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Die Silbentrennung ist

  1. gleichbedeutend mit Worttrennung am Zeilenende in der Schriftsprache
  2. gleichbedeutend mit Scheidung der Sprachlaute in aufeinanderfolgende Silben beim Sprechen.

Worttrennung am Zeilenende


Die Worttrennung am Zeilenende erfolgt aus ökonomischen Gründen (ein Wort passt nicht mehr vollständig auf eine Zeile) und ästhetischen Gründen (die Seite wird gleichmäßiger gefüllt). In vielen Sprachen, darunter der deutschen Sprache, ist die Silbentrennung nach Sprechsilben die Hauptgrundlage für die Worttrennung.

Eine in der alten deutschen Rechtschreibung und manchen anderen Sprachen mehr verwendete andere Grundlage der Worttrennung beim Schreiben ist die Trennung entsprechend etymologischen Prinzipien, d.h. die Trennung aufgrund der ursprünglichen Zusammensetzung (m.a.W. der ursprünglichen Sprechsilben) in der eigenen oder der entlehnten Sprache. Diese Art von Worttrennung basiert auf der veralteteten Vorstellung gewissermaßen (nur) „schriftlicher Silben“, die der sprachwissenschaftlichen Vorstellung der Silbe als phonetischer Einheit widerspricht. Die Sprachwissenschaft definiert die Silbe als kleinste Lautgruppe im natürlichen Sprechfluss. Sie ist eine phonetische und keine Sinneinheit. Das bedeutet, dass die Einteilung in Silben oft nicht mit der Einteilung in bedeutungstragende Einheiten (Morpheme) übereinstimmt. U.a. durch den unauflösbaren Konflikt zwischen morphologischen und phonetischen Prinzipien ist die Silbentrennung z.B. in der englischen Sprache so kompliziert, dass dies auch in englischsprachigen Ländern in der Schule nur selten und auch dann nur flüchtig erläutert wird. Selbst im Internet findet man fast keine Information hierzu außer dem schon in der Schule üblichen Rat im Wörterbuch nachzuschlagen. Darüberhinaus gibt es auch hier Unterschiede zwischen britischen und US-amerikanischen Gepflogenheiten und Regeln. Durch die nur sehr schwache Korrespondenz zwischen Lauten und Buchstaben im Englischen ist es jedoch unmöglich die Silbentrennung einfacher d.h. phonetischer zu gestalten ohne eine drastische Rechtschreibreform.

Die orthografische Silbentrennung in der deutschen Sprache beruht auf Sprechsilben, graphischen Eigenschaften und ästhetischen Eigenschaften. Die aktuellen Regeln werden im Artikel Neue deutsche Rechtschreibung erklärt.

Scheidung der Sprachlaute


Die Strukturierung in Silben gehorcht im allgemeinen vergleichbaren, von Sprache zu Sprache allerdings im Detail unterschiedlichen Regeln und Konventionen.

Entscheidend ist dabei jedoch immer die Feststellung eines „Silben-Hochs“, das stets auf der schallreichsten Mitte zwischen weniger schallreichen Silben-Bestandteilen liegt. z. B. im Deutschen „* schrumpfst“ = sch-r-U-m-p-f-s-t: „U“ ist am schallreichsten, daher das Silben-Hoch.

Die weniger schallreichen Silben-Ränder dagegen können ihre Zugehörigkeit mitunter wechseln und zum silbischen Bestandteil der vorausgehenden oder der nachfolgenden Silbe werden. z. B. im Französischen, « nous entendons » = /nu-zã-tã-dõ/: das -s von « nous » verbindet sich mit dem nachfolgenden Anlaut en- zu /…-z(·)ã-…/ — und zwar über die Wortgrenze · hinweg.

In der deutschen Sprache enthält jede Silbe einen Vokal (auch Doppelvokale sind möglich) und die meisten Silben enthalten einen oder mehrere Konsonanten (dazu zählt auch der nicht geschriebene Knacklaut vor Vokalen).

Andere Sprachen


Im Finnischen kann man als Hauptregel sagen, dass es zwischen Doppelkonsonanten getrennt werden kann: „pump-pu“,“pump-pu-a“, Meistens kann auch zwischen Vokal und Konsonant getrennt werden, wenn Vokal zuerst kommt, UND wenn es keine Doppelkonsonanten in dem Wort gibt: „ke-sä-kuu-ta“, aber „ke-sä-kuus-sa“. Im Finnischen kann schon ein einzelner Vokal (z.B. "a") eine Silbe bilden: „a-la-ker-ta“. Die einsamen Vokale sind allerdings selten und werden in laufenden Text eher nicht verwendet.

Weblinks


Siehe auch


Grammatik

Syllabification | Tavutus | Stavingsinndeling

 

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