Der Soonwald (lat.: silva sana = gesunder Wald) ist ein bis 657 m hoher Teil des Mittelgebirges Hunsrück in Rheinland-Pfalz, Deutschland.
Geographie
Der stark bewaldete Mittelgebirgszug liegt im
Rhein-Hunsrück-Kreis (Westen und Norden) und
Landkreis Bad Kreuznach (Osten und Süden) etwa zwischen dem Hauptkamm des
Hunsrücks (Nordwesten) und dem
Nahetal (Südosten), hinter dem sich das
Saar-Nahe-Bergland erhebt. Auf etwa 40
km Länge erstreckt er sich in Südwest-Nordost-Richtung vom an der Nahe gelegenen
Simmertal bis zum Tal des
Guldenbachs, das sich an der Nahtstelle des Soonwalds zum westlich des
Rheinknies bei
Bingen gelegenen
Binger Wald befindet.
Nach allen Himmelsrichtungen schließen sich (weitere) Mittelgebirgszüge bzw. Waldgebiete an: Dies sind im Südwesten der Lützelsoon und der etwas westlich davon liegende Idarwald, im Südosten der Gauchswald und im Nordosten der Binger Wald, wobei viele Quellen den Lützelsoon (und manche sogar den Binger Wald) nicht als eigenständige Waldgebiete führen, sondern sie dem Soonwald zurechnen. Das gesamte Gebiet benennen diese dann mit „Großer Soon“.
Der Soonwald und sein „kleiner Sohn“, der sich südwestlich anschließende Lützelsoon, bilden zusammen eine weitgehend geschlossene Waldfläche von gut 20.000 ha (es werden auch 35.000 ha erwähnt) Größe. Damit zählt er eher zu den kleineren Waldgebieten Deutschlands, aber zu dessen größeren zusammenhängenden.
Der Soonwald gehört seit dem Jahr 2005 zum Naturpark Soonwald-Nahe.
Klima
Durch die Höhendifferenz von etwa 500 m ist die Jahresdurchschnittstemperatur auf den Gipfeln des Soonwalds mit knapp 7
°C mehr als 2 °C niedriger als im
Simmerbachtal bei
Kellenbach (über 9 °C), zugleich fällt mit über 800
mm ein Viertel mehr
Niederschlag als in den Tieflagen (laut
Deutscher Wetterdienst,
1999).
Flora und Fauna
Die
Flora des Soonwalds zeichnet sich durch Vielfalt und Eigenart aus. Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Lebensraumansprüchen wachsen auf engem Raum nebeneinander. Sie umfasst zum Beispiel etwa 850 (!) Farn- und Blütenpflanzensippen.
Im Soonwald und im Lützelsoon wurden sieben Naturschutzgebiete ausgewiesen, um die Artenvielfalt zu erhalten. Dabei handelt es sich meistens um extensiv genutzte, feuchte Waldwiesen, die wegen ihrer Vorkommen seltener Pflanzen und Insekten unter Schutz gestellt wurden – zum Beispiel die „Hirtenwiese“ im Lützelsoon und der „Waldwinkel“ bei Dörrebach.
Fauna: Maßgeblich für die Auszeichnung von führenden Vogelschutzorganisationen (z. B. „Birdlife“) sind die Vorkommen folgender Vogelarten: Schwarzspecht, Raubwürger, Eisvogel, Grauspecht, Mittelspecht, Neuntöter, Schwarzstorch, Rotmilan und Wespenbussard. Dennoch hat die Landesregierung den Soonwald bis heute nicht als Vogelschutzgebiet an die EU-Kommission nach Brüssel gemeldet.
Geschichte
Hügelgräber, wie das
Alte Grab südlich von
Argenthal,
Burgruinen und die heutigen
Siedlungen und
Dörfer lassen drauf schließen, dass der Soonwald bzw. seine Umgebung schon seit langer Zeit besiedelt ist.
Berge
Der höchste Berg des Soonwalds ist der
Ellerspring (657
m ü. NN). Dem entgegen befindet sich die niedrigste Stelle bei
Simmertal – wenn man den Ort noch zum Soonwald zählt – an der Einmündung des
Simmerbachs in die
Nahe (190 m. ü. NN).
Fließgewässer
Innerhalb des Soonwalds bzw. an seinen Rändern entspringen bzw. fließen unter anderem folgende
Fließgewässer:
Hauptfluss:
- A. Nahe - Rhein-Zufluss - im Süden - Mündung bei Bingen/Rhein.
Deren Nebenflüsse:
- 1. Guldenbach - Nahe-Zufluss im Norden - Grenzbach zum Binger Wald - Mündung bei Bretzenheim/Nahe
- 1.1 Seibersbach - Zufluss des Guldenbachs - Mündung vor Stromberg/Hunsrück.
- 1.2 Dörrebach - Zufluss des Guldenbachs - Mündung in Stromberg/Hunsrück.
- 2. Ellerbach - Nahe-Zufluss im Südosten - Mündung in Bad Kreuznach/Nahe
- 2.1 Gräfenbach - Zufluss des Ellerbachs - im Osten - Mündung zw. Rüdesheim u. Bad Kreuznach/Nahe
- 3. Simmerbach (auch Kellenbach genannt) - Nahe-Zufluss im Nordwesten, Westen, Südwesten und Süden - Grenzbach zum Lützelsoon - Mündung südlich von Kellenbach
Ortschaften
Die
Ortschaften, die den Soonwald einrahmen, sind:
Diese größeren Ortschaften befinden sich etwas entfernt vom Soonwald:
Tourismus
Innerhalb des Soonwalds, über dessen Hauptkamm ein Abschnitt des
Europäischen Fernwanderwegs E3 verläuft, bzw. an seinen Rändern befinden sich diese
Sehenswürdigkeiten und geographischen Ziele:
Verkehr
Der Soonwald ist beispielsweise über die von der
A 61 (die im Nordosten an der Nahtstelle zum
Binger Wald in Nordwest-Südost-Richtung verläuft) abzweigende
B 50 (Anschluss-Stelle
Rheinböllen) zu erreichen. Außerdem kann er über die
B 421, die an der Nahtstelle zum
Lützelsoon durch das Tal des Simmerbachs verläuft, und über die
B 41, die durch das
Nahetal verläuft, aufgesucht werden.
Eisenbahnlinien führen entlang der Bundesstraße 50 (Nordwesten), durch das Tal des Guldenbachs (Nordosten) und durch das Nahetal (Südosten). Die zuerst genannte Bahnstrecke ist aber zur Zeit stillgelegt; jedoch soll sie auf Grund des Flughafens Frankfurt-Hahn, der sich westlich von Kirchberg zwischen Hahn und Lautzenhausen befindet, in den nächsten Jahren wieder reaktiviert werden. Bei Bad Sobernheim (Südosten) und bei Simmern befinden sich ein Flugplätze.
Bekannte Soonwälder
Literatur
- Erich Bauer: Der Soonwald. Auf den Spuren des Jägers aus Kurpfalz. DRW-Verlag, Stuttgart 1974
Weblinks
Deutsches Mittelgebirge | Landschaft in Rheinland-Pfalz | Waldgebiet in Deutschland