien an die Schüler der Schule Talmud Tora im selben Jahr gegründet wird. In dieser Schule werden die meisten männlichen Gemeinde-Mitglieder in vier ca. jeweils ein Jahr dauernden Klassen in die religiöse Kultur der Gemeinde eingewiesen, bevor einige die Klassen 5-7 durchlaufen, um zu Gemeindevorstehern, vor allem aber zu Rabbinern ausgebildet zu werden.
Da Bento-Baruch in einer Mitgliederliste der Klassen 5-7 aus dem Jahre 1651 - er ist jetzt erst 18 oder gerade 19 Jahre alt - nicht vorkommt, hat er diese höheren Klassen nicht besucht. In den Gemeindebüchern kommt er erst wieder nach dem Tode seines Vaters vor, und zwar in dem Opferbuch, dem zufolge er im Monat nach des Vaters Tod und als dessen Nachfolger (ältester noch lebender Sohn) mehrere Zahlungen leistet. Bento-Baruch betreibt als Nachfolger seines Vaters das Geschäft.
Im Frühjahr des folgenden Jahres - Bento-Baruch zahlt nur noch ein sehr geringes Opfergeld und wird zu der auf Vermögensgrundlage erhobenen Abgabe gar nicht mehr herangezogen - lässt er sich, als er die Verschuldung des vom Vater übernommenen Geschäfts gewahr wird, jetzt 23jährig und damit nach geltendem Recht noch minderjährig, als Vollwaise einen Vormund bestellen, der für ihn die nachträgliche Nichtannahme der Erbschaft geltend macht, obwohl Bento-Baruch bereits einige Gläubiger seines Vaters befriedigt hat. Mit dieser Handlung vor einem niederländischen Gericht entledigt er sich aller finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber nahen und fernen Geschäftspartnern seines Vaters. Die Firma wird unter gleichbleibendem Namen bis 1664 fortgeführt, als der Alleininhaber, Bruder Gabriel, vor der Auswanderung nach Barbados zwei andere Kaufleute zur Wahrnehmung der Geschäfte der Firma bevollmächtigt. Gabriel wandert nach Jamaica aus, wohin alte Geschäftsbeziehungen bestehen.
Spinoza hält sich häufig und noch während des Jahres 1659 in Amsterdam auf und verkehrt weiter mit de Prado und Ribeira. Ob er, wie der Biograph Lucas berichtet, auf Betreiben der Rabbiner vom Magistrat für einige Zeit aus Amsterdam verwiesen wird (es existieren darüber keine amtlichen Nachrichten oder weitere Erzählungen) und sich deshalb in Rijnsburg niederlässt, oder ob er vor und um 1660 sich noch immer ständig in Amsterdam oder ganz in der Nähe, in Ouderkerk, aufhält, ist nicht klar. Für einen Wohnsitz außerhalb spricht die Erwähnung eines Studiums in Leiden 1658/1659 durch den Zeugen der spanischen Inquisition, Tomàs Solano y Robles.
1663 veröffentlicht Spinoza die "Renati Des Cartes Principiorum philosophiae" (PPC). 1669 zieht er nach Den Haag um. Hier erhält er im Februar 1673 einen Ruf auf eine Professur an der kurpfälzischen Universität Heidelberg, der jedoch von dem beauftragten Vertrauten des Kurfürsten Karl I. Ludwig so abgefasst wird, dass Spinoza sich gehalten sieht, ihn abzulehnen.
Seit 1670 bemüht sich die Kirche, bei den staatlichen Stellen ein Verbot von Spinozas im selben Jahr und anonym erschienenen "Tractatus Theologico-politicus" (TTP) durchzusetzen, was jedoch erst 1674, zwei Jahre nach der Ermordung der liberalen Regenten, der Brüder de Witt, Erfolg hat. 1675 wird die Kirchengemeinde im Haag erneut tätig, da das Gerücht umgeht, Spinoza habe ein neues Buch fertiggestellt; dabei kann es sich nur um die Ethik handeln.
Um dieses möglich zu machen, wird er eine Ethik entwickeln (vor allem in den drei letzten Büchern der Ethik), deren Grundlagen metaphysischer Natur sind (und die in den ersten zwei Büchern der Ethik dargelegt werden). Die ethischen und metaphysischen Reflexionen fordern eine propädeutisch-methodologische Arbeit, der Spinoza sich in Tractatus de intellectus emendatione widmet.
Aber da die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar ist, wird er sowohl im Rahmen des Tractatus theologico-politicus als auch des Tractatus politicus ein eigenständiges politisches Denken entwickeln.
Die vier Zweige des Denkens des Spinozas sind die also die folgenden:
Einer der Hauptgedanken bei Spinoza ist, dass Gott in allem Seienden vorhanden ist. Es ist geläufig, diese Theorie Pantheismus zu nennen (vom Griechischen "pan" : alles und von "theos" : Gott). Da der Mensch seit jeher nach vollkommener Erkenntnis strebt, muss es sein Ziel sein eins mit Gott zu werden, da dieser vollkommen ist. Da Gott in allem ist, muss daher das Ziel des Menschen sein, eins mit der Natur zu werden, wenn man dies erreicht, erreicht man die höchste Form der Existenz.
Prägnant ist die Einschätzung von Slavoj Žižek (Die politische Suspension des Ethischen, Suhrkamp 2005:38): Für Spinoza gibt es kein Hobbessches „Selbst”, das der Wirklichkeit entzogen wäre und ihr gegenüberstünde. Spinozas Ontologie ist die Ontologie vollkommener Immanenz in der Welt - d.h. ich „bin” nichts als das Netzwerk meiner Beziehungen zur Welt und in ihm vollkommen „entäußert”. Mein conatus, mein Streben, mich selbst zu behaupten, ist somit keine Selbstbehauptung auf Kosten der Welt, sondern mein uneingeschränktes Akzeptieren der Tatsache, dass ich Teil der Welt bin, mein Zur-Geltung-Bringen der umfassenderen Wirklichkeit, in der allein ich gedeihen kann. Der Gegensatz von Egoismus und Altruismus ist damit überwunden: Ganz bin ich nicht als isoliertes Selbst, sondern in der gedeihlichen Wirklichkeit, deren Teil ich bin.
Der Tractatus theologico-politicus wurde 1674 zusammen mit Thomas Hobbes' Leviathan von der holländischen Regierung verboten.
Ein signifikantes Beispiel für Spinozas Argumentationsstruktur bildet sein Ausspruch „Ignorantia non est argumentum”.
Philosoph der Frühen Neuzeit | Erkenntnistheoretiker | Philosophie des Geistes (Vertreter) | Niederländer | Mann | Geboren 1632 | Gestorben 1677 | Person des sephardischen Judentums
باروخ سبينوزا | Барух Спиноза | বারুক স্পিনোজা | Baruch Spinoza | Baruch Spinoza | Baruch Spinoza | Baruch de Spinoza | Baruch Spinoza | Spinozo | Baruch Spinoza | باروخ اسپینوزا | Baruch Spinoza | Baruch Spinoza | Baruch de Spinoza - ברוך שפינוזה | ברוך שפינוזה | Baruch de Spinoza | Benedictus de Spinoza | Baruch Spinoza | バールーフ・デ・スピノザ | 스피노자 | Benedictus de Spinoza | Baruch de Spinoza | Baruch Spinoza | Baruch de Spinoza | Baruch Spinoza | Baruch de Espinoza | Baruch Spinoza | Спиноза, Бенедикт | Baruch Spinoza | Барух Спиноза | Baruch Spinoza | บารุค สปิโนซา | Baruch Spinoza | 巴魯赫·斯賓諾莎
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Baruch Spinoza".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world