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Sigmar Polke (* 13. Februar 1941 in Oels, Niederschlesien) ist ein international anerkannter Maler und Fotograf. Seine Malerei ist dem postmodernen Realismus zuzuordnen ("Kapitalistischer Realismus") und zitiert Ausdrucksweisen der Pop-Art. Seine Haltung zur Malerei enthält stark ironische Elemente ("Höhere Wesen befehlen: Rechte obere Ecke schwarz malen!").

Leben


Nach der Flucht der Familie 1945 aus dem Vertreibungsgebiet nach Thüringen floh diese 1953 aus der DDR nach West-Berlin, von dort nach Düsseldorf. Zwischen 1959 und 1960 absolvierte Polke eine Glasmalerlehre in Düsseldorf. 1961 nahm er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf auf, das er 1967 beendete.

1963 hatte Polke seine erste öffentliche Ausstellung in einem Düsseldorfer Möbelhaus und er begründete den "Kapitalistischen Realismus" mit Konrad Lueg. Von 1970 bis 1971 war er Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und zwischen 1977 und 1991 Professor an der gleichen Hochschule. In den Jahren 1980 bis 1981 unternahm Polke Reisen nach Südostasien, Papua-Neuguinea und Australien. Polke lebte und arbeitet in Köln.

1982 wurde er mit dem Will-Grohmann-Preis und 1986 mit dem Großen Preis für Malerei (Goldener Löwe) auf der XLII. Biennale di Venezia ausgezeichnet.

Werke (Auswahl):


Das Werkverzeichnis umfasst über 140 Arbeiten.
  • 1969 Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!
  • 1979 Remingtons Museums-Traum ist des Besuchers Schaum (Kunstmuseum Bonn)
  • 1983 Der Computer kommt
  • 1983 Entartete Kunst
  • 1991 Leave the Lab and enter the Ofice (Brooklyn-Museum, New York)
  • 1994 Zyklus "Laterna Magica" (1988-1994)

Weblinks


Literatur


  • Bice Curiger im Gespräch mit Sigmar Polke. Ein Bild an sich ist schon eine Gemeinheit. 18. Dez. 1984. In: Parkett, Nr. 26, Zürich 1990, S. 6-17. (Bislang einziges Interview des Künstlers)
  • Martin Hentschel, Die Ordnung des Heterogenen. Sigmar Polkes Werk bis 1986. Darmstadt: Eigenverlag, 1991. (zugleich: Phil. Diss. Ruhr-Universität Bochum, 1991)
  • Sigmar Polke. Photoworks. When pictures vanish. Hrsg. von Russell Ferguson. Ausst.-Kat. Museum of Contemporary Art, Los Angeles. Zürich *: Scalo, 1995. ISBN 0-914357-44-1 - ISBN 1-881616-65-7
  • Sigmar Polke. Back to Postmodernity / Tate Gallery Liverpool. Hrsg. von David Thistlewood. Liverpool: Liverpool University Press, 1996. (Tate Gallery Liverpool critical forum series 4) ISBN 0-85323-911-8
  • Sigmar Polke. Die drei Lügen der Malerei. Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1997. (Bislang umfangreichste Retrospektive)
  • Sigmar Polke. Die Editionen 1963-2000. Catalogue raisonné. Hrsg. von Jürgen Becker und Claus von der Osten. Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2000. ISBN 3-7757-0956-8
  • Anita Shah, Die Dinge sehen wie sie sind. Zu Sigmar Polkes malerischem Werk Werk seit 1981, Weimar: VDG, 2002. (zugleich: Phil. Diss. Rhein.-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 1999) ISBN 3-89739-268-2

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