Spekulation in der Wirtschaftssprache ist die planvolle Handlung einer wirtschaftenden Person, die nach lukrativen, zumeist kurzfristigen Investitionsmöglichkeiten Ausschau hält (lat. speculor: ich erspähe). Sie ist auf die Zukunft gerichtet. Die Strategie (Wirtschaft) nutzt dagegen die Möglichkeit heute Faktoren zu verändern.
Erfolgreiche Spekulationen sind hauptsächlich auf das frühzeitige Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes durch Marktbeteiligte über künftige Kursentwicklungen zurückzuführen, die sich wiederum durch ungleich verteiltes Wissen und Können zwischen Käufern und Verkäufern erklären lassen. Korrigiert der Markt anschließend diese Fehleinschätzungen, resultieren daraus Spekulationsgewinne. Schlägt die Spekulation fehl, so können Spekulationsverluste entstehen.
Zum planvollen Vorgehen an der Börse siehe Strategie (Wirtschaft)
Eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion der Spekulation besteht darin, dass sich über den Kapitalmarkt gegebene unternehmerische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der Spekulanten übertragen lassen (Hedging).
Der Spekulant nutzt erwartete Preisunterschiede (Preis heute vs. erwarteter Preis morgen) zu Gewinnzwecken aus. Da seine Erwartungen in der Regel auf Informationen beruhen, werden durch Spekulationsgeschäfte Informationen eingepreist. Beispiel: Aufgrund schlechter makroökonomischer Fundamentaldaten wird eine Abwertung der Währung A erwartet, d. h. der Wechselkurs gegenüber einer anderen stabilen Währung B wird sich ändern. Der Spekulant kauft nun die seiner Meinung nach stabilere Währung B, um sie nach erfolgter Abwertung von A zurück zu tauschen. Eben diese Transaktion leitet aber die Abwertung ein. Insofern kann man sagen, dass der Kapital- bzw. Devisenmarkt angesichts der makroökonomischen Daten die Währungen neu bewertet hat. Spekulation ist hier also ein Mechanismus zur Anpassung des Preissystems an neue Informationen, so dass die Ressourcenallokation verbessert wird.
Damit unterscheidet sich der Spekulant von einem Spieler ("Zocker"): Ersterer handelt wohlüberlegt, indem er seinen Anlageentscheidungen vornehmlich ökonomische Ursachen und insbesondere die Analyse von Preisdeterminanten zugrunde legt. Letzterer hingegen handelt willkürlich, "auf gut Glück".
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Spekulation (Wirtschaft)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world