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Six Sigma (6σ) ist eine Methode des Qualitätsmanagement, um einen möglichst fehlerfreien Prozess zu erreichen. Die internationalen Standards (wie ISO 16949 oder ISO 9000ff) beschreiben die Anforderungen, WAS umgesetzt werden muss, Six Sigma bietet Werkzeuge, WIE es geschehen kann.

Six Sigma setzt insbesondere auf eine Analyse des Ist-Prozesses, um die für den Prozess wichtigen Parameter, Fehlermöglichkeiten und Prozesskennzahlen zu erkennen und einer objektiven statistischen Analyse zugänglich zu machen. Die Nachvollziehbarkeit bei der Analyse, der Entscheidungsfindung und beim Nachweis des Projekterfolges nimmt bei Six Sigma besonderen Stellenwert ein.

Einige Unternehmen erwarten von ihren Lieferanten Nachweise über Six Sigma-Qualität in den Produktionsprozessen, mit denen bewiesen werden soll, dass der Zulieferer seine Waren qualitativ hochwertig produziert.

Statistische Interpretation


Das Sigma entspricht der Standardabweichung der Gaußschen Normalverteilung. Aus der Anzahl der Fehler in einem Prozess kann mit Hilfe von Tabellen oder Statistik-Programmen das Sigma-Niveau ermittelt werden. Folgende Liste stellt den Sigma-Niveaus die Anzahl der Fehler je eine Million produzierter Einheiten (oder auch: DPMO = defects per million opportunities) gegenüber:

1 691.462 30,85375% 2 308.537 69,14625% 3 66.807 93,31928% 4 6.210 99,37903% 5 233 99,97673% 6 3,4 99,99966% (* DPMO und Ausbeute bei einer einseitigen Betrachtung der Normalverteilung; eine größere Streuung im Langzeitverhalten ist durch eine Verschiebung um 1,5 Sigma bereits berücksichtigt)

Six Sigma im statistischen Sinne drückt also aus, dass unter einer Million Fehlermöglichkeiten (nicht Teile) weniger als 4 Fehler zu finden sind. In der Produktion bedeutet dies, dass praktisch eine Nullfehlerproduktion vorliegt. Nach Schätzungen liegen die Qualitätsmanagementmethoden ohne Six Sigma bei Ausbeuten im Bereich von 3σ bis 4σ. Bessere Ergebnisse werden mit herkömmlichen Prozessverbesserungsmethoden nur für schwer möglich gehalten. Für einige kritische Bereiche sind selbst 6σ noch zu fehleranfällig, z. B. bei Fluggesellschaften oder Elektrizitätsunternehmen.

Six Sigma unterstellt, dass die Fehler der Prozesse immer der Gauss (symmetrischen) Normalverteilung folgen. Sehr häufig aber ergibt sich eine unsymmetrische "Logarithmische Normalverteilung".

In diesem Falle würde ein falsches (unbrauchbares) Sigma errechnet.

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Logarithmische_Normalverteilung

Qualifizierung


Um Six-Sigma-Projekte in einem Unternehmen durchzuführen, werden standardisierte Schulungen angeboten, die die Teilnehmer entsprechend ihrer Anforderungen qualifizieren.

Die Bezeichnungen orientieren sich dabei an japanischen Kampfsportarten:

  • Der Master Black Belt begleitet Projekte als Coach und führt Trainings durch.
  • Der Black Belt leitet größere Six-Sigma Projekte mit hohem statistischen Anspruch. Die Einsparungen dieser Projekte liegt bei 100 TEUR oder mehr. Ein Black Belt steht zu 100% Six Sigma Projekten zur Verfügung.
  • Der Green Belt leitet kleinere Six-Sigma Projekte mit Einsparungen pro Projekt um die 10 TEUR; Green Belts arbeiten projektbezogen parallel zu Ihrem "Tagesjob".

Daneben gibt es je nach Unternehmen Yellow Belts, White Belts, Blue Belts mit unterschiedlichen Schulungstiefen, jedoch alle unter einem Green Belt angesiedelt und daher ohne eigene Projektleitung versehen.

Geschichte


Vorläufer von Six Sigma wurden in den 1970ern im japanischen Schiffbau, später in der japanischen Elektronik- und Konsumgüterindustrie eingeführt. Entwickelt wurde Six Sigma Mitte der 80er Jahre in den USA bei Motorola, wobei es mittlerweile weltweit von zahlreichen Unternehmen implementiert wird. Die größte Popularität erlangte die Six-Sigma-Philosophie durch die Erfolge bei General Electric (GE). Diese Erfolge sind stark mit dem Namen Jack Welch verbunden, der damals Six Sigma bei GE implementierte. Nachdem diese Methode anfangs nur in der Produktion eine Anwendung fand, hat sie in den letzten Jahren immer stärkeren Einzug in den Service- und Dienstleistungsbereich gefunden. Zudem wird derzeit versucht, Six Sigma auf weitere Bereiche wie z.B. die Distribution oder das Bankwesen anzupassen.

Literatur


  • Kjell Magnusson, Dag Kroslid, Bo Bergman: Six Sigma umsetzen. Hanser Fachbuch 2004 ISBN 3446216332
zum Buch: Die drei Autoren sind Experten auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements. Das Buch, das ursprünglich auf Englisch erschien, gibt eine ausführliche Einführung in die Begriffswelt rund um Six Sigma und weist auf mögliche Probleme bei der Umsetzung hin. Die aktuellen Auflagen enthalten zudem zahlreiche Unternehmensbeispiele. Ebenso ist eine CD-ROM mit nützlichen Programmen beigefügt.
  • Rolf Rehbehn, Zafer Bülent Yurdakul: Mit Six Sigma zu Business Excellence. Strategien, Methoden, Praxisbeispiele. 1. Aufl. Publicis MCD Verlag 2003 ISBN 3895781851 bzw. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2005 ISBN 3-89578-261-0
  • Armin Töpfer et al.: Six Sigma. 3. Aufl. Springer, Berlin 2004 ISBN 3540218998
zum Buch: Der Herausgeber Armin Töpfer ist Professor an der TU Dresden. Dieses Buch zeigt Grundlagen von Six Sigma auf und geht zudem sehr stark auf die Umsetzung in der Praxis ein. Zu diesem Zweck beschreiben zahlreiche Autoren aus verschiedenen Unternehmen ihre Six-Sigma-Ansätze.
  • Dag Kroslid, Konrad Faber, Kjell Magnusson: Six Sigma. Hanser Fachbuch 2003 ISBN 3446222944
zum Buch: Dieses Taschenbuch beschreibt auf wenigen Seiten knapp und präzise Six Sigma und wie diese Strategie umgesetzt werden kann. Unterstützt wird das Ganze durch zahlreiche Abbildungen, Tipps und Beispiele.
  • Rath & Strong: Six Sigma Pocket Guide. TÜV Verlag ISBN 0-9705079-0-9
zum Buch: Dieses kleinformatige Taschenbuch (11x15 cm) fasst das Thema in ca. 200 Seiten kurz und prägnant zusammen. Gute Hilfe für den Schreibtisch für den Praktiker im Betrieb; das Buch gibt es auch noch in den Abwandlungen Advanced... für weitere Statistik-Methoden und Team für die Behandlung der "weichen Seite". Beide nur in Englisch erhältlich.
  • W. Achenbach, K. Lieber, J. Moormann: Six Sigma in der Finanzbranche. Bankakademie Verlag GmbH 2005 ISBN 3937519130
zum Buch: Einführung, Erfahrungsberichte und auch Meinungen aus Sicht von Beratern beschreiben die Anwendungsmöglichkeiten in Dienstleistungsunternehmen.
  • Mikel Harry, Richard Schroeder: Six Sigma. Campus 2000.
zum Buch: Einer der modernen Klassiker zum Thema: Die Autoren Mikel Harry und Richard Schroeder entwickelten in den achtziger Jahren bei Motorola den umfassenden Qualitäts-Management-Ansatz Six Sigma. Hier findet sich eine Zusammenfassung des Buches.
  • George Eckes: "The Six Sigma Revolution - How General Electric and Others Turned Process Into Profits". John Wiley & Sons © 2000, 274 Seiten.

Weblinks


Qualitätsmanagement

  • http://www.bpm-guide.de/articles/32 - Artikel über Six Sigma, speziell DMAIC
  • Kritischer Artikel aus Qualitydigest zu Six-Sigma (englisch)

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