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Sondershausen
 

Wappen Karte
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Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Geografische Lage:
Höhe: 208 m ü. NN
Fläche: 114,36 km²
Einwohner: 21.718 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 99701 - 99706
Vorwahl: 03632
Kfz-Kennzeichen: KYF
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 067
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 7
99706 Sondershausen
Website: www.sondershausen.de
Bürgermeister: Joachim Kreyer (CDU)

Sondershausen ist eine Mittelstadt im Norden des Bundeslandes Thüringen und Kreisstadt des Kyffhäuserkreises mit knapp 22.000 Einwohnern.

Geographie


Stadtgliederung

Zur Stadt gehören die Ortsteile Berka/Wipper (seit 1997), Großfurra und Oberspier.

Geschichte


Sondershausen entwickelte sich aus einer fränkischen Siedlung im 8. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1125. Seit 1356 war es im Besitz der gräflichen, dann fürstlichen Dynastie Schwarzburg und Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, wovon das Schloss zeugt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1981 31. Dezember):

1834 bis 19841994 bis 20012002 bis 2004
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
1 29. Oktober
2 31. August

Kultur und Sehenswürdigkeiten


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Museen

Sehr empfehlenswert ist der Besuch der verschiedenen Sammlungen des Schlossmuseums, mit dem Kleinod der "Goldenen Kutsche". Außerdem lohnt sich ein Besuch des Kalibergwerkes und der Mikwe (Ritualbad der Juden), welche sich unter der "Galerie am Schlossberg" befindet.

Musik

Sondershausen führt neben dem Beinamen Bergstadt auch den Beinamen Musikstadt. Musikalische Traditionen führen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die Hofkapelle ist erstmals 1637 erwähnt; sie ging in das Loh-Orchester auf. Hier wirkten so bedeutende Musiker wie Max Bruch, Franz Liszt und Max Reger, hier lehrte der bekannte Musikwissenschaftler Hugo Riemann. Der Ruf Sondershausens war so gut, dass sich der spätere Musikwissenschaftler Philipp Spitta 1867 auf eigenen Wunsch hin von Reval an das Gymnasium in Sondershausen versetzen ließ. Unterstrichen wird der Beiname auch durch das Wirken des Albert-Fischer-Chors Sondershausen (siehe Weblink) und das Bestehen einer Musikschule. Sondershausen ist darüber hinaus auch Namensgeber des Sondershäuser Verbandes Akademisch-Musikalischer Verbindungen (SV) (Dachverband der nichtschlagenden musischen Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich). Neben Verbandfesten im fünfjährigen Turnus (sog. SV-Feste) veranstaltet der SV hier regelmäßig Verbandstagungen und Fortbildungsseminare und ist darüber hinaus mit eigenen Konzerten regelmäßig in Sondershausen anzutreffen. Zum kommenden SV-Fest zu Pfingsten 2007 werden etwa 800 Studierende sowie Philister in Sondershausen erwartet.

Aus Sondershausen stammt aber auch die Band Absurd, die durch einen Mord bekannt wurde.

Ausflugsziele

Beliebtestes Ausflugsziel für die Sondershäuser ist der Possen, der ein Teil der Hainleite darstellt. Im Bereich des Possens, veränderte sich die Hainleite zu einer Hochebene. Auf dem Possen steht mit dem Possenturm der höchste Fachwerkturm Deutschlands (42 m), mit guter Fernsicht bis zum Brocken. Neben einem Restaurant runden Tiergehege (Wildschweine, Bären, Hirsche, Rehe, Pferde und Vögel) und Kinderspielplatz diesen Erlebnispark ab. Viele Wanderwege führen auf und über den Possen. Auch wenn keine Gaststätte auf dem Gipfel lockt, ein Aufstieg auf den Frauenberg ist bei einem Besuch in Sondershausen unbedingt einzuplanen. Man hat dort einen tollen Blick durch das Wippertal mit der Stadt Sondershausen. Ebenfalls ein Besuchermagnet ist das Erlebnisbergwerk Sondershausen, mit der wohl tiefsten Kegelbahn der Welt in über 500 m Tiefe. Und wo kann man sonst in solchen Tiefen Kahn fahren! Nicht zu verfehlen ist das gleich am Hauptbahnhof Sondershausen liegende Technische Denkmal Petersenschacht. Schloss_Sonderhausen_Markt.JPG | Schloss_Sonderhausen.JPG | Schloss-brunnen.JPG | Schlossplatz.JPG | Erlebnisbergwerk_Sondershausen.JPG

Bauwerke

  • Schloss Sondershausen: aus einer Burg und anschließendem Renaissanceschloss hervorgegangene und später erweiterte, mehrflügelige Anlage. Der Barockflügel von 1764 bis 1771 wurde im 19. Jahrhundert klassizistisch purifiziert, der Schmuck über der Hofseite präsentiert nach seiner Restaurierung wieder die historisch korrekte Barockdekoration. Besonders erwähnenswert sind der "Blaue Saal" und im großzügigen Park das "Achteckhaus", welches über einen drehbaren Tanzboden verfügte und heute für Konzerte genutzt wird.
  • St. Trinitatiskirche (evgl., barocke Saalkirche aus dem 17. Jh., 1987-1997 saniert)
  • Bauten um den Markt/Schlossplatz

Natur

Die Umgebung von Sondershausen bietet mit ihren Wäldern in der Hainleite (Buche),nördlich von Sondershausen, und der Windleite, südlich von Sondershausen eine umfangreiche Artenvielfalt bei den Pflanzen. Besonders schöne Orchideen kann man finden, wie den Frauenschuh, Fuchs' Knabenkraut und das Weiße Waldvöglein, um nur einige zu nennen. Siehe Weblink Natur Sondershausen. Ebenfalls häufig zu finden sind geologische Aufschlüsse. Man findet gelegentlich sogar Ammonite.

Sport

Über die Stadt hinaus bekannt ist die in Sondershausen geborene weltbeste Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann. Im September lockt das Sparkassen-Meeting viele Weltklasseleute aus der Leichtathletik zum Stadion Am Göldner. Überregional bekannt sind der Untertagemarathon und die Untertageradrennen im Besucherbergwerk Sondershausen. Bekanntester Sportverein ist der BSV "Eintracht" Sondershausen (bis 1990 BSG "Glückauf" Sondershausen). Der Verein spielte von 1980 bis 1987 in der DDR-Liga (2. höchste Spielklasse) und wurde 2000 Landesmeister in Thüringen, spielte danach 5 Jahre NOFV Oberliga Süd (4.Liga). Spielstätte des Vereins ist das Sportzentrum "Am Göldner" mit 5.000 Plätzen, davon 1.700 überdachte Sitzplätze.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaftlich ist Sondershausen geprägt durch die Elektroindustrie und bis in die 1990er Jahre durch das Kalibergwerk. In Sondershausen befindet sich der älteste noch befahrbare Kalischacht der Welt. Auch wenn die Kaliproduktion in großem Stil eingestellt wurde, wird in geringem Maße noch Industriesalz (vor allem als Streusalz) gefördert. Hier wurde ein einzigartiges Erlebnisbergwerk errichtet.

Persönlichkeiten


Nicht nur in der Musik gingen Persönlichkeiten hervor. Auch die Schriftsteller Johann Karl Wezel (31. Oktober 1747 - 28. Januar 1819), Stefanie Keyser (30. März 1847 - 30. Januar 1926) und der Mundartendichter Karl Krieghoff (5. Juni 1905 - 22. November 1984) wurden überregional bekannt, ferner Dr. jur. Ludwig Günther Martini (1647-1719), Bürgermeister von Annaberg, Jurist und Kanzleidirektor der Grafen zu Stolberg.

In Sondershausen lebte und wirkte auch der verdienstvolle deutsche Geograph Johann Günther Friedrich Cannabich (1777-1859).

Als berühmteste Tochter der Stadt gilt die erfolgreichste Eisschnellläuferin aller Zeiten, Gunda Niemann-Stirnemann. Sie kam hier am 7. September 1966 als Gunda Kleemann zur Welt.

Eng verbunden ist Sondershausen auch mit der Familie des Unternehmers Kurt Lindner (* 10. März 1877 in Großenhain; † 6. April 1966 in Eggolsheim), leitete ab 1902 die von ihm übernommene Porzellanfabrik für elektrisches Zubehör als „Lindner & Co“ (heute ELSO). Linder, am 15. Dezember 1909 zum Gemeinderat, 1920 zum Stadtrat und Dezernent des Lebensmittelamtes gewählt, war wegen vieler großzügiger Spenden, so für eine Diakoniestation in Jecha, die Karl-Günther-Schule und die neuen Glocken der Stadtkirche St. Trinitatis, hoch angesehen. Zum 25-jährigen Bestehen seiner Firma wurde ihm 1927 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sondershausen verliehen. Am 11. März 1946 demontierte die sowjetische Besatzungsmacht den gesamten Betrieb, 1948 folgte die Enteignung des Werkes von Kurt Lindner einschließlich seines gesamten Privatvermögens durch die Sowjets und die neuen SED-Machthaber. Die nun mittellose Familie zog daraufhin nach Eggolsheim, wo seit 1938 ein Zweigbetrieb existierte. Auch Kurt Lindners Sohn, der Unternehmer und Jagdwissenschaftler Kurt Lindner (* 27. November 1906; † 17. November 1987 in Bamberg), wurde in Sondershausen geboren und besuchte dort das humanistische Gymnasium.

Literatur


  • Bruno Falley, Siegfried Lange: Sondershausen. Thüringer Städte, Heft 11. Perthes, Gotha 1994, ISBN 3-623-00972-5
  • Hendrik Bärnighausen: Historische Bauten und Sehenswürdigkeiten in Sondershausen. Donhof, Arnstadt 1990, ISBN 3-86162-004-9
  • Benno Busch: Evangelisch-Lutherische Trinitatiskirche Sondershausen. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-5838-2
  • Bettina Bärnighausen: Sondershausen um 1900. Donhof, Arnstadt 1991, ISBN 3-86162-005-7
  • Dorothea Ott, Martin Seils: Die Luther-Akademie Sondershausen. Eine Dokumentation. Rostocker theologische Studien, Band 9. Lit, Münster, Hamburg und London 2003, ISBN 3-8258-6772-2
  • Hans Mikosch: Trotz Hakenkreuz und Ährenkranz. Der Weg der Luther-Akademie Sondershausen in den Jahren 1932 - 1962. Freimund-Verlag, Neuendettelsau 2005, ISBN 3-86540-009-4
  • Peter Larsen (Hrsg.): Max Bruch in Sondershausen. (1867 - 1870). Hainholz Musikwissenschaft, Band 8. (Anlässlich des ersten Max-Bruch-Festes / Musikwissenschaftliches Symposium am 14./15. Juni 2001 in Sondershausen.) Hainholz, Göttingen 2004, ISBN 3-932622-74-X
  • Eberhard von Wasielewski: Sondershausen. Nachklang einer Jugend. Donhof, Arnstadt 1992, ISBN 3-86162-008-1

Weblinks


Ort in Thüringen | Ehemalige deutsche Landeshauptstadt | Ehemaliger Residenzort in Thüringen | Kyffhäuserkreis | Studentendenkmal

Sondershausen | Sondershausen

 

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