[[Bild:Image756.gif|thumb|280px|Funktionelle Organisation der Großhirnrinde
Aufsicht auf die linke Hemisphäre von der Seite
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| Primär-motorisches Areal
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| Prä/Supplementär-motorische Areale
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| Primär-sensible Areale
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| Sensible Assoziationsareale
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| Hörfelder
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| Sehfelder
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Der
Somatosensorische oder
Somatosensible Cortex (
gr. σώμα Körper;
lat. sensorius der Empfindung dienend,
sensibilis empfindungsfähig,
cortex Rinde) ist der umschriebene Anteil der
Großhirnrinde, der der zentralen Verarbeitung der
haptischen Wahrnehmung dient. Die Informationen stammen entweder aus
Rezeptoren der
Haut, die dort vielfältige Umweltreize aufnehmen (
Exterozeption) oder ermöglichen durch Rezeptoren im Inneren des Körpers seine Eigenwahrnehmung (
Propriozeption). Im Somatosensorischen Cortex verarbeitete Sinnesmodalitäten sind Berührung, Druck, Vibration und Temperatur, zum Teil gilt das auch für
Schmerzempfindungen.
Jedoch werden nicht alle mechanischen und physikalischen Reize hier umgesetzt, bereits auf der Ebene des Rückenmarks gibt es neuronale Schaltkreise, die ohne Zutun des Gehirns einfache (in der Regel Flucht-)Bewegungen auslösen: die Reflexe.
Der Somatosensorische Cortex gehört nach funktioneller Betrachtung zum Neolemniscus und ist sein Endpunkt.
Einteilung und Lage
Er unterteilt sich in die primär-sensiblen Areale (
S1, nach
Brodmann Area 1, 2 und
3) und die sekundär-sensiblen oder sensiblen Assoziationsareale (
S2, entsprechend
Areae 40 und
43). Der überwiegende Teil des primär-sensiblen Cortex liegt beim Menschen auf dem
Gyrus postcentralis, der ersten Hirnwindung hinter der
Zentralfurche. Die sekundären Felder schliessen sich nach hinten (
posterior) an.
Aufbau
Der Somatosensorische Cortex gehört zum sechsschichtigen
Isocortex.
Histologisch auffällig ist die betonte innere
Körnerzellschicht, so dass man auch von
Koniocortex spricht. Besonders der primär-sensible Cortex ist -wie auch die unmittelbar benachbarte
primär-motorische Rinde- streng
somatotop aufgebaut. Das bedeutet, dass benachbarte Zonen des Körpers auch hier nebeneinander liegen. So entsteht eine (allerdings entsprechend der jeweiligen Wichtung verzerrte) Abbildung des Körpers auf der Hirnrinde, der sogenannte
Homunculus. Die Repräsentationen von Hand, Fingern, Gesicht und Lippen sind besonders ausgedehnt.
Neuronale Verbindungen
Die Afferenzen (Eingänge) des Somatosensorischen Cortex stammen letztlich aus verschiedenen Sinnenzellen oder -organen, die über den gesamten Körper in unterschiedlicher Dichte verteilt sind. Die afferenten Bahnen werden mehrfach
synaptisch umgeschaltet: von der eigentlichen
Sinneszelle auf pseudounipolare
Nervenzellen, deren Zellsomata in den
Spinal-Ganglien der
Hinterwurzel liegen, in den
Hinterstrangkernen auf das zweite und im
Thalamus schließlich auf das dritte Neuron. Diese zentropetale Bahn wird in ihrer Gesamtheit -der Sensorische Cortex inbegriffen- als
Lemniskales System bezeichnet. Ein zweites, grundlegend anders aufgebautes System der sensiblen Reizleitung ist der
Tractus spinothalamicus, der aber nur zu einem sehr geringen Teil den Thalamus und damit die Großhirnrinde erreicht.
Efferenzen (Ausgänge) aus dem Somatosensorischen Cortex erreichen vor allem assoziative Areale derselben (ispilateralen) und über das Corpus callosum der anderen (contralateralen) Hemisphäre des Großhirns. Weitere Bahnen gelangen zurück in den Thalamus, über die Pons ins Kleinhirn, in die Basalganglien und ins Rückenmark. Daneben gibt es auch Fasern, die zur Pyramidenbahn beitragen.
Literatur
Weblinks
Gehirn | Neurophysiologie | Zentralnervensystem