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Slapstick, eigentlich slapstick comedy *, ist ein Filmgenre und eine spezielle Form der Komödie. Bezeichnend für den Slapstick ist durch eine körperliche oder körperbezogene Aktion hervorgerufene Komik. Berühmte Klischees sind z. B. das Ausrutschen auf einer Bananenschale sowie das Werfen von Sahnetorten. Insbesondere kommt Slapstick ohne Worte aus. Slapstick ist reine Körperkomik.

Der Begriff Slapstick stammt von der gleichnamigen Theaterrequisite. Der Slapstick ist eine Art Schlagstock, der aus zwei aneinanderliegenden Latten besteht. Diese erzeugen bei einem angetäuschten Schlag einen lauten Knall und unterstützen somit akustisch die Performance von Schauspielern, die mit diesem Stock eine Prügelei darstellen können, ohne sich dabei zu verletzen.

Viele Szenen in Slapstickfilmen sind Formen der Sachbeschädigung oder des Sturzes, die für einen Beobachter recht lustig aussehen und in der gebotenen Form auch schon das eine oder andere Mal im wirklichen Leben passierten.

Typische Slapstickeinlagen:

  • Abgebrochener Türgriff in der Hand
  • Ausrutschen auf Bananenschale
  • Abknicken eines Regenrohres beim Hinauf-/Hinabklettern
  • Jemanden mit einer Leiter über der Schulter beim umdrehen K.O. schlagen

Insbesondere viele Stummfilm-Komödien sind diesem Genre zuzurechnen. Blütezeit waren die 1920er Jahre, als vor allem die Kurzfilme von Mack Sennett und Hal Roach alle Publikumsrekorde brachen.

Viele der Komiker, die dadurch damals berühmt wurden, sind Filmfans auch noch heute ein Begriff. Selbst ein Charlie Chaplin frönte in seinen frühen Kurzfilmen (ca. 1914-1916) dem Slapstick; ebenso legendär sind Laurel and Hardy - hierzulande besser als Dick und Doof bekannt - und Buster Keaton.

Allerdings entstanden auch hunderte schnell und billig zusammengekurbelte Komödien, die heute bestenfalls noch historisch relevant sind. Eine der bekanntesten Reihen waren Sennett's Keystone Cops, eine Gruppe leicht dämlicher Polizisten, deren Filme vor allem aus Unmengen an Sahnetorten, rasanten Verfolgungsjagden und jungen Mädchen bestanden.

Nach Einführung des Tonfilms konnten sich Slapstick-Komödien als eigenes Filmgenre nur schwer halten. Die so genannten Screwball-Komödien der 30er bis 50er Jahr des 20. Jahrhunderts enthalten zum Teil Slapstickelemente, die jedoch gleichberechtigt dem Wortwitz gegenüberstehen. Ein gutes Beispiel ist "Bringing Up Baby", von Howard Hawks (1938). Hierzu zu zählen sind aber auch die Filme der Marx Brothers zwischen 1929 und 1949.

In den 60er Jahren wurde das Genre wiederbelebt vor allem durch der Regisseur Blake Edwards und den Schauspieler Peter Sellers. Die Zusammenarbeit beider wurde geprägt durch die mit Slapstick-Elementen durchsetzte Inspector-Clousseau-Reihe (ab 1963) und insbesondere durch den Spielfilm "The Party" ("Der Partyschreck", 1986), der fast ohne nennenswerte Dialoge auskommt und in dem ein einzelner Mann aus Tollpatschigkeit eine Party aufmischt und ein ganzes Haus demoliert.

1979 inszenierte Steven Spielberg den Film "1941", der ebenfalls als Hommage an das Slapstick-Kino der Stummfilmzeit zu werten ist. Vier der unzähligen Höhepunkte des Film sind eine Massenschlägerei, eine Fahrt mit dem Panzer durch ein Farbenlager, ein ins Meer rollendes Riesenrad und ein langsam und genüsslich über die Klippen stürzendes Haus.

Nachdem die Monty Python-Crew das Genre in den späten 1960ern und 1970ern erst ausgebaut hatten, erlebte es in den 1980er Jahren eine Wiederbelebung. Die amerikanische Serie Police Squad! vom legendären Regieteam um David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker war eine Parodie auf die damaligen "Polizeirevierserien". Dieselben Leute brachten diese Szenerie 1988 ins Kino: The Naked Gun: From the Files of Police Squad (Dt: Die nackte Kanone) glänzte durch Wortwitz, Nonsens-Einlagen wie z. B. Sketche im Hintergrund einer Szene und den oben beschriebenen klassischen Elementen des Genres. Leslie Nielsen mimte - wie auch in der Serie - den Polizisten Frank Drebin. Eine Nebenrolle ging an den amerikanischen Sportler Orenthal James Simpson (bekannt geworden als O. J. Simpson in englischer Aussprache). Es folgten zwei Fortsetzungen: Naked Gun 2 1/2: The Smell of Fear (1991); und Naked Gun 33 1/3: The Final Insult (1994)

Zu dieser Zeit entstanden ebenfalls: Airplane! (deutsch: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, auch von David Zucker) mit Fortsetzung Airplane II - The Sequel, ebenfalls mit parodischem Unterton angelehnt an die Serie Airport und das gesamte Genre der Katastrophenfilme, sowie Kentucky Fried Movie". In den Anfängen der 90er Jahre wurde sich der erfolgreiche Action-Komödien Reihe Lethal Weapon (Gibson / Glover) in Loaded Weapon 1 (u. a. Samuel L. Jackson) angenommen. Auch die SciFi-Trilogie Star Wars wurde in Mel Brooks' Spaceballs veralbert, der mit den Filmen Mel Brooks verrückte Geschichte der Welt die Monumentalfilme und mit Robin Hood: Men in Tights, sowie Dracula: Dead and Loving It (Leslie Nielsen) jene Abenteuer- & Horrorklassiker parodierte. In den letzten Jahren flammte das Genre durch Filme wie die Austin Powers-Trilogie wieder leicht auf. Mitte der neunziger Jahre gab es in Hollywood einen weiteren Slapstick Boom. Ausgelöst wurde er durch den Komiker Jim Carrey als Ace Ventura.

Gerade das deutsche Kino hat diese Art der Komödie aktuell aufgegriffen (Der Wixxer; Der Schuh des Manitu; Traumschiff Surprise - Periode 1)

Aber auch deutsche Komiker lieben den Humor des Slapstick, und bauen ihn immer weiter aus, wie Bastian Pastewka, Lars Hohlfeld, Arthur Senkrecht und Ralf Schmitz.

In keinem Fall zu vergessen ist die deutschen Fernsehserie Nonstop Nonsens von Ralf Gregan (Autor), Heinz Lisendahl (Regie) und Dieter Hallervorden aus den Jahren 1975 bis 1980. In Nonstop Nonsens wird mit Erfolg versucht, die Elemente des Slapstick der 20er Jahre (v. a. Körperkomik und Akrobatik, Rasanz, Tempo, Musik) wieder aufleben zu lassen.

Ein weiterer Aspekt des Slapsticks sind manche Cartoons, wie z. B. Tom & Jerry und Roadrunner.

Dem Slapstick ähnlich sind Sendungen, in denen komische und meist unbeabsichtigte Slapstickszenen von Amateurfilmern gezeigt werden, wie Pleiten, Pech und Pannen.

Siehe auch


Filmgenre | Humor

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