Die Fünf Skandhas (sanskrit: pañca upādānaskandhāḥ, pāli: khandha), auch: Gruppen der Anhaftung, Aggregate, Daseins- oder Aneignungsgruppen, Zusammenhäufungen.
Bereits in einer seiner ersten Lehrreden, in der "Lehrrede von den Kennzeichen der Nicht-Seele" legte der Buddha dar, dass kein Bestandteil einer Person die Merkmale einer festen Seele aufweist. Die Lehre von den Skandhas oder fünf Daseinsfaktoren ist neben der Lehre vom Leid ein zweiter Grundpfeiler des Buddhismus. Sie dient dem Verständnis des Erlösungsweges und beruht auf einfachen Erfahrungen und Beobachtungen. Buddha widersetzt sich hier dem anthropologischen Dualismus (Verständnis von Leib und Seele).
4. Geistformationsgruppe (skt. samskāra, p. samkhāra) Alle heilsamen und unheilsamen (guten und schlechten) Willenstätigkeiten sind hier eingeschlossen. Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten. Der Mensch reagiert und interpretiert die Wahrnehmungen. Dieser vierten Gruppe kommt eine herausragende Bedeutung für die zukünftige Existenz zu, denn hier entstehen Vorstellungen, Begierden und Sehnsüchte, die das Handeln beeinflussen und bei deren Erfüllung neues Karma angehäuft wird. (Buddha definiert karma mit Wollen (cetana) ("Wollen Ihr Mönche, nenne ich Karma.). Nachdem man gewollt hat, handelt man durch Körper, Rede und Geist. Wollen ist geistiges Bauen, geistige Tätigkeit. Seine Aufgabe besteht darin, den Geist in Bereiche der guten, der neutralen und der schlechten Handlung zu leiten. Wie bei der Gefühlsgruppe und Wahrnehmungsgruppe gibt es sechs Arten von 'Wollen', die mit den sechs inneren Fähigkeiten und den entsprechenden sechs Objekten (körperlich & geistig) in der äußeren Welt verbunden sind. Gefühle und Wahrnehmungen sind keine Willenstätigkeit und haben keine Karmafolgen. Nur Willenstätigkeit- wie Aufmerksamkeit, Wille, Entschlossenheit, Vertrauen, Konzentration oder Sammlung, Weisheit, Tatkraft, Begierde, Widerstreben oder Hass, Unwissen, Dünkel, Persönlichkeitsglaube usw. können karmische Wirkungen haben. 5. Bewusstseinsgruppe (skt. vijñāna, p. viññāna) Bewusstsein entsteht durch das Gewahrwerden der Samskaras. Es ist die Summe der vier ersten Daseinsfaktoren. Ein „Selbst“ entsteht, in dem die Außenwelt nicht erfasst wird, sondern das die Außenwelt in sich entstehen lässt („projiziert“). Bewusstsein ist eine Reaktion oder Antwort, die eine der sechs Fähigkeiten (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist) als Grundlage und eine der entsprechenden äußeren Erscheinungen (sichtbare Form Ton, Geruch, Geschmack, Tastobjekte und Geistobjekte d.h. eine Vorstellung oder einen Gedanken) zum Objekt hat. Sehbewusstsein hat das Auge als Grundlage und eine sichtbare Form als Objekt. Denkbewusstsein hat den Geist als Grundlage und ein Geistobjekt, d.h. eine Vorstellung oder einen Gedanken, als Objekt. Bewusstsein ist daher mit anderen Fähigkeiten verbunden. Wie beim Gefühl, bei der Wahrnehmung und beim Wollen gibt es also auch beim Bewusstsein sechs Arten, entsprechend den sechs inneren Fähigkeiten und den sechs äußeren Objekten.
Diese fünf Faktoren sind wechselnd, nicht steuerbar, rasch vergänglich und abhängig voneinander, so dass auch der Mensch ihren Veränderungen unterworfen ist. Er ist ein dauernd wechselnder Prozess und keine dauerhafte Substanz. Somit hat der Mensch auch keine unsterbliche Seele und keine Persönlichkeit, die sein Handeln und denken bestimmt, also kein „Ich“. Buddha war absolut von der Vergänglichkeit der Menschen überzeugt. Wiedergeboren wird allein das im vorigen Leben angesammelte Karma. Nach der Wiedergeburt ändern sich die fünf Daseinsfaktoren aufgrund eines anderen Umfelds wieder völlig.
Diese Lehre hängt eng mit der Lehre vom Leid Dukkha zusammen. Nur wenn das „Ich“ als frei von dauerhafter Substanz erkannt wird (Anatta), kann man die Ich-Sucht verlieren und Befreiung vom Leben und damit vom Leid finden. Es ist also einfacher den Egoismus zu verlieren, der zu Gier, Hass und Verblendung führt, die durch Karma den Weg ins Nirwana versperren würden.
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