Skanderbeg2.jpg Skanderbeg, eigentlich Georg Kastriota oder albanisch Gjergj Kastrioti Skënderbeu (* 1405; † 17. Januar 1468 in Lezha) war ein albanischer Fürst. Er ist durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen berühmt geworden. Er gilt den Albanern als Nationalheld.
Als im November 1443 die Ungarn über die Türken siegten, verließ Skanderbeg mit ihm unterstellten Albanern das Heer des Sultans. Er bemächtigte sich am 27. November 1443 der Festung Kruja und fiel am folgenden Tag offen vom Sultan ab. 1444 gründete er die Liga von Lezha als Verteidigungsbündnis gegen die Türken. Mit dieser Allianz führte Skanderbeg 18 Jahre erfolgreich Krieg gegen die Osmanen, denen es nicht gelang, sich dauerhaft in Mittel- und Nordalbanien festzusetzen.
1451 heiratete Skanderbeg Marina, die Tochter des Fürsten Arian Thopia. 1456 wurde sein Sohn Gjon geboren.
1461 schließt Skanderbeg einen dreijährigen Waffenstillstand mit Sultan Mehmet II.. Obwohl es auch in der Folgezeit zu Scharmützeln kommt, wird im April 1463 in Skopje ein weiterer Waffenstillstand abgeschlossen. In der ruhigern Phase des Krieges Anfang der sechziger Jahre war Skanderbeg nach Italien gereist, um Geld und Truppen von seinem Lehnsherrn König Alfons I. von Neapel zu erbitten. Dieser gewährt Skanderbeg eine Pension und schenkt ihm außerdem umfangreiche Ländereien in Süditalien.
Bis zu seinem Tod 1468 verteidigte Skanderbeg, von der Festung Kruja aus, Albanien gegen das Osmanische Reich. Seine Schwester, Mamica (Albanisch: Mamicë), half ihm bei der Verteidigung. Doch sie starb dann später bei Kämpfen gegen die Türken. Die Osmanen versuchten wiederholt mit riesigen Streitmächten, die Macht von Skanderbeg zu brechen. So belagerten sie Kruja wiederholt, ohne die Festung einnehmen zu können. Die albanischen Truppen waren aber zu schwach, um die Türken komplett zu vertreiben, und die erhoffte Unterstützung von anderen bedeutenden europäischen Herrschern blieb aus.
Skanderbeg wurde nach seinem natürlichen Tod im Januar 1468 in einer Kirche im nordalbanischen Lezha begraben. Sein zwölfjähriger Sohn folgt ihm in der Herrschaft nach. Erst zehn Jahre nach seinem Tod konnten die Türken 1478 Albanien endgültig besetzen und während mehr als 400 Jahre beherrschen. Grab und Kirche wurden von den Türken zerstört. Viele Türken sollen Teile seiner Überreste als Talisman genommen haben. Von der Grabeskirche sind heute nur noch Ruinen zu sehen. In den 1970ern wurde ein Mahnmal mit Nachbildungen des Helmes und des Schwerts von Skanderbeg errichtet. Die Originale sind im Kunsthistorischen Museum in Wien.
Skanderbeg wurde schon zu Lebzeiten in ganz Westeuropa berühmt. Der Papst bezeichnete ihn als Athleta Christi. Sein erfolgreicher Kampf gegen die "Ungläubigen" brachte ihm nicht nur den Status als Nationalhelden Albaniens ein, sondern war auch Thema zahlreicher Bücher, Theater und einer Oper von Antonio Vivaldi, die oft erst einige hundert Jahre nach seinem Tod verfasst wurden.
In den Hauptstädten Tirana und Prishtina sind die zentralen Plätze nach ihm benannt (Skanderbeg-Platz) und werden durch Reiterstatuen von ihm geschmückt.
Von 1944 bis 1945 trug bei der deutschen Waffen-SS die aus Albanern bestehende 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS "Skanderbeg" seinen Namen.
Herrscher (Albanien) | Militärperson (Albanien) | Nationalheld | Albaner | Mann | Geboren 1405 | Gestorben 1468
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