Sinn Féin * (ir.: „wir selbst“) ist eine republikanische irische Partei. In Nordirland ist sie seit 2005 die unter den katholischen Bewohnern stärkste Partei, in der Republik Irland ist sie seit 1997 im Parlament vertreten und verfügt dort vor allem in den Grenzregionen zu Nordirland über eine historische Verankerung. Damit ist sie die einzige bedeutende Partei, die sowohl im Norden als auch im Süden Irlands aktiv ist.
Beim Osteraufstand von 1916 trat Sinn Féin erstmals als gewaltbereite Bewegung auf und entwickelte sich in den folgenden Jahren unter dem neuen Präsidenten Eamon de Valera zur führenden Organisation der Bewegung für eine "nationale Selbstbestimmung" der Iren. 1918 verzeichnete sie bei den Wahlen zum Unterhaus einen ersten durchschlagenden Erfolg: Sie stellte 73 der 105 irischen Abgeordneten. 1919 rief sie das erste irische Parlament, das First Dáil, in Dublin aus, woraus sich der irische Unabhängigkeitskrieg und die erste Teilung der Insel im Anglo-Irischen Vertrag von 1922 entwickelten.
Vor allem an dem im Vertrag verlangten Treueschwur zum britischen König, weniger an der Teilung, spaltete sich darauf Sinn Féin. Die streng republikanische Minderheit der Mitglieder wollten diese Bedingung nicht akzeptieren und verließ die Partei, was zum Irischen Bürgerkrieg führte. 1926 bildeten die weniger radikalen Gegner des Vertrags um Eamon de Valera die Partei Fianna Fáil. Die übrig gebliebene, fundamentalrepublikanische Sinn Fein trat nach dem Bürgerkrieg, spätestens nach der Abspaltung von Fine Gael 1933 nur noch als Splitterbewegung auf. In den 1960er Jahren verfolgte die Sinn Féin vorübergehend einen marxistischen Kurs.
In den 1970er Jahren kam es zu einer inneren Reform der Partei. Sie verstand sich zunehmend als politische Flügel der IRA. Politiker einer neuen Generation wie Gerry Adams und Martin McGuinness sowie eine nordirisch dominierte Funktionärsschicht führten die Partei wieder zurück in die politische Handlungsfähigkeit. Ein Waffenstillstand Mitte der 1970er Jahre machte die Sinn Féin zu einem akzeptablen Verhandlungspartner für andere Parteien.
Wahlerfolge im größeren Umfang und damit politische Macht erlangte die Partei aber erst nach dem Hungerstreik gefangener IRA-Mitglieder 1980/81 um den Sinn Féin-Unterhauskandidaten Bobby Sands. Der Wahlkampf für ihn und sein Tod wenige Wochen nach der Wahl verschafften der Partei große Popularität.
Im nordirischen Parlament (der "Northern Ireland Assembly") stellt Sinn Féin seit der letzten Wahl 24 Abgeordnete (vorher: 18). Von 1998 bis 2003, als die Exekutive arbeitete, stellte die Partei zwei Minister. Derzeit weigert sich die stärkste britisch-protestantische Partei, die Democratic Unionist Party, auch nur mit Sinn Feín zu verhandeln (geschweige denn mit ihr die Macht zu teilen), so lange sie noch Verbindungen zur IRA unterhält und diese noch nicht vollständig ihre Waffen abgegeben hat.
Nordirische Partei | Irische Partei
شين فين | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | שין פיין | Sinn Féin | 신페인당 | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | Sinn Féin | Шинн Фейн | Sinn Féin | 新芬黨
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Sinn Féin".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world