Der Sonnenbrand (medizinisch: UV-Erythem) ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch kurzwellige Sonnenstrahlung, so dass er auch als Dermatitis solaris oder Erythema solaris bezeichnet wird. Nach ICD-10 wird Sonnenbrand wie folgt diagnostisch klassifiziert:
Akut führt ein Sonnenbrand zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden bis hin zur Blasenbildung, langfristig kann auch Hautkrebs die Folge sein. Die Erweiterung der Blutgefäße in der Haut führt zu stärkerem Blutfluss, was als Rötung (Erythem) der Haut sichtbar wird.
Besonders gefährdet sind die Schultern und der Oberkörper, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten einige Tage nach dem Sonnenbrand kommt. Auch Füße und Gesicht, hier besonders die Nase, sind durch ihre exponierte Lage stark gefährdet und werden zusätzlich meist nicht gründlich genug geschützt. Bei manchen Personen reagiert der Körper an der Stelle des Sonnenbrandes mit einem allergischen Verhalten. Es kann bis zu 62 Stunden nach dem Sonnenbaden zu sehr starken und unerträglichen Juckreizen führen. Diese Sonnenallergie kann sich sehr unterschiedlich auswirken, bei manchen bilden sich Blasen und Schwellungen und bei anderen können so gut wie keine sichtbaren Hautveränderungen auftreten. Sonnenbrand_20030612.jpg
Für die kurzfristige Bräunung der Haut (allerdings auch für Alterung und Faltenbildung) ist das UV-A verantwortlich („nahes UV“, Wellenlänge 320–400 nm), für die langfristige und den Sonnenbrand das UV-B (280–320 nm). Das noch kurzwelligere UV-C lässt die Erdatmosphäre nicht hindurch.
Die natürliche Eigenschutzzeit beträgt – je nach Pigmentierung (Hauttyp) – etwa 10 bis 30 Minuten pro Tag und kann durch Sonnencremes oder Öle mit Lichtschutzfaktor auf das mehrfache ausgedehnt werden. Auch bei Bewölkung ist nach entsprechend längerer Zeit die Gefahr eines Sonnenbrands gegeben – dies gilt insbesondere für Aufenthalte auf dem Wasser (z. B. Segeln), da die Wasseroberfläche die Strahlung zurückwirft – auch dann wenn man sich im Schatten befindet. Die Haut „gewöhnt“ sich bis zu einem gewissen Grad an die Sonnenstrahlung, indem sie mehr braunes Pigment Melanin bildet. Daher kann man die Dauer des Sonnenbades nach einigen Tagen korrekten Sonnenbadens fast verdoppeln. Trotzdem gilt: immer eincremen!
Ein leichter Sonnenbrand lässt sich durch verschiedene Maßnahmen lindern:
Von dem Hausmittel Quark raten Hautärzte ab, da es aufgrund der Bakterien in Milchprodukten zu Infektionen kommen kann. Auch können enthaltene Eiweißstoffe auf der geschwächten Haut zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen.
Auch bei erfolgreicher Behandlung steigt die Gefahr von Hautkrebs mit der Zahl der erlittenen Sonnenbrände an.
Spezielle Solarien werden auch medizinisch von Hautärzten verschrieben um bestimmte Hautkrankheiten zu behandeln. In dieser Phototherapie wird eine kleine Dosis einer ganz bestimmten Wellenlänge des Lichts verwendet, das Hautkrebsrisiko wird hier zur Krankheitsbekämpfung meist akzeptiert. Auf keinen Fall ist jedoch eine überdurchschnittliche Blässe eine Krankheit!
Da die energiereiche kurzwellige UV-Strahlung von der Erdatmosphäre nur teilweise ausgefiltert wird, wächst die Gefahr von Sonnenbrand in größerer Höhe: in 5 km Höhe hat man nämlich bereits die Hälfte der stark filternden Luftmenge unter sich gelassen.
Besonders kritisch ist es auf Schnee und Gletschern im Hochgebirge, wo sich die Gefahr des Sonnenbrands schon unter 3000 m verdreifachen kann. Hier besteht zusätzlich eine Gefahr von Augenschäden, wie sie auch durch künstliches UV-Licht auftreten können. Diese Schneeblindheit oder medizinisch aktinische Keratopathie ist ein Sonnenbrand der Hornhaut des Auges, die den inneren Teil des Auges schützt. Sonnenbrillen mit UV-Schutz sind zwingend erforderlich; je nach Dauer des Aufenthalts an der Sonne sollten spezielle Gletscher- oder Schneebrillen verwendet werden, die eine Einstrahlung über den reflektierenden Schnee verhindern.
Auch am Wasser verkürzt sich die Schutzzeit aufgrund der von dort reflektierten Strahlen. Außerdem ist man bei schönem Wetter am Wasser oft nur mit Badekleidung bekleidet, was die Angriffsfläche für die UV-Strahlung erhöht.
Durch die zunehmende Zerstörung der Ozonschicht gelangt mehr UV-Licht auf die Erdoberfläche, was die Sonnenbrandgefahr ebenfalls erhöht.
Bei Wind wird oft vergessen, dass seine kühlende Wirkung dem UV-Licht nichts von seiner Brandgefahr nimmt. Auch dünne Wolken mindern es nicht wesentlich. In jedem Fall empfiehlt sich, bei längerem Aufenthalt in der Sonne eine Kopfbedeckung zu tragen, um einem Sonnenstich vorzubeugen.
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