Lage der kreisfreien Stadt Bielefeld in Deutschland.png Die Sparrenburg (eigentlich: Burg Sparrenberg) ist eine restaurierte Festungsanlage im Bielefelder Stadtbezirk Mitte. Sie liegt auf dem 180 m hohen Sparrenberg im Teutoburger Wald und überragt das nahe Stadtzentrum um gut 60 m. Ihr heutiges Aussehen geht im wesentlichen auf das 16. und 19. Jahrhundert zurück. Die Sparrenburg gilt als ein Wahrzeichen Bielefelds.
Am 18. November 1377 übernachtet Kaiser Karl IV. auf der Burg. Mit Wilhelm II. († 1428) nimmt nochmals und letztmalig ein Graf von Ravensberg auf der Sparrenburg Residenz.
Nach Vorarbeiten ab 1535 leiten von 1556 an der italienische Festungsbaumeister Alessandro Pasqualini und sein Sohn den Umbau, der 1578 abgeschlossen wird und die größte Festung in Westfalen hervorgebracht hat.
Dabei wird auch eine als „Scherpentiner“ bezeichnete Bastion errichtet, die man auf dem Bild links erkennen kann. Der Begriff Scherpentiner lässt sich nur bei der Sparrenburg nachweisen, seine Herkunft geht auf die Serpentinen (Serpentin = ital. Schlange, deutscher Begriff: Feldschlange), leichte Artilleriegeschütze des 16. und 17. Jahrhunderts zurück.
Im Zuge des 1618 ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieges müssen die Holländer sich 1623 vor den übermächtig anrückenden Spaniern zurückziehen. 1625 versucht der brandenburgische Oberst Gent vergeblich, mit Hilfe der ravensbergischen Bauern die Sparrenburg zurückzuerobern. 1636 belagern Schweden und Hessen fast ein Jahr lang die Spanier, bevor diese 1637 die Festung übergeben müssen. 1642 wird die Sparrenburg den verbündeten Franzosen überlassen.
Der Westfälische Frieden 1648 bestätigt die Zugehörigkeit zu Brandenburg-Preußen. In der Folgezeit hält sich der Große Kurfürst mehrfach auf der Festung auf, zwei seiner Kinder werden hier geboren.
Im Französisch-Niederländischen Krieg widersteht die Sparrenburg erfolgreich ihren letzten Belagerungen, 1673 gegen münstersche und 1679 gegen französische Truppen.
Im Zuge der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts gründet sich in Bielefeld das „Comité zur Wiederherstellung des Thurmes auf dem Sparenberge“ und betreibt den Wiederaufbau des Turmes, was 1842/43 erfolgt.
Nach Ankauf der Anlage vom preußischen Staat durch die Stadt Bielefeld wird 1879 das Palasgebäude mit Festsaal, Restaurant und Museumsräumen errichtet.
Im Innenhof wird 1900 im Beisein Kaisers Wilhelms II., des letzten Grafen zu Ravensberg, ein von Fritz Schaper geschaffenes Denkmal des Großen Kurfürsten aufgestellt.
1948–1987 laufen fast durchgängig Aufräum- und Restaurierungsmaßnahmen. 1955–1982 war im Palas das Deutsche Spielkartenmuseum untergebracht.
Eine Attraktion ist das jährlich am letzten Juli-Wochenende stattfindende Sparrenburgfest, bei dem Schausteller und Händler das Leben im Mittelalter nachstellen.
Um den Erhalt und die Sanierung der Anlage finanziell zu sichern, wurde die Aktion Ein Stein für die Burg ins Leben gerufen, bei der für Geldspenden die Patenschaft für einen Stein in der Burgmauer übernommen werden kann. Bei höheren Spendensummen ist eine persönliche Gravur des Steins möglich.
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