Ronnie.o-sullivan.jpg]] Snooker ist eine Variante des Billardspiels, welche mit speziellen Queues auf einem 12-Fuß-Billardtisch mit sechs Taschen gespielt wird. Das Spielprinzip besteht darin, 15 rote und sechs andersfarbige Bälle („die Farben“) mit dem weißen Spielball nach bestimmten Regeln in die Taschen zu versenken.
Der Name Snooker bezieht sich auf eine „Snooker“ genannte Spielsituation, in welcher ein Spieler einen Ball, den er laut Regeln anspielen müsste, nicht auf direktem Wege in vollem Umfang anspielen kann und so zu einer schwierigeren Lösung gezwungen ist (er wurde gesnookert). Das Wort snooker hat aus dieser Bedeutung heraus auch im übertragenen Sinne Eingang in die englische Sprache gefunden (to snooker somebody: „jemanden sperren, behindern“).
Snooker ist gegenüber Poolbillard durch einen höheren technischen Schwierigkeitsgrad sowie durch größere Anforderungen an die spieltaktischen Fähigkeiten der Spieler geprägt. Die höhere technische Schwierigkeit ergibt sich hauptsächlich aus der im Vergleich zu anderen Billardvarianten größeren Fläche des Spieltisches, aus dem kleineren Durchmesser der Kugeln und daraus, dass die Taschen weiter in die Banden eingezogen und enger sind als etwa beim Poolbillard. Das abwechselnde Anspielen von roten und nichtroten Bällen und das angestrebte Spiel auf den höchstwertigen (schwarzen) Ball erfordert darüber hinaus ein hohes Maß an Kontrolle über den weißen Spielball.
Snooker gilt als „gentlemen’s sport“, da beim Snooker noch etwas mehr als bei anderen Billardvarianten auf Stil, Contenance und die Einhaltung der Etikette Wert gelegt wird. Bei den meisten großen Turnieren ist zudem förmliche Kleidung mit Hemd, Weste und Fliege vorgeschrieben (dresscode).
Vor allem in Großbritannien, Irland und in einigen Ländern, die früher zum British Empire gehörten, hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, und erfolgreiche Snookerspieler besitzen dort den Status von Stars oder gelten fast als Nationalhelden (z. B. Ken Doherty in Irland oder James Wattana in Thailand). Die meisten der Profi-Snookerspieler stammen dieser Tradition entsprechend aus England, Schottland, Wales, Nordirland und Irland. Die bedeutendsten Turniere sind mit bis zu mehreren Millionen Euro dotiert und werden von den Fernsehanstalten BBC, Sky Digital und Eurosport live übertragen.
In Deutschland kann Snooker mit ca. 4.000 im Verein organisierten Spielern eher als Randsportart bezeichnet werden (zum Vergleich: Großbritannien ca. 6 Millionen). Snooker wird jedoch auch in Deutschland immer populärer, mehr dazu im Abschnitt Snooker in Deutschland.
Die heutigen Billardformen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Meilenstein war die Einführung des Queue 1800, welches 1807 eine lederbezogende Spitze (die Pomeranze) bekam. Außerdem wurde das Holz durch eine Schieferplatte ersetzt (1827) und die Banden statt mit Baumwolle mit Gummi gefüllt (1835). Des Weiteren wurden die Maße für Tische, auf denen man das so genannte English Billards spielte, festgelegt.
Snooker selbst wurde in Indien im Jahre 1875 (vermutlich am 17. April) von Offizieren der britischen Kolonialkräfte im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen erfunden. Die übliche Spielweise war damals das Black Pool, das mit 15 roten und einem schwarzen Ball gespielt wurde. Im Laufe der Zeit kamen je ein grüner, gelber und pinkfarbener Ball dazu. Erst mehrere Jahre später wurden der braune und der blaue Ball hinzugefügt. Eine von Joe Davis 1959 vorgeschlagene Erweiterung auf acht farbige Bälle (Snooker Plus) konnte sich hingegen nicht durchsetzen.
Der Name Snooker entstand dabei aus einer abwertenden Bezeichnung für Frischlinge bei der Armee. In der Sportart hat den Begriff vermutlich zuerst der englische Offizier Neville Bowses Chamberlain verwendet, der einen seiner Mitspieler so bezeichnete, nachdem dieser den Spielball zufällig oder absichtlich so platzierte, dass er ihn nicht spielen konnte. Dass das Militärwesen (sozusagen über die militärische Nomenklatur) Einfluss auf diese Sportart hat, zeigt sich auch in der Bezeichnung für das Versenken des Spielballs, in der Fachsprache Scratch genannt. Dies war eine abwertende Bezeichnung für einen Rekruten.
Durch den damals besten Spieler John Roberts kam das Spiel 1885 nach England. Bei den professionellen Billardspielern fand Snooker zunächst keinen Anklang, doch bei den Amateuren erfreute sich das Spiel bald großer Beliebtheit, und 1916 wurde die erste britische Amateurmeisterschaft ausgetragen. Die Billiards Association hatte bereits 1890 die Snooker-Regeln anerkannt.
Die ersten Profiweltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt. Davis gewann dieses Turnier und alle weiteren Weltmeisterschaften, bis er nach 1946 nicht mehr an ihnen teilnahm. Damit trat Davis ohne eine einzige Weltmeisterschafts-Niederlage zurück. Der aktuelle Weltmeister (2006) ist der Schotte Graeme Dott.
Die ersten Amateurweltmeisterschaften fanden 1963 in Indien statt und werden seit 1984 jährlich ausgespielt.
Im Jahre 1969 suchte die BBC nach einer preiswerten Sportart, bei welcher die Möglichkeiten des gerade eingeführten Farbfernsehens besonders zur Geltung kommen. Man hob zu diesem Zweck schließlich das Snookerturnier Pot Black Cup aus der Taufe, das am 23. Juli 1969 erstmals übertragen wurde. Die Popularität des Snooker erhielt dadurch einen enormen Auftrieb, und bald kamen auch andere Turniere auf den Sendeplan. Snookerübertragungen sind heute in Großbritannien neben Fußball die Sportsendungen mit den höchsten Einschaltquoten. In Großbritannien schrieb das WM-Finale 1985 zwischen Steve Davis und Dennis Taylor TV-Geschichte, als nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer das Match verfolgten, was bis heute die höchste je in Großbritannien ermittelte Einschaltquote für eine Sportsendung ist.
Die Kugeln beim Snooker werden Bälle genannt. Heutige Snookerbälle bestehen aus Kunstharz, frühere aus Knochen, manche auch aus Elfenbein. Der Durchmesser eines Snookerballs beträgt 52,5 Millimeter, die Masse ist im Reglement nicht vorgegeben, liegt üblicherweise im Bereich zwischen 130 und 150 Gramm und darf zwischen den Bällen eines Sets um maximal 3 Gramm differieren. Es wird mit einem weißen Ball, auch „Cue Ball“ genannt, gespielt. Das ist auch der einzige Ball, der mit dem Queue (engl. Cue) direkt angespielt werden darf. Die roten sowie die farbigen Bälle müssen durch den weißen Ball versenkt werden.
Die durchgezogene Linie am Fuß des D (Baulk-Line) ist 737 mm von der Fußbande entfernt. Das D hat einen Radius von 292 mm. Die Aufsetzmarke für die schwarze Kugel ist 324 mm von der Kopfbande entfernt. Die Aufsetzmarke des pinkfarbenen Balls liegt genau in der Mitte zwischen der Aufsetzmarke von Blau (Mittelpunkt des Tisches) und der Kopfbande.
Die Spielfläche und die Banden von hochwertigen Snookertischen sind mit einem in der Regel grünen, feinen Kaschmirtuch überzogen, dessen Tuchnoppe von der Baulk-Line in Richtung des schwarzen Spots gebürstet wird. Unter dem Tuch befindet sich eine bis ca. 5 cm dicke Schieferplatte, die im Allgemeinen aus fünf Teilen besteht, wobei die Übergänge zwischen den Teilplatten durch Überschleifen geglättet werden müssen. An den Banden befinden sich Naturkautschukleisten unter dem Wolltuch, die das kontrollierte Auslaufen der Bälle aus den Banden ermöglichen.
Der Aufbau des Tisches vom Anstoßbereich nach oben:
Die roten Bälle werden so nah am pinkfarbenen Ball aufgesetzt wie möglich, ohne ihn zu berühren.
Die meist grüne Kreide, die beim Snooker benutzt wird, hat einen weit geringeren Fettgehalt als jene, die beim Poolbillard verwendet wird. Sie wird vor fast jedem Stoß neu auf die Pomeranze aufgetragen. Dadurch entsteht eine gesteigerte Haftung der Pomeranze an dem Spielball, damit dieser in eine Rotation versetzt werden kann. Diese Rotation ist wesentlich für das Positionsspiel, da der Spielball somit nach Auftreffen auf den gespielten Ball (Objektball) gelenkt werden kann, um für den nächsten Stoß eine günstige Ausgangsposition zu schaffen.
Ein bekanntes Problem besteht darin, dass die Bälle aneinander kleben bleiben können und somit klettern. Schmutz und Kreidereste spielen bei diesem Phänomen eine große Rolle. Dieser negative Effekt macht sich besonders deutlich bemerkbar, wenn mit Effet gespielt wird, da der weiße Ball eine Zeit lang am farbigen Ball haftet, bevor er abprallt. Dadurch wird der Treffpunkt verschoben, und das Ergebnis des Stoßes kann unvorhersehbar werden. Der Spielball verliert erheblich an Rotation und Geschwindigkeit. Dieses Phänomen wird im Snookerjargon als „Bad Contact“ oder „Kick“ bezeichnet.
Snooker ist ein Ansage- und Punktespiel.
Das Grundprinzip besteht darin, abwechselnd einen roten Ball und einen der sechs farbigen Bälle zu versenken, bis alle Objektbälle vom Tisch sind oder, bei einer Punktedifferenz größer als sieben, sich außer dem weißen nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch befindet. Ist das der Fall, ist der Frame (das Spiel bzw. der Satz) beendet. Ein Match besteht meist aus mehreren Frames, es gewinnt der Spieler das Match, der als erster mehr als die Hälfte einer festgelegten Zahl von Frames gewonnen hat.
Bei Ranglistenturnieren ist die Anzahl der Frames immer ungerade, so dass kein Unentschieden möglich ist. Bei Ligaspielen (z.B. Premier League) kann die Anzahl der Frames gerade sein, womit Matches auch unentschieden enden können.
Jeder der Bälle hat einen bestimmten Wert. Dieser Wert wird bei erfolgreichem Lochen dem Punktestand des Spielers hinzuaddiert.
Punktwerte der Bälle:
| Farbe | Wert | |
|---|---|---|
| Rot | 1 Punkt | |
| Gelb | 2 Punkte | |
| Grün | 3 Punkte | |
| Braun | 4 Punkte | |
| Blau | 5 Punkte | |
| Pink | 6 Punkte | |
| Schwarz | 7 Punkte |
Wird ein Ball vom Spieler nicht versenkt, kommt der gegnerische Spieler an den Tisch und erhält seinerseits die Möglichkeit, eine Folge von Bällen zu versenken. Wenn ein Spieler an den Tisch kommt, muss er zuerst immer eine Rote anspielen. Im Endspiel auf die Farben, wenn keine Roten mehr auf dem Tisch sind, wird immer mit dem niedrigstwertigen Ball begonnen, der noch auf dem Tisch ist.
Die farbigen Bälle werden nach dem Versenken wieder auf dem Tisch aufgesetzt, rote verbleiben, auch nach einem Foul, in den Taschen. Nach dem letzten roten Ball darf noch ein Farbiger nach Wahl gespielt werden. Sind alle roten Bälle und die letzte frei wählbare Farbe versenkt, müssen die farbigen Bälle in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch gespielt werden, angefangen mit Gelb (2), Grün (3), ... und zuletzt Schwarz (7).
Kann man keinen Ball versenken, versucht man den Gegner zu snookern. Dies geschieht, indem man den Spielball in eine Position bringt, aus der der Gegner keinen anzuspielenden Ball auf direkter Linie erreichen kann. Aus einem Snooker heraus passieren häufig Fehler oder Fouls. Die Foulpunkte erhöhen den Punktestand, und vielleicht ergibt sich im Anschluss an den Stoß des Gegners eine Situation, die man dann für sich selber ausnutzen kann, um das Spiel für sich zu entscheiden. Der Gegner, der gesnookert wird, muss reagieren, während man selber die Chance hat, das Spiel zu bestimmen.
Es gewinnt der Spieler, der bei Beendigung des Frames die höhere Punktzahl hat. Haben beide Spieler die gleiche Anzahl von Punkten, so wird der schwarze Ball erneut aufgesetzt und weitergespielt, bis der schwarze Ball fällt oder ein Foul begangen wurde (re-spotted black). Befindet sich außer dem Spielball nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch und ist die Punktedifferenz größer als sieben, gilt der Frame als beendet. Der Spieler, der den vorletzten (pinkfarbenen) Ball eingelocht hat, kann den schwarzen Ball aber noch spielen, wenn er es wünscht. Gelingt es ihm, den schwarzen Ball zu versenken, bekommt er die Punkte regulär zu seinem Punktestand hinzuaddiert. Ein Frame ist auch beendet, wenn ein Spieler aufgibt, weil er seinen Rückstand als unaufholbar einschätzt, d. h. wenn mit den verfügbaren Bällen weniger Punkte erreicht werden können, als zum Übertreffen des gegnerischen Punktestandes notwendig wären und der Spieler auch nicht glaubt, noch ausreichend Punkte durch erfolgreiche Snooker und die daraus resultierenden Foulpunkte zu erlangen. In diesem Fall gilt es als gutes Benehmen, den Frame aufzugeben, nachdem der Gegner am Tisch sein Break beendet hat.
Die maximal verbleibende Anzahl an Punkten, die sich noch auf dem Tisch befindet, lässt sich wie folgt berechnen: Anzahl rote Kugeln × 8 + 27
Durch ein Foul des Gegenspielers und einen anschließenden Freeball kann man theoretisch auch mehr Punkte hintereinander erzielen, dadurch ergibt sich ein Höchstwert von 1 + 7 + 147 = 155 Punkten. Das höchste bisher erzielte Break spielte Tony Drago mit 149 Punkten, das höchste Break in einem offiziellen Turniermatch gelang Jamie Burnett mit 148 Punkten. Beide Breaks wurden jedoch nicht ausschließlich mit roten und schwarzen Bällen erzielt. Es zählen immer nur die direkt erzielten Punkte des Spielers zum Break, also die versenkten Bälle, nicht die Gutschrift, die man für ein Foul des Gegners erhält.
Beispiele:
Man sagt, ein hinten liegender Spieler benötigt Snooker, wenn für ihn nicht mehr genügend Punkte auf dem Tisch liegen, um die Führung des Gegners auszugleichen. In diesem Fall benötigt er Zusatzpunkte aus Fouls des Führenden. Streng genommen ist ein Aufholen auch ohne Snooker möglich - durch versehentliche Fouls; solche sind aber eher unwahrscheinlich.
Nach einem Miss kann der Gefoulte nicht nur entscheiden, ob er selbst oder der Foulende aus der neuen Position weiterspielen soll (dies kann er bei jedem Foul), sondern er hat die Möglichkeit, dass alle Bälle an ihre Positionen vor dem Foul aufgesetzt werden, und der Foulende den Stoß wiederholen muss.
Nach einem zweimaligen Miss aus einer Spielsituation, aus der ein Ball On direkt hätte angespielt werden können, der Spieler aber eine schwierigere Variante wählte und foulte, verwarnt der Schiedsrichter den Spieler, dass bei einem erneuten Miss der Frame für ihn als verloren gewertet wird. Bei einem weiteren Miss in dieser Situation verliert der verwarnte Spieler den Frame.
Ein Miss darf nicht gegeben werden, wenn einer der beiden Spieler vor oder durch das Foul mehr Punkte Rückstand hat, als maximal erreichbare Punkte noch auf dem Tisch liegen.
Das Miss erhöht nicht die Zahl der Strafpunkte, die für ein Foul verhängt werden. Es ist sozusagen nur eine zusätzliche Warnung an den Spieler. Der Sinn des Miss ist, dass der Foulende sich durch die neue (irreguläre) Spielsituation keine Vorteile verschaffen kann.
Außer bei ohne Snooker nicht aufholbaren Punktedifferenzen werden Fouls, bei denen der Ball On verfehlt wurde und der Spielball nicht in eine Tasche fällt, im Bereich des Profi-Snooker bis auf sehr seltene Ausnahmen immer auch als Miss deklariert. Bei Weltklassespielern wäre es kaum möglich, ein versehentliches und ein taktisches Foul zu unterscheiden, weswegen die Miss-Regelung hier sehr rigide angewandt wird. Da man den Spielern mit jedem gegebenen Miss faktisch das absichtliche Spielen eines Fouls unterstellt, ist diese Vorgehensweise nicht unumstritten, wird aber mangels einer Alternative beibehalten.
Berührt vor dem Stoß der weiße Spielball einen Objektball, so muss weiß auf jeden Fall immer von diesem Objektball weggespielt werden, ohne dass der sich bewegt. Welche Anforderungen ansonsten noch erfüllt werden müssen hängt von der Situation ab:
Beim Spiel auf Rot ist auch eine andere, aber sehr selten gespielte Kombinationsvariante möglich, die Cannon genannt wird: Dabei wird der Spielball vom zuerst getroffenen roten Ball so abgelenkt, dass der Spielball anschließend eine zweite Rote trifft und diese versenkt. Der Name "Cannon" (deutsch "Karambolage") ist ein aus dem Carambolage-Billard entlehnter englischer Begriff.
Bis in die 1990er wurde Snooker eher defensiv gespielt, das heißt man war mehr darauf bedacht, am Tisch eine sichere Ablage zu hinterlassen, war also eher auf das „Snookern“ aus, riskierte seltener das Anspielen schwierig platzierter Bälle und wartete lieber auf ein günstigeres Bild. Ein Klassiker dieser Spielweise ist der sechsmalige Weltmeister Steve Davis. Insbesondere durch Stephen Hendry, der als der Meister der langen Einstiegsbälle gilt, wurde das Spiel zu Beginn der 1990er allgemein offensiver. Lange Bälle, Kombinationen und schwierigere Winkel werden öfter und mutiger angegangen, vor allem bei den sogenannten „Einsteigern“, dem jeweils ersten Ball einer Aufnahme, der die Basis für die großen Breaks der Profis bildet. Dies hebt auch die Ansprüche, die an einen jungen Nachwuchsspieler der modernen Zeit gestellt werden. Um in der Spitzenklasse mitspielen zu können, müssen solche schwierigen Bälle über die gesamte Länge des Tisches beherrscht werden, um überhaupt Chancen zu bekommen, einen Frame zu gewinnen. Die erfolgreichsten Spieler der Snooker-Neuzeit sind daher auch die sogenannten One-Chance-Player, die in der Regel nur einen versenkbaren Ball benötigen, um den Frame dann in einer Aufnahme zu entscheiden.
Im Vergleich zu vielen anderen Individualsportarten gibt es sehr wenige wichtige Turniere im Jahr. In der Saison 2005/06 konnten die Spieler in acht Turnieren Weltranglistenpunkte sammeln, das Einladungsturnier Rileys Club Masters gehört trotz seines großen Renommees traditionell nicht dazu. Wegen der geringen Anzahl der Turniere und der Möglichkeit, Punkte zu sammeln, treten in der Regel meistens alle Profispieler der Maintour bei allen Turnieren an. Somit hat kein schwächerer Spieler die Möglichkeit, auf kleinere Turniere auszuweichen, um Ranglistenpunkte zu sammeln.
Die wenigen Turniere sowie das hochklassige Teilnehmerfeld in jedem Turnier haben zur Folge, dass sehr wenige Spieler tatsächlich ein Turnier gewinnen können. So kommt es vor, dass einige Spieler jahrelang in den Top-Ten der Weltrangliste platziert sind, aber kein einziges Turnier gewinnen, andere aufgrund ihrer zeitweiligen Dominanz sehr häufig.
Eines der größten Turniere in Deutschland ist seit 2004 das Snooker German Open. Ausgerichtet wird dieses vom Snooker Sport Club (SSC) Fürth e.V.
In China ist Snooker auf dem Wege, den Status einer Randsportart zu verlassen. Das Finale der China Open 2005, das der Chinese Ding Junhui gegen Stephen Hendry gewann, schauten über 100 Millionen Fernsehzuschauer. Das Spiel verdrängte den gleichzeitig stattfindenden Grand Prix der Formel 1 aus dem Programm.
Obwohl in Deutschland nach wie vor Poolbillard die beliebteste Billardvariante ist, findet Snooker seit einigen Jahren auch hierzulande immer mehr Anhänger. Die gesamte Maintour und das Masters werden in Deutschland vom Spartensender Eurosport ausgestrahlt, die Snooker Premier League vom deutschen Sportsender DSF. Rolf Kalb, dem Snooker-Kommentator beim Fernsehsender Eurosport, ist – neben dem Sport an sich – der Anstieg der Beachtung dieser Spielart in Deutschland zu verdanken, da er durch seine Art der Kommentierung auch Neulingen den Sport – und vor allem dessen Regelwerk – näher bringt. Billardclubs stellen immer häufiger Snookertische auf und geben so Interessierten die Möglichkeit, den Sport selbst einmal auszuprobieren. Durchschnittlich schauen rund 1 Million Zuschauer die Übertragungen.
Auch im aktiven Spiel werden Deutsche zunehmend erfolgreich. Mit Lasse Münstermann und Patrick Einsle sind inzwischen zwei Deutsche an der 2003 gegründeten Snooker Academy in Rushden, die so berühmte Spieler wie Peter Ebdon und James Wattana zu ihren Mitgliedern zählt. Den bislang größten Erfolg für den deutschen Snookersport erreichte das deutsche Amateurteam beim European Team Cup 2005 auf Malta mit einem fünften Platz.
Für Snooker ist in Deutschland, wie für alle Billarddisziplinen, die Deutsche Billard-Union der Dachverband.
Mit den Snooker German Open gibt es mittlerweile auch in Deutschland ein Turnier, an dem Weltklassespieler aus den Top 10 der Weltrangliste teilnehmen.
Der Österreichische Snooker- und Billiards Verband (ÖSBV) wurde 1990 gegründet und im Dezember 1991 nahmen die ersten österreichischen Snookerspieler (Robert Burda und Alexander Tröster) an der Amateur-Weltmeisterschaft in Thailand teil. Seitdem nahmen immer wieder österreichische Spieler an Amateur-Weltmeisterschaften und U 21-Amateur-Weltmeisterschaften teil.
Auch in Österreich gibt es durch die TV-Übertragungen auf Eurosport und DSF reges Interesse an dieser Sportart. Auch auf ORF (Österreichischer Rundfunk) wurden in den letzten Jahren vereinzelt Turniere übertragen (Austrian Open in Wels, betandwin Snooker Cup in Wien, etc.).
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