Sozialanthropologie ist im Deutschen seit den 1960er Jahren eine selten gebrauchte Bezeichnung für die britische Social Anthropology.
In der deutschen Diskussion der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts meinte der Begriff jedoch - davon unabhängig - eine Rassenlehre; in diesem Sinne wird das Wort nicht mehr wissenschaftlich gebraucht.
Die "Social Anthropology" stammt aus der britischen Forschungstradition und entspricht etwa der Ethnologie/Ethnosoziologie. Im US-Amerikanischen wird dafür der Begriff "Cultural Anthropology" gebraucht, die inhaltlich eine geringere Affinität zur Soziologie aufweist.
Siehe auch:
"Sozialanthropologie" bezeichnete jedoch bis etwa 1950 auch ein Teilgebiet der Anthropologie, das sich mit Fragen der Vererbung von Eigenschaften innerhalb sozialer Gruppen befasste. Ihre Blüte erlebte sie vor dem Nationalsozialismus, als sie sich, wie auch die Anthropologie, auf der Basis (wissenschaftlich widerlegter) „Rassentheorien“ mit Fragen der Definitionen, Beziehungen und Eigenschaften und Fortpflanzungssteuerung angenommener "menschlicher Rassen" beschäftigte. Sie suchte wissenschaftliche Anerkennung, d.h. die Anwendung ihrer Aussagen durch die Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften, und politischen Einfluss auf staatliche Maßnahmen auf „rassenpolitischer“ Grundlage.
Als wichtigste Vertreter galten:
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"Sozialanthropologie".
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