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Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, russisch Союз Советских Социалистических Республик СССР/Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik SSSR ) war eine kommunistisch-zentralistisch regierte Staatenunion in Osteuropa sowie Nord- und Mittelasien. Sie wurde am 30. Dezember 1922 gegründet und löste sich am 8. Dezember 1991 auf.
Das Kerngebiet (mit 78% der Fläche) bestand aus der damaligen Russischen Sowjetrepublik, die im Zuge der Oktoberrevolution am 7. November 1917 aus dem Zarenreich hervorgegangen war, und nach der Auflösung der Union als unabhängige Russische Föderation deren juristische Nachfolge antrat. Wegen dieser Dominanz der Russischen Sowjetrepublik war im Westen auch die fälschliche Bezeichnung „Russland“ für die gesamte Sowjetunion üblich.
Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei.
Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde. SovietUnionPhysical.jpg
Siehe: Kollektivierung
Diese totalitären Kontroll- und Zwangsmaßnahmen erfolgten am intensivsten unter Stalin und Breschnjew, während später, vor allem unter der Glasnost Gorbatschows, auch begrenzte kulturelle, politische und persönliche Freiräume entstanden. In der Nachstalinzeit entstand ein dissidenter Untergrund, der sich unter anderem über verbotene Literatur ("Samisdat") und den politischen Humor (vgl. Radio Eriwan) am Leben hielt.
Waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxen Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt, wurden gefoltert, erschossen oder nach Sibirien verbannt.
Unter der Führung Lenins wurden von der Sowjetregierung Dekrete und Gesetze erlassen, in deren Folge es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche kam ("Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen" vom Januar/Februar 1918 sowie Liquidierungsgesetz vom 27. Juli 1918, vorgelegt vom Volkskommisar für Justiz Pjotr Stutschka) Alexander Solschenizyn "200 Jahre zusammen", Russki Putj (Moskauer Verlag) 2002, Herbig 2003, ISBN 377662356x Peter Scheibert "Lenin an der Macht", Acta humaniora, Weinheim 1984, ISBN 3527175032 Alexander Jakowlew "A Century of Violence in Soviet Russia", Yale University Press, New Haven/London, 2002 ("Ein Jahrhundert der Gewalt in Sowjetrussland", Berlin Verlag 2004, ISBN 3827005477) . Unter Stalin wurden tausende Priester in Arbeitslager (Gulag) deportiert. Ebenso wurden in Zentralasiatischen Republiken, wo mehrheitlich Muslime lebten, die meisten Moscheen geschlossen und die Religionsausübung ebenfalls verboten.
Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen.
In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach.
In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mittrug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen.
Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern.
Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksdeputierten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab.
Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit dem Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen. Dies sollte im Verständnis der Sowjetunion sicherstellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten. Gleichzeitig öffnete diese Regelung dem Rechtsmissbrauch Tür und Tor.
Siehe: Gosplan - Gosbank - Gossnab - Fünfjahrplan
Die UdSSR hatte die Planwirtschaft eingeführt. Die Produktion von Gütern wurde nach einem strengen Plan überwacht. Ein Bauer durfte zum Beispiel nur 500 kg Getreide ernten und erhielt dafür einen entsprechenden Lohn. Wenn er nun aber 600 kg Getreide hätte ernten können, musste er die restlichen 100 kg auf dem Feld verrotten lassen, weil alles nach Plan ging und vorher festgelegt war. Der Nachteil bestand darin, dass bei einer geringer ausfallenden Ernte von beispielsweise nur 400 kg die Bevölkerung Hunger leiden musste und der Bauer Schwierigkeiten mit der Regierung bekam. Weil viele Bauern im einen Jahr Getreide wegwerfen mussten und im anderen Jahr zuwenig hatten, hungerte die Bevölkerung.
Die landwirtschaftlich nutzbare Großregion in der ehemaligen Sowjetunion zwischen Sankt Petersburg, Odessa beziehungsweise Rostow am Don im Westen und Krasnojarsk im Osten wird auch Agrardreieck genannt.
Siehe: Sozialistischer Klassizismus - Sozialistischer Städtebau
Hauptartikel: Wissenschaft in der Sowjetunion
Siehe: Sowjetische Raumfahrt
Siehe: Liste sowjetischer Schriftsteller - Liste russischsprachiger Dichter
Siehe: Sowjetischer Film
Siehe: Prawda - Sowjetisches Fernsehen
Siehe: Fußballnationalmannschaft der UdSSR - Sowjetische Schachschule - Sowjetische Eishockeynationalmannschaft - Sowjetische Olympiamannschaft
Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.
Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte. Dies ging einher mit der unter Lenin begonnenen und von Stalin eskalierten Verfolgung und Deportation von bis zu 20 Millionen Menschen, die diesen Maßnahmen scheinbar oder wahrhaft im Wege standen, in die Zwangs-Arbeitslager des Gulag. Millionen wurden ermordet oder ausgehungert, beispielsweise die Bevölkerung der Ukraine.
Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.
Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftsabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt.
Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.
Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.
Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front.
Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen.
Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa.
In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.
Im Jahre 1973 stürzte Mohammed Daud seinen Cousin König Sahir und ließ sich zum Präsidenten von Afghanistan wählen. 1978 wurde Daud seinerseits von der Nach der Übernahme der Macht durch die kommunistische „Demokratische Volkspartei Afghanistans“ (DVPA) unter Nur Muhammad Taraki am 27. April 1978 betrieb diese eine Annäherung an den Ostblock und die gesellschaftliche Umgestaltung (Bildungsprogramm, Bodenreform etc.), die das rückständige Land zu modernisieren suchte und Reformen im Sinn des realen Sozialismus durchführte, z. B. eine Bodenreform, Sicherstellung von medizinischer Versorgung, Schulbildung auch für Mädchen, Gleichstellung der Frau, Abschaffung des Schleierzwanges uvm. Vor allem aber ging es der Sowjetunion darum, ihre Einflußsphäre in Richtung Indischer Ozean auszudehnen, um die südliche Flanke des größten Flächenstaates der Erde auch von der Seeseite aus zu schützen und weiter zu expandieren. Dieses Ziel war bereits Teil der strategischen Hegemonialpolitik des Zaren und fiel den "roten Zaren" nunmehr fast von allein in die Hände (nächstes Ziel wäre dann Pakistan geworden).
Diese Politik stieß bei Stammesführern, Großgrundbesitzern sowie islamischen Mullahs auf Ablehnung. Rund 30 Mudschaheddin-Gruppen bildeten sich, die den Kampf gegen die Regierung aufnahmen: Der Afghanistan-Krieg begann. Die teilweise fundamentalistisch orientierten Stammeskrieger waren untereinander zerstritten und nur geeint durch ihren „heiligen Krieg” gegen die „Ungläubigen”. Darüber hinaus spielte die traditionelle Ablehung einer zentralen Regierung durch die Stammesoberhäupter eine motivierende Rolle die Politik zum scheitern zu bringen.
Unter dem Druck der vorrückenden Mudschaheddin sandte die Regierung 1979 einen Hilferuf nach Moskau, Russische SFSR aus. Daraufhin entschied sich die sowjetische Regierung, sowjetische Streitkräfte (rund 100 000 Mann) ins Land, die vor allem Städte und Straßen zu schützen suchten. Das Land Afghanistan selbst war seit 1919 traditionell eng mit Moskau verbunden; das Land hatte umfangreiche Wirtschafts- und Entwicklungshilfe erhalten. Auf der anderen Seite schalteten sich nun die USA in den Konflikt ein und unterstützten die islamischen Gotteskrieger mit modernen Waffen (z. B. Stinger-Raketen und mit dem Sturmgewehr M-16), Finanzmitteln, Informationen und Militärberatern. Den USA ging es offentsichtlich darum, direkt an der sowjetischen Grenze einen Unruheherd zu schaffen und die Sowjetunion ökonomisch zu schwächen. US-Präsident Ronald Reagan verkündete, er wolle die Sowjetunion „totrüsten”. Auch etliche islamische Länder ließen den afghanischen Glaubenskriegern Unterstützung zukommen.
Evstafiev-afghan-apc-passes-russian.jpg Durch die andauernden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Mudschaheddin wurde eine große Flüchtlingswelle ausgelöst (rund fünf Millionen Betroffene). Die Flüchtlinge sammelten sich vor allem in iranischen und pakistanischen Lagern. Pakistan war auch die Hauptnachschubbasis der Glaubenskrieger. Im Jahre 1981 versuchte die Regierung (mit nur mäßigem Erfolg) die allgemeine Wehrpflicht einzuführen; zu diesem Zeitpunkt waren rund zwei Drittel der Regierungstruppen zu den so genannten Freiheitskämpfern übergelaufen. 1982/83 war eine militärische Pattsituation erreicht; die Bevölkerung litt schwer unter den Kriegshandlungen. Der neue Staatspräsident Mohammed Nadschibullah setzte 1986 auf einen Kurs der nationalen Versöhnung und des Dialoges, während die Mudschaheddin mehrheitlich den Sieg erzwingen wollten. Allerdings beurteilte etwa zur gleichen Zeit der neue sowjetische Präsident Michail Gorbatschow das sowjetische Engagement in Afghanistan als zu kostspielig und verlustreich. Er selbst sagte:Der Krieg stelle eine „offene Wunde” dar und stehe einer Annäherung an den Westen und einer Beendigung des Kalten Krieges im Wege. In den Jahren 1988/89 wurden die sowjetischen Truppen nach und nach aus dem Nachbarland abgezogen.
Damit war das Schicksal der Regierung von Mohammed Nadschibullahs besiegelt, die sich jedoch noch bis 1992 in Kabul halten konnte. Dann übernahmen die siegreichen Mudschaheddin die Macht und begannen sogleich, sich gegenseitig zu bekämpfen. Sieger in diesen Auseinandersetzungen, die nur noch auf geringes Interesse im Westen stießen, waren die fundamentalistischen Taliban, die den größten Teil des Landes unter ihre Kontrolle brachten und einen islamischen Gottesstaat einrichteten. Nur der Norden Afghanistans konnte von der so genannten Nordallianz gehalten werden.
Weitere Mitgliedschaften: ANT, BTWC, EBRD, ENMOD, IAEA, IBEC, ICAO, ICFTU, IIB, ILO, IMO, Inmarsat, Interpol, IOC, IPU, ISO, ITU, LORCS, NPT, NTBT, OPNAL, PCA, UNCTAD, UNESCO, UNIDO, UN-Sicherheitsrat, UPU, WFTU, WHO, WIPO, WMO, WToO.
Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde durch die rote Armee blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation. Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen „Eroberung des Weltalls“. Mit dem Hund Laika entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All (1961).
1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des Prager Frühling in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft Solidarność) geschah unter dem Druck Moskaus.
1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1989 wieder abziehen.
Die großen Bergarbeiterstreiks in Sibirien in den Jahren 1989 und 1991 enthüllten, wie der Sozialismus sich in den 70 Jahren seiner Herrschaft gewandelt hatte: Er war zur Herrschaft einer privilegierten Funktionärsclique (Nomenklatura) pervertiert, der die Arbeiter herzlich gleichgültig waren. Aus der Diktatur des Proletariats war eine Diktatur über und gegen das Proletariat geworden.
Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, beschleunigten aber letztendlich das Ende des maroden Sowjetsystems. In den Jahren 1990 und 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.
Staatsoberhäupter der Sowjetunion (1922–1938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 1938–1946:Unionsältester 1946-1989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 1989–1990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 1990–1991: Staatspräsident)
Innerhalb dieser Republiken gab es so genannte Autonome Sozialistische Sowjetrepubliken (zum Beispiel Nachitschewan), Autonome Gebiete, zum Beispiel das Jüdische Autonome Gebiet und Autonome Kreise. Alle diese Entitäten trugen theoretisch Staatscharakter. Verschiedene Interpretationen der sowjetischen Verfassung von 1977 sind bedeutsam für einige Konflikte im postsowjetischen Raum. beispielsweise in Abchasien, das eine Autonome Republik war, oder Bergkarabach, das ein Autonomes Gebiet war.
Bis 1944 war "die Internationale" die Nationalhymne der Sowjetunion. 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne mit dem Text von Sergei Wladimirowitsch Michalkow. Diese wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.
Die Hymne erfuhr 1977, als Folge der Entstalinisierung, ihre einzige Änderung, bei der unter Anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde. Zwischen 1955 (zwei Jahre nach Stalins Tod) und 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.
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