Silla ist eines der drei Reiche im alten Korea, das aggressiv expandierte und dabei bis 668 die drei anderen Staaten der Drei-Reiche-Zeit Gaya, Baekje und Goguryeo zerstörte.
Der überlieferten Geschichtsschreibung zufolge gründete Hyeokgeose 57 v. Chr. Silla. Für das 2. Jahrhundert ist eine Art Bündnis im Südosten Koreas gesichert, das anfangs aus sechs Dörfern bestanden haben soll. In seiner Frühzeit hatte Silla möglicherweise eine ähnliche Staatsform wie sein westlicher Nachbar an der Südküste Gaya. Durch die Einführung der erblichen Monarchie während der Regierung des Königs Naemul (356–402) und die Eroberung Gayas im 6. Jahrhundert wurde Silla zu einem Reich im eigentlichen Sinne.
Der berühmte Mönch Weon Gwang fasste buddhistische und konfuzianistische Tugenden zu einem Leitfaden für die Erziehung der Jugend zusammen.
Seit Goguryeos Eroberung eines chinesischen Pufferstaats 313 stand es im Gegensatz zu den Südkoreanern, also auch dem im Südosten liegenden Silla.
Aus Freiwilligen wurde das Elitekorps der Hwarang gebildet, die sowohl militärisch als auch kulturell und ethisch geschult wurden. Sie waren die Speerspitze Sillas bei der Einigung Koreas. Unter König Jinheung (540–576) war eine schlagkräftige Armee aufgebaut worden, und Silla wartete auf die Gelegenheit, seine Rivalen zu unterwerfen.
Goguryeo hatte jahrelang Krieg gegen die Chinesen geführt, die unter der Sui und Tang-Dynastie zu Gegenschlägen ausholten. Nach drei erfolglosen Invasionen 644, 645 und 655 verbündete sich der Tang-Kaiser Taizong mit Silla. Sein Nachfolger Gaozong führte die Allianz fort. 660 war Baekje, 668 Goguryeo besiegt; der Süden des heutigen Korea war zum erstenmal vereinigt (für die Folgezeit wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Südkorea der Name Vereinigtes Silla etabliert), während es Silla nicht gelang, sich das ganze Territorium des untergegangenen Goguryeo einzuverleiben, wo bald darauf der Staat Balhae entstand. Ab 671 bekämpfte Silla die chinesischen Truppen, die auf koreanischem Gebiet standen, und warf sie Stück für Stück zurück, bis 735 die letzten vertrieben waren.
Zur weiteren Geschichte siehe Vereinigtes Silla
Silla war das letzte der Drei Reiche, das den Buddhismus 528 zur Staatsreligion machte, und das einzige, das seine Geschichte in einer amtlichen Chronik dokumentierte. Dort erlebte die neue Religion ihre größte Blüte und erstreckte ihren Einfluss auf alle Lebensbereiche. Ihren architektonischen und künstlerischen Ausdruck fand sie in großartigen Tempelbauten wie Hwangyongsa, Bulguksa und der Tempelgrotte von Sokkuram. Im Jahr 645 war die 70 m hohe Pagode des Hwangyongsa fertig, sie erhob sich bis zum Mongolensturm im 13. Jahrhundert. Die ersten Pagoden wurden als Holzkonstruktionen ausgeführt, später wurden sie dann als Steinbauten errichtet.
Die Hauptstadt von Silla war Gyeongju, das im 10. Jahrhundert als Millionenstadt eine der großen Metropolen Asiens war. Die Grabhügel der Silla-Dynastie sind noch heute im Stadtzentrum anzutreffen. Die Gräber bestanden aus einer steinernen Kammer, welche dann unter einem Erdhügel vergraben wurde. Die Grabhügel sind unterschiedlich groß, die größten erheben sich noch heute auf eine Höhe von 12 Metern und weisen einen Durchmesser von 47 Metern auf. Nur ein Teil der Gräber konnte exakt bestimmten Herrschern zugeordnet werden. Einige wurden geöffnet und sie enthielten erstaunliche Schätze, wobei die Goldkronen, der Goldschmuck und die prachtvollen Pferdegeschirre hervorragen; sie zählen zu den den besten Goldschmiedearbeiten die je geschaffen wurden. Die meisten Stücke sind im Nationalmuseum in Seoul zu bewundern. Eines der Gräber ist zugänglich. Rund um Gyeongju sind zahlreiche Kulturzeugnisse aus der Silla-Zeit zu finden.
Von der kulturellen Blüte des Buddhismus legen überall Gravuren Zeugnis ab, die von Mönchen in den Fels gearbeitet wurden. Besonders zahlreich sind sie auf dem Namsan vorhanden und künden noch nach Jahrhunderten von der Frömmigkeit ihrer Schöpfer. Daneben wurden prachtvolle Bronzen gegossen und Korea war für seine Meisterschaft im Gießen großer Stücke berühmt. Fast alle Zeugnisse dieser Handwerkskunst sind während der Hideyoshi-Invasion von 1592 zerstört worden. Eines der wenigen Überbleibsel, die Bronzeglocke von König Seongdeak dem Großen ist heute ein Anziehungspunkt für Touristen. Die Glocke produziert einen einzigartigen Klang, zu welchem es eine Legende gibt. Die Cheomseongdae Sternwarte nahe Gyeongju ist die älteste in Ostasien. Sie war möglicherweise aus 365 Steinblöcken konstruiert, symbolisch für die 365 Tage des Jahres.
siehe auch: Liste der Herrscher Koreas
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