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Sikkim
 

Indien Sikkim.png Sikkim (nepali: सिक्किम) ist als ehemals unabhängiges Königreich seit 1975 ein Bundesstaat der Indischen Union, und umfasst eine Fläche von 7.096 km² (aus Sicht der Regierung Sikkims: 7.299 km²) mit 594.056 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2005). Die Hauptstadt Sikkims ist Gangtok, und die Landessprachen sind Nepalesisch, Lepcha, Limbu, Tibetisch, Hindi und Englisch (Amtssprache).

Geographie


Sikkim grenzt im Süden an den nördlichsten Teil des Indischen Bundesstaats Westbengalen, sowie im Westen an Nepal, im Nordosten an Tibet (Volksrepublik China) und im Südosten an Bhutan. Der dritthöchste Berg der Erde, der Kanchenjunga (8.586 m), liegt auf der Grenze zwischen Sikkim und Nepal.

Größte Städte

(Stand: Volkszählung 2001)

Stadt Einwohner
Gangtok 29.162
Upper Tadong 14.670
Singtam 5.431
Rangpo 3.724
Jorethang 2.968
Mangan 1.248

Geschichte


Aufgrund seiner exponierten Lage, die einen guten Zugang von Indien nach Tibet ermöglichte, erlangte Sikkim frühzeitig eine strategische Bedeutung. 1641 wurde Sikkim Königreich. 1817 erlangte die Britische Ostindien-Kompanie auf der Grundlage der militärischen Überlegenheit der britischen Armee im Rahmen eines indirekten Protektorats die Oberhoheit über Sikkim.

1835 trat der Raja einen Teil der Region Darjiling an Großbritannien (GB) ab; 1849 und 1861 erlitt er weitere Gebietseinbußen zu Gunsten von GB. Die Regierung von GB nahm hierfür eine diplomatisch unkluge Gefangennahme einiger Menschen mit GB-Staatsangehörigkeit zum Anlass. Weiterhin musste GB volle Handelsfreiheit zugestanden werden. Dennoch sind in der Folgezeit Einfuhr und Ausfuhr (meist Holz) stark zurückgegangen. 1861 wurde Sikkim ein unmittelbares britisches Protektorat.

Anfang 1888 fielen Tibeter in das Land ein und besetzten das Fort Lingtu. Die Besatzer wurden jedoch durch ein vom Vizekönig von Indien sofort ausgesendetes Expeditionskorps wieder vertrieben. Der Raja, ein Pensionär der englischen Regierung, der aber den Tibetern nahe stand, wurde danach von den Briten noch weiter beschränkt, während die chinesische Regierung die Handlungsweise ihrer Beamten desavouierte. Zu jener Zeit hatte Sikkim 50.000 Einwohner, die überwiegend dem Volksstamm der Lepcha (gesprochen: "Leptscha") angehörten. 1918 erhielt Sikkim die volle Selbstverwaltung. Am 5.12.1950 wurde Sikkim von Indien gezwungen, erneut einen Protektoratsvertrag zu unterzeichnen. Nur damit konnte Sikkim zu der Zeit der völligen Annexion durch Indien entkommen. 1973 kommt es zu einem Umsturzversuch durch die nepalesische Bevölkerungsgruppe in Sikkim. Daraufhin marschieren indische Truppen ein. In Sikkim wird die konstitutionelle Monarchie eingeführt. 1974 erhält Sikkim den Status eines assoziierten Staates der indischen Union.

Nach einer von Indien stark beeinflussten jedoch formell von der Regierung Sikkims am 14. April 1975 veranstalteten Volksbefragung, bei der sich von ca. 97.000 Wahlberechtigten 60.000 für einen solchen Schritt und 1.500 dagegen aussprachen, erklärte das ehemalige Königreich Sikkim am 16. Mai 1975 seinen Beitritt als 22. Bundesstaat der Indischen Union. Der Streit Indiens mit dem benachbarten China um die Anerkennung dieses Schritts wurde erst im April 2005 vertraglich beigelegt.

siehe auch: Liste der Könige von Sikkim

Yumthanghimalayas.jpg | Gururinpochen.jpg (auch Guru Rinpoche) in Namchi]]

Literatur


  • Aschoff, Jürgen C. (1992): Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya (mit Ladakh, Sikkim und Bhutan). Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger Bücher von 1627 bis 1990 (Aufsätze bis zum Jahre 1900). ISBN 3-906139-07-7. Auch im Internet.
  • Blanche C. Olschak (1965): Sikkim - Himalayastaat zwischen Gletschern und Dschungeln.
  • Gabriele Fritz/Dimitri Gerasimou (1997): Sikkim, Darjeeling und Kalimpong - Verstecktes Land im Himalaya. ISBN 398036772X.
  • Heiko Klein/Sabine Riese (2000): Trekking in Sikkim und Darjeeling. ISBN 3831124175.
  • Willi Senft/Bert Katschner (1979): Bhutan, Ladakh und Sikkim - Bergwandern im tibetischen Kulturkreis. ISBN 3702003320.

Weblinks


Staat (historisch) | Indischer Bundesstaat | Hochland von Tibet

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