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Im weiteren Sinne ist Somaliland das Land des ostafrikanischen Somali-Volkes. Da einerseits der korrekte Plural von Somali (Singular) aber Somal wäre und andererseits in der Kolonialgeschichte Somaliland unter verschiedenen Mächten aufgeteilt worden war, wurden alle vom Somali-Volk bewohnten Gebiete einst als Somal-Länder bezeichnet. Dazu zählten vor allem
Zur Zeit der beginnenden Kolonialisierung wurde fälschlicherweise die gesamte, unter Oberhoheit Sansibars stehende afrikanische Ostküste als Somaliland bezeichnet, daher kamen zunächst Bezeichnungen wie „Portugiesisch-Somaliland“ (für das heutige Mosambik) und „Deutsch-Somaliland“ (für das heutige Tansania) auf. Dann aber wäre Kenia, wo bis heute tatsächlich zahlreiche Somali leben, ein zweites „Britisch-Somaliland“ gewesen, als das es aber von den Briten eben nie bezeichnet wurde. Die Bezeichnung „Portugiesisch-Somaliland“ stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, als Portugal tatsächlich die gesamte ostafrikanische Küste von Somalia im Norden bis Mosambik im Süden kontrollierte.
Seit 1991 trägt allein die nordsomalische „Republik von Awdal“ den Namen Somaliland.
Die weitgehend flachen Küstenstreifen - genannt Guban - reichen bis zu 70 Kilometer in das Landesinnere und weisen ein heißes Klima auf.
Die Republik Somaliland ist in sechs administrative Regionen (gobolka) unterteilt:
In den Küstengebieten kommt es mit bis zu 1000mm zum höchsten Niederschlagswert pro Jahr, wohingegen im Landesinneren durchschnittlich nur etwa 500mm zu verzeichnen sind. Die Niederschlagsmengen fallen jedoch zeitlich sehr unterschiedlich aus.
Kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit am 26. Juni 1960 verband sich das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland mit dem früheren Protektorat Italienisch-Somaliland zu Somalia. Dem damaligen Ministerpräsidenten Britisch-Somalilands Mohammed Haji Ibrahim Egal wurde ein Ministerposten in der neuen Regierung Somalias überlassen. Dieser wurde 1967 Premierminister, bis er 1969 durch einen Putsch abgesetzt wurde. 1988 begann die separatistische Somaliland Nationalist Movement (SNM) den Aufstand gegen Präsident Siad Barré in Mogadishu.
1991, nach dem Kollaps der Regierung Somalias und dem Ausbrechen des Bürgerkrieges, erklärte sich das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland als Republik Somaliland unter Rebellenchef Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur für unabhängig. Ibrahim Egal wurde an dessen Stelle 1993 zum Präsidenten gewählt und 1998 erneut in seiner Funktion bestätigt. Er blieb in seinem Amt bis zu seinem Tod am 3. Mai 2002. Daraufhin wurde der Vizepräsident Dahir Riyale Kahin als neuer Präsident vereidigt, Ex-Präsident Tur kämpfte bis zu seinem Tod (2004) mit Hilfe somalischer Warlords für die Wiedervereinigung mit Somalia.
Der Staat wurde bislang international von Äthiopien als solcher anerkannt, ist aber Mitglied in der UNPO. Unklarheit herrscht hinsichtlich der beiden östlichen Regionen Sool und Sanaag, die sowohl von der Republik Somaliland als auch vom Regionalstaat Puntland beansprucht werden. Historisch gehörten sie zu Britisch-Somaliland.
Obwohl das Land als politisch stabil und friedlich gilt, besteht die UNO auf der Wiedervereinigung mit Rest-Somalia. Somaliland wiederum sieht sich in der Kontinuität des britischen Protektorats, das im Jahre 1960 für immerhin fünf Tage bereits unabhängig gewesen ist.
In der erneuten Unabhängigkeitserklärung verwendete Somaliland auch die Eigenbezeichnung Republic of Awdal, was als deutlicher Rückgriff auf die vorkoloniale Geschichte des Sultanats Adal zu sehen ist.
In den dritten Mehrparteienwahlen seit 1991 ist im Oktober 2005 die Regierungspartei Democratic United Peoples' Mouvement (UDUB) mit 33 von 82 Parlamentssitzen als Siegerin hervorgegangen. Die beiden Oppositionsparteien kamen dagegen auf 28 beziehungsweise 21 Sitze. Die Neue Zürcher Zeitung kommentiert dazu: "Während große Teile von Somalia in Bürgerkrieg und Anarchie versanken, verstand es Somaliland, nicht nur den inneren Frieden zu wahren, sondern auch eine einigermaßen stabile Demokratie einzurichten – eine beachtliche Leistung im regionalen Kontext." (Nr. 242, 17. Oktober 2005)
Die Zugehörigkeit der Regionen Sool und Sanaag zu Somaliland wird von der autonomen Region Puntland in Somalia nicht anerkannt. Ohne die effektive Kontrolle über diese Gebiete bzw. deren eindeutige Festlegung über ihre Zugehörigkeit scheint die internationale Anerkennung Somalilands zum gegenwärtigen Zeitpunkt (2005) weiterhin unwahrscheinlich, da im Zuge der Grenzstreitigkeiten mehrmals militärische Gruppierungen aus Puntland in diese Regionen vorgedrungen sind. Zudem scheint die Region Awdal die Autorität der Regierung von Somaliland nicht anzuerkennen.
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