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Snorri Sturluson (*1178 (oder 1179) in Hvamm, Island; † 1241) in Reykholt, Borgarfjörður, war ein altisländischer Skalde/Dichter und Historiker und auch als skrupelloser Machtpolitiker bekannt.

Snorris Eltern waren Sturla Þorðarson und Gudny Bödvarsdóttir. Aufgezogen wurde er - nach dem Brauch der Zeit, ähnlich wie in Zentraleuropa bei den Knappen der Ritter - von einem mächtigen Mann, Jon Loftsson (1124–1197), der als einer der einflußreichsten Goden und klügsten Männer Islands beschrieben wird. Loftsson kam aus einer mächtigen Familie, deren Linie bis auf Halvdan Svarte zurückreichte, und wohnte in Oddi, einem kulturellen Zentrum im Mittelalter auf Island. Dort lernte Snorri das Lesen und Schreiben und bekam Unterricht in Latein, Theologie, Geografie und isländischem Recht. Nach einer kurzen ersten Ehe mit einer reichen jungen Frau in Borgarnes zog er 1206 nach Reykholt, wo er den Rest seines Lebens seinen Wohnsitz hatte. Snorri hatte zwei ältere Brüder, Þorður und Sighvatur.

Werke


Snorri gilt als Autor der Snorra-Edda (auch Prosa-Edda, unpräzise Jüngere Edda genannt), (u.a.) einem Lehrbuch für junge Skalden. Snorri ist allerdings nur in einer der handschriftlichen Überlieferungen als Autor des Háttatals, eines Teils der Prosa-Edda, genannt. Es ist also möglicherweise eine Autorengemeinschaft anzunehmen. Die Prosa-Edda setzt sich aus vier Teilen zusammen. Prologus und Gylfaginning bilden eine Einführung in die nordische Mythologie aus euhemeristischer Sicht. Das Skáldskaparmál als Poetologie informiert über die skaldischen Stilmittel, kenningar und heiti. Den letzten, wahrscheinlich aufgrund Snorris gewaltsamen Tods unvollendeten Teil bildet das Háttatal, eine Verslehre.

Schließlich ist er auch der Autor der Heimskringla, einer Geschichte der norwegischen Könige. Man vermutet außerdem, dass er der Urheber der Egils saga sei wegen Stilähnlichkeiten zwischen der Egils saga und der Heimskringla.

Politik


Snorri war als Politiker sehr erfolgreich, seine Familie, die Sturlungar, eine der mächtigsten im Lande. Er selbst hatte zweimal die einflussreichste Position im isländischen Parlament, dem Althing inne: als Gesetzessprecher. Nicht umsonst nennt man auch die Phase zu seinen Lebzeiten in der Geschichte Islands die Sturlungenzeit.

Im Sommer 1218 segelte Snorri von Island nach Norwegen. Hier besuchte er Jarl Skuli während des Winters und im darauf folgenden Sommer Eskil Magnusson und seine Frau Kristina Nilsdottir Blake in Skara. Sie waren beide mit der königlichen Familie verwandt.

Dieser Jarl Skuli verwickelte sich etliche Jahre nach Snorris Rückkehr nach Island in einen fatalen Aufstand gegen den norwegischen König Håkon Håkonarson. Der König vermutete, dass Snorri ebenfalls darin eine Rolle gespielt hätte, und ließ ihn in Reykholt, zusammen mit einigen seiner Söhne, ermorden.

Zum Namen


Im Isländischen gibt es keine eigentlichen Nachnamen, sondern nur den Vaters- (heutzutage auch den Mutters-)Namen, in der Form Sohn von bzw. Tochter von als zweitem oder drittem Namen. Infolgedessen sollte etwa Snorri Sturluson (Sohn von Sturla) nicht Sturluson, sondern höchstens Snorri genannt werden.

Snorri ist übrigens auch heute noch ein beliebter Vorname für Jungen in Island.

Siehe auch


Weblinks


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