Hohensyburg-Denkmal.jpg an der Dortmunder Hohensyburg]] Die Hohensyburg befindet sich oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Lenne in den Hengsteysee im südlichen Dortmunder Stadtteil Syburg.
Die Hohensyburg ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.
Die erste urkundliche Nennung erfolgt für das Jahr 775, als laut der Reichsannalen das fränkische Heer Karls des Großen die sächsische Sigiburg oberhalb des Zusammenflusses von Lenne und Ruhr eroberte und diese seinerseits als Verteidigungsanlage gegen die Sachsen nutzte. Im Folgejahr belagerten die Sachsen die nun fränkische Burg. Die Burgbesatzung konnte, so berichten die Annalen, die Belagerer jedoch durch einen Ausfall überraschen und verfolgte danach die flüchtenden Sachsen bis zur Lippe.
Insgesamt befinden sich Überreste von drei Burgen auf dem Berg. Die Jüngste wurde im Jahr 1100 gebaut, die beiden anderen sollen im frühen Mittelalter entstanden sein. Des weiteren gibt es noch eine Kirche, die im Auftrag Karls des Großen erbaut und von Leo III. 799 geweiht worden sein soll. Die angeblich 776 fertig gestellte Kirche wäre damit allerdings 23 Jahre ungeweiht geblieben. Hier liegt jedoch ein Widerspruch in den Quellen vor: Während Leo einerseits Rom fluchtartig verlassen haben soll, scheint man auf der Hohensyburg geradezu auf den Besuch gewartet zu haben, um die Kirche vom Papst selbst weihen zu lassen. Außerdem soll Papst Leo III. auch noch einen Brunnen geweiht haben, der bald als Wallfahrtstätte diente.
Nach Zerstörung der romanischen Kirche, deren Anfänge auf das Jahr 1169 datiert wurden, boten sich den Archäologen die Möglichkeit, Ausgrabungen vorzunehmen und nach der urkundlich erwähnten karolingischen Kirche zu suchen. Bei diesen Ausgrabungen in den Jahren 1950, 1951 und noch einmal 1976 wurden tatsächlich Fundamentreste eines Vorgängerbaus entdeckt und anhand der Erwähnung in den Urkunden auf 776 datiert.
Sicher ist zunächst aber nur, dass der Vorgängerbau älter ist als die romanische Kirche, denn fehlende Kleinfunde erschweren eine exakte Datierung. Aufgrund der Ausgrabungen von 1976 kann die Interpretation als karolingische Kirche nicht länger aufrecht erhalten werden. Erwähnenswert ist, dass die Ausgräber wegen der Reste brauner und schwarzer Irdenware den Bau entweder ins Frühmittelalter, genauer in die sächsisch-fränkische Zeit oder aber in die vorgeschichtliche Zeit verweisen. Auch durch dendrochronologische Untersuchungen und C14 konnte das Alter des Gebäudes bisher nicht näher bestimmt werden.
Seit 1995 findet findet jährlich am 30. April das Musikfestival Rock in den Ruinen auf dem Wiesengelände unterhalb der Ruinen statt.
Siehe auch: Liste der Burgen und Herrenhäuser im Ruhrgebiet
Dortmund | Burg in Nordrhein-Westfalen | Route der Industriekultur
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