Unter Sonnenschutz versteht man den Schutz von Räumen und deren Bewohnern vor ungewünschter Sonneneinstrahlung.
Dabei ist bemerkenswert, dass Glas bezüglich langwelliger Strahlung eine relativ hohe Hemmwirkung hat; diesen Effekt nutzt man beim Betrieb von Treibhäusern.
Am Arbeitsplatz ist ein funktionstüchtiger Sonnenschutz teilweise vorgeschrieben (EU-Richtlinie (EU 90/270)). Bestimmte Raumtemperaturen dürfen nicht überschritten werden und an Bildschirmarbeitsplätzen dürfen keine Blendwirkungen auftreten um Augenschäden vorzubeugen.
Die Technik im Bereich des Sonnenschutzes ist sehr ausgereift. Man kann mittlerweile für fast jede Fenster- und Wintergartenform innen- und außenliegenden Sonnenschutz erhalten. Fast alle Formen sind manuell und elektrisch bedienbar.
Außenliegender Sonnenschutz funktioniert in erster Linie über Absorption, innenliegender Sonnenschutz überwiegend über Reflexion.
Eine weit verbreitete Fehlmeinung ist die Annahme, die auf der Erde ankommende Sonnenenergie bestehe zum überwiegenden Teil aus (lagwelliger) Wärmestrahlung. Tatsache ist, dass der Anteil langwelliger Strahlung (über 1400 nm) an der Gesamtenergie max. 13 % beträgt und dass Glas bezüglich dieser langwelligen Strahlung eine erheblich größere Hemmwirkung (Reflexion und Absorption) hat, als auf den energetisch wesentlich höheren Anteil an kurz- und mittelwelliger Strahlung.
Wenn nun von außen keine oder zumindest nur sehr wenig Wärme in den Raum gelangt, muss die dort fühlbare Wärme erst innerhalb des Raumes entstanden sein. Dieser nach dem Wienschen Verschiebungsgesetz der Wellenlängen stattfindende Absorptionsprozess führt dazu, dass sich die Raumtemperatur beträchtlich erhöht - in Treibhäusern ist eine Temperaturerhöhung bezogen auf eine Außentemperatur von 0 Grad Celsius um mehr als 20 Grad nicht ungewöhnlich.
Die fühlbare Wärme entsteht also erst durch einen Absorptionsvorgang auf den der Sonnenstrahlung ausgesetzten Körpern bzw. Gegenständen. Dabei spielt das Wiensches Verschiebungsgesetz der Wellenlängen eine wichtige Rolle.
Zur Veranschaulichung dient der Versuch mit einem weißen und einem schwarzen Blatt Papier. Nach schon kurzzeitger Sonneneinwirkung ist die Oberflächentemperatur des schwarzen Blattes erheblich höher als die des weißen Blattes.
Sonnenschutz soll die Sichtverbindung nach außen nicht behindern. Diese Forderung (z.B. von Arbeits-Medizinern) und der Wunsch nach einem wirksamen Sonnenschutz scheinen einander auszuschließen.
Dies trifft insbesondere für außenliegende Sonnenschutz-Anlagen an Ost- und Westfassaden zu; um bei tiefstehender Sonne den Arbeitsraum vor direkter Einstrahlung zu schützen, müssen die Lamellen von Außenraffstoren so weit in die Vertikale gestellt werden, dass der Durchblick ins Freie nicht mehr möglich ist.
Um direkte Blendungen und unerwünschte Reflexionen möglichst zu verhindern, soll die in den Raum fallende sichtbare Strahlung möglichst diffus sein. Dies ist bei außenliegenden Sonnenschutz-Einrichtungen problemlos möglich, da sie die dahinter liegenden Räume zuverlässig vor direkter Einstrahlung - wenn auch häufig zu Lasten der Transparenz - schützen.
Innenliegende Sonnenschutz-Anlagen können diese Forderung nur erfüllen, wenn die sichbare Strahlung beim Passieren des Sonnenschutz-Materials ihren Charakter verändert und diffus wird. Bei der Verwendung von gewebten oder perforierten Materialien ist dies möglich, da an den Web- bzw. Perforationslöchern das physikalische Phänomen der Lichtbeugung auftritt, die transmittierte Strahlung also je nach Lochgröße mehr oder weniger diffus wird. Bei zunehmender Diffusität der in den Raum fallenden Strahlung verschlechtert sich allerdings die Transparenz.
Sonnenschutz wird im allgemeinen dadurch erreicht, dass das zu schützende Objekt von außen beschattet wird; damit wird der oben beschriebene Wärmeumwandlungsprozeß auf die Gebäudeaußenseite verlagert, wo er im allgemeinen problemlos beherrschbar ist.
Der außenliegende Sonnenschutz in Form von Markisen oder Außenraffstores ist die derzeit wirkungsvollste Möglichkeit des Sonnenschutzes, wenn sichergestellt werden kann, dass das zu schützende Objekt unter Sonneneinstrahlung zu jeder Zeit im Schatten liegt und die Wärmeübertragung durch Konvektion weitgehend - z.B. durch Hinterlüftung - vermieden werden kann.
Dabei kann allerdings die Problematik der Verschmutzung und höherer Investitions- und Betriebskosten (ggf. notwendige elektrische Bedienung, Wind- und Regenwächter) nicht vernachlässigt werden.
Bewährt haben sich im Bereich des innenliegenden Sonnenschutzes allein reflektierende Materialien (metallisierte Beschichtungen, Folien, Gewebe und Metallbeschichtungen), weil nur sie eine quantitativ sinnvolle Einstrahlungsreduktion bewirken.
Die innenliegende (nicht reflektierende) Abschattung ist auf Grund ihres relativ hohen Absorptionsvermögens von untergeordneter Bedeutung als Sonnenschutz. Eine lichttechnisch wirkungsvolle Schattierung in Form eines Vorhanges, Deko-Rollos, einer Vertikal-Jalousie oder einer Leichtmetall-Innenjalousie wird als Sonnenschutz versagen, da ihr hohes Wärmeumwandlungs-Vermögen eine nur geringe Einstahlungsreduktion zuläßt.
Da es bei der Einstrahlungsreduktion und ihren spürbaren Auswirkungen in erster Linie auf das Reflexionsvermögen ankommt, ist davon auszugehen, dass gleich gut reflektierende Materialien ein gleich hohes Reduktionsvermögen haben.
Neben den bereits erwähnten innen- und außenliegenden Sonnenschutz-Einrichtungen kommen noch folgende Möglichkeiten in Betracht:
Wolfgang Maurer, Sonnenschutz-Anlagen: Beurteilungskriterien bei der Planung, das bauzentrum 2/88, Fachzeitschrift für Architekten und Bauingenieure, S. 70 ff.
Wolfgang Maurer, Beurteilungskriterien bei der Planung von Sonnenschutz-Anlagen, Rolladen + Sonnenschutz 3/88, Fachzeitschrift für das Rolladen- und Jalousiebauerhandwerk, S. 20 ff.
Der Raumausstatter liefert in der Regel den innenliegenden Sonnenschutz. Häufig auch Markisen und Außenjalousien. Der Rolladen- und Jalousiebauer ist für außenliegenden Sonnenschutz zuständig. Teilweise führen Fensterbauer einige Sonnenschutzartikel im Randsortiment.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Sonnenschutz".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world