Sogdien ist die Bezeichnung für einen Teil von Mittelasien, welcher gleichzeitig eine Satrapie des Perserreichs war. Abgeleitet ist der Begriff von den Sogdern (auch Sogdier oder Sogden geschrieben), einem iranischen Volk in Zentralasien, das nach der Eroberung Persiens durch Alexander vollkommen mit den benachbarten iranischen Völkern, besonders mit den Baktriern und Persern, verschmolz.
Es ist nicht ganz klar, ob es sich bei Sogdien um eine eigenständige Provinz oder um ein Teilkönigreich Baktriens handelte. Nach dem Tod Dareios' III. brach Alexander der Große nach Baktrien und Sogdien auf, die damals nach Persis die mächtigste Provinz bildeten. Nur mit viel Glück und einer List konnte Alexander den starken Widerstand der Baktrier und Sogdier brechen und ihre letzte Festung, unter der Führung des Oxyartes, einnehmen. Kurz darauf heiratete er die Tochter Oxyartes', die sogdische Prinzessin Roxane.
Ebenfalls aus Sogdien war der legendäre persische Feldherr Spitamenes, der gefährlichste Gegner Alexanders.
Die Einwohner Sogdiens wurden von den Chinesen als Kang-kü bezeichnet. Die heutigen Tadschiken gelten als Nachkommen der Sogdier und Baktrier.
Ab dem vierten nachchristlichen Jahrhundert entwickelten sich in der Spätantike hier eine große Anzahl kleiner Fürstentümer, die den Handel auf der Seidenstraße kontrollierten. Mit den Völkern denen sie entlang der Seidenstraße begegneten haben sie auch Kulturaustausch betrieben. Dabei haben die Uighuren die sogdische Religion Manichäismus kennengelernt, die auf den persischen Religionsstifter Mani zurückging, und es sogar zur eigenen Staatsreligion im Uighurenreich erklärt.
Im Zuge der Islamischen Expansion wurde auch Sogdien mit dem Rest des Sassanidenreichs zum Islam bekehrt.
Ab dem 10. Jht. geriet Sogdien unter dem Einfluss turkischer Dynastien, und im Laufe der Zeit haben turkische Elemente und Sprachen die iranischen mehr und mehr verdrängt. Als letztes Überbleibsel der alten sogdischen Bevölkerung bleiben die Jagnoben im heutigen Tadschikistan übrig, die heute eine Mundart sprechen, die auf die alte sogdische Sprache zurückgeführt wird. Wie jedoch die Historiker Calum MacLeod and Bradley Mayhew bemerken, so ist das kulturelle Erbe der Sogder bei ihren heutigen Nachkommen, den turksprachigen Usbeken und den iranischsprachigen Tadschiken, noch immer lebendig.C. MacLeod and B. Mayhew, "Uzbekistan: Golden Road to Samarkand", S. 182
Das hohe Niveau ihrer Kultur, die westliche und östliche Einflüsse gleichermassen aufnahm, ist vor allem an Pendschikent und Afrasiab abzulesen. Dies sind die Hauptstädte von Fürstentümern, deren Reste bei Ausgrabungen gefunden wurden und die besonders gut erhalten sind.
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