SONGHAI empire map BLANK.PNG Vom frühen 15. bis zum späten 16. Jahrhundert war das Songhaireich eines der größten afrikanischen Reiche der Geschichte. Die zentrale Macht des Reiches, die auf der Lage am Niger beruhte, ging von der Stadt Gao aus. Das Songhaireich dehnte sich von dort entlang des Flusses bis zum heutigen Nigeria, im Nordosten bis nach Mali und sogar bis zur Atlantikküste im Westen aus. Der Name des Reiches stammt von seiner dominierenden ethnischen Gruppe, den Songhai.
Bevor die Songhai ihre Vormachtstellung inne hatten, wurde das Gebiet von dem Malireich beherrscht, dessen Zentrum in Timbuktu lag. Mali erreichte damals einen großen Ruhm, da es Handel mit feinen Waren aus der arabischen Welt trieb und dessen König Mansa Musa. Dennoch lag das Malireich im frühen 15. Jahrhundert im Zerfall. Innere Streitereien schwächten die Krone und viele verbündete Völker wandten sich ab. Die Songhai waren eines dieser Völker und machten die Stadt Gao zu ihrer neuen Hauptstadt.
Der erste große König der Songhai war Sonni Ali. Dieser war, wie zuvor die Malikönige, ein Moslem, aber er hielt auch an den traditionellen Animistenglauben fest. Er war ebenfalls ein erfolgreicher Krieger, der in den 1460ern viele der Nachbarstaaten, einschließlich den Resten des Malireiches, eroberte. Mit der Kontrolle der wichtigsten Handelswege und Städten wie Timbuktu, konnte Sonni Ali seinem Reich zu großem Wohlstand verhelfen, der den des Malireiches noch übertraf.
Auf Sonni Ali folgte ein Eroberer namens Askia Mohammad von dem Volk der Mandé verfolgt, der Songhais goldenes Zeitalter anführen wollte. Während Ali militärischen Erfolg brachte, brachte Mohamad Reformen und eine politische Wiederbelebung. Er setzte eine komplizierte Bürokratie mit unterschiedlichen Bereichen für Landwirtschaft, Militär und Fiskus ein. Für jeden dieser Bereiche setzte er selbst kontrollierende Beamte ein. Der gläubige Moslem Mohamad machte nicht nur eine Pilgerreise nach Mekka, wie Musa bereits vor ihm, er eröffnete auch religiöse Schulen, ließ Moscheen errichten und schuf einen Platz für Gelehrte und Dichter aus der gesamten muslimischen Welt.
Das Songhaireich weitete sein Einflussgebiet bis ins späte 16. Jahrhundert aus, besonders unter der ruhigen und langen Herrschaft Askia Daouds von 1549 bis 1582. Nach Daouds Tod schwächte eine Folge von Bürgerkriegen das Reich und ermöglichte Marokkos Sultan Ahmad I. al-Mansur Saadier durch eine Invasion des Feldherrn Judar Pasha den Einzug in das Reich. Nachdem Judars Truppen durch die Sahara marschiert sind, erreichten sie die Salzbergwerke von Taghaza und bewegten sich auf Gao zu. Als der sonhai´sche König Askia Ishaq II. 1591 bei der Schlacht von Tondibi traf, unterlag er mit seiner Armee trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit den Feuerwaffen der Marokkaner. Judar zerstörte Gao, Timbuktu und Djenné und vernichtete so Songhais regionale Vormachtstellung. Jedoch war es den Marokkanern bald zu viel, das große Reich über weite Entfernungen hinweg zu regieren und so zogen sie bald aus der Region ab und ließen das Reich in Dutzende kleinere Königreiche zersplittern.
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