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Skorbut (manchmal auch als Möller-Barlow-Krankheit oder Möller-Barlow-Syndrom bezeichnet) ist eine Krankheit, die durch einen Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure) ausgelöst wird (Avitaminose).

Symptome und Beschwerden


Folgende Symptome treten erst mehrere Monate nach Beginn des Mangels an Vitamin C auf:

Die Leistungsfähigkeit und die Arbeitskraft lassen erheblich nach. Im weiteren Verlauf führt Skorbut zum Tod durch Herzschwäche. Eine tägliche Dosis von 50 Milligramm Vitamin C gilt als ausreichend, um der Mangelerkrankung vorzubeugen. Hierbei ist anzumerken, dass die meisten Symptome des Skorbut auf die fehlerhafte Biosynthese des Kollagens zurückgehen. Vitamin C ist ein wichtiger Cofaktor bei der Modifizierung der Aminosäuren Prolin und Lysin zu Hydroxyprolin und Hydroxylysin (Hydroxylierung). Bei fehlender Hydroxylierung werden nur schadhafte Kollagenmoleküle gebildet, die ihrer Funktion als Strukturprotein nicht nachkommen können. Die bei schwerem Skorbut auftretende Depression hingegen könnte mit der gestörten Bildung von Noradrenalin, sekundär Adrenalin sowie Serotonin zusammenhängen, da deren Synthese durch die Dopamin-ß-Hydroxylase (im Falle des (Nor)Adrenalins) Vitamin C abhängig erfolgt.

Ursachen


Die Ursache von Skorbut ist der Mangel an Vitamin C (Avitaminose), das heißt, weniger als etwa 20 Milligramm Vitamin C am Tag. Die als perfekter Mittelwert angegebene Dosis liegt bei 75mg am Tag.

Behandlung


Die Behandlung der Krankheit besteht in der Verabreichung von Vitamin C, zum Beispiel als Vitamintabletten, Saft aus Zitrusfrüchten und reichlich Obst oder Gemüse.

Namensherkunft


Die Herkunft des Namens Skorbut und des deutschen Namens Scharbock ist nicht sicher geklärt. Nach einer Erklärung hat das Wort seinen Ursprung im holländischen Scheurerbek (wunder Mund). Nach einer anderen stammt es vom germanischen Skyrbjúgr ab, von Skyr= Sauermilch, Quark und Bjúgr, einer Gewebeveränderung, womit also eine Krankheit beschrieben wurde, die hauptsächlich auftritt, wenn man sich in Notzeiten von länger haltbaren, aber vitaminarmen Lebensmitteln wie Quark ernähren musste.

Geschichte


Skorbut war schon seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. in Ägypten als Krankheit bekannt. Später schrieben auch der griechische Arzt Hippokrates und der römische Autor Plinius darüber.

Im Mittelalter war Skorbut oft die Haupt-Todesursache bei Seeleuten; so verlor zum Beispiel das Schiff, die Vasco da Gama auf einer Reise von 160 Mann Besatzung etwa 100 Mann durch Skorbut. Grund für das häufige Auftreten von Skorbut auf See war die einseitige Ernährung, die, mangels Konservierungsmöglichkeiten, hauptsächlich aus Pökelfleisch und Schiffszwieback bestand. Erst als der britische Schiffsarzt James Lind 1754 in einer für damalige Verhältnisse sehr modernen Studie zeigen konnte, dass Zitrusfrüchte gegen Skorbut halfen, verlor die Krankheit ihren Schrecken (Die Originalarbeit von Lind). Allerdings weigerte sich die Britische Marine aus Kostengründen hartnäckig diese Erkenntnisse umzusetzen und erließ erst 48 Jahre später entsprechende Vorschriften zum Mitführen von Zitrusfrüchten auf längeren Schiffsreisen. Wieviele Menschenleben diese Verzögerung der Umsetzung gekostet hat, lässt sich nur erahnen.

Neben Zitronen- oder Limettensaft wurden auch Sauerkraut und Kartoffeln an Bord genommen. Von der täglichen Ration Limonensaft stammt übrigens der Spitzname Limey der englischen Matrosen. Heute werden zur Bekämpfung von Skorbut vorwiegend Orangen benutzt, da diese mehr Vitamin C enthalten.

Auch an Land trat Skorbut auf, besonders in den Wintermonaten und in belagerten Festungen oder bei den ersten Nordamerika-Siedlern, wo Obst und Gemüse anfangs knapp waren. Maximilian zu Wied-Neuwied erkrankte am 11. März 1834 am Missouri in Fort Clark an Skorbut; nach dem Verzehr der Blätter und Zwiebeln der kleinen weiß blühenden Allium reticulatum stellte sich die Genesung ein.

Im Deutschland der Nachkriegszeit war Skorbut unter den Kindern von Heimatvertriebenen verbreitet.

Das Scharbockskraut hat seinen Namen, weil es im Frühjahr zur Behandlung von Skorbut gegessen wurde, ebenso wie Brennnesseln. Beide sind reich an Vitamin C.

Im 20. Jahrhundert trat Skorbut massenhaft während des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie in den deutschen Konzentrationslagern (Arbeits- und Vernichtungslager) und in den Zwangsarbeitslagern in der Sowjetunion (Archipel Gulag) auf.

Da heute Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar sind, tritt Skorbut bei uns heute nur noch selten auf.

Skorbut ist eine häufige Begleiterscheinung von Unterernährung (andere solche Mangelkrankheiten sind etwa Beriberi oder Pellagra) und ist deshalb noch weltweit verbreitet, besonders in den Entwicklungsländern der Dritten und Vierten Welt.

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