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Somaliland
 

Flag of Somaliland.svg


Amtssprache Somali
Hauptstadt Hargeysa
Präsident Dahir Riyale Kahin
Fläche ca. 137.600 km²
Einwohnerzahl ca 3,5 Millionen
Bevölkerungsdichte 25 Einwohner pro km²
Gründung 18. Mai 1991
Währung Somaliland Shilling
Zeitzone UTC+3
Nationalhymne dum ala khair, dum ala khair, Samo ku waar Samo ku waar Saamo ku waar
Kfz-Kennzeichen ---
TLD ---
Vorwahl +252
Somaliland.png

Im weiteren Sinne ist Somaliland das Land des ostafrikanischen Somali-Volkes. Da einerseits der korrekte Plural von Somali (Singular) aber Somal wäre und andererseits in der Kolonialgeschichte Somaliland unter verschiedenen Mächten aufgeteilt worden war, wurden alle vom Somali-Volk bewohnten Gebiete einst als Somal-Länder bezeichnet. Dazu zählten vor allem

Zur Zeit der beginnenden Kolonialisierung wurde fälschlicherweise die gesamte, unter Oberhoheit Sansibars stehende afrikanische Ostküste als Somaliland bezeichnet, daher kamen zunächst Bezeichnungen wie „Portugiesisch-Somaliland“ (für das heutige Mosambik) und „Deutsch-Somaliland“ (für das heutige Tansania) auf. Dann aber wäre Kenia, wo bis heute tatsächlich zahlreiche Somali leben, ein zweites „Britisch-Somaliland“ gewesen, als das es aber von den Briten eben nie bezeichnet wurde. Die Bezeichnung „Portugiesisch-Somaliland“ stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, als Portugal tatsächlich die gesamte ostafrikanische Küste von Somalia im Norden bis Mosambik im Süden kontrollierte.

Seit 1991 trägt allein die nordsomalische „Republik von Awdal“ den Namen Somaliland.

Geographie


Somaliland befindet sich im Osten des afrikanischen Kontinents, direkt am Horn von Afrika auf der Somali-Halbinsel. Das Land liegt zwischen 08°00' - 11°30' nördlicher Breite und 42°30' - 49°00' östlicher Länge. Es grenzt im Westen an Dschibuti, im Süden an Äthiopien und im Osten an Somalia bzw. Puntland. Außerdem besitzt das Land im Norden eine über 700 km lange Küste am Roten Meer.

Die weitgehend flachen Küstenstreifen - genannt Guban - reichen bis zu 70 Kilometer in das Landesinnere und weisen ein heißes Klima auf.

Die Republik Somaliland ist in sechs administrative Regionen (gobolka) unterteilt:

Klima


Das Klima das Landes wird stark durch tropische Monsune geprägt. Man unterscheidet vier Jahreszeiten:

Jilal

Beginnt etwa im Januar und bringt heißen und trockenen Wind ohne Niederschlag mit Temperaturen zwischen 26 und 32°C

Gu

Die erste Regenzeit im Jahr. Sie beginnt - abhängig von den Passatwinden - üblicherweise im März und dauert bis Juni an.

Hagaa

Ab August setzt die zweite Trockenperiode ein - ausgelöst durch heiße und trockene Monsunwinde, die auch Staubwolken mit sich führen.

Dayr

Die zweite Regenzeit von Anfang September bis Dezember - dem kältesten Monat im Jahr mit Temperaturen zwischen 15 und 26°C.

In den Küstengebieten kommt es mit bis zu 1000mm zum höchsten Niederschlagswert pro Jahr, wohingegen im Landesinneren durchschnittlich nur etwa 500mm zu verzeichnen sind. Die Niederschlagsmengen fallen jedoch zeitlich sehr unterschiedlich aus.

Bevölkerung


Die Bevölkerung wird auf etwa 3,5 Millionen geschätzt. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 3,4%. Auf einem km² leben durchschnittlich 25 Einwohner. 55% der Bevölkerung sind Nomaden oder zumindest teilweise Nomaden, während 45% in Dörfern oder Städten einen festen Wohnsitz haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 50 Jahre, für Frauen 55.

Geschichte


Kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit am 26. Juni 1960 verband sich das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland mit dem früheren Protektorat Italienisch-Somaliland zu Somalia. Dem damaligen Ministerpräsidenten Britisch-Somalilands Mohammed Haji Ibrahim Egal wurde ein Ministerposten in der neuen Regierung Somalias überlassen. Dieser wurde 1967 Premierminister, bis er 1969 durch einen Putsch abgesetzt wurde. 1988 begann die separatistische Somaliland Nationalist Movement (SNM) den Aufstand gegen Präsident Siad Barré in Mogadishu.

1991, nach dem Kollaps der Regierung Somalias und dem Ausbrechen des Bürgerkrieges, erklärte sich das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland als Republik Somaliland unter Rebellenchef Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur für unabhängig. Ibrahim Egal wurde an dessen Stelle 1993 zum Präsidenten gewählt und 1998 erneut in seiner Funktion bestätigt. Er blieb in seinem Amt bis zu seinem Tod am 3. Mai 2002. Daraufhin wurde der Vizepräsident Dahir Riyale Kahin als neuer Präsident vereidigt, Ex-Präsident Tur kämpfte bis zu seinem Tod (2004) mit Hilfe somalischer Warlords für die Wiedervereinigung mit Somalia.

Republik Somaliland

Die Republik Somaliland (Somali: Jamhuuriyadda Soomaaliland) ist ein am 18. Mai 1991 einseitig als von Somalia unabhängig erklärter Staat. Es umfasst das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland, das im Norden von Somalia am Horn von Afrika liegt, mit ungefähr 137.600 km². Hauptstadt ist Hargeysa. Der Staat verfügt seit 1997 über eine Verfassung und ein Zwei-Kammer-Parlament.

Der Staat wurde bislang international von Äthiopien als solcher anerkannt, ist aber Mitglied in der UNPO. Unklarheit herrscht hinsichtlich der beiden östlichen Regionen Sool und Sanaag, die sowohl von der Republik Somaliland als auch vom Regionalstaat Puntland beansprucht werden. Historisch gehörten sie zu Britisch-Somaliland.

Obwohl das Land als politisch stabil und friedlich gilt, besteht die UNO auf der Wiedervereinigung mit Rest-Somalia. Somaliland wiederum sieht sich in der Kontinuität des britischen Protektorats, das im Jahre 1960 für immerhin fünf Tage bereits unabhängig gewesen ist.

In der erneuten Unabhängigkeitserklärung verwendete Somaliland auch die Eigenbezeichnung Republic of Awdal, was als deutlicher Rückgriff auf die vorkoloniale Geschichte des Sultanats Adal zu sehen ist.

Politik


Das Land besitzt ein republikanisches 2-Kammernsystem (elder's chamber und house of representatives). Präsident und Vizepräsident werden gewählt, der Präsident mit seinem Kabinett bildet den Vorsitz der Regierung.

In den dritten Mehrparteienwahlen seit 1991 ist im Oktober 2005 die Regierungspartei Democratic United Peoples' Mouvement (UDUB) mit 33 von 82 Parlamentssitzen als Siegerin hervorgegangen. Die beiden Oppositionsparteien kamen dagegen auf 28 beziehungsweise 21 Sitze. Die Neue Zürcher Zeitung kommentiert dazu: "Während große Teile von Somalia in Bürgerkrieg und Anarchie versanken, verstand es Somaliland, nicht nur den inneren Frieden zu wahren, sondern auch eine einigermaßen stabile Demokratie einzurichten – eine beachtliche Leistung im regionalen Kontext." (Nr. 242, 17. Oktober 2005)

Die Zugehörigkeit der Regionen Sool und Sanaag zu Somaliland wird von der autonomen Region Puntland in Somalia nicht anerkannt. Ohne die effektive Kontrolle über diese Gebiete bzw. deren eindeutige Festlegung über ihre Zugehörigkeit scheint die internationale Anerkennung Somalilands zum gegenwärtigen Zeitpunkt (2005) weiterhin unwahrscheinlich, da im Zuge der Grenzstreitigkeiten mehrmals militärische Gruppierungen aus Puntland in diese Regionen vorgedrungen sind. Zudem scheint die Region Awdal die Autorität der Regierung von Somaliland nicht anzuerkennen.

Wirtschaft


Die Haupteinnahmequelle des Landes ist der Export von Lebendvieh nach Saudi-Arabien.

Weblinks


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