Das Sozialgesetzbuch X * regelt als Teil des deutschen Sozialgesetzbuchs das sozialrechtliche Verwaltungsverfahren, den Schutz der Sozialdaten sowie die Zusammenarbeit der Sozialleistungsträger untereinander und ihre Rechtsbeziehungen zu Dritten.
| Basisdaten | bgcolor="#F7F8FF" | Titel: | Sozialgesetzbuch Zehntes Buch – Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz – | bgcolor="#F7F8FF" | Kurztitel: | Sozialgesetzbuch X | bgcolor="#F7F8FF" | Abkürzung: | SGB X | bgcolor="#F7F8FF" | Art: | Bundesgesetz | bgcolor="#F7F8FF" | Geltungsbereich: | Bundesrepublik Deutschland | bgcolor="#F7F8FF" | Rechtsmaterie: | Sozialrecht | bgcolor="#F7F8FF" | FNA: | 860-10 | bgcolor="#F7F8FF" | Datum des Gesetzes: | 18. August 1980 (BGBl. I S. 1469) | bgcolor="#F7F8FF" | Inkrafttreten am: | 1. Januar 1981 | bgcolor="#F7F8FF" | Neubekanntmachung vom: | 18. Januar 2001 (BGBl. I S. 130) | bgcolor="#F7F8FF" | Letzte Änderung durch: | Artikel 2 Abs. 25 des G vom 12. August 2005 (BGBl. I S. 2354) | bgcolor="#F7F8FF" | Inkrafttreten der letzten Änderung: 1) | 1. Februar 2006 (Art. 4 Abs. 1 des G vom 12. August 2005) | 1) Bitte beachten Sie den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung! |
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Obwohl es möglich gewesen wäre, die Verfahrensregelungen in das bereits bestehende SGB I oder das damals gerade neu kodifizierte SGB IV zu integrieren, entschied sich der Gesetzgeber 1980 dafür, ein neues Gesetzbuch mit der Bezeichnung Sozialgesetzbuch Zehntes Buch – Verwaltungsverfahren – zu schaffen. Nach den damaligen Plänen sollte das fertige SGB aus zehn Einzelbüchern bestehen. Die Verfahrensregelungen sollten das Sozialgesetzbuch als zehntes und systematisch letztes Buch abschließen. Mittlerweile umfasst das SGB allerdings bereits zwölf Bücher.
Anfangs regelte das SGB X nur das Sozialverwaltungsverfahren und den Sozialdatenschutz. Zum 1. Juli 1983 wurde es dann um sein heutiges drittes Kapitel – Zusammenarbeit der Leistungsträger und ihre Beziehungen zu Dritten – ergänzt.
Weitere bedeutende Änderungen erfuhr das SGB X durch das 2. SGB-Änderungsgesetz aus dem Jahr 1994: Die Regelungen zum Sozialdatenschutz wurden in Anlehnung an das Bundesdatenschutzgesetz neu formuliert und erweitert. Ende 2000 erhielt das SGB X durch das 4. Euro-Einführungsgesetz schließlich seine heutige Bezeichnung Sozialgesetzbuch Zehntes Buch – Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz –.
Von der Regelungsmaterie her ist das erste Kapitel des SGB X mit dem Verwaltungsverfahrensgesetz und der Abgabenordnung vergleichbar. Allerdings hat der Gesetzgeber bei der Kodifikation das besondere Schutzbedürfnis der Sozialleistungsempfänger erkannt und diesem durch besonders »bürgerfreundliche« Regelungen – beispielsweise zum Vertrauensschutz bei begünstigenden Verwaltungsakten – Rechnung getragen. Darin liegt auch der wesentliche Unterschied zu den vergleichbaren Regelungen im Verwaltungsverfahrensgesetz und in der Abgabenordnung.
Das zweite Kapitel (§§ 67–85a) hat den Schutz der Sozialdaten zum Inhalt. Es definiert die Voraussetzungen, unter denen Sozialdaten erhoben, gespeichert, verarbeitet, übermittelt und gelöscht werden dürfen und konkretisiert damit das im SGB I statuierte Sozialgeheimnis. Dieses Kapitel wurde durch das Gesetz zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes und anderer Gesetze vom 18. Mai 2001 teilweise neu gestaltet und an die Vorgaben der Europäischen Datenschutzrichtlinie angepasst. Als bereichsspezifische Datenschutzregelung für die Sozialversicherung geht das SGB X dem Bundesdatenschutzgesetz vor.
Das dritte Kapitel (§§ 86–119) trat erst 1983 in Kraft. In ihm sind die Rechtsbeziehungen der Sozialleistungsträger untereinander und zu Dritten geregelt. Von besonderer praktischer Bedeutung sind die im zweiten Abschnitt dieses Kapitels genannten Erstattungsansprüche (§§ 102–114) und die Schadensersatzansprüche des dritten Abschnitts (§§ 115–119).
Das vierte Kapitel – es besteht lediglich aus § 120 – enthält Übergangsregelungen.
Rechtsquelle (Deutschland) | Sozialrecht | Sozialstaat | Datenschutzrecht | Sozialversicherung (Deutschland)
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