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Er grenzt an den Golf von Aden im Norden, den Indischen Ozean im Osten, Kenia im Süden, Äthiopien im Westen und Dschibuti im Nordwesten. Zum Territorium gehörten das ehemalige UNO-Mandatsgebiet Somalia (frühere italienische Kolonie) sowie das britische Protektorat Somaliland, das sich 1991 einseitig für unabhängig erklärte.
Nach dem Fall der als sozialistisch bezeichneten Diktatur unter Siad Barré im Jahr 1991 hatte Somalia zumindest bis zum Jahr 2000 keine allgemein anerkannte oder faktische Regierung. Noch heute stehen weite Landesteile nicht unter Kontrolle der Übergangsregierung.
Somalia wird beeinflusst durch Monsunwinde, ein ganzjähriges heißes Klima, unregelmäßige Regenfälle und stetig wiederkehrende Trockenperioden. Außer in den Berg- und Küstenregionen liegt die durchschnittliche Maximaltemperatur am Tag zwischen 30 und 40 °C. Der südwestliche Monsun sorgt in der Gegend um Mogadischu für ein relativ mildes Klima in den Monaten von Mai bis Oktober. Zwischen Dezember und Februar bringt der nordöstliche Monsun ein ähnliches mildes Klima. In der sogenannten Tangambili-Periode zwischen den beiden Monsunen (Oktober bis November und März bis Mai) ist es heiß und feucht.
Zur Bevölkerung Somalias gibt es sehr unterschiedliche Angaben, abhängig davon, welche statistischen Grundannahmen zum Bevölkerungswachstum, Migration, usw. seit der letzten Volkszählung gemacht werden. Die Angaben der Berechnungen für das Jahr 2006 reichen von 8.863.338 bis 12.206.142http://bevoelkerungsstatistik.de zur Bevölkerung afrikanischer Staaten Einwohnern.
Im frühen 17. Jahrhundert vermischten sich die einheimischen Kuschiter mit arabischen und persischen Händlern, die sich entlang der Küste niedergelassen hatten.
In Somalia leben fast ausschließlich Muslime, doch lebt in dem Land auch eine kleine christliche Minderheit. Die meisten christlichen Somalier gehören der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche an.
In der heutigen Zeit leben 60 Prozent aller Somalier teilweise oder vollständig als Nomaden. 25 Prozent der Menschen leben als Bauern, die sich in der fruchtbarsten Region des Landes zwischen Shebelle und Juba niedergelassen haben. Der verbliebene Teil der Bevölkerung (15 bis 20 Prozent) lebt in städtischen Gebieten.
In Somalia leben einige Bantugruppen, die auf dem Land arbeiten. Des weiteren gibt es noch mehrere tausend Araber, sowie einige hundert Inder und Pakistani.
Die wichtigsten ethnischen Gruppen (Clans) in Somalia sind:
Die Zahlenangaben beziehen sich auf das Jahr 2002.
Als Handels- und Bildungssprachen werden Arabisch, Englisch und Italienisch genutzt.
1908 wurde Mogadischu, das bis dahin unter der Oberhoheit von Oman oder Sansibar gestanden hatte, Hauptstadt der neueingerichteten italienischen Kolonie. Bis 1920 hatten die Briten in ihrem Somaliland-Protektorat den antikolonialen Aufstand des Muhammad ibn ʿAbd Allāh Hassān niedergeschlagen.
Obwohl die Italiener von Somalia aus 1934 Äthiopien (Ogaden) überfallen hatten (Italienisch-Äthiopischer Krieg 1935-36), gaben die 1941 siegreich einmarschierenden Briten 1950 diese Kolonie Italien als UN-Treuhandgebiet zurück.
Nach längeren Verhandlungen kündigte die britische Regierung für den 1. Juli 1960 die Unabhängigkeit für das Schutzgebiet an. Die beiden Kolonien Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland schlossen sich zur Republik Somalia zusammen.
1964-67 kam es zu einem Grenzkrieg mit Äthiopien um die von Somalis bewohnte äthiopische Region Ogaden.
Nach der Ermordung des somalischen Präsidenten Abdirashid Ali Shermarke im Jahr 1969 kam Siad Barré im Zuge eines Militärputsches an die Macht, die er in den nächsten 22 Jahre mit harter Hand verteidigte. Unter ihm wurde der bis dahin starke sowjetische Einfluss in Somalia zurückgedrängt, während er seit 1975 im verfeindeten Äthiopien massiv zunahm. Schließlich ließ er sich 1976 zum Überfall auf das Nachbarland hinreißen und besetzte die Region Ogaden, das er jedoch schon 1977 wieder verlor, da ihn die USA nicht im selben Maße unterstützten wie die Sowjetunion das kommunistische Regime in Addis Abeba förderte.
Ins Blickfeld Deutschlands geriet Somalia im Herbst 1977, als das Land der deutschen Spezialeinheit GSG9 gestattete, die in der Hauptstadt Mogadischu gelandete entführte Lufthansa-Maschine Landshut zu stürmen. Diese Erlaubnis war eine Überraschung, galt Siad Barré doch als überzeugter Sozialist und Sympathisant terroristischer Vereinigungen, wie beispielsweise bestimmter radikaler Gruppen innerhalb und außerhalb der PLO.
Nach Ende des Kalten Krieges waren die USA auf die bis dahin wichtigen Militärstützpunkte im Land nicht mehr angewiesen und kürzten 1990 die Hilfe an das Regime. Die USA unterhielten im nordsomalischen Berbera einen Flugplatz und konnten die Hafenanlagen in Mogadischu militärisch nutzen. Mangels ausreichender Hilfe aus den USA geriet Barré stärker unter Druck der verschiedenen Rebellengruppen im Land.
Nach jahrelangen politischen Unruhen in Somalia und einer seit 1988 in Nordsomalia (Somaliland) aktiven Sezessionsbewegung (SNM) wurde Siad Barré am 26. Januar 1991 schließlich abgesetzt. Seine Flucht fand in Nigerias Hauptstadt Lagos ein Ende, wo er am 2. Januar 1995 an einem Herzinfarkt starb.
Nach dem Sturz des Diktators Barré kam es zu blutigen Unruhen. Aktuelle wirtschaftliche Daten über Somalia liegen bis heute nicht vor. Der Staat hörte im Jahre 1991 de facto auf zu existieren und spaltete sich in zwölf durch Kriegsherren beherrschte Stämme, sowie den selbsternannten Staat Somaliland im Norden auf, der international nicht anerkannt ist.
Im August 1992 bemühten sich die Vereinten Nationen, die mehr als 2 Millionen hungernden Menschen des Landes mit Lebensmitteln zu versorgen. Am 8. Dezember landeten 28.000 UN-Soldaten unter US-amerikanischer Führung in Somalia, um die Nahrungsversorgung zu sichern (Operation Hoffnung).
Nachdem einige Kriegsfürsten gegen Ende des Jahres 1992 zum Frieden aufgerufen hatten, verschärfte sich die Situation 1993 erneut, als 23 pakistanische UN-Soldaten von Rebellen des Clanführers Mohammed Farah Aidid getötet wurden. DeutscheSoldatenBeletUenSomalia1993.jpg in Belet Uen, Dezember 1993]] Ab April wurden dann auch erstmals deutsche Soldaten, siehe: Deutscher Unterstützungsverband Somalia, eingesetzt, deren Aufgabe es war, indische UN-Brigaden mit Nachschub zu versorgen. Die Lage verschlechterte sich jedoch. Die Inder erschienen nicht, weswegen die Aufgaben der Bundeswehr nicht erfüllt werden konnten. Andere Soldaten wurden inzwischen in blutige Kämpfe verwickelt, wobei auch mehrere Somalier getötet wurden. Für weltweites Entsetzen sorgten am 3. Oktober 1993 die Bilder der nackten Leichen zweier US-Soldaten (Master Sergeant Gary I. Gordon und Sergeant First Class Randall D. Shughart), die von einer aufgebrachten Menge durch die Straßen Mogadischus geschleift wurden (in der sogenannten Operation Irene, die 2001 in Black Hawk Down verfilmt wurde). Am 3. März 1995 wurde die UN-Mission schließlich mit dem Abzug aller Blauhelm-Soldaten erfolglos beendet. Der Bürgerkrieg in Somalia setzte sich fort.
Derweil bemühen sich Kräfte, in Somalia wieder eine Regierung zu etablieren. Seit dem 13. August 2000 wird das Land von einer so genannten Übergangsregierung provisorisch "regiert" (ohne Somaliland).
Die Intergovernmental Authority on Development (IGAD), gehalten durch die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten, hielten 2002 eine Konferenz namens "National Peace and Reconciliation Conference" in Eldoret, Kenya. Dies war bereits der 14. Versuch der Vereinten Nationen und ihrer Unterstützer, in Somalia Demokratie zu schaffen. Der neue Staat wird Republik Somalia (somali Jamhuuriyadda Soomaaliya) genannt.
Eine "Reconciliation Conference" erreichte 2004 eine Übereinkunft über eine "nationale Regierung” für Somalia. Die Afrikanische Union autorisierte Äthiopien und vier andere ostafrikanische Nationen um Truppen in der Stärke von 7'500 Mann zu stellen.
Seit Ende 2004 ist der "Machthaber" der ehemals separatistischen Region "Puntland" deren Präsident. Neue Hauptstadt soll Baidoa in Südwestsomalia werden.
Die sehr ans Gewohnheitsrecht und an die nomadische und islamische Kultur gebundene somalische Bevölkerung verwehrt sich in weiten Teilen des Landes trotz dieser internationalen Bemühungen gegen die Wirksamkeit einer neuen Regierung.
Am 26. Dezember 2004 wurden die Küsten des Landes von einem Tsunami heimgesucht, der nach offiziellen Angaben mindestens 132 Menschen tötete und viele Tausende obdachlos machte. (Siehe auch: Erdbeben im Indischen Ozean 2004)
Im Mai 2006 verbündeten sich die eher säkularen Milizen der Kriegsherren, die seit 1991 um die Kontrolle von Mogadischu ringen, gegen ähnliche Organisationen islamistischer Prägung. Bei den sofort ausgebrochenen Kämpfen starben mehr als 120 Zivilisten. Der Angriff der ARPCT auf die Union islamischer Gerichte wird von der TNG missbilligt. Im Juni 2006 schließlich gelang den Islamisten die Eroberung Mogadischus. Erst im Juli gelang es der UNO, mit den Islamisten in Kontakt zu treten.
Die Transitional National Government (TNG, Übergangsregierung) versucht, die Staatsgewalt in der Hauptstadt Mogadischu und im übrigen Land auszuführen. Jedoch ist der Einfluss der TNG nur auf ein kleines Gebiet beschränkt. Im Februar 2002 stellte die TNG ein neues Kabinett mit 31 Mitgliedern auf, Außenminister ist Yusuf Hassan Ibrahim und gilt in zahlreichen Ländern als Vertreter Somalias. Die TNG repräsentiert das Land in den Vereinten Nationen, der Arabischen Liga und anderen internationalen Organisationen.
Somalia wird zu den failing states (Staatszerfall) gerechnet, denjenigen Staaten, in denen eine gesamtstaatliche Autorität sich nicht dauerhaft etablieren konnte bzw. die von innerem Zerfall und Bürgerkriegsgefahr dauerhaft bedroht sind.
Am 26. Oktober 2005 haben islamische Geistliche in Mogadischu eine "Fatwa" veröffentlicht, die sich gegen die Beschneidung bzw. Genitalverstümmelung an Mädchen richtet. Darin wird die in Afrika weit verbreitete traditionelle Praxis als "unislamisch" verurteilt. Sheich Nur Barud Gurhan, der stellvertretende Vorsitzende der Dachorganisation somalischer Geistlicher, setzte die Beschneidung mit einem Mord gleich. Zur Durchsetzung wird die Fatwa wohl kaum kommen, da das Land von Clanchefs beherrscht wird.
Somalia hat im afrikanischen Vergleich eine sehr niedrige Rate an Aids-Infizierten. Sie liegt zwischen 0,9 bis 2 Prozent der Bevölkerung.
Land- und Viehwirtschaft bestimmen großteils das ökonomische Geschehen. In Somalia gibt es viele Nomaden, die hauptsächlich von ihrem Vieh leben. Zusätzlich zur landwirtschaftlichen Tätigkeit werden Bananen angebaut, die zu den Hauptexportgütern zählen.
Des Weiteren werden Fisch, Mais, Hirse und Zucker für den inländischen Bedarf angebaut oder hergestellt. Der kleine industrielle Sektor, der hauptsächlich landwirtschaftliche Nutzgüter produziert, beträgt nur 10 % des BIP. Viele Fabriken wurden während des Bürgerkriegs geschlossen.
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