Die Spätromantik bezeichnet eine kunsthistorische Epoche zwischen 1815 und 1848. Zentren waren Berlin, Wien, Nürnberg.
Innerhalb der Spätromantik gibt es verschiedene Strömungen, z.B. Werke, die dem Symbolismus zuzurechnen sind, der später in den Impressionismus mündet (Gabriel Fauré, Alexander Skrjabin) oder auch den italienischen Verismo (Giacomo Puccini), in welchem die Hinwendung zur Moderne sich darin äußert, dass z.B. eine Katharsis bzw. (Er-)Lösung der Handlung nicht mehr stattfindet, sondern Werke tragisch enden.
Musikalisch ist in der Spätromantik eine deutliche Ausweitung der Harmonik und des Kontrapunkts erkennbar. Werke von Alexander von Zemlinsky oder Max Reger etwa weisen innerhalb eines Taktes oft mehr als ein Dutzend selbständig geführter Stimmen aus, der Orchesterklang ist farbig und die Fortschreitung der Harmonik gerät oft an die Grenze der Tonalität. Richard Wagners Oper Tristan und Isolde etwa verbleibt durch zahlreiche nicht bestimmbare Akkorde dauerhaft in einem schwebenden tonalen Raum. Die letzte Konsequenz, die Auflösung eines tonal gegründeten Systems wurde schließlich von Arnold Schönberg durchgeführt. Andere Komponisten haben den spätromantischen Stil beibehalten. Innerhalb der experimentellen Phase des 20. Jahrhunderts wurde dieser aber oft wieder einfacher und hat in Strömungen wie den Neoklassizismus geführt.
Siehe auch: Romantik, Biedermeier
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