Ausgrabungen beweisen, dass die Gegend des heutigen Sion bereits in der Steinzeit besiedelt war. Die Dolmen von Petit-Chasseur (2.900-2200 v. Chr.) gehören zu den herausragenden Relikten des Megalithbaus im Alpenraum. Als im Jahre 15 v. Chr. die Römer das bis dahin keltische Wallis eroberten, entstand die SiedlungSedunum. 580 wurde der Bischofssitz von Martigny hierher verlegt, und seit 999 amtierte der Bischof gleichzeitig als Landesherr.
Siehe hierzu auch die Artikel Geschichte des Wallis und Bistum Sitten.
Bild:07847v.jpeg|Sion um 1900
Bild:07840v.jpeg|Links der Tourbillon, rechts der Valère, um 1900
Bild:07844v.jpeg|Die Kathedrale um 1900
Bild:Organ-Sion-CH.jpg|Orgel von 1430
Bevölkerung
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!colspan="2" bgcolor="#E3E3E3" | Bevölkerungsentwicklung
|- bgcolor="#E3E3E3"
!Jahr
!Einwohner
|-
|align="center"|1980
|align="center"|22'877
|-
|align="center"|1990
|align="center"|25'336
|-
|align="center"|2000
|align="center"|27'171
|-
|align="center"|2002
|align="center"|27'697
|}
Während Sitten in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine zweisprachige Stadt war (französisch/deutsch) 1870 sprachen noch über 50% der Einwohner Deutsch, hat das Französische inzwischen die deutsche Sprache weitgehend verdrängt. Etwa 70% der Sittener sind französischer, nur noch 5% deutscher und ebenfalls 5% italienischer Muttersprache.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
In Sion gibt es mehrere Museen, darunter ein Naturhistorisches Museum, ein Archäologisches Museum und das Musée de Valère, das Kultgegenstände, Mobiliar, Waffen und Uniformen ausstellt.
Sion Valere.jpg
Bauwerke
Charakteristisch für Sitten ist das mittelalterliche Stadtbild, beherrscht von den Felsen Valère (621 m) mit der WallfahrtskircheNotre-Dame de Valère (12./13. Jahrhundert) und Tourbillon (655 m) mit der Ruine des ehemaligen bischöflichen Schlosses aus dem 13. Jahrhundert. Die Basilique de Valère oder Basilika von Valeria ist die Kirche auf dem südlichen der zwei Burghügel an der östlichen Altstadtgrenze. Sie beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt aus dem 15. Jahrhundert.
In der Altstadt selbst befindet sich die sehenswerte KathedraleNotre-Dame-du-Glarier aus dem 15. Jahrhundert. Sie besitzt noch einen romanischenTurm, der aus dem 12. Jahrhundert stammt und eine Orgel aus dem Jahre 1430.
Südwestlich der Kathedrale befindet sich die KircheSt-Théodule. Sie wurde 1516 als spätgotischer Bau begonnen, jedoch erst zwei Jahrhunderte später fertiggestellt. Weiter östlich liegt das Rathaus der Stadt. Es wurde 1657 bis 1665 im Renaissancestil erbaut und ist in ihrem Treppenvorhaus mit römischen Inschriften versehen.
Sport
Von Sitten aus sind einige der wichtigsten Wintersportgebiete des Wallis erreichbar, weshalb sich die Stadt schon mehrmals um die Austragung der Olympischen Winterspiele beworben hat, zuletzt um jene von 2006. Sitten wurde jedoch - umstrittenerweise - von der Bewerbung Turin (Torino 2006) geschlagen.
Aushängeschild und Stolz der ganzen Region ist der mehrfache Schweizer Fussballmeister und Pokalsieger, der FC Sion, welcher im April 2006 in seinem 10. Cupfinal den 10. Titel gewann, also jedes Finale für sich entscheiden konnte. Ausserdem ist der FC Sion die erste Mannschaft, welche als Zweitligist Pokalsieger wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Sion.jpg
Die Stadt gilt als eine der trockensten der Schweiz und ist auch überdurchschnittlich mild. Dank ihres Klimas besitzt Sitten nach Satigny GE und Chamoson VS die drittgrösste Weinanbaufläche der Schweiz. Bekannteste Weine aus dem Wallis sind der weisse Fendant (aus der Chasselas- bzw. Gutedel-Traube gekeltert) und der rote Pinot Noir sowie der Dôle, ein Verschnitt aus Pinot-Noir- und Gamay-Trauben. Die grösste Weinbaugenossenschaft der Schweiz, Provins, hat ihren Hauptsitz ebenfalls in Sion.
Neben dem Weinbau spielen auch Obst- und Gemüseanbau, Uhren-, Elektroapparate-, Tabak- und Holzverarbeitungsindustrie eine Rolle. Der Dienstleistungssektor konzentriert sich vor allem auf den Fremdenverkehr.
Verkehr
Sitten liegt an der Eisenbahnlinie Lausanne-Brig und an der ehemals wichtigen Alpen-Transitstrecke Lausanne-Simplon-Domodossola. Die Stadt besitzt einen kleinen Flughafen, der etwas westlich von der Stadt angesiedelt ist.