Im ältesten literarischen Werk der Antike, bei Homer, ist die Sklaverei bereits voll ausgebildet. Die Ilias (ca. 750 v. Chr) beginnt mit einem Streit um zwei Sklavinnen (Briseis und Chryseis). In der Regel ist die Unfreiheit eine Folge von Kriegsgefangenschaft. Bei der Eroberung einer feindlichen Stadt wurden die Männer meist getötet, die Frauen und Kinder als Sklaven der Sieger verschleppt. Hieraus erklärt sich, dass die meisten Unfreien weiblich waren (umstritten). Erwachsene männliche Sklaven waren entweder als Jungen erbeutet worden oder eben Kinder aus einer Sklavenehe.
Die Sklaven hatten dann im gegnerischen Lager und später im Haus ihres Besitzers alle anfallenden Arbeiten zu verrichten. Männliche Unfreie dienten als Gartenarbeiter, in der Landwirtschaft und vor allem als Viehhirten. Ihre weiblichen Schicksalsgenossinnen waren Haushaltsdienerinnen und Gesellschafterinnen der Herrin. Darüber hinaus mussten Sklavinnen ihren Herren als Beischläferinnen dienen.
Über die Sklavenpreise der homerischen Zeit erfahren wir nicht viel. Dass die Sklavenpreise zwischen Ilias- und Odyssee-Zeitraum gestiegen sind, läßt sich aus den wenigen Angaben zu Sklavenkauf in beiden Epen nicht entnehmen. Eurykleia im Haushalt des Odysseus hatte als schönes junges Mädchen zwanzig Rinder gekostet; dort lebten (rund) fünfzig Sklavinnen. Wir haben wenig Anhalt, wieviele Kinder und männliche Sklaven hinzuzuzählen sind.
Sklaverei | 8. Jahrhundert v. Chr. | Griechische Geschichte (Antike)
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"Sklaverei bei Homer".
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