article

Ein Spieleentwickler ist eine Person oder Firma, die sich mit der Entwicklung von Computerspielen beschäftigt. Bekannte Spieleentwickler sind unter anderem Al Lowe, John Carmack, John Romero, Peter Molyneux, Gabe Newell und Ron Gilbert. Bekannte Spieleentwicklungsfirmen sind beispielsweise id Software, Blizzard Entertainment oder Nintendo. Neben den professionellen Spieleentwicklern existiert auch eine stetig wachsende Szene von Hobbyentwicklern.

Herausragende Spieleentwickler werden in der AIAS Hall of Fame gewürdigt.

Deutsche Spieleentwicklungs-Unternehmen sind seit 2004 im Verband G.A.M.E. organisiert. Seit kurzer Zeit gibt es auch Ausbildungsberufe nach Richtlinien der Industrie- und Handelskammer (IHK) zum "Game-Designer".

Personen, die Spiele entwerfen, die nicht auf einem Computer gespielt werden, nennt man Spieleautoren.

Arbeitsfelder


Bei der Entwicklung von Computerspielen kommt eine Vielzahl unterschiedlichster Fähigkeiten zum Einsatz. Man unterscheidet unter anderem folgende wichtige Aufgabenbereiche.

Produzenten: kümmern sich um die finanziellen Belange und überwachen oft mehrere Projekte. Meist sind sie wie in der Filmbranche Stellvertreter eines Finanziers und nehmen bei kritischen wettbewerbsrelevanten Entscheidungen sogar direkten Einfluss auf das Spieldesign. Sie kontrollieren auch das Einhalten von Vertragsvereinbarungen (z.B. durch Bestimmung von Meilensteinen) und organisieren die Spieleveröffentlichung über den Publisher.

Gamedesigner: entsprechen am ehesten der Position, die Regisseure in der Filmindustrie einnehmen. Sie bestimmen den Spielinhalt, das Spielgefühl und koordinieren die Arbeit der Mitarbeiter. Ihnen kommt in den Medien üblicherweise auch die größte Aufmerksamkeit zu.

Bekannte Gamedesigner sind beispielsweise Hideo Kojima, Peter Molyneux, Sid Meier, Roberta Williams, Warren Spector und Shigeru Miyamoto.

Programmierer: implementieren das Computerspiel unter Einsatz von eigens entwickelten oder eingekauften Game Engines. Dabei kommt bei Computerspielen meist C++ als Programmiersprache zum Einsatz.

Zunehmend werden in Projekten auf höherer Ebene auch einfachere Skriptsprachen (z.B. Lua und Python) verwendet. Dies hat den Vorteil, dass man die Spielmechanik ohne Neustart des Programms modifizieren kann und sie auch von Nichtprogrammierern beherrscht werden kann, wodurch Leveldesigner oder Spieledesigner direkten Einfluss auf die Spielmechanik haben können.

Bekannte Programmierer sind beispielsweise John Carmack und Tim Sweeney.

Grafiker: kümmern sich um die grafischen Inhalte, die von der Engine präsentiert werden sollen. In der heutigen 3D-Generation machen die Modeller den größten Teil bei einer Spieleenwicklung aus. Sie erschaffen mittels Modellierungsprogrammen dreidimensionale Figuren, die im Spiel durch Animation die Rollen des Spielehelden und der Gegner einnehmen. Außerdem modellieren sie alle Einzelobjekte, die einen höheren Detailgrad aufweisen, wie z.B. die Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände. Modeller spezialsieren sich dabei auch bestimmte Aspekte ihres Designs, wie z.B. dem Erfinden neuer Charaktere oder der Animation.

Grafiker haben einen großen Einfluss auf die grafische Qualität und die Atmosphäre, allerdings eher einen geringen Einfluss auf die Spielmechanik. Dave Gibbons malte die Hintergründe des Adventure-Klassikers Beneath a Steel Sky.

Leveldesigner: erstellen die so genannten Level, also die dreidimensionalen Umgebungen und Architekturen der Spielwelt. Ihre Arbeit beschränkt sich nicht allein auf die geometrische Gestaltung, sondern auch auf die Beleuchtung und Klangkulisse der virtuellen Umwelt. Sie sind daher am ehesten mit Architekten und Bühnenbildnern zu vergleichen.

Bei ihrer Arbeit setzen sie Leveleditoren ein. Leveldesigner gestalten durch ihre Arbeit unmittelbar die Spielmechanik mit. Nicht selten umfassen die Level nicht nur Landschaften oder Architekturen, sondern auch vordefinierte Ereignisse oder Verhalten der Gegner (so genannte Scripted Events). Zur Definition dieser Daten werden einfache Skriptsprachen eingesetzt (siehe oben).

Ein bekannter Leveldesigner ist Richard Gray.

Musiker: komponieren die Musik. In den letzten Jahren passt sich die Musik in Computerspielen dabei der momentanen Spieldynamik an. Deshalb werden meist bestimmte Stimmungen wiedergegeben, die dynamisch überblendet werden, wenn sich die Spielsituation ändert (zum Beispiel wird der Held an einem schönen und ruhigen Sommertag überraschend von einem Monster überfallen).

Der Computerspiel-Musiker Chris Hülsbeck erreichte mit seiner Arbeit schon in den frühen 1990er Jahren Kultstatus. Heute gibt es auch anerkannte Filmmusiker wie Harry Gregson-Williams, die Computerspiele vertonen. Bekannt ist vor auch Michael Land für die Titelmusik von Monkey Island. John Williams machte die Musik für die Indiana Jones-Filme und -Spiele. Auch in Japan sind Videospiel-Musiker wie Nobuo Uematsu sehr populär.

Sounddesigner: gestalten die Klangkulisse und alle Geräusche von Charakteren, Waffen oder Fahrzeugen. Dazu bedienen sie sich realer Vorbilder (z.B. bei realistischen Kriegsshootern und Autorennspielen) oder designen die Geräusche selbstständig (z.B. das Starten eines Raumschiffes, die Lautäußerungen eines Monsters oder das Öffnen einer magischen Truhe).

Autoren: haben erst in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung erlangt. Erst jetzt werden Hintergrundgeschichten und realistische Charakterdartellungen als immer wichtiger wahrgenommen. Dementsprechen kommen vermehrt professionelle Schriftsteller, Storyschreiber und Dialogschreiber zum Einsatz.

Ein bekannter Schriftsteller, der für mehrere sehr erfolgreiche Spieleserien den Hintergrund lieferte, ist Tom Clancy. U.a. wurde auch Marc Laidlaw, der Schriftsteller, der für Half Life und Half Life 2 die Hintergrundgeschichte lieferte, erst durch dieses als Autor bekannt.

Betatester: testen Computerspiele. Da Computerspiele wie kaum ein anderer Softwaretyp innerhalb kürzester Zeit von einer immensen Anzahl von Spielern genutzt wird, kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Zudem gilt die Einstellung als Betatester als sehr guter Einstiegsberuf in die Computerspielindustrie.

Literatur


  • Bob Bates: Game Design - Konzept, Kreation, Vermarktung; (2002) ISBN 3815504333
  • Katie Salen & Eric Zimmerman (2003): Rules of Play. Game Design Fundamentals. Cambridge, Mass: MIT Press.

Siehe auch


G.A.M.E., Computerspiel-Hobbyentwickler, Computerspiel-Firmen, Ludologie

Weblinks


Beruf | Spieleentwickler | Computerspiel-Entwicklung

game developer

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Spieleentwickler".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld