Soest * ist eine westfälische Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. In der circa 50 km östlich von Dortmund gelegenen Stadt in der fruchtbaren Soester Börde leben heute mehr als 48.000 Einwohner. Mehr als 30.000 Einwohner leben in der Kernstadt, die übrigen verteilen sich auf die umliegenden Soester Ortsteile.
Geographie
Nachbargemeinden
Soest grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an
Lippetal,
Bad Sassendorf,
Möhnesee,
Ense,
Werl und
Welver.
Geschichte
Die alte Hansestadt Soest mit weit über 1000jähriger Geschichte zählte schon im Mittelalter zu den bedeutendsten Hansestädten Europas. Zugleich galt Soest im Hochmittelalter nach Köln als zweitgrößte Stadt in Deutschland.
Lage und Ursprung
Urkundlich erwähnt wird die Stadt erstmals im Jahr
836, wobei jedoch die Authentizität der Urkunde strittig ist. Fraglos lassen sich aber bereits Siedlungen um 600 n. Chr. belegen.
Im weiteren Stadtgebiet, aber auch direkt in der Innenstadt, lassen sich freilich noch viel
ältere Siedlungsspuren finden. So wurde in den letzten Jahren im Stadtzentrum ein
Erdwerk der
Michelsberger Kultur ausgegraben und am Stadtrand eine Gehöftgruppe aus der Zeit um Christi Geburt. Bereits aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein Gräberfeld der
Merowinger bekannt, dessen Siedlungszugehörigkeit aber unbekannt ist. Die Herkunft des Namens "Soest", um die eine frühere Debatte wieder aufgeflammt ist, verweist möglicherweise auf eine uralte Siedlungstradition.
Soest gehört, wie etwa die Städte Dortmund, Unna, Werl, Erwitte, zu einer alten Siedlungskette, die einerseits durch den Quellsaum nördlich von Ardey und Haarstrang begünstigt worden ist, andererseits durch die schon sehr alte Handelsverbindung des Hellwegs. Die äußerst fruchtbare Landschaft der Soester Börde, das relativ trockene örtliche Klima wie das reichlich vorhandene Wasser waren schon immer einer Ansiedlung günstig. Der Salzgehalt des örtlichen Quellwassers ließ schon früh die Salzgewinnung zu einem bedeutenden mittelalterlichen Wirtschaftszweig der Stadt werden. Neben dem Salz spielte die Eisenverarbeitung, wie man seit einigen Jahrzehnten weiß, eine wichtige Rolle bei dem Aufstieg Soests zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Industrie- und vor allem Handelsstädte, deren Kontakte bis Nowgorod (Naugarden) im heutigen Russland reichten. Der Aufstieg zur Fernhandelsstadt wurde dabei durch die günstige Lage am Kreuzungspunkt von Hellweg (Ost-West-Achse) und einer Nord-Süd-Straße unterstützt. Übrigens werden heutzutage die Solequellen der Umgebung immer noch genutzt, allerdings nicht für die Salzgewinnung, sondern für den Kurbetrieb im benachbarten Bad Sassendorf und für eine Schausaline in Werl.
Mittelalter
Dass der Name Soests (
Susat) im Mittelalter weithin bekannt war, davon zeugen auch ausländische Überlieferungen. So berichtete etwa ein mittelalterlicher arabischer Reisender von einem volkreichen Ort namens Shushit, und die skandinavische
Thidrekssaga verlegt gar, in Übereinstimmung mit einer Soester Ortssage, den Untergang der Niflungen (
Nibelungen) nach Soest.
Eine Besonderheit ist das alte Soester Stadtrecht, das erste im deutschen Raum nachweislich aufgezeichnete, überliefert in Form der alten und neuen Kuhhaut, sowie der alten Schrae. Vermutlich geht das Soester Stadtrecht auf dem Weg über Köln vermittelte Vorbilder aus der Lombardei zurück. Es wurde von vielen Städten der Umgebung übernommen, z.B. von Korbach. Wichtiger aber war die Fernwirkung des Soester Stadtrechts: Die Übernahme durch das u.a. von Soester Kaufleuten mitgegründete Lübeck brachte es mit sich, dass das Soester Stadtrecht in modifizierter Form, als lübisches Recht, weithin in den Ostseeraum ausstrahlte.
Wie viele andere Städte im späten Mittelalter versuchte auch Soest seine Selbstständigkeit gegenüber der Landesherrschaft, in diesem Fall dem Kölner Erzbischof über das Herzogtum Westfalen, durchzusetzen. Der Sieg über die Belagerungstruppen des Erzbischofs in der Soester Fehde (1444) war allerdings ein Pyrrhussieg. Nun fast rings umher von fremdem Gebiet umgeben, verlor die Handelsstadt in der Folgezeit an Macht und Einfluss.
Neuzeit
De jure war Soest nach der Soester Fehde unabhängiger als eine freie
Reichsstadt; die lockere Bindung an
Kleve brachte jedoch später die Eingliederung in das sich langsam nach Westen ausdehnende
Preußen mit sich.
In religiöser Hinsicht führte die Stadt, über Philipp
Melanchthon vermittelt, die
Reformation ein. So sind von den zahlreichen kunstgeschichtlich weithin hervorragenden Gotteshäusern der Altstadt alle, bis auf den
St. Patrokli-Dom als ehemalige Stiftskirche, evangelisch. Als Strafe für einen Soester Jagdfrevel auf kurkölnischem Gebiet wurde
1661 die Madonnenstatue durch den Erzbischof von Köln aus der Wiesenkirche (und damit die seit der Reformation ruhende Marienwallfahrt) nach
Werl überführt. Dorthin pilgern in jedem Jahr mehrere Hunderttausend Wallfahrer und haben Werl zum drittgrößten Wallfahrtsort in Deutschland gemacht.
Moderne
Obwohl Soest zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit ca. 5.000-8.000 Einwohnern nach
Münster und
Minden noch zu den größten Städten Westfalens zählte, verpasste es im 19. Jahrhundert weitgehend den wirtschaftlichen Anschluss. Hieran änderte zunächst weder die Erhebung zur Kreisstadt 1815 etwas noch der Bahnanschluss. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich dies, als der Güterbahnhof mehr und mehr Arbeitskräfte band und sich eine mittelständische Industrie im Bereich von Lebensmittel- (Zuckerfabrik, Soest als Mittelpunkt der fruchtbaren Börde) und Eisenverarbeitung entwickelte. Gleichwohl war Soest zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine beschauliche Provinzstadt, die kaum über die Stadtumwallung hinausgewachsen war und gerade wegen ihres romantischen Charakters zum Zentrum des
Westfälischen Expressionismus wurde. In den 1930er Jahren gab es erfolglose Bestrebungen in NS-Kreisen, das mittelalterlich anmutende Soest zu einem Nationaldenkmal zu erklären.
Im
Zweiten Weltkrieg wurde Soest mehrfach Ziel
alliierter Bombenangriffe, da Soest über einen der bedeutendsten
Rangierbahnhöfe im damaligen Deutschen Reich verfügte (Güterverkehr vom Ruhrgebiet nach Sachsen und Schlesien). Außerdem befand sich in der Innenstadt eine kriegswichtige
Akkumulatoren-Fabrik der Firma
Akku Hagen. Außerhalb des keilförmigen Hauptbombenfeldes zwischen Bahnhof und Fabrik blieb der historische Stadtkern jedoch zu großen Teilen erhalten. Der Rangierbahnhof wurde zwar nach dem Zweiten Weltkrieg in kleinerer, jedoch modernerer Form wieder aufgebaut, ist aber später stillgelegt und abgerissen worden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen Fläche und Bevölkerung der Stadt in kurzer Zeit beträchtlich an, als im Südosten die seinerzeit bundesweit größte geschlossene Siedlung für vornehmlich schlesische Flüchtlinge (v.a. aus der Region von
Glatz) errichtet wurde. Über mehrere Jahrzehnte war die Stadt ein wichtiger Garnisonsstandort für zunächst kanadische, dann belgische Einheiten (drittgrößter belgischer Standort in Deutschland), auch siedelten in der Stadt zahlreiche englische Soldatenfamilien aus Standorten der umliegenden Gemeinden.
Mit zwei Anschlüssen an die in den 1970er Jahren fertiggestellte BAB 44 und der Einrichtung der Hochschule (s.u.) wurde die Grundlage dafür gelegt, dass sich Soest heute als wirtschaftlich prosperierende Stadt und beliebter Wohnort für Pendler ins östliche
Ruhrgebiet darstellt.
Historische Gliederung
Die historische
Gliederung der Stadt bestand aus der eigentlichen Stadt mit ihren 6 sogenannten "
Hofen" und dem Umland, der "
Börde". Aus den einzelnen Gemeinden der Börde gingen mit der Gebietsreform von 1969/1974 die Gemeinden
Welver und
Bad Sassendorf hervor. Seit 1969 besteht die Stadt Soest aus der
Kernstadt und 18
Ortsteilen, darunter auch die alten Kirchdörfer
Ostönnen und
Meiningsen. Ebenfalls eingemeindet wurde damals die winzige Gemeinde
Paradiese, deren ehemaliges Kloster in den letzten Jahren z.T. wieder restauriert wurde. Das Kloster Paradiese ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden und wurde durch
Grimmelshausens
Simplicius Simplicissimus literarisch verewigt (vgl.
Soester Ortsteile).
Alte Soester Spezialitäten
Zu den althergebrachten
Spezialitäten der Soester Küche zählen
Möppkenbrot und
Pumpernickel. Ob allerdings Soest wirklich der "birthplace of pumpernickel" ist, wie eine amerikanische Enzyklopädie vermerkt, muss strittig bleiben, denn um diesen Ehrentitel streiten sich mehrere Städte in Westfalen, wie z.B. auch
Rheine. Fest steht jedoch, dass die Bäckerei Haverland im Stadtzentrum, ehemals königl. bayrischer Hoflieferant des schwarzen Brotes, auf eine mehrhundertjährige Betriebstradition verweisen kann. Eine mittlerweile auch nicht mehr ganz junge Neuerung unter den Soester Spezialitäten ist das "Bullenauge", ein Mokkalikör, der vor allem zur
Allerheiligenkirmes ausgeschenkt wird.
Politik
Stadtrat
Bei den Wahlen zum
Stadtrat am 26. September
2004 hatte die SPD 12 Sitze, allerdings spalteten sich zum Jahresbeginn 2005 zwei Mitglieder der SPD-Fraktion ab und bildeten die Gemeinschaft sozial-liberaler Wähler (GSLW), so dass nun auf die SPD 10 und auf die GSLW 2 Sitze entfallen, woraus sich folgende Sitzverteilung ergibt:
Soest.jpg aus gesehen]]
| Partei / Gruppierung
| Sitze
|
| CDU
| 19 Sitze
|
| SPD
| 10 Sitze
|
| BG
| 6 Sitze
|
| Grüne
| 5 Sitze
|
| FDP
| 3 Sitze
|
| GSLW
| 2 Sitze
|
| SO!
| 1 Sitz
|
Bürgermeister
- seit 1999 hauptamtlich: Dr. Eckhard Ruthemeyer (CDU)
Städtepartnerschaften
Sehenswürdigkeiten
Soest St Patrokli Dom.jpg
Die alte
Stadtmauer mit ihrem Wall ist noch zu 3/4 erhalten, 1/4 wurde ab 1890 den Bahnschienen geopfert. Allerdings ist der noch erhaltene Teil nur der sogenannte innere Wall, da der äußere Teil bereits 1586 aus militärtaktischen Gründen abgerissen wurde. Als einziges von ehemals zehn Stadttoren (acht Haupttore und zwei Nebentore) ist noch das
Osthofentor komplett erhalten, das heute eines der städtischen Museen beherbergt. Die mit Bäumen bepflanzten Wälle wie die vorgelagerte parkähnliche
Gräfte sind vollständig begehbar und eignen sich gut für einen Spaziergang.
Die Soester Innenstadt steht zu großen Teilen unter Denkmalschutz, insgesamt über 600 Gebäude. Einige der alten Häuser an den vielen, oft von Grünsandsteinmauern eingefassten schmalen Gassen sind nur wenige Meter breit. Eine Besonderheit Soests
sind die vielen Gärten in der Innenstadt. Vor allem im Mai ist ein Stadtbummel zwischen altem Fachwerk, urigem Grünsandstein und der Blütenpracht der vielen Gärten ein besonderes Erlebnis ("Soester Baumblüte").
Von den vielen unter Denkmalschutz stehenden Häusern sind u.a. besonders bemerkenswert das Haus zur Rose bzw. Freiligrath-Haus, benannt nach dem Dichter Ferdinand Freiligrath, das Pilgrim-Haus, ältester Gasthof Westfalens, eine ehemalige Pilgerherberge der Jakobspilger, der Burghof mit stadtgeschichtlichem Burghofmuseum und Romanischem Haus, das doppelgieblige Fachwerk-Haus "Zum wilden Mann".
Sehenswert sind die Kirche St. Petri (Alde Kerke) (evangelisch, erster Bau um 780 n. Chr. und damit die wohl älteste Kirchengründung Westfalens; im heutigen Stil ab 1150) und der St. Patrokli-Dom (ein katholisches Münster, gegründet 954 n. Chr. als Kollegiatstift), die im Stadtzentrum weniger als zehn Meter auseinder stehen. Die Petrikirche war früher mit der ersten Pfalz (später sog. "Hohes Hospital") verbunden, deren Mauerreste in Nachbarschaft des Turmes noch besichtigt werden können. Der St. Patrokli-Dom - „Inbegriff der Romanik in Westfalen“ - feierte vor kurzem sein 1050. Weihejubiläum und zählt somit zu den ältesten Kirchen in Deutschland. Besonders monumental wirken der Turm („Turm Westfalens“; von Experten oft als schönster romanischer Turm Deutschlands bezeichnet) und das Westwerk, in dessen oberer Etage sich das Dommuseum befindet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche St. Maria zur Wiese (Wiesenkirche) - eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Deutschlands - und die sog. Hohnekirche (St. Maria zur Höhe) mit mittelalterlichen Innenausmalungen (z.T. wahrscheinlich von griechischen bzw. byzantinischen Künstlern verfertigt) und einem Scheibenkreuz, wie man es sonst fast nur auf Gotland findet, ein Relikt der weitgespannten Handelsbeziehungen im Mittelalter. Die Dombauhütte der Wiesenkirche ist in Expertenkreisen ebenso bekannt wie die des Kölner Doms. Wie auch die anderen der insgesamt noch sieben Kirchen und zwei Kapellen (Nikolaikapelle und Brunsteinkapelle) im historischen Stadtkern, sind auch diese beiden Kirchen aus heimischem Grünsandstein, wie er in Anröchte gewonnen wird, erbaut.
Soest_Teichsmuehle.jpg
Eine der Soester Kirchen fällt dadurch auf, dass sie einen „schiefen“ Turmhelm trägt (der so genannte „Schiefe Turm“ von Alt-St. Thomä). Die Dachschrägen der hohen eingedeckten Turmspitze sind auf jeder Seite unterschiedlich, wohl eine bautechnische Antwort auf die örtliche Hauptwindrichtung, der sich die Turmhaube entgegenneigt. Der "Schiefe Turm", einstmals wohl im Zusammenhang mit der ehemals benachbarten (2.) bischöflichen Pfalz entstanden, gehört heute zur reformierten Gemeinde. Der leider zumeist unzugängliche eigentliche Kirchenraum ist ein beeindruckendes Erlebnis, da die Wände unverputzt und der Boden ebenfalls kaum bedeckt ist. Im Chorbereich der Kirche findet sich, auch vom Wall aus sichtbar, eines der wahrscheinlich ältesten gotisch eingefassten Fenster in Deutschland.
Beachtenswert ist auch der sogenannte „Große Teich“, der die Besonderheit aufweist, dass er aufgrund mehrerer salzhaltiger Quellen auch im Winter nicht zufriert.
Wirtschaft und Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
Mit dem
Amtsgericht Soest ist die Stadt Gerichtsstandort.
Verkehr
Die alten Handelsstraßen, denen Soest seine frühere Bedeutung verdankt, gibt es noch heute: aus dem alten
Hellweg aus der
Hansezeit, den zuvor
Karl der Große als Verbindung von
Aachen nach
Paderborn begründete, wurde die heutige
B 1. Diese verläuft aus dem
Ruhrgebiet kommend zumeist schnurgerade und so von Osten und Westen direkt auf die Kirchtürme Soests zu. Die alte Nord-Süd-Verbindung bilden heute in etwa die
B 475, die seit einigen Jahren aber an Soest vorbeigeleitet wird, und die im Soester Süden beginnende
B 229.
Wichtigster Verkehrsweg von und nach Soest ist die südlich der Stadt das Ruhrgebiet im Westen und Kassel im Osten verbindende Autobahn 44 mit den Ausfahrten "Soest" an der B 229 und "Soest-Ost" zur B 475.
Die Anbindung an das Eisenbahnnetz erfolgt über die von IC-, ICE-, RegionalExpress-Zügen und RegionalBahnen befahrene Strecke Hamm – Paderborn und die Bahnstrecke Dortmund - Soest. RE11: Düsseldorf - Essen - Dortmund - Hamm - Lippstadt - Paderborn, RB 89 Münster – Hamm – Paderborn – Warburg (Westfalen-Bahn), RB 59 Dortmund – Unna – Soest (Hellweg-Bahn). Soest gehört zur Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe.
Bildung
In Soest befindet sich ein Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (
Fachhochschule Südwestfalen) mit den drei Fachbereichen
Agrarwirtschaft,
Elektrische Energietechnik und
Maschinenbau-Automatisierungstechnik (früher: Universität/Gesamthochschule
Paderborn - Abteilung Soest). Bei internationalen Studiengängen besteht eine Kooperation unter anderem mit der Soester Abteilung „Westphalia“ der „Swiss German University of Jakarta“. Entstanden ist der Campus aus der Konversion, also Um- und zum Teil auch Neugestaltung eines ehemaligen Kasernengeländes der früher in Soest stationierten belgischen Streitkräfte.
Zur Bildungslandschaft gehören drei Gymnasien, eine reformorientierte Gesamtschule und eine
Waldorfschule. Das
Archigymnasium ist das älteste
humanistische Gymnasium in Westfalen.
Soest besitzt eine
Stadtbücherei und ein überregional bedeutsames
Stadtarchiv, hinzu kommt das in den letzten Jahren aufgebaute
Kreisarchiv. Wichtig unter den Soester Archiven ist auch das
Islam-Archiv Deutschland, maßgeblich mitgeformt von
Mohammed Salim Abdullah.
Kultur
Theater
In der Stadthalle gastieren regelmäßig bekannte deutsche Tourneetheater. Darüber hinaus finden hier Konzerte, Musicals, Opern, Operetten, Kindertheater und Ballettveranstaltungen statt.
In Soest ist das größte englischsprachige Tourneetheater Europas ansässig, das White Horse Theatre, das vornehmlich pädagogische Ansätze verfolgt.
Regelmäßige Veranstaltungen
Zum 668. Mal fand im November 2005 die
Allerheiligenkirmes statt. Sie ist die größte Altstadtkirmes in Europa (Eintrag im
Guinness-Buch der Rekorde als größte Innenstadtkirmes Europas) und verläuft durch große Teile des mittelalterlichen Stadtkerns. Die
Allerheiligenkirmes beginnt immer am ersten Mittwoch
nach Allerheiligen und dauert insgesamt fünf Tage. In jedem Jahr wird zur Allerheiligenkirmes der sog. Jäger von Soest/Jägerken von Soest ernannt. Das Jägerken von Soest ist das Symbolbild für die Allerheiligenkirmes und stellt die Titelfigur des Romans
Simplicius Simplicissimus von
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen dar. Die Geschichte spielt zur Zeit des
Dreißigjährigen Krieges.
Der Bördetag am zweiten Wochenende im Mai ist das große Stadtfest in Soest. Neben verkaufsoffenem Sonntag und Trödelmarkt wird ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm mit Musik und Show geboten. In jedem Jahr wird zum Bördetag die Bördekönigin ernannt.
Jägerken und Bördekönigin vertreten meistens gemeinsam die Stadt Soest auf Stadtfesten in und außerhalb von Soest.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
- 1823, 2. April, Julius Ostendorf † 31. August 1877 in Halle (Saale), Pädagoge (Ostendorf-Gymnasium, Lippstadt) und Schulpolitiker, 1848 bis 1849 Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung, 1875 bis 1876 Abgeordneter des preußischen Landtags
- 1865, 22. Februar, Otto Modersohn, † 10. März 1943 in Rotenburg (Wümme), Maler und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede; Ehemann von Paula Modersohn-Becker
- 1891, 27. Januar, Wilhelm Morgner, † 12. August 1917 bei Langemark in Westflandern (gefallen), der wohl bedeutendste Maler des Expressionismus in Westfalen;
- 1917, 3. Oktober, Erwin Sylvanus, † 27. November 1985 in Soest, deutscher Dichter und Schriftsteller, dessen Werk Hörspiele, Dramen, Romane, Erzählungen, Fernsehspiele und Libretti umfasst und der mit dem 1957 uraufgeführten Schauspiel "Korczak und die Kinder" Weltruhm erlangte;
- 1920, 29. August, Ernst Majonica, † 21. Juli 1997 in Soest, Politiker (CDU), MdB, MdEP, Bundesvorsitzender der Jungen Union;
- 1953, 26. August, Dieter Gorny, Geschäftsführer des Musiksenders "VIVA" und Begründer der "Pop-komm", der inzwischen größten Musikmesse der Welt;
- 1958, 1. Juli, Michael Genähr / Moderator und Comedian;
- 1960, August, Ralf König, Comiczeichner, geboren in Soest, aufgewachsen in Westönnen (Werl), später u.a. wohnhaft in Soest, bekannt geworden durch Comics wie "Der bewegte Mann" (verfilmt), "Lysistrata" u.a.
- 1972, 5. Januar, Sasha, Popmusiker, geboren in Soest als Sascha Schmitz, ist auch als "Dick Brave" aufgetreten;
- 1972, 18. Juni, Johann König / Comedian, eigentlich Johannes Köhn;
Sonstige mit der Stadt in Verbindung stehende Personen
- Albertus Magnus, geb. ca. 1193 in Lauingen, gest. 1280 in Köln, größter deutscher Philosoph und Theologe des Mittelalters, wirkte eine Zeit lang am ehemaligen Dominikaner-Kloster;
- Amplonius Rating de Bercka, geb. 1363 oder 1364 in Rheinberg, gest. 1435 in Köln, deutscher Wissenschaftler und Arzt, studierte an der Kapitelschule des St. Patrokli-Stifts in Soest sowie in Köln, Wien, Prag und Erfurt. Amplonius war zweimal Rektor der Universität Köln. In Erfurt findet sich die sog. Amploniana, die größte noch zusammenhängend erhaltene Sammlung eines spätmittelalterlichen Gelehrten überhaupt;
- Heinrich Aldegrever, bedeutender Kupferstecher und Maler, lebte ab 1525 bis zu seinem Tode in Soest;
- Ferdinand Freiligrath, Dichter/ politischer Lyriker, lebte in Soest von 1825 bis 1832;
- Konrad Duden, in Soest lebend 1854 und von 1859 bis 1869, Oberlehrer am Archigymnasium, entwickelte in Soest seine „Zukunftsorthographie“;
- Hugo Kükelhaus , geb. am 24. März 1900 in Essen, Bau- und Möbelschreiner, Innenarchitekt, Schriftsteller, Pädagoge, Philosoph und bildender Künstler in einer Person; Mitglied des Widerstandskreises um Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg; Beteiligung an der Weltausstellung 1967 in Montreal mit ca. 12 Spiel- und Erfahrungsgeräten; Schöpfer des "Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne", lebte 30 Jahre lang in seiner Wahlheimat Soest;
- Heinz Zahrnt, geb. am 31. Mai 1915 in Kiel, gest. am 1. November 2003 in Soest, war evangelischer Theologe, Schriftsteller und Publizist. Mitglied des deutschen PEN-Clubs; Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und von 1971 bis 1973 dessen Präsident; 25 Jahre lang Chefredakteur des „Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts“. Mit seinem theologischen Werk (u. a. „Die Sache mit Gott“) gelang es Zahrnt, einem breiten Publikum die Ergebnisse neuzeitlicher Theologie und deren Auseinandersetzung mit der Religionskritik deutlich zu machen;
- Jochen Borchert, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von 1993 - 1998, Absolvent der Hochschule in Soest.
bild:soest_fachwerkhaus_zur_rose.jpg|Soest, Haus zur Rose
bild:soest_osthofentor.jpg|Soest, Osthofentor
bild:soest_pfarrkirche_maria_zur_hoehe.jpg|Soest, Pfarrkirche Maria zur Höhe
bild:Soest_st_petri.jpg|Soest, St. Petri
bild:Soest_st_petri_torbogen.jpg|Soest, St. Petri, Torbogen
bild:soest_muenster.jpg|Soest, St. Petri
bild:soest_von_friesenhausscher_hof_um_1700.jpg|Soest, Friesenhausscher Hof, um 1700
bild:soest_st_maria_zur_wiese_mittelschiff.jpg|St. Maria zur Wiese, Mittelschiff
bild:Soest_Kattenturm_Wallmauer_06_2006.jpg|Stadtmauer, letzter Turm "Kattenturm"
bild:Soest_Stadtbefestigung_Gräfte_Nähe_Aldegreverwall_Rundweg.jpg|Stadtmauer in der Nähe des Aldegreverwalls
bild:Soest_Stadtrundweg_durch_die_Gräfte_unterhalb_der_Stadtmauer.jpg|Blick in die Gräfte unterhalb der Stadtmauer (Rundweg)
bild:Soest_Stadtrundweg_über_den_Wall.jpg|Rundweg über die Stadtwälle, Nähe ehemaliges Nöttentor
bild:Soest_Walzendenkmal_EX_Ruthemeierwerke_Schonekindtor_I.jpg|Walzen"denkmal" am alten Werksstandort Fa. Ruthemeier
bild:Soest_Walzendenkmal_EX_Ruthemeierwerke_Schonekindtor_II.jpg|Walzen"denkmal" am alten Werksstandort Fa. Ruthemeier
Weblinks
Siehe auch
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