Als Speisefisch bezeichnet man solche Fischarten, die zum Essen geeignet sind, was allerdings kulturabhängig für nahezu alle überhaupt essbaren Fischarten zutrifft, sofern sie eine bestimmte Mindestgröße überschreiten. Zu den kleinsten Speisefischen gehören Sardellen, Sprotten oder auch der Stint. Speisefisch.roh.wmt.jpg Aufgrund des Lebensraums wird zwischen Süß- und Salzwasserfischen unterschieden, diese Unterscheidung findet sich aber nur selten auf den Speisekarten. Viele Fischarten kommen sowohl in Salz- als auch in Süßwasser vor, beispielsweise Aal und Lachs.
Frischgefangener Fisch wird gewöhnlich in Eis in Polystyrolboxen gelagert. Im Idealfall schmilzt das Eis langsam, wobei das Wasser stetig über den Fisch rinnt und die Mikroorganismen wegspült, die den toten Fisch bedecken. Frischer Fisch strömt einen angenehmen Geruch aus. Wenn er dagegen zu stinken anfängt, ist er entweder zu lange oder bei zu hohen Temperaturen gelagert und gilt als verdorben.
Das deutsche Lebensmittelrecht legt den Begriff der "Frische" nicht zeitlich fest. "Frisch" bezeichnet jeden unbehandelten Fisch, der in schmelzendem Eisschnee oder bei Temperaturen zwischen null und zwei Grad Celsius gelagert wird. (Welche Festlegung das österreichische und das schweizerische Lebensmittelrecht treffen, ist zu prüfen. )
Von Seiten der Anwender, der Köche, wird Fisch als "frisch" betrachtet, solange die Augen klar sind, die Kiemen hellrot leuchten und das Fleisch sich bei leichtem Druck elastisch anfühlt.
Tiefkühlfisch wird häufig bereits auf Fabrikschiffen verarbeitet und kurz nach dem Fang eingefroren. Durch das frühe Einfrieren erübrigt es sich, eine aufwendige zeitorientierte Logistik für den Schnelltransport aufzubauen. Daneben kann die Rohware auch dort gefangen werden, wo es wegen der Entfernung nicht mehr möglich ist, den Fisch frisch zu verkaufen. Daher ist Tiefkühlfisch erheblich preiswerter als Frischfisch. Vielfach ist zu beobachten, dass Fischsorten, die im frischen Zustand zu sehr unterschiedlichen Preisen verkauft werden in gefrorenem und abgepacktem Zustand mit einem Einheitspreis angeboten werden. Dies deutet darauf hin, dass der Verbraucher größtenteils die Verarbeitung und nicht die Fischsorte bezahlt. Tiefkühlfisch steht damit zunehmend in Konkurrenz zum Frischfisch. Im Jahr 2004 hatte Tiefkühlfisch einen Anteil von 33% am Gesamtabsatz von Fisch in Deutschland, Frischfisch nur 9% (Fisch-Informationszentrum e.V.).
Eine feinere Variante ist der Matjes, der durch Enzyme in der Salzlake reift. Es werden Heringe verwendet, die Ende Mai, Anfang Juni in der Nordsee gefangen werden, bevor ihre Fortpflanzungszeit beginnt. Dann haben sie einen relativ hohen Fettgehalt (über 15 %) und Rogen oder Milch sind noch nicht ausgebildet. Sie werden teilweise ausgenommen; Teile des Darms und vor allem die enzymhaltige Bauchspeicheldrüse verbleiben im Fisch. Anschließend werden sie fünf Tage in Salzlake eingelegt, traditionell in Eichenfässern. Bratheringe sind gebratene, marinierte Heringe, die anschließend in einer Essigmarinade mit Gewürzen eingelegt werden. Auch andere Fische können auf diese Art sauer eingelegt werden.
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Der Stockfisch diente in früheren Zeiten der massenhaften Versorgung von Schiffsmannschaften und Soldatenheeren. Der Handel und die Versorgung mit dieser „Dauerkonserve“ beeinflussten in erheblichem Maß die Geschichte der Entdeckungen und der Weltpolitik der „westlichen“ Welt.
Die wirtschaftliche Bedeutung des von Norwegen bis nach Brasilien als Volksnahrungsmittel verbreiteten Kabeljaus war selbst gegen Ende des 20. Jahrhunderts so groß, dass um die Fangrechte weit vor den Küsten einzelner Staaten regelrechte Kabeljaukriege zur See mit Waffengewalt geführt wurden.
Neben dem bereits erwähnten Proteingehalt ist Fisch wichtig für die Versorgung des Menschen mit Iod, verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen. Der Fettgehalt besteht zum größten Teil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und wird daher als unbedenklich eingestuft.
Leider reichert Fisch auch diverse Umweltgifte aus seinem natürlichen Lebensraum an, dies gilt insbesondere für Quecksilber bei Aal, Makrelen und Thunfischen. Schwertfische über 80 kg dürfen nicht mehr in die EU importiert werden, da sie die Grenzwerte von Quecksilber im essbaren Teil überschreiten. Da Rückstände immer ein Umweltproblem darstellen, ist es entscheidend wo der Fisch gefangen wird. Generell ist zu sagen, dass große alte Räuber auf Grund der Altersakkumulation höher kontaminiert sind.
In konservierter Form geräuchert, eingesalzen oder mariniert bilden Fische häufig Beilagen zu den kalten Mahlzeiten. Weiter gibt es zahlreiche Suppenrezepte.
Die meisten Fischarten müssen vor der Zubereitung ausgenommen und entschuppt werden. Beim Ausnehmen ist es wichtig, die Gallenblase nicht zu verletzen, da sonst möglicherweise das Fleisch ungenießbar wird. Die Flossen, soweit vorhanden, müssen in der Regel ebenfalls abgeschnitten werden. Das Entfernen der Haut von Seezungen und Rotzungen ist eine besonders schwierige Aufgabe, die Übung erfordert.
Im Fischhandel werden teilweise noch lebende Fische angeboten, beispielsweise Karpfen, Schollen, Forellen oder Heringe, um damit die größtmögliche Frische zu erreichen. Aus dem Gesichtspunkt des Tierschutzes ist aber diese Lebendhälterung abzulehnen, da diese Haltung für die Tiere Stress bedeutet, welches sich negativ auf das Befinden der Tiere und in weiterer Folge durch vermehrten Glykogenabbau negativ auf die Fleischqualität ausübt.
Das Dünsten erfolgt am besten mit einer großen Menge Wasser, das mit Essig oder Wein leicht angesäuert ist. Je nach Rezept gibt man einzelne Zwiebeln, Lorbeerblätter, ganze Pfefferkörner oder etwas Piment zum Sud. Wahlweise können Wurzeln oder Frühlingszwiebeln beigefügt werden. Die Kochzeit ist abhängig von der Dicke des Fisches, normalerweise sind ca. 10 bis 20 Minuten ausreichend.
Der Sud kann anschließend als Grundlage für einen Fischfond, die Sauce zum Fischgericht oder auch als Grundlage für eine Fischsuppe dienen, hierzu sollte er abgeseit und reduziert werden.
Eine besondere Form ist die Zubereitung in der Salzkruste. Hierzu wird der Fisch in Salzteig (grobes Salz mit etwas Eiweiß) gehüllt im Backofen zubereitet. Durch die Kruste, die vor dem Servieren entfernt wird, bleibt der Fisch sehr saftig und kann seinen vollen Eigengeschmack entfalten.
Der abgetrocknete Fisch wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und bei Bedarf paniert und mit wenig Bratfett am besten in einer beschichteten Pfanne bei kleiner Hitze gebraten werden. Hierfür eignen sich Butter, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl oder Olivenöl.
Beim Braten von Heringen tritt zusätzlich Fett aus, das meistens wenig angenehm riecht, und bei größeren Mengen auch mal abgegossen werden sollte.
Das Backen von Fisch erfordert eine dickere Panade oder eine Bierteig- oder Eihülle und eine größere Menge Fett, das stärker erhitzt werden sollte. Hierdurch verkürzt sich die Backzeit erheblich.
Die industriell vorgefertigten Fischstäbchen kann man auch auf Backpapier ohne weitere Fettzugabe im Backofen backen.
Regenbogenforelle gebacken.jpg Die Anzahl der Fischgerichte ist sehr groß und kaum überschaubar, es gibt in den regionale Küchen sehr viele Rezepte, die hier allerdings nicht erschöpfend dargestellt werden können.
Als Schnellimbiss haben vor allem im norddeutschen Raum diverse Fischbrötchen (z.B. mit Matjes, Bismarckhering, Fischfrikadelle) Tradition. Inzwischen ist auch das englische Fish 'n' Chips als Fast Food etabliert, eine Mischung aus gebackenen Fischstückchen und sehr groben Pommes Frites, die man mit ein paar Spritzern Essig würzen kann oder zu der man Majonäse nimmt.
Es wurde sogar eine besondere Essbesteckform, das Fischbesteck geschaffen, das aus einer etwas breiteren und flacheren Gabel und einem stumpfen Schieber als Messer besteht. Hier ist aufgrund der Struktur des Fischfleisches keine besondere Schneideleistung erforderlich. Der Schieber erlaubt es, die Haut des Fisches vorsichtig zu entfernen. Aus traditionellen Gründen findet dies auch heute noch vielfach Anwendung, auch wenn heute die meisten Fische ohne Haut serviert werden.
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