Speisewagen 1.jpg Speisewagen ARmh 217 der DB.jpg | Speisewagen 2.jpg 50_81_08-38_000-9_Mz1.jpg ICE3_BordBistro.JPG
Ein Speisewagen ist ein Eisenbahnwagen, der eine Restauranteinrichtung und eine Küche enthält. Neben Vollspeisewagen gibt es Halbspeisewagen, die außerdem normale Sitzplätze enthalten.
Der weltweit erste Speisewagen wurde 1868 auf der Chicago & Dalton Railroad eingerichtet. Der erste europäische Speisewagen fuhr am 1. November 1879 auf der Great Northern Railway zwischen London und Leeds.
Da zunächst nur ein Speisewagen zur Verfügung stand, musste dieser in Bebra abgehängt und beim Gegenzug nach Berlin angekuppelt werden. Dieser Speisewagen wurde bis 1884 von der Internationalen Schlafwagengesellschaft (CIWL) betrieben. Nach der Verstaatlichung der Thüringer Eisenbahn-Gesellschaft wurde der Vertrag mit der ISG gekündigt und der Speisewagenbetrieb am 15. Oktober 1885 dem Hallenser Bahnhofswirt Gustav Riffelmann übertragen.
Erst nach der Einführung von D-Zügen, bei denen die Fahrgäste während der Fahrt den Wagen wechseln konnten, lohnte sich der Einsatz von Speisewagen. Als am 1. Mai 1892 der erste D-Zug von Berlin nach Köln fuhr, durfte Gustav Riffelmann auch den Speisewagen dieses Zuges betreiben. In der Folge nahmen weitere private Betreiber die Bewirtschaftund von Speisewagen der preussischen Staatsbahn auf. Die Speisewagen in Mecklenburg, in Süddeutschland (Baden, Bayern und Württemberg) und Österreich-Ungarn wurden bis 1917 von der Internationalen Schlafwagengesellschaft (CIWL) betrieben.
Im Jahre 1917 übernahm die neu gegründete Mitropa die Speisewagen der bisherigen privaten Gesellschaften DESG, ISG, Kromrey, NSG, Riffelmann und Scheidling sowie die im Zuge des 1. Weltkriegs enteigneten CIWL-Wagen.
In Folge des Versailler Vertrags musste die CIWL wieder in ihre alten Rechte eingesetzt werden. Die Mitropa bewirtschaftete daher während der Weimarer Republik nur Speisewagen der Deutschen Reichsbahn im Binnenverkehr sowie im Verkehr mit Skandinavien.
Am 1. Juni 1942 wurde der Speisewagenverkehr im Deutschen Reich eingestellt, in den besetzten Staaten verkehrten jedoch weiterhin Speisewagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Mitropa aufgespalten, der ostdeutsche Teil behielt aufgrund des Firmensitzes in Berlin den Namen bei und bewirtschaftete in der DDR die Speisewagen. Bei der Deutschen Bundesbahn war die Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft (DSG) hierfür verantwortlich. Nach der Wiedervereinigung hieß die gemeinsame Bewirtschaftungsgesellschaft von 1994 bis 2002 erneut Mitropa.
Bis 1962 gab es Neubau-Speisewagen nur für alliierte Zwecke oder Büffetwagen der Bauarten ARbum 216, Bryl 446 und BRbumh 282. Den Speisewagen der US-Army haben die Modellbahnfirmen Märklin und Trix Ende der 1950er Jahre als Grundlage genommen, eine nie existente DSG-Version herauszubringen. Ansonsten wurden lediglich ca. 86 von der Mitropa übernommene Speisewagen durch die DSG eingesetzt.
Für den F-Zug Einsatz beschaffte die DB jedoch 1954 8 Halbspeisewagen (ARm) mit Speiseraum mit 30 Plätzen und 3 1. Klasse Abteile. Ferner wurden in den 50er Jahren Halbspeisewagen passend zu den Eilzugwagen mit Mitteleinstieg
Die Deutsche Bundesbahn führte erstmals 1962 Neubau-Speisewagen im TEE Rheingold ein. Weil sich die teilweise doppelstöckige Ausführung der Rheingold-Bauart nicht bewährte, kamen 1964 neue Speisewagen der Typen WRmh 132 und ab 1969 WRmz 135 (mit Pantograf) in den Verkehr. Ein Teil der WRmh 132 hatte roten Lack, der Rest war in rot-beigen TEE-Farben ausgeführt. 1966 folgten Halbspeisewagen ARmh 217 und ARmz 218 (mit Pantograf), zuerst in charakteristischer blau-roten zweifarbiger Lackierung (die Wagen trugen wegen der Farbkombination den Spitznamen Kakadu), die ab 1971 dem TEE-Anstrich wich. Der Pantograf diente zur Stromversorgung während eines Zughaltes im Netz der DB, ÖBB und SBB/CFF/FFS. Ein einziger Wagen, ein WRmz135.1, war für den Frankreicheinsatz geeignet. Alle diese Wagen (außer WRmh 131) hatten eine Länge von 27,5 Metern wie auch die folgenden Quick-Pick-Wagen
Nach drei Prototypen 1973 folgte 1975-1977 eine Serie so genannter Quick-Pick-Wagen des Typs WRbumz 139. Ein Teil war in TEE-Farben, ein anderer im damals aktuellen ozeanblau-beigen Design lackiert, bei denen sich die Kunden an einem Buffet selbst bedienen und an der Kasse bezahlen. Mit der Einführung der stündlichen InterCity-Züge 1979 wanderten diese Wagen in den IC-Verkehr und wurden mit einer weiteren Bedienkraft nach Beschwerden von Fahrgästen und Touristikverbänden aufgewertet. Da das SB-Konzept auf Dauer keinen Erfolg hatte, wurden die Quick-Pick-Wagen ab 1987 in Bord-Restaurants des Typs WRmz 137 umgebaut.
Seit 2002 bewirtschaftet die DB Reise & Touristik ihre Züge selbst. Dabei ging sie zunächst bei den ICE 3 dazu über, BordBistros in Verbindung mit einem Am-Platz-Service einzusetzen. Restaurantwagen im herkömmlichen Sinne (mit Sitzmöglichkeiten und vollständigen Menüs) werden bei der DB Reise & Touristik seit Ende 2002 sukzessive abgebaut. Nach den Problemen mit dem neuen Preissystem und dem damit verbundenen Rückgang der Reisendenzahlen denkt die DB AG derzeit über eine nochmalige Änderung des Servicekonzeptes nach.
Die DB Regio ergänzt hochfrequentierte Zugläufe um Waggons, die über einen SnackPoint, einen Waren- und Getränkeautomaten verfügen. Auf einigen Linien wurde auch in Regionalzügen eine Art Bistro unter der Bezeichnung ZugCafé eingeführt. Die entsprechenden Wagen laufen unter dem Gattungszeichen DBpkz.
| Typ | Baujahr | Anzahl | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| ADmh 101 | 1962 | 5 | Aussichtswagen für Rheingold und Rheinpfeil |
| ARDmh 105 | 1964 | 12 | Barwagen für TEE-Verkehr |
| ARDmz 106 | 1964 | 5 | Barwagen für TEE-Verkehr |
| WRmh 131 | 1962 | 5 | teilweise doppelstöckig |
| WRmh 132 | 1964–68 | 27 | später WRmz 132 |
| WRtmh 133 | 1964 | 3 | Touristik-Speisewagen |
| WRmz 133 | 1999-2001 | 24 | Umbau aus WRmz 135 |
| WRtmh 134 | 1965 | 18 | Touristik-Speisewagen |
| WRmz 134 | 2003-04 | 24 | Umbau aus WRmz 133 (Fahrgastinformationssystem) |
| WRmz 135 | 1969–73 | 35 | mit Pantograf |
| WRmz 135 | 1968 | 1 | mit Pantograf, für Frankreicheinsatz |
| WRmz 136 | 1984 | 26 | ex DR, modernisiert ab 1992 |
| WRmz 137.2 | 1987–89 | 40 | Umbau aus WRbumz 139 |
| WRbumz 138 | 1973 | 3 | Umbau aus BRbum 282, Prototyp Quick Pick |
| WRmbz 138.1 | 2000-02 | 10 | Umbau aus ARkimbz 262, für DBAutoZug |
| WRbumz 139 | 1975–79 | 43 | Quick Pick, 40 Wagen in WRmz 137.2 umgebaut |
| ARmh 211 | 1992 | 6 | Umbau aus ARmz 218 für Holland-Verkehr |
| ARbum 216 | 1954 | 8 | speziell für F-Züge |
| ARmh 217 | 1966 | 10 | rot/blau „Kakadu-Lackierung“ |
| ARmz 218 | 1966 | 15 | mit Pantograf |
| ARkimbz 262 | 1988–92 | 155 | IR-Bistro, Umbau aus ABm 225 |
| BRbumh 281 | 1960 | 2 | Büffetwagen |
| BRbumh 282 | 1962 | 50 | Büffetwagen, umgebaut in Gesellschaftswagen und Quick Pick |
| BRbum 282.1 | 1968 | 2 | Imbisswagen, Umbau aus BRbum 282 |
| BRbumh 283 | 1962 | 3 | wie BRbumh 282, andere Sitzanordnung |
| BRbumz 285 | 1971 | 5 | Snack-Bar |
| Bryl 446 | 1954 ? | 3 | Eilzugbauart |
| WGmh 854 | 1983 | 3 | Umbau aus Gesellschaftswagen, für Berlin-Verkehr |
| WRkmz 858 | 1995 | 4 | Umbau aus Bpmz, für Touristikzug |
| Wgre | 1967–69 | 17 | ex DR, MOD-Bauart, Büffetwagen |
| WRm | 1995 | 7 | für CityNightLine, Umbau aus DR-A/Bpmz |
| WRge 542 | 1973–75 | 50 | ex DR-Reko-Wagen, 1985-87 Umbau zu Wgre-Büffetwagen, z. T. für Städteexpress |
All diese Wagentypen sind heute außer Betrieb oder in andere Wagentypen umgebaut. Heute verkehren 16 Speisewagen von 1988 und 18 druckertüchtigte Speisewagen von 1991 im Inland und grenzüberschreitend, darüberhinaus wurden 10 BordRestaurant-Wagen von der Deutschen Bahn AG übernommen und ab 2004 teilweise modernisiert, allerdings sind davon aufgrund des schlechten Zustandes der Wagen nur 5 im Planbetrieb.
Bis 1996 wurden die Speisewagen von der CIWL betrieben. Nach einem Intermezzo mit der Firma Trainristo werden die Speisewagen seit 10. Juni 2001 von è-express bewirtschaftet. Je nach Nachfrage arbeiten eine oder zwei Personen im Speisewagen. Das ist weniger als früher; da der Großteil der Gerichte bereits in vorbereiteter Form (Convenience Food) vorliegt, erfordern sie deutlich weniger Vorbereitungszeit, was es ermöglicht, das Personal im Wagen zu reduzieren. Alle EuroCity und ÖBB-EuroCity sowie einige wenige InterCity führen einen Speisewagen; in den restlichen InterCity gibt es dagegen nur noch kleine Snacks und Getränke von der Minibar.
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