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Als Sowjetische Zwangsarbeitslager werden alle Zwangsarbeitslager, Besserungsarbeitslager und Besserungsarbeitsanstalten bezeichnet, die sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion befanden.

Gründung und Ausbreitung


Schon bald nach der Oktoberrevolution 1917 verkündete die neue Führung, dass "der alte Ünterdrückungsapparat zu zerstören" und sofort "ein neuer zu errichten" sei. Lenin und die neue Regierung bestimmten im Erlaß "Über den Roten Terror" vom 5. September 1918, daß Klassenfeinde "in Konzentrationslagern isoliert werden" sollten (Zitat wörtlich).

Die ersten dauerhaften Arbeitslager der neu gegründeten Sowjetunion entstanden in Klöstern auf den Solowezki-Inseln im Weißen Meer, von wo die Mönche größtenteils vertrieben worden waren. Es waren oftmals Weißgardisten (d. h. Anhänger des alten zaristischen Regimes), Menschewiken und Kriminelle, Angehörige des Bürgertums, Mönche, Geistliche aller Konfessionen, Kaufleute, Industrielle und ehemalige bürgerliche Parlamentarier, die eingesperrt wurden. Sie wurden menschenunwürdig behandelt, waren beispielsweise dicht gedrängt in enge Kammern gesperrt und die Verpflegung war schlecht. Diese frühen Lager dienten erst ab Mitte der 1920er Jahre der wirtschaftlichen Ausbeutung. Zahllose Menschen kamen zu Tode oder wurden erschossen.

Anfangs wurden die Häftlinge für Holzfällerarbeiten und im Straßenbau eingesetzt. Das erste Großprojekt war der 227 km lange Weißmeer-Ostsee-Kanal, der zwischen 1931 und 1933 von mehreren Hunderttausend Häftlingen unter 50.000 - 250.000 Toten errichtet wurde.

1938 waren in der Sowjetunion bereits über 2 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Nach Tomasz Kizny ("GULAG", 2004) ging die Zahl der Lager in die Zehntausende.

Die Angaben über die Anzahl der nach 1960 in der Sowjetunion weitergeführten Lager sind bisher nicht öffentlich zugänglich.

Siehe auch:


Internierungslager | Sowjetunion

 

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