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Sphinx_MK1888.png | Egypt.Giza.Sphinx.01.jpg]] Jean-Léon Gérôme 003.jpg Der Sphinx oder Sphynx (archäologisch fachsprachlich auch der Sphinx) ist eine ursprünglich antike ägyptische Statue eines männlichen Löwen mit (zumeist) einem Menschenkopf, daneben waren auch Widder- (Tempel in Karnak in der Nähe von Luxor, siehe Bild), Falken- und Sperberköpfe gebräuchlich. Einige Sphingen besitzen im Gegensatz zur altägyptischen Urform auch Flügel, insbesondere seit der Übernahme dieses Fabelwesens durch die alten Griechen. Die meisten als Sphinx bezeichneten Statuen stellen einen König oder Pharao als Sonnengott, Horus oder auch andere ägyptische Götter dar, andere fungierten in liegender Form als Wächterfiguren vor Tempeleingängen. Das Wort "Sphinx" σφίγξ (kommt vom Griechischen σφίγγο (σφίγγειν), sphíngo (Infinitiv: sphíngein) und bedeutet "erwürgen; (durch Zauber) festbinden" oder vom Ägyptischen spanch (das, was das Leben empfängt). Der Plural im Deutschen heißt Sphingen. Es ist unbekannt, wie die Ägypter die Sphingen nannten. Der heutige Name basiert auf der Legende der griechischen Sphinx.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde der Sphinx von Vorderasien übernommen, z. B. in Mari (Wandmalerei), häufig in der Glyptik (auch geflügelt), als Großplastik v. a. bei den Hethitern, z. B. in Alaca Hüyük (Sphingentor). Daneben gibt es eine Variante mit Löwen- und Menschenkopf (Orthostatenrelief aus Karkemisch). Sphingen trugen auch Säulen oder Standbilder (z. B. in Sakçagözü; Tell Halaf). In Mykene ist eine (weibliche) Sphinx belegt (kleiner weiblicher Stuckkopf). Die Phöniker stellten Sphingen mit menschlichem oder Falkenkopf (auf Elfenbein, Bronzeschalen, Siegeln) schreitend mit Schwingen dar, phönikisch sind gegebenenfalls der Schurz oder die Frisur, ägyptische Attribute sind Sonnenscheibe, Pektorale, Uräusschlange oder Doppelkrone.

Die Griechen übernahmen das in der Regel geflügelte und von ihnen weiblich aufgefasste orientalische Fabeltier Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. in der Kleinkunst (korinthische Vasen) rein dekorativ und seit dem späten 7. Jahrhundert auch in der monumentalen Plastik als Wächter von Grab und Tempel; dem Anschein nach hatte der Sphinx bei ihnen den Charakter eines Todesdämons. Sie war auch im Hellenismus und in der römischen Kultur häufig anzutreffen. Sphingen kamen auch in der Kunst des Mittelalters (romanischer Kapitellschmuck) vor, später besonders im 18. (Gartenskulpturen) und 19. Jahrhundert; in der Malerei des Symbolismus wurden sie durchweg als weiblich, auch als androgyn aufgefasst.

Die berühmteste Sphinx ist die 20 Meter hohe und 57 Meter lange Große Sphinx von Gizeh, die am Westufer des Nils in der 4. Dynastie, ca. 2700-2600 v. Chr. errichtet wurde.

Siehe auch: Sphinx (griechisch).

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