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Slicks (engl. für glatt) sind profillose Reifen die bei richtiger Temperatur aufgrund ihrer sehr haftfähigen Laufflächenmischung für Einsätze auf trockenen oder leicht feuchten Strassen geeignet sind.

Slicks im Kraftfahrzeug-Rennsport


Im Gegensatz zu Slicks stehen Regenreifen und Intermediates, die ein Profil aufweisen. Während leicht profilierte Intermediates die gleiche Gummimischung wie Slicks haben, um auch auf trockener Straße noch zu funktionieren, haben Regenreifen starke Profilierung und eine noch weichere Gummimischung.

Eine wichtige Kenngröße ist die Temperatur. Diese muss in einem passenden Bereich bei ca. 80° C – und damit höher als bei einem normalen Pkw-Reifen – liegen. Darunter hat ein Rennreifen nur wenig Grip. Wichtig ist dafür der richtige Luftdruck und die Fahrwerksgeometrie, oft mit viel negativem Sturz, um die Aufstandsfläche (der Anteil der Reifenlauffläche, der Kontakt mit dem Ashphalt hat) bei Kurvenfahrt zu erhöhen. Da die Aufheizung von Slicks erheblich größer ist als bei herkömmlichen Reifen, müssen sie mit weit geringerem Kalt-Luftdruck angefahren werden (häufig nur 1,5 bis 1,8 bar). Der Luftdruck steigt bei Betriebstemperatur dann um ca. 0,7 bis 1 bar und ist in der Regel dann immer noch geringer als bei Straßenreifen. Damit wird jedoch eine größere Aufstandsfläche erzielt. Idealerweise sollte die gemessene Temperatur bei heissgefahrenen Reifen über die gesamte Breite identisch sein; ein Zeichen für die gleichmäßige Belastung beim Straßenkontakt.

Eine höhere Laufleistung von Slicks wird durch ein sogenanntes heat cycling erreicht. Dabei werden die Reifen maschinell oder durch ein bis zwei "heiße" Runden kurz auf Betriebstemperatur gebracht und danach mindestens 24 Stunden gelagert. Chemische Prozesse in der Gummimischung machen diese dann stabiler ohne Einbußen bei der Haftfähigkeit.

Geschichte


Die Verwendung von Slicks hat ihren Ursprung in der US-Motorsportszene der 1950er und 1960er. Damals wurden Reifen für Beschleunigungsrennen "rasiert", also die Profiltiefe verringert. Besonders beliebt waren dabei Produkte von Dunlop und der Goodyear Blue Streak. Ab 1971 (und bis 1997) wurden speziell produzierte Slicks in der Formel 1 verwendet, die die bis dahin erzielten Rundenzeiten stark verringerten. Auch im Tourenwagen- und Motorradsport setzten sich deshalb die Slicks durch.

Stärken


Mit Slicks wird eine größere Kontaktfläche zwischen Straße und Reifen erzielt. Dadurch ergibt sich eine höhere Haftkraft (grip), so dass mit dem zusätzlichen Verzahnungseffekt eine stärkere Antriebskraft und vor allem Seitenführungskraft übertragen werden kann (Traktion). Darüber hinaus würde ein Profil den Leichtlauf des Reifens auf Asphalt und die Kraftübertragung aufgrund zusätzlicher Gummiverformung bzw. Walkarbeit verschlechtern. Auch die Geräuschentwicklung ist durch den Verzicht auf Profilierung reduziert, Reifenquietschen tritt kaum auf. Durch den Verzicht auf Negativ-Profil hat ein Reifen mehr Gummi und somit mehr Verschleiß-Reserven. Er kann bei hoher Beanspruchung und Temperaturen bis 100° C noch gut funktionieren.

Rundenzeiten auf trockenen Rennstrecken werden aus diesen Gründen durch Slicks stark reduziert. Laut Fahrversuchen mit Serien-Sportwagen auf der alten, kurzen Variante des Hockenheimrings (ohne die neue Schikane am Ende der Querspange) beträgt der Zeitgewinn im Vergleich zu straßenzugelassenen Serienreifen etwa 4 Sekunden, gegenüber straßenzugelassenen Sportreifen immer noch rund 2 Sekunden; ausgehend von einer mit Slicks gefahrenen Rundenzeit von ca. 1:14 Minuten.

Schwächen


Slick-Reifen sind bei trockenen und leicht feuchten Rennbedingungen einsetzbar. Hauptproblem ist bei letzterem der Abfall der Temperatur unter den optimalen Bereich, wodurch die Haftung je nach verwendeter Gummimischung stark nachlässt. Kommt es zu Feuchtigkeit auf dem Asphalt, bildet sich zwischen Reifen und Straße ein Wasserfilm, es kommt zum Aquaplaning, bei dem das Fahrzeug nicht mehr steuerbar ist.

Der Grenzbereich zwischen Haftung und Haftungsverlust ist bei Slicks schmaler als bei profilierten Reifen; ein Ausbrechen des Fahrzeugs geschieht somit zwar bei höherem Tempo, aber erheblich schneller. Da die maximale Traktion bei Beschleunigung und Seitenführung aber erst bei einem Schlupf von ca. 7 bis 10 Prozent erreicht wird, erfordert das Ausnutzen der Möglichkeiten von Slicks erhebliche Fähigkeiten und Erfahrung.

Die bei Slicks verwendeten Gummimischungen und die Beanspruchung auf Rennstrecken begrenzen die Laufleistung der Reifen auf einen Bruchteil derer von Straßenreifen. So kann schon nach weniger als 200 Kilometern die Lauffläche bis auf die Karkasse verschlissen sein.

In der Regel werden Slicks nur von den Rennreifen-Abteilungen der Reifenhersteller und nur an Inhaber von Rennlizenzen verkauft.

Hinweise


  • Die Flächenunabhängigkeit der Reibung gilt nur für starre Körper, zu denen Kraftfahrzeugreifen nicht zählen.
  • Diese Reifenart ist für Kraftfahrzeuge auf öffentlichen Straßen aufgrund der Vorschrift zu mindestens 17% Negativ-Profil-Anteil verboten.
  • Diese Reifenart hat für Kraftfahrzeuge auf öffentlichen Straßen aufgrund der dort nicht erreichbaren Betriebstemperatur keinerlei Vorteile.

Bereifung | Motorsport

 

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