PIC 2004-08-23 08-37 9798.JPG Koca Mimar Sinan Ağa (* 1489 in Ağırnas bei Kayseri; † 1588 in Istanbul), kurz Mimar Sinan, war der bedeutendste osmanische Architekt zu Zeiten der Sultane Selim I., Süleyman I., Selim II. und Murad III.. Er gilt als Vater der osmanischen Architektur.
Als Sohn von griechischen Eltern christlichen Glaubens unter dem Namen Johannes im kappadokischen Dorf Ağırnas bei Kayseri geboren, kam er 1511 durch die Knabenlese nach Istanbul und diente zunächst im Janitscharenheer im militärischen Ingenieurwesen. 1539 bekam er den Titel „Erster Baumeister“. Sein erstes großes Werk war die Şehzade-Moschee in Istanbul 1548. Weitere Meisterwerke sind die Süleymaniye-Moschee in Istanbul (1550-57) und die Selimiye-Moschee in Edirne (1568-75). Er hat außerdem das Wahrzeichen von Thessaloniki, den „Weißen Turm“ erbaut.
Sinan errichtete angeblich an verschiedenen Orten im Osmanischen Reich insgesamt 84 große Moscheen (cami), 52 kleine Moscheen (mescit), 57 Koranschulen (medrese), 7 Lesesäle, 18 Karawansereien, 22 Mausoleen (türbe), 46 Badehäuser (hamam), 35 Paläste (saray), 17 Armenküchen (imaret), 3 Krankenhäuser, 5 Aquädukte, 8 Brücken und 8 Lagerhallen. Er starb im Jahr 1588 und ist direkt nördlich außerhalb der Mauern der Süleymaniye-Moschee in Istanbul in einer schlichten, von ihm selbst entworfenen Türbe begraben.
Oft ist die direkte Mitwirkung Sinans nicht nachweisbar, viele der ihm zugeschriebenen Bauten entstanden nur nach Plänen seines großen Architekturbüros.
Zur Erinnerung an den großen Baumeister gibt es heute in der Türkei die Mimar-Sinan-Universität.
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