Der Special Air Service (SAS), ist eine Spezialeinheit des britischen Militärs, die 1941 während des Zweiten Weltkriegs vom schottischen Oberstleutnant David Stirling gegründet wurde. Der SAS operiert weltweit und ist bei dem Dorf Credenhill in der Nähe von Hereford stationiert. Er gilt als eine der erfahrensten und als die dienstälteste noch existierende Spezialeinheit der Welt. Emblem der Einheit hier.
Das Motto des SAS lautet: Who dares wins - Wer wagt, gewinnt.
Die beiden Regimenter 21 und 23 dienen als Reserveeinheiten (TA SAS – Territorial Army). Im Kriegsfall übernehmen sie so genannte Long Range Reconnaissance Patrols (Fernspäher-Aufklärungseinsätze) hinter den feindlichen Linien und sollen Verluste des Regiments 22 ausgleichen. Jedes von ihnen besteht aus drei Squadrons.
Lediglich das Regiment 22 bildet den aktiven SAS. Laut Medienberichten gehören dazu rund 550 Mann, organisiert in vier Squadrons. Diese wieder bestehen aus je vier Troops. Jeder Trupp hat theoretisch 32 Mann, à vier Acht-Mann-Teams. Praktisch wird diese Einsatzstärke aber nicht erreicht, da der SAS aufgrund der strengen Auswahl und des harten Dienstes, ähnlich wie andere Spezialeinheiten, Nachwuchsprobleme hat.
Die vier Squadrons tragen die Bezeichnung A, B, D und G (die C Squadron wurde 1980 aufgelöst). Jeder der dazu gehörenden vier Troops ist spezialisiert auf eine Fertigkeit der Fortbewegung, beziehungsweise des Eindringens in feindliches Gebiet. So gibt es in jeder Squadron einen Mountain Troop (Gebirgs- und Winterkampf), einen Mobility Troop (Landrover und Motorräder), einen Air Troop (Freifaller/HAHO/HALO) und einen Boat Troop (maritime Einsatzkomponente).
Zum 22 SAS gehören außerdem noch eine Stabsgruppe, eine Planungs- und Nachrichtenabteilung, eine Abteilung zur Untersuchung von Einsätzen und ein Ausbildungszug.
Im Turnus von sechs bis neun Monaten ist jede dieser vier Squadrons als CRW-Wing (Counter Revolutionary Warfare - Guerillakampf), einer Unterabteilung, die auch verdeckte Militärberater-Funktionen erfüllt, an der Reihe. Der Wing steht in ständiger Bereitschaft und soll im Zweifel in zwei Etappen innerhalb von 30 Minuten, beziehungsweise zwei Stunden, einsatzbereit sein. Unterteilt ist er in zwei Gruppen, die jeweils aus einer Sturmangriffs- und einer Scharfschützengruppe bestehen:
Neben den drei Regimentern, die eng zusammenarbeiten, existieren noch kleinere Einheiten für besondere Aufgaben:
Die ursprünglichen Einheiten, das 1st Special Air Service Regiment und das 2nd Special Air Service Regiment, wurden 1945 aufgelöst.
Das Auswahlverfahren ist das härteste der britischen Armee. Lediglich zwei bis zehn Prozent der Anwärter bestehen es. Es wird zwei Mal im Jahr in den Bergen von Wales durchgeführt.
Bewerber müssen männlich sein und entweder seit mindestens drei Jahren Mitglied der britischen Armee oder seit 18 Monaten Angehöriger der beiden anderen Regimenter 21 und 23 (in beide können Zivilisten direkt eintreten). Außerdem akzeptiert der SAS Mitglieder der Armeen des Commonwealth als Anwärter. Wird eine der Prüfungen nicht bestanden, erfolgt sofort die Rückversetzung in die ursprüngliche Einheit. Ein zweiter Versuch ist möglich, weitere Anläufe jedoch nicht.
Einheiten wie der SAS suchen damit keine Rambo-Typen. Die Auswahl dient dazu, nicht allein physische Fitness zu beweisen, sondern vor allem mentale Stärke. Daher sind es eher die Stillen und Unauffälligen, die ihre Fähigkeiten kennen und sich selbst vertrauen, die das brutale Verfahren überstehen. Wichtigste Voraussetzung ist, nichts so sehr zu wollen, wie die Aufnahme zu schaffen und im Regiment zu bleiben. Wenn jemandem irgendetwas wichtiger ist als dieses Ziel, wird er scheitern.
Jeder Fehler in einem dieser Abschnitte führt dazu, dass der Soldat sofort zu seiner Ursprungseinheit zurückversetzt wird. Besteht er sie, verliert er jeden bisherigen Dienstrang und wird einfaches Mitglied (Trooper) des SAS.
Die Ränge innerhalb des Regiments müssen von Unteroffizieren und Mannschaften neu erworben werden.
Sollte er die Truppe verlassen, bekommt er seinen alten Rang zurück. Für Offiziere gilt ein abweichendes Verfahren: Sobald sie mindestens Captain (Hauptmann) sind, behalten sie ihren Rang, dürfen jedoch maximal drei Jahre im SAS dienen. Wenn sie anschließend den Test erneut bestehen, dürfen sie drei weitere Jahre dabei bleiben.
Je nach Rang und Fähigkeiten verdienen die Soldaten 25.000 bis 80.000 Pfund im Jahr. Der Dienst ist so hart, dass viele der Männer mit Mitte 30 aussteigen. Neben Verletzungen im Einsatz sind auch Spätfolgen durch schlechte Ernährung, verseuchtes Wasser, Infektionen oder Gefangenschaft ein Problem. Eines der größten Probleme für Heimkehrer sind ihre Konditionierung (Training) und ihre Erlebnisse. Nur wenigen gelingt es, sich an ein normales Leben zu gewöhnen. Viele leiden unter psychischen Störungen wie dem Posttraumatischen Stresssyndrom oder können ihre Aggressionen nicht kontrollieren. Berichte über Selbstmorde ehemaliger SAS-Mitglieder sind nicht selten.
Für Anti-Terror-Operationen wird die Maschinenpistole Heckler & Koch MP5 verwendet, ähnlich wie bei anderen Spezialeinheiten.
Teil der Bewaffnung war jahrelang die halbautomatische Pistole Browning Hi-Power im Kaliber 9 Millimeter Parabellum. Inzwischen jedoch wird die SigSauer P226 verwendet, welche die gleichen 9-Millimeter-Patronen verschiesst wie die MP5.
Die Scharfschützengewehre vom Typ Accuracy International L96 A1 im Kaliber .308 Winchester können bei Bedarf mit einem Schalldämpfer versehen werden. Daneben stehen vom gleichen Hersteller so genannte Anti-Material-Rifles im Kaliber .50 BMG zur Verfügung.
Je nach Ziel können außerdem verschiedene Infanteriewaffen wie schwere Maschinengewehre, Granatwerfer, Raketenwerfer oder Minen eingesetzt werden.
Als Kampfanzug dient ein feuerhemmender Overall, der entsprechend den Einsatzbedingungen verschieden getarnt ist. Ein netzartiger Schal wird als Halstuch getragen, aber auch zur Tarnung von Gesicht oder Ausrüstung eingesetzt. Je nach Auftrag kann eine schusssichere Weste ebenso dazu gehören, wie ein Balaclava (Sturmhaube), ein Helm mit Gesichtsvisier, Nachtsichtgeräte oder Gasmasken.
Als Luftunterstützung hat die britische Regierung laut Berichten der „Sunday Times“ sechs Flugzeuge des Typs Hercules C-130 Spectre angeschafft. Diese sogenannten „Gunships“ sind fliegende Geschützplattformen, gepanzert und bestückt mit verschiedenen Schnellfeuerkanonen und Maschinengewehren. Ihre Existenz bedeutet eine Erweiterung der Einsatzgrundsätze des SAS: Kleine Teams, die sich unerkannt hinter den Linien bewegen, benötigen kaum so massive Feuerunterstützung. Für den geschlossenen Einsatz ganzer Squadrons jedoch kann diese sehr wohl wichtig sein.
Zurzeit werden laut „Jane´s“ (englischer Verlag für Militärtechnik mit Referenzcharakter) in Credenhill Mini-Drohnen aus amerikanischer Produktion erprobt, so genannte Backpack Unmanned Surveillance Targeting and Enhanced Reconnaissance (Buster). Diese sehen aus wie Modellflugzeuge, lassen sich im Rucksack transportieren und sammeln aus der Luft Informationen. Gesteuert werden sie ähnlich einem Modellflugzeug und können bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.
Für den Langstreckentransport stehen mehrere modifizierte Lockheed C-130 Hercules zur Verfügung, die mit zusätzlichen Aufklärungs- und Kommunikationssystemen, sowie Flares zum Selbstschutz ausgestattet sind. Seit 2002 wird gelegentlich auch die C-17 Globemaster für diesen Zweck verwendet. Der primäre Operationshubschrauber des SAS ist der Westland Lynx Mk.7, sowie der modernere Battlefield Lynx. Außerdem wurden in den 90er Jahren laut Medienberichten acht Hubschrauber vom Typ Boeing Vertol CH-47 Chinook beschafft, die für den Transport einer ganzen Squadron samt leichter Fahrzeuge geeignet sind. Ferner verfügt der SAS über 4 Hubschrauber vom Typ Agusta A129, zwei als Beute aus dem Falklandkrieg.
Neben Großbritannien verfügen als ehemalige Kolonien auch Australien und Neuseeland über einen eigenen SAS. Diese Einheiten stehen in enger Verbindung mit dem britischen SAS, sowohl im Training als auch bei weltweiten Einsätzen. Der britische SAS übernimmt zudem die komplette Ausbildung der Sultan's Special Force in Oman.
Viele Spezialeinheiten weltweit haben sich den SAS zum Vorbild genommen. Zum Beispiel wurde der komplette Ausbildungsstab der amerikanischen Antiterroreinheit Delta Force 1977 durch ein Expertenteam des SAS über fast ein Jahr lang in den USA ausgebildet. Dieses Know How bildete damit die Keimzelle für die Aufstellung aller anderen US-Antiterroreinheiten, wie dem 1980 gegründeten Seal Team 6 und dem 1983 aufgestellten Hostage Rescue Team des FBI. Auch das deutsche KSK, die kanadische JTF2 , das schweizerische AAD 10, die polnische GROM und die israelische Sajeret Matkal übernahmen die taktische Struktur und Einsatzdoktrin des SAS. Später entwickelte sich die Sajeret Matkal durch ihre in enormer Einsatzdichte erworbenen Erfahrungen ihrerseits zu einer wertvolle Hilfe für den SAS. Viele Einheiten trainieren regelmäßig mit Einheiten des SAS und nutzen dessen Trainingseinrichtungen beispielsweise in Belize oder Brunei.
Nach dem Eintritt ist es jedem Mitglied untersagt, anderen als engen Familienmitgliedern die Zugehörigkeit zum SAS zu enthüllen. Während der gesamten Dienstzeit sorgt das Verteidigungsministerium für Anonymität. In Veröffentlichungen über eventuell verliehene Orden steht hinter den Namen des Soldaten die ursprüngliche Einheit, nicht SAS. Sollte er im Kampf getötet werden, wird darüber keine öffentliche Mitteilung gemacht, sofern es sich vermeiden lässt. Ist sie unvermeidlich, wird der Soldat als Mitglied seiner ursprünglichen Einheit aufgeführt.
Diese Geheimhaltung ist bis heute Anlass für viele Spekulationen und lieferte etlichen Verschwörungstheoretikern Stoff für ihre Bücher. Die meisten Kenntnisse über den SAS stammen von ehemaligen Mitgliedern der Einheit, von denen angeblich einige wegen der Preisgabe von Informationen vor Militärgerichte gestellt wurden. Das Verteidigungsministerium versucht auch immer wieder per Gericht, die Bücher von Veteranen zu verbieten, oder zensiert deren Lebenserinnerungen und Berichte. Daher ist bei jedem Bericht Skepsis angebracht. Erst Ende November 2001 gewann ein ehemaliger SAS-Soldat einen dreijährigen Prozess gegen das Ministerium. Anschließend durfte er sein Buch über einen katastrophalen Einsatz während des Golfkrieges veröffentlichen, jeden Gewinn aber musste er dem Staat abtreten. Ex-Mitglieder, die Berichte veröffentlichen, tun dies üblicherweise unter einem Pseudonym, wie zum Beispiel auch Andy McNab. Doch ist auch bei diesen Büchern die Höhe des Wahrheitsgehaltes unklar. Außerdem gibt es immer wieder Autoren, die behaupten, im SAS gedient zu haben, ohne dass es dafür Belege gibt.
Stirlings Männer wurden im ägyptischen Kabrit nahe des Sueskanals ausgebildet. Sie arbeiteten anfangs eng mit der so genannten Long Range Desert Group (LRDG), einer Aufklärungseinheit der Armee zusammen.
Während des Wüstenkrieges in Afrika unternahmen Stirlings Soldaten viele erfolgreiche Angriffe, vernichteten Treibstoffdepots oder Flugplätze. Sie waren so gefürchtet, dass Adolf Hitler den so genannten Kommandobefehl erließ, der besagte, dass jedes gefasste Mitglied einer solchen Gruppe zu erschießen sei. Sie perfektionierten eine Taktik namens Hit and Run (Angreifen und Verschwinden), indem sie lediglich mit Geländefahrzeugen, die ein Maschinengewehr trugen, angriffen und anschließend wieder in der Wüste verschwanden.
Der allererste Einsatz allerdings war ein Desaster. Im November 1941 sprangen 62 Mann mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien ab, um einen Fliegerhorst zu zerstören. Jedoch nur 22 erreichten den ausgemachten Treffpunkt, die übrigen wurden gefangen oder getötet. Stirling warb anschließend in der Armeeführung darum, das Unternehmen wiederholen zu dürfen. Diesmal transportierte die LRDG die Soldaten per Fahrzeug zum Einsatzort. Ohne eigene Verluste wurde der Flugplatz zerstört. Die Gruppe erhielt im Oktober 1942 den Namen 1st SAS und damit auch den Status eines eigenständigen Regiments. Stirlings Bruder Bill begann mit dem Aufbau eines zweiten Regiments, namens 2nd SAS.
Im Januar 1943 wurde David Stirling bei einem Einsatz von Italienern gefasst und verbrachte den Rest des Krieges in einem Kriegsgefangenenlager. Das Kommando übernahmen sein Bruder Bill und ein Mann namens Blair 'Paddy' Mayne.
Nicht nur in Afrika war das Regiment aktiv, sondern auch bei der Invasion von Italien. Dabei nutzte man auch italienische Partisanen und geflohene sowjetische Kriegsgefangene. Sie dienten im „Allied SAS Battalion“ und störten unter anderem die Kommunikationslinien des deutschen Oberbefehlshabers der Front, Albert Kesselring. Zwischen 1943 und 1945 wurden insgesamt drei dieser Fremdenbataillone aufgebaut:
Auch der Rest der Truppe existierte nicht in der bisherigen Form weiter. Der SAS wurde offiziell aus der Armee ausgegliedert und aufgelöst. Am 1. Juli 1947 jedoch wurde sie zumindest teilweise als Special Air Service Regiments im Army Air Corps neuaufgestellt. Es bestand aus einem Regiment der Reserve (Territorial Army - T.A.): dem 21st Battalion, Special Air Service Regiment (Artists Rifle). Im August 1949 wurde diese Einheit aus dem Army Air Corps ausgegliedert und als unabhängiges Korps geführt.
Erst 1950 baute Brigadier Mike Calvert den SAS als Kommandoeinheit neu auf. Grund war eine Krise in Malaysia, wo Rebellen versuchten, die Unabhängigkeit zu erkämpfen. Als Anti-Guerilla-Einheit wurde die so genannte Z Squadron gebildet, die unter dem Namen „Malayan Scouts“ in Malaysia kämpfte. Die Squadron bestand aus Ex-SAS-Männern, Rekruten anderer Einheiten, sowie aus Insassen von Armeegefängnissen. Zusätzlich wurde das noch existierende Regiment 21 in den Dschungel von Malaysia geschickt. Bis zum Ende des Jahres 1955 bestand die gesamte Truppe wieder aus fünf Schwadronen und blieb in Malaysia bis einschließlich 1958.
Im Jahr 1952 wurden die bestehenden Gruppen in zwei Einheiten neu organisiert:
1959 entstand dann in der Territorial Army eine zweite SAS-Einheit:
Die letzte Umorganisation fand am 1. April 1967 statt. Im Hauptquartier in Hereford wurde zu diesem Zeitpunkt eine neue Squadron aufgebaut: Das R Squadron, Special Air Service Regiment (V), welches sich aus ausgewählten Mitgliedern der Regimenter 21 und 23 zusammensetzte und dem 22nd SAS als schnelle Verstärkung angegliedert wurde. Später erfolgte noch eine Umbenennung in den historischen Namen:
Dem Einsatz in Malaysia folgten weitere. So bekämpften SAS-Teams gegen den Sultan putschende Rebellen im heutigen Oman (1958-59) oder Guerillas in Borneo, dem heutigen Brunei (1963-1966). Außerdem waren sie von 1964-1967 in Aden im Einsatz, bevor die Briten das Land verließen. Von 1970-1977 gab es erneut Unternehmen in Oman. Diese Einsätze waren inoffiziell und streng geheim. Überhaupt wandelte sich der SAS mehr und mehr von einer regulären Armeeeinheit hin zu einer geheim gehaltenen Spezialtruppe. Damit änderten sich auch die Aufgaben, zu denen inzwischen der Personenschutz und der Kampf gegen Terroristen gehörte. Als Tarnung wurden im Einsatz nun auch Zivilkleidung oder Uniformen anderer Armeeeinheiten getragen.
Dabei arbeitete der SAS im Kampf gegen die IRA sehr eng mit der 1970 aufgestellten 14 Intelligence Company, einer Spezialeinheit der britischen Armee für nachrichtendienstliche Aufklärung und Überwachung, zusammen.
Der SAS wurde in den 70er Jahren zu einem der wichtigsten Instrumente bei der Suche nach Informationen gegen Nordirische Terrorgruppen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, handelten die Kommandos immer offensiver, wobei bei Verfolgungen – obwohl es ihnen verboten war – SAS-Männer auch die Landesgrenze zur Republik Irland überschritten. So wurde unter anderem im März 1976 der IRA-Kommandant Seán MacKenna aus seinem Haus in der Republik Irland entführt und an eine Patrouille der britischen Armee übergeben.
Irische Nationalisten sind der Überzeugung, der SAS habe in den 80er Jahren IRA-Mitglieder sogar planmäßig exekutiert. So soll er 1984 in Dunloy in der Grafschaft Antrim zwei Männer erst verwundet und schließlich erschossen haben. In Loughall wurden 1987 acht IRA-Männer, die versuchten, eine Polizeistation zu sprengen, in einem Hinterhalt des SAS gelockt und getötet. 1988 wurden in der britischen Exklave Gibraltar drei unbewaffnete Mitglieder, die einen Bombenanschlag planten, von einem SAS-Team auf offener Straße erschossen.
Zwar unterliegt der SAS bei dem Gebrauch von Waffen den gleichen rechtlichen Bestimmungen wie die britische Armee, allerdings wird bei SAS-Einsätzen grundsätzlich offiziell eine Kriegseinsatzsituation angenommen (also nach Kriegsrecht verfahren). Das Training hat nur ein Ziel: Schießen, um zu töten.
Aufgrund seiner aggressiven und kompromisslosen Kampfweise wurde der SAS gefürchtet und bekam einen geradezu mythischen Ruf. Beispielhaft dafür war die Balcombe Street Belagerung am 6. Dezember 1975. Auf der Flucht vor der Polizei hatten sich zwei IRA-Männer in einer Wohnung in der Balcombe Street in London verschanzt und zwei Bewohner als Geiseln genommen. Sechs Tage lang dauerten die Verhandlungen. Die Männer ergaben sich, als Medien berichteten, der SAS solle zur Befreiung der Geiseln eingesetzt werden.
Nach dem Einsatz führte das Vorgehen des SAS nach dem Motto safety-first zu einer öffentlichen Kontroverse in der britischen Presse. Aufgrund des kompromissloses Eindrucks der Aktion wurde vermutet, dass so etwas wie ein genereller Schießbefehl vorgelegen habe. Einer der beteiligten Soldaten, Robin Horsfall, sagte 20 Jahre später in einem Interview: „Wir wurden darauf gedrillt, zu töten. Wenn das SAS in Aktion tritt, muss man sich damit abfinden, dass es Tote gibt. Wir wollten die Terroristen killen. Wir hofften, dass sie sich nicht ergeben würden. Dafür lebten wir, dafür hatten wir trainiert.“ Der ursprüngliche Befehl hatte gelautet, auf beiden Seiten so wenig wie möglich Menschen zu töten.
Trotz der Kontroverse galt der Sturm als Erfolg. Und die Debatte führte neben der Medienpräsenz erstmals dazu, dass die Existenz der Einheit von offizieller Seite nicht mehr dementiert wurde.
Der nächste bekannt gewordene Einsatz kam während des Falklandkrieges 1982. Mehrere Teams des SAS kämpften zur Vorbereitung und während der Landung auf den Falklands, genau wie Teams des SBS. Auch soll es zu Einsätzen auf dem argentinischen Festland gekommen sein, doch gibt es dafür keine Belege.
Die Truppe wurde jedoch nicht nur für Kriege und für den Terrorkampf gebraucht. 1987 befahl Premierministerin Thatcher einem SAS-Team, das Hochsicherheitsgefängnis in Peterhead in Schottland zu stürmen und eine Revolte der Insassen niederzuschlagen. Als Waffen setzten die Soldaten lediglich Schlagstöcke ein. Der Einsatz gelang, ein gefangen gehaltener Wachmann wurde von ihnen befreit.
Im Zweiten Golfkrieg 1991 übernahm der SAS ähnliche Aufgaben wie einst im Zweiten Weltkrieg: Sabotageeinsätze weit hinter den feindlichen Linien. Vorrangiges Ziel war die Zerstörung von Abschussrampen irakischer Scud-Raketen. Dabei erlitt die Truppe auch einen ihrer größten Fehlschläge: Zwei Mitglieder des Kommandos „Bravo Two Zero“ haben diesen Einsatz später in Büchern beschrieben. Ihr Acht-Mann-Team sollte tief in der irakischen Wüste Abschussstellungen unschädlich machen, es wurde jedoch schon beim Eindringen in den irakischen Luftraum gesichtet und verfolgt. Mehrere Tage lang zogen sich die Soldaten kämpfend zurück und töteten dabei schätzungsweise 250 Iraker. Nur einer der acht schaffte es, sich bis zur 190 Kilometer entfernten syrischen Grenze durchzuschlagen. Drei weitere wurden im Kampf getötet, die übrigen vier gefangen und während der Verhöre gefoltert.
Im Gegensatz zu ähnlichen Einheiten verbündeter Länder, wie der Delta Force oder dem KSK, arbeitet der SAS (ähnlich, wie die israelische Sajaret Matkall) dabei immer wieder auch eng mit der Polizei zusammen. So waren laut britischen Medienberichten SAS-Angehörige im Juli 2005 an der Überwachung von Jean Charles de Menezes beteiligt, der von der Londoner Metropolitan Police als Terrorverdächtiger verfolgt und letztlich in der U-Bahn erschossen wurde. Auch sollen einige Mitglieder sowohl an der Fahndung nach den Drahtziehern der Bombenanschlägen auf das Londoner Verkehrsnetz im Juli 2005 beteiligt gewesen sein, als auch an der Erstürmung mehrerer Wohnungen von Hintermännern in West-London. Eine offizielle Bestätigung dieser Berichte gab es, wie üblich, nicht.
Nach einem Einsatz im Irak 2006 verließ ein SAS-Mitglied die Einheit und die Armee aus "moralischen Gründen". Der 28-jährige Ben Griffin schied laut „Sunday Telegraph“ auf eigenen Wunsch aus. Er habe im Irak in dutzenden Fällen „illegale“ Verhörmethoden beobachtet und erlebt, wie Iraker von US-Truppen als „Untermenschen" behandelt würden. Nach dem Bericht ist Griffin der erste Soldat überhaupt, der den SAS aus moralischen Gründen verlässt.
Militärischer Verband (Großbritannien) | Spezialeinheit
Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service (SAS) | Special Air Service | Special Air Service | SAS (קומנדו) | Special Air Service | SAS (イギリス陸軍) | Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service | Special Air Service
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Special Air Service".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world