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Radebeul Weinpresse.jpg | numis-spindel.jpg | medaille_verein_sdt.jpg e.V. Fachgruppe Numismatik) zum 40jährigen bestehen 2004]] Eine Spindelpresse ist eine Vorrichtung zum Aufbringen eines Druckes mittels einer schraubenartigen Spindel. Spindelpressen sind sehr alt, die ersten Modelle waren aus Holz und dienten dem Auspressen von Trauben oder Nüssen, aber auch im Buchdruck wurden früh Spindelpressen eingesetzt.

Auch beim Prägen von Münzen kommen Spindelpressen vereinzelt noch zum Einsatz. Prägewerke vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhundert, in dem Oberstempel durch eine Gewindespindel auf- und abgeführt wird. Die Drehbewegung wird durch einen gewicht- beschwerten, doppelarmigen Hebel am oberen Ende der Spindel durch Menschenkraft erzeugt (angeworfen). Die Masse der auf dem Anwurfhebel befindlichen Gewichte richtete sich nach der Größe der zu prägenden Münzen (Medaillen) und konnte über 50 Kilogramm betragen. Je nach der benötigten Verformungsenergie wurden zum Anwerfen 2 bis 12 Mann eingesetzt. Unsere Darstellung zeigt eine Spindelpresse, mit der Medaillen mit einem Durchmesser bis zu 30 Millimeter ausgeprägt werden können.

Spindelpressen werden heute nicht mehr so häufig eingesetzt, da sie nicht die Geschwindigkeit moderner Kniehebelpressen oder Exzenterpressen erreichen.

Geschichte


Auch Stoß- oder Balancierwerk (frz. balancier) genannt. Wurde vermutlich in Italien erfunden. Die erste bezeugte Verwendung eines noch einfachen Spindelwerks soll auf Donato Bramante (sehr eingeschränkt) und Benvenuto Cellini zurückgehen. Es wurde hauptsächlich für die Herstellung von Medaillen benutzt.

Um 1550 soll erstmals ein Spindelprägewerk des Augsburger Goldschmieds Max Schwab zur Prägung von Münzen verwendet worden sein. Daraufhin bemühte sich Elois Mestrelle, die Spindelprägung auch in Paris und London einzuführen, scheiterte aber am Widerstand der Münzer. Erst über hundert Jahre später wurde das Spindelprägewerk in allen größeren Münzstätten allgemein eingeführt. Das ausgereifte Spindelprägewerk erlaubte eine Erhöhung der Ausstoßmenge und eine Präzisierung der Prägung, wodurch bis zu 30 Münzen in der Minute geprägt werden konnten.

Funktionsweise


Der Oberstempel wird mittels einer Spindelschraube auf Schrötling und Unterstempel gesenkt. Zur Erzeugung des Prägedrucks wird die Kraft auf die Spindel durch eine doppelarmige Schwingachse übertragen, an deren Enden schwere Schwunggewichte befestigt sind. Die Schwungarme wurden durch mehrere Arbeiter mittels Zugriemen angeworfen oder angestoßen (später auch durch Dampfkraft oder Elektromotoren). Durch den Schwung und die Hebelkraft der schweren Gewichte war der Prägedruck so stark, dass eine Senkung des Oberstempels zur Erzielung einer sehr guten Prägewirkung ausreichte (bei der Hand- oder Hammerprägung mussten oftmals mehrere Hammerschläge auf den Schrötling ausgeführt werden, um eine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen) Aufgrund der Heftigkeit des Stoßes mussten die Spindelprägewerke fest in den Fundamenten im Erdgeschoss oder Keller der Münzgebäude verankert sein. Vor dem Spindelwerk war meist eine Vertiefung oder Grube in das Fundament eingelassen, in der ein Münzer saß, der den Schrötling in die Unterstempel einlegte und nach dem Spindelstoß die geprägten Münzen wieder entnahm. Das Spindelprägewerk fand noch bis ins 19. Jh. Anwendung und wurde erst durch das 1817 von Uhlhorn erfundene Kniehebelprägewerk allmählich verdrängt.

Siehe auch


Presse (Technik) | Flypress

 

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