Der Spanisch-Amerikanische Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Königreich Spanien vom 25. April - 12. August 1898. Er endete mit der Besetzung Kubas, Puerto Ricos und der Philippinen durch die USA und für Spanien mit dem Verlust seiner letzten Kolonien.
Der Spanisch-Amerikanische Krieg stellt einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte der USA dar. Er gilt als das Ausgangsereignis der expansionistischen Interessenpolitik der Vereinigten Staaten, die bis heute vorhält.
Doch auch in diesen letzten Kolonien traten Unabhängigkeitsbestrebungen hervor, bedingt durch eine hohe und ungerechte Steuerlast und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten der Bevölkerung an Politik und Verwaltung. Dazu kamen politische und wirtschaftliche Interessen der USA, die die einheimische Bevölkerung ermunterten, gegen die Kolonialmacht zu rebellieren.
Nachdem aber die USA im Jahre 1890 die Arrondierung ihres kontinentalen Staatsgebietes und dessen Kolonisierung abgeschlossen hatten (Wounded Knee), griff die auf Erschließung neuer Märkte ausgerichtete Politik des US-amerikanischen Establishment auf den verbliebenen Übersee-Besitz der klassischen Kolonialmacht Spanien über.
Wirtschaftliche Probleme und die Unfähigkeit der spanischen Kolonialverwaltung führten 1895 zu einem erneuten Aufstand unter der Führung Martís, der 1892 die Revolutionäre Partei Kubas gegründet hatte. Ihm war es gelungen, die beiden wichtigsten militärischen Führer der Unabhängigkeitsbewegung, Máximo Gómez und Antonio Maceo zu einer Wiederaufnahme des Unabhängigkeitskrieges zu vereinen. José Martí fiel im Kampf und wurde zum Nationalhelden. Der Guerillakrieg gegen Spanien wurde jedoch weitergeführt und brachte die Kolonialmacht an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Außerdem schien der „asiatische Markt“, schon seit langem auch für die USA verlockend, gerade in Bewegung zu geraten. China war von den Kolonialmächten mit Gewalt geöffnet worden (Opiumkriege). Die Philippinen waren von hohem strategischen Wert, da Manila unter den Spaniern eine Drehscheibe des Handels zwischen Ostasien und Amerika geworden war. Die USA hatten schon deutliches Interesse an den pazifischen Inseln Hawaii und Samoa gezeigt. Die Interessen im Pazifik waren zwar nicht ausreichend, die US-Regierung zu einem Krieg mit Spanien zu bewegen, jedoch war die Eroberung Manilas bereits Teil der seit 1896 durchgespielten Kriegsszenarien der US-Regierung.
USSMaine-Havana.jpg Gegen spanische Proteste schickten die USA mit der USS Maine unter Kapitän Charles Dwight Sigsbee ein Schlachtschiff zu einem „Freundschaftsbesuch“ in den Hafen von Havanna. Gleichzeitig wurde die US-Flotte bei Key West zusammengezogen. Um Provokationen zu vermeiden, verbot der Kommandant der Besatzung, an Land zu gehen. Am 15. Februar kam es auf dem Schiff zu einer verheerenden Explosion, bei der 266 Seeleute den Tod fanden. Die USA beschuldigten Spanien, einen Angriff verübt zu haben; die US-amerikanische Öffentlichkeit war empört. Unter anderem schürten die Publizisten William Randolph Hearst und Joseph Pulitzer die Stimmung gegen Spanien. Der Schlachtruf der Hearst-Presse lautete: „Denkt an die Maine - Zur Hölle mit Spanien!“ („Remember the Maine, to hell with Spain“). Hearst wies seinen Korrespondenten Remington an in Havanna zu bleiben und Bilder zu schicken, damit er, Hearst, den Krieg machen könne („You furnish the pictures. I’ll furnish the war.” W. R. Hearst).
Nach neueren Untersuchungen an dem Wrack des Schiffes gilt es als wahrscheinlich, dass nicht, wie seinerzeit von der US-Regierung vermutet, eine Mine unter dem Schiff detonierte, sondern die Explosion im Innern der USS Maine stattfand. Vermutlich löste ein unentdeckter Schwelbrand in einem der Kohlebunker, der auf ein benachbartes Magazin übergriff, die Katastrophe aus (siehe auch Kohlebrand).
Weil die Lage der Spanier aussichtslos erschien, vereinbarten sie mit Dewey die Kapitulation. Sie ergaben sich lieber den Amerikanern als den Einheimischen, da sie deren Rache wegen der vorangegangenen kolonialen Unterdrückung fürchteten.
Die Kapitulation erfolgte am 13. August 1898, Manila wurde von den Amerikanern besetzt. Die Aufständischen hingegen durften die Stadt nicht betreten. Nachdem sie am 12. Juni 1898 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, mussten die Filipinos erkennen, dass sie einer neuen, weitaus mächtigeren Kolonialmacht gegenüberstanden.
Auch auf Kuba konnten die Spanier den kräftemäßig weit überlegenen USA nichts entgegen setzen. Die USA blockierten sämtliche kubanischen Häfen und provozierten somit einen Durchbruchsversuch der spanischen Flotte. An einem einzigen Tag, dem 3. Juli 1898, wurde die gesamte spanische Atlantikflotte von der zahlenmäßig und vor allem technisch überlegenen US-Marine vernichtet. Die Kämpfe auf dem Festland waren nicht besonders intensiv. Von den etwa 5.000 US-Soldaten, die im Spanisch-Amerikanischen Krieg ihr Leben verloren, starben 4.600 an Krankheiten, Hunger und Durst.
Puerto Rico wurde eine US-amerikanische Überseebesitzung. 1941 wurde der Insel ein assoziierter Status im föderalen Gefüge der Vereinigten Staaten eingeräumt.
Gegen die Kolonisierungsbestrebungen der USA rief die philippinische Revolutionsbewegung Katipunan, die seit 1896 für die Unabhängigkeit der Philippinen gekämpft hatte, im Juni 1898 die philippinische Unabhängigkeit aus. Während des Philippinisch-Amerikanischen Kriegs kämpften US-Militärverbände mithilfe von Veteranen der Indianerkriege die Aufständischen nieder. Dabei kam auch das sog. Hamletting zum Einsatz, also das Relokalisieren der Zivilbevölkerung in eingezäunte Dörfer, um der Guerilla die Unterstützung durch die Bevölkerung zu nehmen. Bei den Militäraktionen kamen mindestens 200.000 Filipinos und 4.234 US-Soldaten ums Leben. Nach manchen Schätzungen starben noch weit mehr Filipinos, da sie durch Maßnahmen wie das Hamletting in den Hungertod getrieben wurden.
Die neue Kolonialmacht ging im Süden der Inselgruppe dazu über, Monokulturen für den Bananenexport anzulegen, und enteignete hierfür im großen Stil die autochthone Bauernschaft. Die Philippinen wurden von US-Firmen, US-Privatleuten und einheimischen Günstlingen der Besatzungsmacht dominiert.
Die Philippinen standen bis 1941 (Besetzung durch die Japaner) unter direkter US-amerikanischer Verwaltung und erhielten erst mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1946 die formelle Unabhängigkeit.
Mit dem Sieg von 1898 traten die USA trotz heimischer isolationistischer Bewegungen(Monroe-Doktrin) in den Kreis der imperialistischen Weltmächte ein und haben durch ihr Einschreiten in zwei Weltkriege die Geschichte geprägt.
Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten
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