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Die Sommerzeit ist die im Sommerhalbjahr meist um eine Stunde vorgestellte Uhrzeit einer Zeitzone.

Begriff


Der offizielle Ausdruck „Normalzeit“ (auch „Echtzeit“) wird umgangssprachlich auch als Winterzeit bezeichnet. Aber nur die Sommerzeit stellt mit ihrer Verschiebung zur normalen Zeit eine Besonderheit dar und wird als solche bezeichnet.

Mitteleuropäische Sommerzeit


In den Staaten Mitteleuropas gilt die mitteleuropäische Sommerzeit (Zeitzonenbezeichnung MESZ) vom letzten Sonntag des Monats März bis zum letzten Sonntag des Monats Oktober jeweils 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) (welches 3 Uhr MESZ entspricht). Um die doppelt erscheinenden Stunden von 2 bis 3 Uhr am Ende der Sommerzeit unterscheiden zu können, wird die Stunde vor der Zeitumstellung mit 2A Uhr, die Stunde nach der Umstellung mit 2B Uhr bezeichnet.

Geschichte


Eingeführt wurde die Zeitumstellung erstmals 1916 in Irland. Die Bezeichnung, die man dort für die Zeitumstellung fand, „Daylight Saving Time“ (wörtl. übersetzt: "Tageslicht sparende Zeit"), beschreibt den Zweck, nämlich die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern. Das erste Land der Welt, welches jedoch tatsächlich die Uhren umstellte, war am 30. April 1916, 3 Wochen vor den Iren, Deutschland.

Deutschland

In den Ländern der Europäischen Union wurde die Zeitumstellung von der Normalzeit auf die Sommerzeit im Jahr 1975 wieder eingeführt. Als wichtiger Grund galt die Überzeugung, durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie sparen zu können. Diese Überlegung war insbesondere noch eine Nachwirkung aus der Zeit der Ölkrise in Deutschland 1973. Ein weiterer Grund war zudem die Anpassung an Nachbarländer, die diese Regelung schon früher eingeführt hatten. Die Bundesrepublik und die DDR führten die Sommerzeit zugleich ein, dies sollte einer Harmonisierung dienen. In der DDR regelte die Verordnung über die Einführung der Sommerzeit vom 31. Januar 1980 die Umstellung.

In Deutschland wird die Zeitumstellung durch das Zeitgesetz geregelt. Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zum Zeitpunkt des Beginns der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Zum Zeitpunkt des Endes der Sommerzeit wird die Stundenzählung um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.

Für die technische Umsetzung der Zeitumstellungen ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig. Die PTB programmiert die impulsgebenden Atomuhren in Braunschweig. Diese gleicht die Atomuhrzeit mit der Uhr am Langwellensender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main ab, der von dort Zeitsignale ausstrahlt. Sie gehen an alle öffentlichen und privaten Funkuhren, an die Steuertechnik von Kraft- und Umspannwerken, Anlagen der Flugsicherung und rund 50.000 Verkehrsampeln.

Die Zeitdifferenz zur Weltzeit UTC (früher Greenwich Mean Time GMT) beträgt während der Sommerzeit +2 Stunden, während der Normalzeit +1 Stunde.

Frühere Sommerzeiten in Deutschland

In Deutschland wurde die Sommerzeit bereits im Kaiserreich ausprobiert. In der Weimarer Republik gab es dann keine Zeitumstellung mehr. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Sommerzeit wieder eingeführt. Nach dem Krieg war die jährliche Umstellung auf Sommerzeit den drei westlichen Besatzungszonen verordnet worden (bis 1949). Ursprünglich galt die MESZ in Deutschland für die Zeit zwischen dem letzten Sonntag im März und dem letzten Sonntag im September. Ende 1994 wurden die unterschiedlichen Sommerzeitregelungen in der Europäischen Union vereinheitlicht. Diese Regelung gilt auch in den politisch zur EU gehörenden Landesteilen, die geographisch abseits liegen, wie zum Beispiel den Kanaren. Dadurch wurde die Sommerzeit in Deutschland um einen Monat verlängert und gilt jetzt bis zum letzten Sonntag im Oktober (erstmals 1996). Von 1950 bis 1979 gab es in Deutschland keine Sommerzeit, jedoch existierten vor diesem Zeitraum bereits mehrere Sommerzeiten, so gab es 1947 neben der Sommerzeit noch eine Hochsommerzeit. 1947 wurden die Uhren zwischen dem 11. Mai und 29. Juni im Rahmen der so genannten Hochsommerzeit zwei Stunden vorgestellt. Diese endete mit Ende des Jahres 1949. Die erneute Einführung der Sommerzeit wurde in der „alten“ Bundesrepublik 1978 beschlossen, trat jedoch erst 1980 in Kraft. Zum einen wollte man sich bei der Zeitumstellung den westlichen Nachbarländern anpassen, die bereits 1977 als Nachwirkung der Ölkrise von 1973 aus energiepolitischen Gründen die Sommerzeit eingeführt hatten. Zum anderen musste man sich mit der DDR über die Einführung der Sommerzeit einigen, damit Deutschland und insbesondere Berlin nicht zusätzlich noch zeitlich geteilt war.

Österreich

Auch in Österreich wurde 1916 die Sommerzeit eingeführt. Sie galt bis 1920. In den Kriegsjahren waren es dieselben Zeiten wie in Deutschland. Sie galt bis einschließlich 1948. 1980 wurde sie zeitgleich wie in Deutschland für die Zeit von März bis September wieder eingeführt. 1996 wurde sie wie in der gesamten EU bis Ende Oktober ausgedehnt.

Schweiz

In der Schweiz galt in den Jahren 1941 und 1942 die Sommerzeit von Anfang Mai bis Anfang Oktober. Nach einer öffentlichen Debatte Ende der 1970er Jahre wollte man die Sommerzeit eigentlich auch nicht wieder einführen, da die Schweiz aber im Sommer 1980 eine „MEZ-Zeitinsel“ inmitten sommerzeitführender Länder geblieben war, entschloss man sich 1981 gezwungenermaßen, die Sommerzeitregelung der Nachbarstaaten zu übernehmen, um das im Vorjahr entstandene bilaterale Zeitchaos z. B. auf Fahrplänen zu beseitigen. Seit 1981 gilt daher auch in der Schweiz die gleiche Sommerzeitregelung wie in ihren Nachbarstaaten: von 1981 bis 1995 Ende März bis Ende September, seit 1996 Ende März bis Ende Oktober, mit Umstellung jeweils Sonntag um 2 Uhr MEZ (1 Uhr UTC).

Liste der Sommerzeiten bis 1990

Deutschland:
Vom - 30.04.1916 - 23h MEZ bis zum - 01.10.1916 - 1h MESZ
Vom - 16.04.1917 - 2h MEZ - bis zum - 17.09.1917 - 3h MESZ
Vom - 15.04.1918 - 2h MEZ - bis zum - 16.09.1918 - 3h MESZ
Vom - 01.04.1940 - 2h MEZ - bis zum - 02.11.1942 - 3h MESZ
Vom - 29.03.1943 - 2h MEZ - bis zum - 04.10.1943 - 3h MESZ
Vom - 03.04.1944 - 2h MEZ - bis zum - 02.10.1944 - 3h MESZ
Vom - 02.04.1945 - 2h MEZ - bis zum - 16.09.1945 - 2h MESZ

Berlin und sowjetisch besetzte Zone:
Vom - 24.05.1945 - 2h MESZ - bis zum - 18.11.1945 - 3h MESZ (Es herrschte schon MESZ)
Vom - 24.05.1945 - 3h MESZ - bis zum - 24.09.1945 - 2h MEHSZ (Vorsicht: doppelte Sommerzeit)

Deutschland:
Vom - 14.04.1946 - 2h MEZ - bis zum - 07.10.1946 - 3h MESZ
Vom - 06.04.1947 - 3h MEZ - bis zum - 11.05.1947 - 3h MESZ
Vom - 11.05.1947 - 3h MESZ - bis zum - 29.06.1947 - 3h MEHSZ (Vorsicht: doppelte Sommerzeit)
Vom - 29.06.1947 - 3h MEZ - bis zum - 05.10.1947 - 3h MESZ
Vom - 18.04.1948 - 2h* MEZ - bis zum - 03.10.1948 - 3h MESZ (* Sowjetisch besetzte Zone: 3h)
Vom - 10.04.1949 - 2h* MEZ - bis zum - 02.10.1949 - 3h MESZ (* Sowjetisch besetzte Zone: 3h)

Bundesrepublik und DDR seit 1980:
Vom - 06.04.1980 - 2h MEZ - bis zum - 28.09.1980 - 3h MESZ
Vom - 29.03.1981 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1981 - 3h MESZ
Vom - 28.03.1982 - 2h MEZ - bis zum - 26.09.1982 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1983 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1983 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1984 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1984 - 3h MESZ
Vom - 31.03.1985 - 2h MEZ - bis zum - 29.09.1985 - 3h MESZ
Vom - 31.03.1986 - 2h MEZ - bis zum - 28.09.1986 - 3h MESZ
Vom - 29.03.1987 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1987 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1988 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1988 - 3h MESZ
Vom - 26.03.1989 - 2h MEZ - bis zum - 24.09.1989 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1990 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1990 - 3h MESZ

Österreich:
Vom - 30.04.1916 - 23h MEZ bis zum - 01.10.1916 - 1h MESZ
Vom - 16.04.1917 - 2h MEZ - bis zum - 17.09.1917 - 3h MESZ
Vom - 15.04.1918 - 2h MEZ - bis zum - 16.09.1918 - 3h MESZ
Vom - 28.04.1919 - 2h MEZ - bis zum - 29.09.1919 - 3h MESZ
Vom - 05.04.1920 - 2h MEZ - bis zum - 13.09.1920 - 3h MESZ
Vom - 01.04.1940 - 2h MEZ - bis zum - 02.11.1942 - 3h MESZ
Vom - 01.04.1943 - 2h MEZ - bis zum - 04.10.1943 - 3h MESZ
Vom - 01.04.1944 - 2h MEZ - bis zum - 02.10.1944 - 3h MESZ
Vom - 02.04.1945 - 2h MEZ - bis zum - 12.04.1945 - ?h MESZ - (Wien)
Vom - 02.04.1945 - 2h MEZ - bis zum - 23.04.1945 - ?h MESZ - (übriges Österreich)
Vom - 14.04.1946 - 2h MEZ - bis zum - 07.10.1946 - 3h MESZ
Vom - 06.04.1947 - 3h MEZ - bis zum - 05.10.1947 - 3h MESZ
Vom - 18.04.1948 - 2h MEZ - bis zum - 03.10.1948 - 3h MESZ
Vom - 06.04.1980 - 0h MEZ - bis zum - 28.09.1980 - 0h MESZ
Vom - 29.03.1981 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1981 - 3h MESZ
Vom - 28.03.1982 - 2h MEZ - bis zum - 26.09.1982 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1983 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1983 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1984 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1984 - 3h MESZ
Vom - 31.03.1985 - 2h MEZ - bis zum - 29.09.1985 - 3h MESZ
Vom - 30.03.1986 - 2h MEZ - bis zum - 28.09.1986 - 3h MESZ
Vom - 29.03.1987 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1987 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1988 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1988 - 3h MESZ
Vom - 26.03.1989 - 2h MEZ - bis zum - 24.09.1989 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1990 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1990 - 3h MESZ

Schweiz:
Vom - 05.05.1941 - 2h MEZ - bis zum - 06.10.1941 - 0h MESZ
Vom - 04.05.1942 - 2h MEZ - bis zum - 05.10.1942 - 0h MESZ
Vom - 29.03.1981 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1981 - 3h MESZ
Vom - 28.03.1982 - 2h MEZ - bis zum - 26.09.1982 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1983 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1983 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1984 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1984 - 3h MESZ
Vom - 31.03.1985 - 2h MEZ - bis zum - 29.09.1985 - 3h MESZ
Vom - 30.03.1986 - 2h MEZ - bis zum - 28.09.1986 - 3h MESZ
Vom - 29.03.1987 - 2h MEZ - bis zum - 27.09.1987 - 3h MESZ
Vom - 27.03.1988 - 2h MEZ - bis zum - 25.09.1988 - 3h MESZ
Vom - 26.03.1989 - 2h MEZ - bis zum - 24.09.1989 - 3h MESZ
Vom - 25.03.1990 - 2h MEZ - bis zum - 30.09.1990 - 3h MESZ

Andere Sommerzeitregelungen


Weitere Regelungen

In einigen Staaten wie zum Beispiel Russland beginnt und endet die Sommerzeit an denselben Tagen wie in Europa. Dort stellt man die Uhr zwar auch um eine Stunde vor, faktisch jedoch um zwei Stunden, weil in Russland die so genannte Dekretzeit gilt, die als Relikt aus Sowjetzeiten während des ganzen Jahres die Addition von einer Stunde zur tatsächlichen geografischen Zeitzone vorschreibt. Andere Staaten mit Sommerzeit haben wiederum abweichende Regelungen. Gemeinsam ist jedoch, dass die Sommerzeit in den Monaten März oder April beginnt und im September oder Oktober endet (für Staaten auf der Südhalbkugel umgekehrt).

Nordamerika

In den USA, Kanada und Mexiko beginnt die Sommerzeit am ersten Sonntag im April, also eine Woche später als in Europa. Sie endet am letzten Sonntag im Oktober, dem gleichen Tag wie in Europa. In den USA und Mexiko werden die Uhren nicht wie in Europa gleichzeitig umgestellt, sondern im April jeweils um 2:00 Lokalzeit (beispielsweise 10:00 UTC in Kalifornien, 7:00 UTC in New York) vorgestellt, und im Oktober um 2:00 lokaler Sommerzeit auf 1:00 Uhr zurückgestellt.
In den Bundesstaaten Arizona (mit Ausnahme des Gebietes der Diné, der Navajo Nation Reservation), Hawaii, dem größten Teil Indianas (manche Countys an der Staatsgrenze passen sich an die Nachbarstaaten an) und den meisten amerikanischen Außengebieten gibt es keine Sommerzeit, ebenso nicht in der kanadischen Provinz Saskatchewan und dem an Arizona angrenzenden mexikanischen Staat Sonora. Am 27. Juli 2005 wurde vom US-Kongress die sogenannte Energy Bill (HR6 / Energy Policy Act of 2005 oder Public Law 109-58) beschlossen. Darin wird, neben anderem, festgelegt, dass ab 2007 die Sommerzeit am zweiten Sonntag im März beginnt und am ersten Sonntag im November endet.[http://www.bna.com/webwatch/daylightsavings.pdf Der Kongress behält sich allerdings vor, diese Änderung rückgängig zu machen.

Liste aller Staaten mit Sommerzeit


Die folgenden Listen basieren auf Daten von 2004.

Pro und Kontra


Das ursprünglich verfolgte Ziel der Energieeinsparung konnte durch die Sommerzeit laut Expertenaussagen in Deutschland nicht erreicht werden. Demnach fällt die Energiebilanz sogar negativ aus (Vorteil für die Energielieferanten und Vorteil für den Staat durch höhere Steuereinnahmen), da durch das verschobene Aufstehen die Heizperiode verlängert wird und allerlei Aufwände für die Umstellungsprozeduren anfallen. Trotzdem wurde die Sommerzeit nach Ablauf der „Probezeit“ beibehalten, da ein Teil der Bevölkerung die (scheinbar) längere Helligkeit der Sommerabende befürwortet. Der Anteil der Befürworter in der Bevölkerung ist seit mehreren Jahren rückläufig und liegt zur Zeit bei ca. 51%. In den USA wurde während einer Probephase mit früherem Beginn der Sommerzeit 1974-1975 ein 1%-iger Rückgang des gesamten Elektrizitätsverbrauches gemessen.

Befürworter der Sommerzeit argumentieren, es sei für Menschen natürlich, eher abends das Leben zu genießen, wodurch ihre Produktivität erhöht wird. Allerdings wird durch die Sommerzeit die verfügbare Abendzeit eher verkürzt, weil man eher ins Bett muss. Was die Befürworter eigentlich meinen, ist, sie wollen das Tageslicht länger genießen. Die Gegner argumentieren, die Anpassung an den neuen Tagesrhythmus dauere mehrere Tage, sei gesundheitsschädlich und verringere während der Umstellungsphase die Produktivität. Der durch die Umstellung entstehende Aufwand sei zu hoch, um die Vorteile zu rechtfertigen. Nicht wenige befürworten, die Sommerzeit zur Normalzeit zu erklären, um so das längere Tageslicht genießen zu können, ohne sich umstellen zu müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass die EU sich darauf einigen können wird.

Als Nachteil ist zusätzlich zu bemerken, dass sich die Zeit nicht mehr am Stand der Sonne orientiert (Ortszeit). Durch die Normierung der Zeit in den Zeitzonen kommt es zu Abweichungen von der Ortszeit im Minutenbereich: durch die Sommerzeit zu einer Verschiebung um eine Stunde, die sich in allen Orten westlich von Görlitz der Abweichung von der Sonnenzeit aufaddiert. So wird der höchste Stand der Sonne in vielen Orten Frankreichs und Spaniens erst nach 14 Uhr erreicht.

Der alte Mittag teilte den Tag symmetrisch: so wie die Sonne bis zu Mittag auf ihren höchsten Stand steigt, hob sich der Zeiger der Uhr, und sank dann wieder, wie die Sonne sich senkt. Wenn die Sonne um 7:00 Uhr morgens aufgeht, geht sie um 17:00 Uhr unter, wenn sie um 8:00 aufgeht, um 16:00 usw. usf. (Zumindest gilt das für den 15. Längengrad, auf den sich die MEZ bezieht.) Durch die Sommerzeit wird das Zeitempfinden von diesen Vorstellungen abgekoppelt, da die Sonne dann erst um 13:00 Uhr (+ die Minuten der Abweichung von der Ortszeit, siehe Zeitgleichung) ihren höchsten Stand erreicht und die "Spiegelung" bzw. Teilung in die erste und zweite Tageshälfte um 13:00 Uhr erfolgt, d.h. wenn die Sonne um 6:00 Uhr aufgeht, geht sie um 20:00 Uhr unter.

Probleme bei der Umstellung


Medizin

Mediziner haben negative Auswirkungen der Zeitumstellung festgestellt, da sich der Organismus mit der Anpassung seines Rhythmus schwer tut. Besonders Menschen mit Schlafstörungen oder organischen Erkrankungen haben hier offenbar größere Probleme. Auch geschehen in der Umstellungsphase messbar mehr Verkehrsunfälle, meist durch Übermüdung oder durch Wild, das sich noch nicht an die früher (beziehungsweise später) einsetzenden Stoßzeiten gewöhnen konnte. Auf der anderen Seite haben Studien des Department of Transportation in den USA und der Royal Society for Prevention of Accidents in Großbritannien ergeben, dass während der Sommerzeit deutlich weniger Verkehrsunfälle auftreten, sodass der Nutzen zumindest in diesem Punkt überwiegt. Andererseits kann man dagegen halten, dass wahrscheinlich im Sommer weniger Unfälle passieren, weil die Helligkeit länger ist und die Autofahrer somit mehr sehen.

Landwirtschaft

Aus der Landwirtschaft ist bekannt, dass die Milchkühe 1 bis 2 Wochen benötigen, um sich auf die neuen Melkzeiten umzustellen. Besonders bei der Herbst-Zeitumstellung ist das an dem lauten Muhen einiger Kühe morgens deutlich mitzuverfolgen. Bei der Frühjahrsumstellung ist die Milchleistung einige Tage lang geringer. Die meisten Landwirte verteilen inzwischen die Zeitumstellung für das Melken über mehrere Tage, um so das Problem abzumildern.

Nachtdienste

Während die Zeitumstellung für die meisten Bürger sozusagen "im Schlaf" erfolgt, so stellt sie verschiedene Einrichtungen vor mehr oder weniger große Probleme. Bei der Deutschen Bahn erfolgt der Wechsel am Ende der Sommerzeit, indem die verkehrenden Nachtzüge eine Stunde an geeigneten Bahnhöfen halten. Auch Einrichtungen mit nächtlichem Bereitschaftsdienst haben mit dem Problem zu kämpfen, dass entweder der Dienst eine Stunde länger, oder aber die Ruhezeit eine Stunde verkürzt ist und somit evtl. nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen genügt.

Informationstechnologie

EDV-Systeme müssen für die Umstellung ausgerüstet sein oder gewartet werden. Gefürchtet sind in Zusammenhang mit der Umstellung von Sommerzeit auf normale Zeit
  • scheinbar nicht chronologische Protokolleinträge (nach 2:59 Uhr kommt - nach Rückstellung von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr - wieder 2:00 Uhr),
  • scheinbar doppelte Einträge (eine Stunde nach 2:14 Uhr kommt wieder 2:14 Uhr),
  • Jobs, die unbeabsichtigt zweimal ausgeführt werden (ein für z. B. 2:30 Uhr eingeplanter Job läuft zweimal ab),
  • Daten, die - in vernetzten EDV-Systemen - scheinbar früher ankommen, als sie gesendet wurden, wenn das sendende System nicht zeitgleich mit dem empfangenden umgestellt wird. (Beispiel: Das nicht umgestellte externe System sendet eine Nachricht um 03:01 Uhr, die am umgestellten Hauptsystem um 02:01 Uhr ankommt.)
Dies kann Auswertungen durcheinander bringen. Datenbanksysteme mit starker Bindung an Datum und Uhrzeit können inkonsistent werden.

Die Umstellung der Zeit ist meist abhängig vom Betriebssystem. Manche brauchen manuelle Eingriffe, andere wie z. B. Microsoft Windows können die Umstellung automatisch durchführen. Dabei erfolgt der Zeitsprung aber nicht immer zum gesetzlich vorgesehenen Zeitpunkt, sondern passiert „implementierungsabhängig“ vielleicht einige Minuten später.

Komplexe Softwaresysteme können auch eine vom Betriebssystem abweichende „Zeitverwaltung“ haben. So gibt es z. B. in neueren SAP-Systemen eine „Zeitdehnung“, wo von 02:00 MESZ bis 03:00 MEZ die „SAP-Zeit“ langsamer läuft und dadurch der Zeitsprung ganz vermieden wird. Offen bleibt jedoch die Koordination mit anderen Systemen, deren Zeit anders verläuft.

Bei einigen Systemen wird ein einheitlicher Zeit-Code verwendet (beispielsweise UTC), welcher unabhängig von der Zeitumstellung oder auch dem Standort des Systems überhaupt gleichmäßig weiterläuft. Lediglich bei der Anzeige an einen menschlichen Nutzer wird die Systemzeit auf die lokale Zeit umgerechnet, sodass die genaue Information über den Zeitpunkt eines Ereignisses erhalten bleibt.

Nächste Umstellungen


in den Ländern der Europäischen Union allgemein

Diese Regelung gilt auch für die Schweiz, EWR (außer Island) und einige andere ...

Die letzte Umstellung auf Sommerzeit fand am Sonntag, 26. März 2006, um 2 Uhr MEZ (= 1Uhr UTC) statt: Die Uhren wurden um eine Stunde (auf 3 Uhr MESZ) vorgestellt. Abweichungen: In Großbritannien z. B. von 1 auf 2 Uhr, in Griechenland von 3 auf 4 Uhr.

Die nächste Umstellung auf Normalzeit findet am Sonntag, 29. Oktober 2006, um 3 Uhr MESZ (=1 Uhr UTC) statt: Die Uhren werden eine Stunde zurückgestellt. Auf 2 Uhr MEZ

Die nächste Umstellung auf Sommerzeit findet am Sonntag, 25. März 2007, um 2 Uhr MEZ (= 1Uhr UTC) statt: Die Uhren werden um eine Stunde (auf 3 Uhr MESZ) vorgestellt. Abweichungen: In Großbritannien z. B. von 1 auf 2 Uhr, in Griechenland von 3 auf 4 Uhr.

Sonstiges


Viele Menschen haben bei der jeweiligen Umstellung ein Problem zu unterscheiden, wann die Uhren vor- und wann sie zurückgestellt werden sollen. Ein Spruch aus dem englischen Sprachraum erweist sich hier als sehr hilfreich: Spring forward, Fall back. Hierbei handelt es sich um ein Wortspiel mit verschiedenen Bedeutungen der Worte Spring (sowohl Frühling wie auch springen) und Fall (sowohl Herbst wie auch fallen). Der einleuchtende Spruch Spring vorwärts, fall rückwärts lässt sich für die Zeitumstellung daher auch als Frühling vor, Herbst zurück interpretieren.

Eine andere Möglichkeit, sich zu merken, ob die Uhr vor oder zurück gestellt werden muss, ist die Straßencafé-Faustregel: Im Frühjahr werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Herbst kommen sie zurück ins Lager.

Siehe auch


Weblinks


Zeitbegriff

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