Soyuz TMA-7 spacecraft.jpg-Raumkapsel beim Verlassen der Internationalen Raumstation]]
Sojus * (russisch Союз für Vereinigung, Union) ist eine bemannte russische Raumkapsel für eine Besatzung bis zu drei Personen. Die in den 1960ern vom OKB-1 Koroljow (Experimental-Konstruktionsbüro-1, heute RKK Energija) entwickelte und mehrfach modifizierte Sojus-Kapsel wurde zu einer bemannten Fähre zu den Raumstationen Saljut 1, 3 bis 7, später zur Mir und derzeit in der aktuellen Version Sojus TMA zur Internationalen Raumstation (ISS). Die Sojus-Kapsel ist seit 1967 im Einsatz und eines der sichersten Transportsysteme in die Erdumlaufbahn. Als Träger dient die Sojus-Rakete, die in der russischen Tradition, Raketen nach ihrer Hauptnutzlast zu benennen, ihren Namen erhielt.
Soyuz 7K-OK(A) drawing.png | Soyuz National Space Centre.jpg in England]] Der erste unbemannte Start von 7K-OK am 28. November 1966 unter der Tarnbezeichnung Kosmos 133 schlug fehl. Das Raumschiff konnte in der Erdumlaufbahn nicht stabilisiert werden und während der Rückkehr zur Erde drohte es, in China niederzugehen, woraufhin ein Selbstzerstörungsmechanismus die Landekapsel zerstörte. Beim zweiten Startversuch am 14. Dezember 1966 explodierte die Trägerrakete auf der Startrampe. Das dritte Raumschiff wurde am 7. Februar 1967 unter der Bezeichnung Kosmos 140 gestartet. Auch hier endete die Landung mit einem Unglück, bei einem bemannten Flug wären die Insassen ums Leben gekommen.
Trotz der fehlgeschlagenen Testflüge wurde entschieden, das nächste Raumschiff bemannt zu starten. Der Start der Sojus 1 genannten Mission erfolgte am 23. April 1967 mit Wladimir Komarow. Zunächst war geplant, einen Tag später Sojus 2 starten zu lassen, um die beiden Raumschiffe ein Rendezvous ausführen und zwei Kosmonauten von Sojus 2 in Sojus 1 umsteigen zu lassen. Da sich allerdings nach dem Start von Sojus 1 ein Sonnensegel nicht wie geplant öffnete und somit nicht genügend Strom für ein erfolgreiches Andockmanöver vorhanden war, wurde der zweite Start abgesagt und das Missionsziel von Sojus 1 verringert auf „erfolgreicher Erstflug des Sojus-Raumschiffs im Erdorbit“. Jedoch endete der Flug in einem tödlichen Unglück, da sich das Fallschirmsystem nicht öffnete und das Raumschiff so aus sieben Kilometern Höhe ungebremst zur Erde stürzte und vollständig ausbrannte. Wie sich herausstellte, waren Klebstoffe von der Aufbringung einer Hitzeschutzschicht auf die Metallwand des Fallschirmcontainers geraten, so das die Energie des Hilfsfallschirms nicht ausreichte, den Hauptschirm oder Reservefallschirm aus dem Container zu ziehen.
Soyuz 7K-OK docking system drawing.png Der Absturz von Sojus 1 und der Tod von Komarow war ein harter Schlag für die sowjetische bemannte Raumfahrt. Bei der Untersuchung des Unglücks wurden mehrere Entwicklungsmängel aufgedeckt. Unter anderem wurde ein Konstruktionsfehler bei den Fallschirmen entdeckt. Durch Verzögerungen bei den Konstruktionsänderungen konnte der nächste unbemannte Start erst im Oktober 1967 mit Kosmos 186 und Kosmos 188 durchgeführt werden, deren Rendezvous im Weltraum erfolgreich verlief. Der nächste bemannte Start erfolgte mit Sojus 3 im Oktober 1968 und das geplante Umsteigen von Kosmonauten von einem Raumschiff in das andere wurde im Januar 1969 mit Sojus 4 und Sojus 5 durchgeführt. Weitere Höhepunkte waren die Verbundmission von Sojus 6, Sojus 7 und Sojus 8 sowie der Langzeitflug von Sojus 9 (18 Tage).
Der erste Start von 7K-T am 23. April 1971 als Sojus 10 erfolgte bemannt. Das Raumschiff koppelte an die Raumstation Saljut 1, die Kosmonauten konnten jedoch die Station nicht betreten, da keine hermetische Verbindung zwischen beiden Objekten hergestellt werden konnte. Die nächste Mission – Sojus 11 – endete mit einem tragischen Unglück: während der Rückkehr von einem neuen Langzeitrekord kam es zu einem plötzlichen Druckabfall in der Kabine, bei dem alle drei Kosmonauten ums Leben kamen.
Soyuz 7K-T docking system drawing.png Das Sojus-Raumschiff wurde nach diesem Unfall intensiv neu konzipiert, so dass es nur noch zwei Kosmonauten befördern konnte. Dadurch war es ihnen möglich, während der Lande- und Startphase Sokol-Raumanzüge zu tragen, was ihre Sicherheit erhöhte. Um das Gewicht des Raumschiffes zu senken, wurden die Solarzellenflächen entfernt, so dass es auf Batterien mit einer maximalen Energiereserve für ungefähr zwei Tage angewiesen war. Trotz dieser umfangreichen Modifikationen behielt das Raumschiff weiterhin die Bezeichnung 7K-T (einige Quellen sprechen von der Bezeichnung 7K-OKS für die Sojus-10- und Sojus-11-Raumschiffe und 7K-T erst für die nachfolgenden Schiffe). Nach weiteren unbemannten Testflügen wurde der bemannte Raumstationsbetrieb wieder aufgenommen und insgesamt starteten in der Einsatzzeit von 1971 bis 1981 29 bemannte Missionen auf 7K-T-Raumschiffen. Darunter waren einige Flüge zu den militärisch genutzten Almaz-Stationen Saljut 3 und Saljut 5. Die dafür eingesetzten Schiffe trugen den GRAU-Index 11F615A9 und unterschieden sich von den zivilen 11F615A8-Schiffen durch das Vorhandensein eines Fernkontrollsystems für Almaz-Stationen und durch ein verbessertes Fallschirmsystem Encyclopedia Astronautica: Soyuz 7K-T/A9. Der erste Start eines derart modifizierten Raumschiffs fand am 3. Juli 1974 mit Sojus 14 statt. Im Rahmen des Interkosmos-Programmes ermöglichte die Sowjetunion ab 1978, auch aus propagandistischen Gründen, den Mitflug von Raumfahrern aus Ostblock-Staaten, später auch aus westlichen Ländern (darunter Frankreich, Indien, Japan, Großbritannien, Österreich, der BRD und Afghanistan). Mit Sojus 31 startete am 26. August 1978 Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All.
APAS-75 docking system drawing.png Aufgrund erfolgter umfangreicher Modifizierungen musste das neue Raumschiff zunächst unbemannt getestet werden. Der erste unbemannte Flug erfolgte am 3. April 1974 unter der Tarnbezeichnung Kosmos 638, der zweite am 12. August 1974 als Kosmos 672. Nach einem weiteren, diesmal bemannten Testflug (Sojus 16) startete die Raumkapsel Sojus 19 am 15. Juli 1975 und dockte zwei Tage später, erstmalig in der Geschichte der Raumfahrt, an einem US-amerikanischen Apollo-Raumschiff an. Die Raumfahrer beider Nationen konnten dabei von einem Raumschiff in das andere umsteigen. Dies blieb jedoch ein Einzelflug, erst 20 Jahre später koppelte mit der Raumfähre Atlantis wieder ein US-Raumfahrzeug an der russischen Raumstation Mir (Mission STS-71).
In Vorbereitung auf die ASTP-Mission wurden insgesamt sechs 7K-TM-Schiffe gebaut, wobei nur vier tatsächlich eingesetzt wurden. Das fünfte Schiff startete am 15. September 1976 als Sojus 22, wobei an der Stelle des Andockmoduls eine in der DDR hergestellte MKF-6-Kamera verbaut wurde, mit der während des Fluges die Erdoberfläche fotografiert wurde. Das sechste Schiff wurde nie gestartet.
Soyuz-T drawing.png 1974, als die ersten 7K-S-Raumschiffe bereits in Fertigung waren, verlor das Militär das Interesse an dem Projekt. Daraufhin wurde beschlossen, 7K-S zu einem Zubringerschiff für die Saljut-Stationen zu modifizieren. Diese Modifikation erhielt die Bezeichnung 7K-ST und den offiziellen Namen Sojus T (T steht für Транспортный, zu deutsch für Transportzwecke), behielt aber den GRAU-Index des Vorgängers 11F732. Sojus T konnte wieder drei Raumfahrer befördern, diesmal konnten alle drei schützende Sokol-Raumanzüge tragen. Weiterhin wurden wieder Solarzellenflächen verbaut, damit konnte die Dauer eines autonomen Fluges auf vier Tage gesteigert werden. Die Flugdauer im Verbund mit einer Raumstation betrug nun 180 Tage.
Parallel zur Entwicklung der 7K-ST-Modifikation wurden drei unbemannte Testflüge der bereits gebauten 7K-S unternommen: der erste am 6. August 1974 als Kosmos 670 und der letzte am 29. November 1976 als Kosmos 869. Der erste unbemannte Testflug des 7K-ST-Raumschiffes fand am 4. April 1978 als Kosmos 1001 statt, nach zwei weiteren unbemannten Testflügen folgte am 5. Juni 1980 mit Sojus T-2 der erste bemannte Einsatz eines 7K-ST. Seitdem wurde Sojus T zum Transport von Kosmonauten zu den Raumstationen Saljut 6 und Saljut 7 verwendet, der letzte Flug dieses Raumschiffmodells fand am 13. März 1986 mit Sojus T-15 statt.
Für die sich in Planung befindende Raumstation Mir entwickelte man seit Anfang der 1980er eine Modifikation des Sojus-T-Raumschiffs mit der Bezeichnung Sojus TM (TM steht für Транспортный Модифицированный, zu deutsch für Transportzwecke, modifiziert). Diese Modifikation behielt sowohl die interne Bezeichnung 7K-ST als auch den GRAU-Index 11F732 des Vorgängers. Die wichtigsten Neuerungen waren: Annäherungssystem Kurs (Ersatz für Igla), neues Antriebssystem, leichtere Fallschirmsysteme und verbesserte Landungstriebwerke sowie ein neuer Rettungsturm für die Trägerrakete. Die Flugdauer im Verbund mit einer Raumstation blieb wie bei Sojus T bei 180 Tagen.
Der erste Einsatz des neuen Raumschiffs fand unbemannt am 21. Mai 1986 als Sojus TM-1 statt. Am 6. Februar 1987 folgte mit Sojus TM-2 ein bemannter Flug zur Raumstation Mir. Seitdem brachten Sojus-TM-Kapseln regelmäßig Besatzungen zur Mir sowie später zur ISS, bevor sie 2002 durch Sojus TMA – die bislang letzte Modifikation des Sojus-Raumschiffs – abgelöst wurden.
APAS-89 docking system drawing.png Eine besondere Mission stellte dabei Sojus TM-16 (Start am 24. Januar 1993) dar. Dieser Flug war seit 1976 die erste und bis jetzt (2006) die einzige Sojus-Mission mit einem anderen Kopplungssystem. Es wurde der androgyne APAS-89-Kopplungsstutzen (89 steht für das Entwicklungsjahr) verwendet, der eine Weiterentwicklung der APAS-75-Andockvorrichtung des Apollo-Sojus-Projekts darstellte. Das neue Kopplungssystem wurde entwickelt, um das Andocken der Buran-Raumfähre an die Raumstation Mir zu ermöglichen. Dazu verfügte die Mir am „Kristall“-Modul ebenfalls über einen APAS-89-Stutzen. Gleichzeitig sollten spezielle Sojus-Raumschiffe mit diesem Kopplungssystem ausgestattet werden, um bei bemannten Testmissionen der Buran als Rettungssystem zu dienen. Eine solche Sojus würde in Einsatzbereitschaft auf der Erde warten und bei einem Notfall mit einem Mann Besatzung starten, an der Buran andocken, die beiden Testpiloten der Raumfähre abholen und sie sicher zur Erde bzw. zur Mir bringen. Nachdem das Buran-Programm 1992 aus finanziellen Gründen gestoppt wurde, wurde das einzige bereits gebaute Raumschiff für den Transport einer Stammbesatzung zur Mir verwendet. Das APAS-89-Kopplungssystem fand später Verwendung beim Shuttle-Mir-Programm sowie in einigen Modulen der ISS.
Die Technologie des Sojus-TM-Raumschiffs diente der Volksrepublik China als Vorlage zum Bau ihres eigenes bemannten Raumschiffs Shenzhou („Gottesschiff“), welches jedoch größere Abmessungen und höhere Leistungsfähigkeit besitzt. Am 19. November 1999 führe China den ersten unbemannten Test des Raumschiffs durch (Shenzhou 1), am 15. Oktober 2003 folgte mit Shenzhou 5 ein bemannter Start.
Um größere Raumfahrer befördern zu können, musste zusätzlicher Platz in der Landekapsel geschaffen werden. Diese Aufgabe erwies sich jedoch als relativ schwierig zu lösen, da die Kapsel bereits ziemlich eng bemessen und der zur Verfügung stehende Platz mit verschiedenen Geräten und Subsystemen belegt war. Daher mussten mehrere Systeme des Schiffs modifiziert oder neu gestaltet werden. Sojus TMA erhielt neue größere Sitze und eine neue Steuertafel, viele Geräte und Leitungen wurden anders verlegt. Damit konnte das neue Raumschiff 150 bis 190 cm große und 50 bis 95 kg schwere Raumfahrer aufnehmen (für Sojus TM waren 164 bis 182 cm große und 56 bis 85 kg schwere Raumfahrer zugelassen).Zeitschrift „Nowosti Kosmonawtiki“ Nr. 6/2002: Das legendäre Raumschiff „Sojus“, Teil 3 (rus.) Weitere Modifizierungen betrafen unter anderem den Bordrechner und das Landesystem. So wurden die Feststoff-Landetriebwerke so ausgelegt, dass sie abhängig von der Masse der Landekapsel unterschiedlichen Schub liefern können und damit für bis zu 30% niedrigere Bremsbeschleunigungen während Aufsetzen auf der Erde sorgen. Da die Sojus-TMA-Raumschiffe etwas schwerer als ihre Vorgänger sind, können sie nur mit den geringfügig stärkeren Sojus-FG-Trägerraketen gestartet werden. In der Zukunft hofft man, auf den noch stärkeren Sojus-2-Träger umsteigen zu können, sobald dieser genug erfolgreiche unbemannte Flüge absolviert und somit seine Zuverlässigkeit bewiesen hat.
Die Sojus-TMA-Kapsel startete am 30. Oktober 2002 zu ihrem ersten Flug (Sojus TMA-1), bei dem eine Stammbesatzung zur ISS befördert wurde. Derzeit ist Sojus TMA das Transport- und Rettungsschiff der ISS. Es bleibt immer eine Sojuskapsel für ein halbes Jahr an der ISS angedockt, um die Stammbesatzung im Notfall evakuieren zu können. Nach etwa 180 Tagen ist die garantierte Operationszeit des Schiffs abgelaufen und es muss durch ein neues ersetzt werden. Dazu starten die Schiffe in einem Halbjahreszyklus.
Für Ende 2008 ist mit Sojus TMA-13 der Start der nächsten Modifikation der Sojus-Raumkapsel geplant, die den vorläufigen Namen Sojus TMA-Z (englisch Sojus TMA-Ts, Z/Ts steht für Цифровая zu deutsch digitale [Modifikation) trägt. Dabei sollen ältere analoge Steuerungssysteme durch moderne digitale ersetzt werden, wodurch die Masse und die Herstellungskosten der Raumkapsel gesenkt sowie der Innenraum geräumiger gestaltet werden sollen. Diejenigen Bauteile, die in der Ukraine hergestellt werden, sollen durch russische ersetzt werden, so beispielsweise das ukrainische Kurs-Annäherungssystem durch ein russisches Kurs-N. Die modifizierte Raumkapsel soll weiterhin dreisitzig bleiben.SpaceDaily.com: Next Generation Soyuz TMA Getting Ready For Flight, 27. April 2006„Nowosti Kosmonawtiki“: News vom 30.04.2006/00:06 (rus.)
Als Nachfolger der Sojus-Raumkapsel wurde Anfang 2004 der Kliper angekündigt, der Jungfernflug soll etwa 2012 stattfinden, volle Einsatzbereitschaft wird für 2015 erwartet.
Raumschiffe der Sojus-Serie bestehen grundsätzlich aus drei Modulen: dem Servicemodul PAO (ПАО = Abk. von приборно-агрегатный отсек), dem Landemodul SA (СА = Abk. von спускаемый аппарат) und dem Orbitalmodul BO (БО = Abk. von бытовой отсек). Nach dem Bremsmanöver und vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre trennen sich die Module voneinander und verglühen bis auf das Landemodul, welches mit der Besatzung in der kasachischen Steppe landet. Keines der Sojus-Module ist wiederverwendbar.
Das Antriebssystem KTDU (КТДУ = Abk. von корректирующе-тормозная двигательная установка, zu deutsch Antriebssystem für Regelungs- und Bremszwecke) besteht aus einem SKD-Triebwerk (СКД = Abk. von сближающе-корректирующий двигатель, zu deutsch Triebwerk für Annäherungs- und Korrekturzwecke) mit einem Schub von 2942 N und 28 DPO-Triebwerken (ДПО = Abk. von двигатели причаливания и ориентации, zu deutsch Triebwerke für Anlegen und Lageregelung). Die DPO-Triebwerke sind in zwei Gruppen mit je 14 Triebwerken angeordnet, wobei ein Teil der Triebwerke (12 Stück) über einen Schub von 26,5 N und die restlichen über einen Schub von 130 N verfügt. Das SKD-Triebwerk wird für orbitale Manöver und fürs Abbremsen des Raumschiffs zum Verlassen des Orbits verwendet. Das Antriebssystem verwendet die Treibstoffkombination Distickstofftetroxid und UDMH. Raumschiffe 7K-OK und 7K-T verfügten über das KTDU-35 mit einem Schub von 4 kN und einem spezifischen Impuls (Isp) von 282 s. Diese bestand praktisch aus zwei unabhängigen KTDUs: einem Haupt- und einem Reserve-KTDU. Für Sojus T wurde das neue KTDU-80 entwickelt, dieses lieferte ebenfalls 4 kN Schub, konnte jedoch in verschiedenen Modi betrieben werden: mit großem und kleinem Schub und Isp von 286 bis 326 s. Das Reservetriebwerk wurde entfernt, das SKD und die DPO-Triebwerke wurden in ein System mit gemeinsamen Druckgastanks zusammengeführt.
Das Servicemodul enthält auch die Tanks mit dem Treibstoff. Die ersten Sojus-Schiffe konnten 500 kg Treibstoff aufnehmen, neuere Modelle bereits 880 kg. Auch befinden sich dort Hochdrucktanks (ca. 300 atm) mit Helium, um die Treibstofftanks unter Druck zu setzen.
Das Energieversorgungssystem befindet sich ebenfalls im Servicemodul und besteht aus Solarpanels und Akkumulatoren. Bis zum Unglück von Sojus 11 verfügte das Raumschiff über Solarpanels mit einer Spannweite von 9,80 m und einer Fläche von 14 m2, die mittlere Energieausbeute lag bei 500 W. Nach dem Unfall wurden, um Gewicht zu sparen, die Solarpanels entfernt. Die Energieversorgung erfolgte allein durch 18-kWh-Akkumulatoren, welche einen autonomen Flug von zwei Tagen Dauer ermöglichten. Für das Apollo-Sojus-Programm (Raumschiff 7K-TM) wurden Solarpanels mit einer Fläche von 8,33 m2 und 8-kWh-Akkumulatoren verwendet. Moderne Sojus-Raumschiffe haben Solarpanels mit einer Spannweite von 10,6 m und einer Fläche von 10 m2, diese liefern ca. 1 kW Energie.
Sojus landet.jpg Die genauen Zahlen können bei einzelnen Raumschiffen innerhalb einer Modellreihe abweichen. Quelle der Daten: Encyclopedia Astronautica.
| Version: | Sojus-A | 7K-OK | 7K-T | 7K-TM | Sojus T | Sojus TM | Sojus TMA | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gesamtsystem | - | Gesamtmasse (kg) | 5.880 | 6.560 | 6.800 | 6.680 | 6.850 | 7.250 | 7.220 | - | Länge (m) | 7,40 | 7,95 | 7,48 | 7,48 | 7,48 | 7,48 | 6,98 | - | Max. Durchmesser (m) | 2,50 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | - | Spannweite (m) | ? | 9,80 | 9,80/– | 8,37 | 10,6 | 10,6 | 10,7 | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Orbitalmodul (BO) | - | Gesamtmasse (kg) | 1.000 | 1.100 | 1.350 | 1.224 | 1.100 | 1.450 | 1.370 | - | Länge (m) | 3,00 | 3,45 | 2,98 | 3,10 | 2,98 | 2,98 | 2,98 | - | Durchmesser (m) | 2,20 | 2,25 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | - | Bewohnbares Volumen (m³) | 2,20 | 5,00 | 5,00 | 5,00 | 5,00 | 5,00 | 5,00 | ||||||||||||||||
| Landemodul (SA) | - | Gesamtmasse (kg) | 2.480 | 2.810 | 2.850 | 2.802 | 3.000 | 2.850 | 2.950 | - | Länge (m) | 2,30 | 2,24 | 2,24 | 2,24 | 2,24 | 2,24 | 2,24 | - | Durchmesser (m) | 2,17 | 2,17 | 2,17 | 2,17 | 2,17 | 2,17 | 2,17 | - | Bewohnbares Volumen (m³) | 4,00 | 4,00 | 3,50 | 4,00 | 4,00 | 3,50 | 3,50 | ||||||||||||||||
| Servicemodul (PAO) | - | Gesamtmasse (kg) | 2.400 | 2.650 | 2.700 | 2.654 | 2.750 | 2.950 | 2.900 | - | Treibstoffmasse (kg) | 830 | 500 | 500 | 500 | 700 | 880 | 880 | - | Länge (m) | 2,10 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | 2,26 | - | Basisdurchmesser (m) | 2,30 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | - | Max. Durchmesser (m) | 2,50 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | 2,72 | |||||||
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