Soziale Kompetenz bezeichnet den Komplex all der persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, das eigene Verhalten von einer individuellen auf eine gemeinschaftliche Handlungsorientierung hin auszurichten. "Sozial kompetentes" Verhalten verknüpft die individuellen Handlungsziele von Personen mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe.
Zumindest ausreichende soziale Kompetenzen der Bevölkerung sind damit Voraussetzung für das Funktionieren jeder nicht-autoritären, gesunden Gesellschaft.
Im Arbeitsleben versteht man darunter unter anderem die Fähigkeit, positiv das Verhalten und die Einstellungen von Mitarbeitern zu beeinflussen (Stichwort Teamfähigkeit).
Der Begriff "sozial" kann hierbei sozialpsychologisch als "zwischenmenschlich", soziologisch-wertneutral als "gesellschaftlich" oder wirtschaftsethisch als moralisch verstanden werden.
In der Psychologie bezeichnet "Soziale Kompetenz" die Gesamtheit der Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder notwendig sind.
Im Umgang mit anderen:
Im Bezug auf Zusammenarbeit:
Im Allgemeinen:
Die Erziehung zur sozialen Kompetenz muss möglichst frühzeitig beginnen, wenn sie erfolgreich sein will. Nur durch Konsequenz und Toleranz, sowie dem Lernen anhand selbst erlebter authentischer Beispiele (=prägendes Lernen) können sich Erfolge einstellen. Wie schwierig es ist, nachhaltig Erfolge zu erzielen, erkennt man beispielsweise bei der Bekämpfung von Vorurteilen.
Der primäre Ort zum Erlernen sozialer Kompetenz ist die Familie. Weil das Elternhaus jedoch oft damit überfordert ist, müsste ev. bereits ab dem 3. Lebensjahr damit begonnen werden (vgl. in Frankreich die Écoles Maternelles). In Deutschland wird in Bildungsreformplänen geschrieben, dass soziale Kompetenz ein wesentliches Bildungs- und Erziehungsziel sein soll.
Lebenslanges, interkulturelles und soziales Lernen stellen gewissermaßen eine Einheit im Hinblick auf soziale Kompetenz dar. Schulische Methoden, die das Erlernen sozialer Kompetenz erleichtern, sind das autonome Lernen, das offene Lernen, der kommunikative Unterricht. Man kann dabei die Kraft der Gruppe nutzen, es geht aber immer um den einzelnen Menschen und seine Beziehung zu seiner jeweiligen Umgebung.
Der andragogische Bereich (Erwachsenenbildung) dieses Lernkonzeptes erfolgt über Civic Education *, einer Weiterentwicklung der Politischen Bildung.
"Soziale Kompetenz" wird in Unternehmungen häufig synonym mit den sogenannten "soft skills" verwendet. Der Begriff der sozialen Kompetenz ist allerdings umfassender und umgreift z.B. auch Kritikfähigkeit. Diese Art der Kompetenz gilt auf dem Arbeitsmarkt fürs mittlere Management als eine Schlüsselqualifikation und beschreibt in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, 'Teamgeist' und Motivation in die Zusammenarbeit mit anderen (Kollegen, Kunden, Vorgesetzten, Mitarbeitern) einzubringen und für gemeinsame Ziele zu nutzen. Als "soziale Kompetenz" gilt auch die erfolgreiche Einwirkung von Vorgesetzten auf die Arbeitsleistung von Mitarbeitern.
Der Begriff der sozialen Kompetenz wird insbesondere in der Personalwirtschaft, etwa im Zusammenhang mit Personalauswahl, Coaching, Supervision, Organisationsberatung oder Peer-Leader-Ausbildung verwendet. Es gibt keine genormte Gruppe von Persönlichkeitseigenschaften, die der Sozialen Kompetenz zugeordnet werden. Die verwendeten Konstrukte und Testverfahren werden subjektiv gewählt, teilweise auch unterschiedlich in verschiedenen Branchen.
Der Begriff Soziale Kompetenz wird in einer Vielzahl von Bedeutungen verwendet, was die Brauchbarkeit des Begriffs einschränkt.
Eine alternative Definition Sozialer Kompetenz ist bei Jens B. Asendorpf, Lehrbuch der Persönlichkeitspsychologie, nachzulesen: Demnach setzt sich die Soziale Kompetenz aus zwei Komponenten zusammen: Konfliktfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Sozial kompetente Menschen verfügen demnach über die seltene Gabe, diese zwei eher gegensätzlichen Verhaltensweisen situativ so einzusetzen, dass es Ihnen möglich wird, eigene Ziele innerhalb sozialer Beziehungen zu erreichen, ohne die Beziehung zu gefährden.
Soziale Interaktion Arbeits- und Organisationspsychologie Personalwesen
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