Siegen liegt im südwestfälischen Teil des
Dreiländerecks
Nordrhein-Westfalen /
Hessen /
Rheinland-Pfalz und ist
Große kreisangehörige Stadt des
Kreises Siegen-Wittgenstein im
Regierungsbezirk Arnsberg. Die Universitätsstadt (12.500 Studierende im Wintersemester 2005/06) ist
Sitz des Kreises und in der Landesplanung als
Oberzentrum im südwestfälischen
Verdichtungsraum eingestuft.
1975 überschritt im Zuge der kommunalen Neugliederung die Einwohnerzahl der Stadt Siegen die Grenze von 100.000, wodurch sie Großstadt wurde.
Geographie
Räumliche Lage
Die Stadt Siegen liegt in einem verzweigten Talkessel der oberen
Sieg. Von diesem Talkessel zweigen zahlreiche radial ausstrahlende Nebentäler ab. Die Höhen der umgebenden Berge sind, sofern sie nicht besiedelt sind, von Niederwald bedeckt. Nördlich schließt sich das
Sauerland, im Nordwesten das
Rothaargebirge und im Südwesten der
Westerwald an.
Nächst größere Städte von Siegen sind (in durchschnittlicher Verkehrsentfernung) im Norden Hagen (83 km), im Südosten Frankfurt am Main (125 km), im Südwesten Koblenz (105 km) und im Westen Köln (93 km). Die räumlichen Entfernungen (Luftlinie) zu den umliegenden Großstädten betragen in etwa jeweils 65 km (Hagen), 95 km (Frankfurt), 65 km (Koblenz) und 75 km (Köln).
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
Stadtgebiet
Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 115 Quadratkilometer. Die maximale West-Ost-Ausdehnung liegt bei 11 Kilometern, in nord-südlicher Richtung sind es 12 Kilometer. Die Stadtgrenze ist 48 Kilometer lang. Siegen liegt auf einer mittleren Höhenlage von 290 Metern über NN. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Gipfel des
Pfannenberg mit 499 m ü.
NN an der südlichen Stadtgrenze. Der niedrigste Punkt der Stadt liegt mit 215 m ü. NN bei Niederschelden an der südwestlichen Stadtgrenze, die hier gleichzeitig die Landesgrenze zu
Rheinland-Pfalz bildet. Der Waldanteil am Stadtgebiet beträgt rund 60 %. Damit zählt Siegen zu den grünsten Großstädten Deutschlands.
Das Stadtgebiet Siegen ist in sechs Bezirke eingeteilt, die aus mehreren Orts- beziehungsweise Stadtteilen bestehen. Jeder Bezirk hat einen Bezirksausschuss, der aus 15 stimmberechtigten und 15 nicht stimmberechtigten Mitgliedern besteht. Die Bestellung der Ausschussmitglieder erfolgt durch den Rat der Stadt entsprechend der Stimmanteile der Kommunalwahl der Parteien im jeweiligen Bezirk. Die Bezirksausschüsse entscheiden über bestimmte Aufgaben des Bezirks. Diese Aufgaben werden in der Hauptsatzung der Stadt Siegen festgelegt.
Die sechs Bezirke Siegens und ihre zugehörigen Stadtteile
- Bezirk I (Geisweid): Birlenbach, Meiswinkel, Langenholdinghausen, Geisweid, Dillnhütten, Sohlbach, Buchen, Niedersetzen, Obersetzen
- Bezirk II (Weidenau): Weidenau
- Bezirk III (Ost): Kaan-Marienborn, Alt-Siegen teilweise (Giersberg), Bürbach, Volnsberg, Breitenbach, Feuersbach
- Bezirk IV (Mitte): Alt-Siegen (soweit nicht zum Bezirk III und zum Bezirk V gehörig)
- Bezirk V (West): Seelbach, Trupbach und Alt-Siegen teilweise (Wellersberg, Fischbacherberg, Achenbach, Rothenberg)
- Bezirk VI (Süd): Oberschelden, Gosenbach, Niederschelden, Eiserfeld, Eisern
Neben der satzungsrechtlich eindeutigen Aufteilung des Stadtgebietes in Bezirke und Stadtteile werden noch Quartiere mit eigenem Namen unterschieden, deren Grenzen und Bezeichnungen jedoch nicht klar definiert sind. Als Beispiele sind unter anderem die Unter- bzw. Oberstadt, Hammerhütte, Lindenberg, Charlottental, Haardter Berg (mit der Universität) oder die Alte Dreisbach anzuführen. Diese Quartiere können durchaus auch auf der Fläche von mehreren offiziellen Stadtteilen liegen, wie im Fall des Quartiers Sieghütte, das teilweise im Stadtteil Siegen-Mitte und zu Teilen in Weidenau liegt, außerdem kommt es ebenso zu räumlichen Überschneidungen zwischen einzelnen Quartieren. Die Quartiere sind am ehesten vergleichbar mit Vierteln, Veedeln bzw. Kieze in anderen Städten und haben keine statistische oder verwaltungstechnische Bedeutung. Neben der teils weitreichenden Bedeutung für das Selbstverständnis ihrer Bewohnern finden sie sich aber zur Orientierung auf Stadtkarten, in der Benennung von Buslinien sowie auf Hinweis- und Verkehrsschildern. So sind unter anderem mehrere Ausfahrten der Stadtautobahn HTS nach den entsprechenden Quartieren benannt.
Die Stadtteile Weidenau, Geisweid, Birlenbach, Langenholdinghausen, Buchen, Sohlbach, Dillnhütten, Niedersetzen, Obersetzen und Meiswinkel bildeten vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Hüttental. Die Stadtteile Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden und Oberschelden bildeten vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Eiserfeld.
Nachbargemeinden/-städte
Die Stadt Siegen grenzt im Norden an die Stadt
Kreuztal und die Gemeinde
Wenden, im Osten an die Stadt
Netphen, im Südosten an die Gemeinde
Wilnsdorf, im Süden an die Gemeinde
Neunkirchen, im Westen an die Gemeinde
Mudersbach (
Landkreis Altenkirchen in
Rheinland-Pfalz) und im Nordwesten an die Stadt
Freudenberg (Siegerland).
Geschichte
Der Name Siegen geht auf den eventuell keltischen Flußnamen der
Sieg zurück, ungewiss ist eine Verwandtschaft mit dem Namen des keltisch-germanischen Stammes der
Sugambrer, welcher in vorchristlicher Zeit in Teilen Nordrheinwestfalen lebte. Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes
Sigena reichen bis in das Jahr
1079 zurück. Die Geschichte der Stadt ist stark vom Bergbau geprägt, welcher seit der
La-Tène-Zeit in der Umgebung betrieben wurde. Dies bezeugen zudem die zahlreichen
Gruben, welche sich im Stadtgebiet befanden.
Im Jahre
1224 wird Siegen als eine aufs Neue erbaute Stadt erwähnt, die dem Grafen von
Nassau,
Heinrich dem Reichen, vom Erzbischof
Engelbert I. von Köln zum halben Miteigentum übertragen wurde. Zudem ist belegt, dass das Obere Schloss zu dieser Zeit schon existierte. Am
19. Oktober 1303 erhielt die Stadt das
Soester Stadtrecht. Bis zum
1. Februar 1381 blieb die Stadt im Besitze zweier Eigentümer. Erst dann ging sie gänzlich in die Hände der
Nassauer über.
Die Stadt Siegen bot im
16. Jahrhundert einen wehrhaften Anblick. Sie war von gewaltigen Mauern mit 16 Türmen und drei
Stadttoren umgeben und besaß eine mächtige Burg. Die Stadt wurde von mehreren Stadtbränden heimgesucht. Urkundlich erwähnt sind die Brände von
1592 und vom
10. bis zum
20. April 1695.
Wilhelm der Reiche richtete im Jahre
1536 in den Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters ein
Pädagogium ein, aus dem das heutige Gymnasium am Löhrtor der Stadt Siegen hervorgegangen ist.
Johann der Mittlere errichtete im Jahre
1616 eine ritterliche Kriegsschule in dem noch stehenden alten Zeughause an der Burgstraße ein. Er errichtete auch an der Stelle eines alten
Franziskanerklosters das untere Schloss. Sein Sohn
Johann der Jüngere trat 1612 wieder zur katholischen Kirche über und wollte mit Gewalt den Rücktritt der Bürger zum Katholizismus erzwingen.
Johann Moritz von Nassau-Siegen, der holländische Befehlshaber in Brasilien, setzte ihn ab, und es kam 1650-51 unter seiner Regierung eine Teilung des
Siegerlands nach konfessionellem Unterschied zustande.
Unter
Wilhelm Hyacinth kam es ab
1699 zu Gewalttaten zwischen beiden Konfessionen. Als am
29. März 1707 der Bürger
Friedrich Flender zu Tode kam, wurde Wilhelm Hyacinth abgesetzt und verjagt. Mit ihm endete 1743 die katholische Herrscherlinie in Nassau-Siegen. Da mit
Friedrich Wilhelm bereits 1734 auch die reformierte Linie erloschen war, übertrug Kaiser
Karl VI. dem Prinzen von Oranien und Fürsten von
Nassau-Diez die Regierung. Unter ihrer Herrschaft blühte der
Bergbau, die Hauptquelle des Wohlstandes, sowie der Acker-, Wiesen- und Waldbau auf. Als Fürst
Wilhelm I. sich weigerte, dem von
Napoleon gegründeten
Rheinbund beizutreten, wurde er von diesem abgesetzt, das Siegerland fiel an das Großherzogthum
Berg. Nach dem Sturz Napoleons im Jahre
1813 kam Wilhelm Friedrich als König der Niederlande wieder in den Besitz seiner deutschen Erblande, die er aber
1815 an
Preußen abtrat und im Gegenzug das Großherzogtum
Luxemburg erhielt. Die Stadt wurde dem
Landkreis Siegen, zunächst im
Regierungsbezirk Koblenz (
Provinz Großherzogtum Niederrhein), ab
1817 im
Regierungsbezirk Arnsberg (
Provinz Westfalen) zugeordnet. Unter der Herrschaft Preußens entwickelte sich Siegen zu dem heutigen Zentrum Südwestfalens. Am
1. März 1923 schied die Stadt Siegen aus dem Kreis Siegen aus und wurde eine
kreisfreie Stadt, blieb aber
Sitz des Kreises Siegen, der im Zuge der Kreisreform
1975 mit dem Kreis Wittgenstein vereinigt wurde. Gleichzeitig wurde Siegen wieder in den Kreis Siegen eingegliedert.
1984 wurde der Kreis Siegen in „Kreis Siegen-Wittgenstein“ umbenannt.
Religionen
Die Stadt Siegen gehörte anfangs zum Gebiet des
Erzbistums Mainz beziehungsweise zu dessen
Dekanat Arfeld. In der Stadt befand sich ein
Weißnonnenkloster, das im
15. Jahrhundert eingegangen war. Ferner gab es ein
Franziskanerkloster, das
1533, nach der
1530 von den damaligen Landesherren, den
Nassauern, eingeführten
Reformation, aufgelöst wurde. Danach war die Stadt zunächst
lutherisch, doch trat das Fürstentum Nassau ab
1550 zum
reformierten Bekenntnis über. Anschließend war Siegen eine überwiegend protestantische Stadt, doch konnte ab
1623 die
Gegenreformation teilweise wieder Fuß fassen, so dass etwa 1/5 Siegens beziehungsweise dessen Umland wieder katholisch wurde. Ab
1626 gab es auch wieder ein Kloster (
Jesuitenkloster) in der Stadt. Nach dem Übergang an Preußen
1815 wurde in Siegen, wie in ganz
Preußen, zwischen
1819 und
1835 die
Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt, doch behielten die Gemeinden der Stadt ihr reformiertes Gepräge. Siegen als Teil der westfälischen Provinzialkirche (heute
Evangelische Kirche von Westfalen) wurde Sitz einer
Superintendentur. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als
Kirchenkreis, zu dem heute alle
Kirchengemeinden der Stadt gehören, sofern es sich nicht um
Freikirchen handelt. Der Kirchenkreis Siegen umfasst den gesamten südwestfälischen Raum bis nach
Olpe.
Die
Katholiken der Stadt gehörten auch nach der Reformation weiterhin zum Erzbistum Mainz. Mit der Neustrukturierung der Katholischen Kirche Anfang des
19. Jahrhunderts wurde Siegen dem
Bistum Paderborn zugeteilt und Sitz einer Kreissynode, heute
Dekanat, zu dem alle katholischen Pfarrgemeinden des Kreises gehören.
1929 wurde Paderborn zum
Erzbistum erhoben.
Neben der römisch-katholischen Kirche gibt es in Siegen je eine
griechisch-orthodoxe und eine
rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde.
Ferner sind verschiedene
Freikirchen in Siegen ansässig, darunter mehrere
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (
Baptisten), eine Evangelisch-Methodistische Kirche (
Methodisten), eine
Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), eine
Adventgemeinde, mehrere
Freie Evangelische Gemeinde (FeG) sowie die Christliche Gemeinde Achenbach, die Christliche Versammlung,
Calvary Chapel und die Missionsgemeinde Siegen-Meiswinkel.
Weitere Religionsgemeinschaften in Siegen sind die
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die
Neuapostolische Kirche, die
Zeugen Jehovas, die
Urchristliche Gemeinde und die
Baha'i-Religion.
Gebietsreform
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Siegen eingemeindet:
Einwohnerentwicklung
Population Statistics Siegen.png
1897 hatte Siegen 20.000 Einwohner, bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 40.000. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt rund 30 Prozent ihrer Einwohner (12.000 Personen). Die Einwohnerzahl sank bis 1945 auf 28.000 und erreichte 1952 wieder den Vorkriegsstand.
Am 1. Januar 1975 überschritt die Bevölkerungszahl der Stadt Siegen durch die Eingemeindung von Hüttental (38.867 Einwohner 1974) und Eiserfeld (22.354 Einwohner 1974) die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Mit 117.224 Einwohnern wurde auch gleichzeitig der historische Höchststand erzielt. Ende Juni 2005 lebten in Siegen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 105.328 Menschen mit Hauptwohnsitz. Seit 1975 sank die Einwohnerzahl um rund zehn Prozent (12.000 Personen).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1455 | 2.500
| -
| 1807 | 3.743
| -
| 1. Dezember 1840 ¹ | 6.074
| -
| 3. Dezember 1843 ¹ | 6.233
| -
| 3. Dezember 1855 ¹ | 7.035
| -
| 3. Dezember 1867 ¹ | 10.100
| -
| 1. Dezember 1871 ¹ | 11.067
| -
| 1. Dezember 1875 ¹ | 12.901
| -
| 1. Dezember 1880 ¹ | 15.100
| -
| 1. Dezember 1885 ¹ | 16.676
| -
| 1. Dezember 1890 ¹ | 18.242
| -
| 2. Dezember 1895 ¹ | 19.303
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1. Dezember 1900 ¹ | 22.109
| -
| 1. Dezember 1905 ¹ | 25.201
| -
| 1. Dezember 1910 ¹ | 27.416
| -
| 1. Dezember 1916 ¹ | 25.594
| -
| 5. Dezember 1917 ¹ | 25.549
| -
| 8. Oktober 1919 ¹ | 29.020
| -
| 16. Juni 1925 ¹ | 30.951
| -
| 16. Juni 1933 ¹ | 32.736
| -
| 17. Mai 1939 ¹ | 40.269
| -
| 31. Dezember 1945 | 28.000
| -
| 29. Oktober 1946 ¹ | 29.922
| -
| 13. September 1950 ¹ | 38.787
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 25. September 1956 ¹ | 45.173
| -
| 6. Juni 1961 ¹ | 49.404
| -
| 31. Dezember 1965 | 50.268
| -
| 27. Mai 1970 ¹ | 57.302
| -
| 31. Dezember 1975 | 116.552
| -
| 31. Dezember 1980 | 112.320
| -
| 31. Dezember 1985 | 107.421
| -
| 25. Mai 1987 ¹ | 106.384
| -
| 31. Dezember 1990 | 109.174
| -
| 31. Dezember 1995 | 111.398
| -
| 31. Dezember 2000 | 108.476
| -
| 30. Juni 2005 | 105.328
|
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Stadtrat
Die 62 Sitze des Stadtrates verteilen sich nach den
Kommunalwahlen am
26. September 2004 wie folgt:
Keine der gewählten Parteien verfügt im Rat der Stadt Siegen über eine eigene Mehrheit, eine Koalition wurde nicht begründet. Allerdings bilden CDU und FDP eine formelle, vertraglich fixierte Kooperationsgemeinschaft und verfügen zumindest in den Fachauschüssen über eine gemeinsame Mehrheit von einer Stimme. Im Rat hingegen herrschen wechselnde Mehrheiten.
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt sind seit dem
13. Jahrhundert mehrere Bürgermeister nachweisbar.
1304 und
1305 wird erstmals ein Rat ("consules") genannt. Bereits seit
1224 sind jedoch "Burgmänner" genannt sowie 3 jährlich wechselnde Bürgermeister. Ab
1500 wurden jährlich nur noch 2 Bürgermeister gewählt. Im
18. Jahrhundert errangen die Zünfte zunehmends Einfluss in der Stadt. Danach vertrat der "regierende" oder "im Amt stehende" alte Schuhmachermeister beim Rat die "gemeinsame Bürgerschaft". Doch hielt sich die mittelalterliche Stadtverfassung bis
1809 beziehungsweise teilweise sogar bis
1815. Ab
1815 gab es einen Rat mit 12 Mitgliedern, der sich selbst ergänzte. Ihm stand der Bürgermeister vor. Die Vorstädte erhielten ab
1824 einen eigenen Vorsteher, welcher unter der Leitung des Siegener Bürgermeisters stand.
1836 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Nach dem Ausscheiden der Stadt aus dem Kreis Siegen
1923 erhielt das Stadtoberhaupt des Titel
Oberbürgermeister. Das bereits seit
1919 als Bürgermeister amtierende Stadtoberhaupt Siegens blieb auch während der Zeit der
Nationalsozialisten im Amt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.
Seit der Wiedereingliederung der ehemals kreisfreien Stadt Siegen in den Kreis Siegen im Jahre 1975 tragen die Stadtoberhäupter den Titel Bürgermeister beziehungsweise Stadtdirektor. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt gewählt.
Oberbürgermeister beziehungsweise Bürgermeister seit 1919
- 1919 - 1945: Alfred Fißmer, Oberbürgermeister
- 1945: Fritz Fries, Oberbürgermeister
- 1945 - 1946: Otto Schwarz, Oberbürgermeister
- 1946 - 1948: Ernst Weißelberg, Oberbürgermeister
- 1948 - 1956: Ernst Bach, Oberbürgermeister
- 1956 - 1961: Erich Pachnicke, Oberbürgermeister
- 1961 - 1966: Karl Eckmann, Oberbürgermeister
- 1966 - 1975: Karl Althaus, Oberbürgermeister
- 1975 - 1979: Friedemann Keßler, Bürgermeister
- 1979 - 1990: Hans Reinhardt, Bürgermeister
- 1990 - 1994: Hilde Fiedler, Bürgermeisterin
- 1994 - 1999: Karl Wilhelm Kirchhöfer, Bürgermeister
- 1999 - heute: Ulf Stötzel (CDU), Bürgermeister
Oberstadtdirektoren beziehungsweise Stadtdirektoren 1946 - 1999
- 1946 - 1954: Max Baumann, Oberstadtdirektor
- 1954 - 1975: Kurt Seibt, Oberstadtdirektor
- 1975 - 1985: Hans Mohn, Stadtdirektor
- 1985 - 1989: Dr. Volker Oerter, Stadtdirektor
- 1989 - 1995: Dr. Otto-Werner Rappold, Stadtdirektor (vorzeitige Beendigung des Amtsverhältnisses auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 2. Dezember 1995)
- 1995 - 1999: Ulrich Mock, Stadtdirektor (zunächst nur als allgemeiner Vertreter von Dr. Rappold bis 31. Januar 1997, danach als hauptamtlicher Stadtdirektor bestellt)
Wappen
Das Wappen der Stadt Siegen besteht aus drei Teilen. Im oberen Bereich wird der Bischof von Köln dargestellt, die Mauer symbolisiert die Stadt selber und im Tor ist der nassauische Löwe zu sehen. Die Farben blau und gelb sind die Farben des Hauses
Nassau.
Städtepartnerschaften
Siegen unterhält eine
Städtepartnerschaft mit folgenden Städten beziehungsweise Bezirken:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bild:Obers_Schloss_Siegen.jpg|Oberes Schloss
Bild:Img_1770.jpg|Dicker Turm vom Unteren Schloss
Bild:Nikolaikirche_Siegen.jpg|Nikolaikirche mit Krönchen
Bild:Marienkirche_Siegen.jpg|Marienkirche
Bild:Blick_Siegen.jpg|Ein Blick über Siegen
Bild:wmsiegen_02.jpg|Schloßplatz zu Beginn einer WM 2006-Übertragung
Bild:wmsiegen_01.jpg|Schloßplatz während des WM-Eröffnungsspiels
Theater
Apollo Theater Siegen Germany.jpg
Mit dem
Apollo-Theater (Umbau eines zentral in der Siegener Innenstadt gelegenen Kinos aus den 1930er Jahren, geplante Eröffnung Ende 2006) ist in Siegen einer der bedeutendsten Theater-Neubauten des laufenden Jahrzehnts vorgesehen. Massgeblichen Anteil daran hatte TheaterSiegen Intendant Magnus Reitschuster.
Seit 1992 ist das Medien- und Kulturhaus Lÿz Spielort für Kleinkunst, Kabarett, Musik und Theater in Siegen. Auf den zwei Bühnen finden je Saison etwa 150 Veranstaltungen statt.
Größere Veranstaltungen finden in der Bühne der Stadt (ca. 820 Sitzplätze), der Siegerlandhalle (1.800 m², 2.300 Sitzplätze) sowie der Bismarckhalle statt. Daneben gibt es regelmäßig Konzerte und Aufführungen unter freiem Himmel im Innenhof des Unteren Schlosses.
Orchester und Chöre
- Philharmonie Südwestfalen
- Evangelische Kantorei Siegen
- Bach-Chor Siegen
- Sängerkreis Siegerland
Museen
Museum für Gegenwartskunst
Einen Besuch wert sind das Museum für Gegenwartskunst (Dienstag bis Sonntag 11:00-18:00 Uhr, Donnerstag 11:00-20:00 Uhr, montags geschlossen) und die Städtische Galerie Haus Seel (ständige Wechselausstellungen: Montag bis Freitag 14:00-18:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00-13:00 Uhr und 14:00-20:00 Uhr, montags geschlossen).
Beatles-Museum
In Geisweid befindet sich das von Harold Krämer betriebene
Beatles-Museum. Dem Guinness-Buch der Rekorde aus dem Jahr 2000 zufolge ist das nur 27 m² große Museum das kleinste öffentlich zugängliche Museum der Welt über die vier Musiker aus Liverpool. Die Sammlung umfasst mehr als 17.000 Tonträger, Souvenirs, Filmplakate, Autogramme und etliches mehr.
Gebäude
Obwohl die Stadt im
Zweiten Weltkrieg zu rund 80 % zerstört wurde, hat sich Siegen einige Sehenswürdigkeiten bewahrt. So gibt es beispielsweise zwei Schlösser in Siegen - das Obere und das Untere Schloss.
Oberes Schloss
Die Höhenburg auf dem Siegberg wurde
1259 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter die Stammburg des Hauses Nassau. Seit
1905 befindet sich hier das Siegerlandmuseum. Hier findet man neben Zeugnissen aus der Region, darunter einem (künstlich angelegten)
Schaubergwerk, auch zahlreiche Gemälde. Den Schwerpunkt bilden dabei Arbeiten des wohl bekanntesten Sohns der Stadt,
Peter Paul Rubens. Zudem befindet sich hier eine umfangreiche Porträtsammlung der Nassauer und Oranier. Das Dachgeschoss ist der Wohnkultur des
19. Jahrhunderts gewidmet. Eine Küche aus dem Siegerland, eine Schlafstube und zahlreiche Möbel aus der
Biedermeierzeit vermitteln einen Eindruck vom Leben in der Region.
Unteres Schloss
Am Ende des 17. Jahrhunderts entstand das Untere Schloss in seiner heutigen einem offenen Rechteck gleichenden Bauform. Die evangelische Linie des Hauses
Nassau-Siegen residierte dort. Zu dem Schloss gehört auch der „Dicke Turm“ mit
Glockenspiel. Im Jahr 1959 richtete die Stadt Siegen dort eine
Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ein. In dem Schloss befindet sich auch die Gruft des evangelischen Teils des Nassauischen Fürstenhauses.
Heute dient das Schloss als Landesbehördenhaus, in dem der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, das Staatliche Umweltamt Siegen, das Amt für Arbeitsschutz und die Justizvollzugsanstalt Attendorn - Zweiganstalt Siegen ansässig sind. Nach Plänen der Stadt sollen in das Untere Schloss in den nächsten Jahren Teile der Universität ziehen, die Realisierung scheitert derzeit aber noch an der Finanzierung.
Kirchen
Zwei Kirchen in der Siegener Innenstadt sind hervorzuheben: Die aus dem
11. Jahrhundert stammende Martinikirche und die Nikolaikirche am Marktplatz mit ihrer außergewöhnlichen achteckigen Form und dem goldenen
Krönchen (
Wahrzeichen der Stadt) auf dem Stadtbild-prägenden Turm der Kirche (deshalb bezeichnet man Siegen auch als
Krönchenstadt). Eine weitere Kirche ist die von Jesuiten erbaute Marienkirche (1702 bis 29 erbaut). Sehenswert ist auch die Altstadt Siegens sowie mehrere Museen in der Innenstadt.
Gasometer
Im Südwesten der Innenstadt am Fuße des Ziegenbergs befindet sich ein denkmalgeschützter
Kugel-Gasbehälter. Er ist einer der ältesten, noch erhaltenen Gasbehälter in Kugelform. Eine weitere Besonderheit ist seine genietete Hülle. Von dieser Bauart sind weltweit nur noch drei weitere Gasbehälter bekannt (in
Schwerte,
Offenburg und
Bielefeld). Der Behälter wurde zwecks Neu- und Umbau der Stadtautobahn
HTS und des Wohnbereichs „Ziegenberg“ um einige Meter versetzt und bildet heute die symbolische
Sonne als Teil einer maßstabsgetreuen Planetenmodell-Anlage oberhalb des Gasbehälters.
Sehenswertes in der Umgebung:
Touristisch empfehlenswert sind Wandertouren und Ausflüge in der landschaftlich reizvollen Umgebung Siegens. Einige kleinere Städte rund um Siegen wie
Hilchenbach oder
Freudenberg sind ebenfalls einen Besuch wert. Des Weiteren gibt es in der Umgebung einige berühmte Brauereien, die auch besichtigt werden können: z. B.
Krombacher und
Eichener Brauerei in Kreuztal, sowie weitere kleinere Brauereien.
Friedhöfe
Auf dem Stadtgebiet Siegen befinden sich 36 kommunal betriebene Friedhöfe. Zehn Friedhöfe sind bereits geschlossen und stehen nur noch aufgrund bestehender Rechte für Beerdigungen zur Verfügung. Die Friedhöfe haben eine Gesamgröße von 730.000 m² mit rund 65.000 Gräbern. Charakteristisch für regionale Friedhöfe sind Hanglage sowie eine parkartige, grüne Gestaltung, die sogar Wildtieren Rückzugsmöglichkeiten bietet.
Friedhöfe im Stadtgebiet
Sport
Der Stadtsportverband Siegen umfasst 160 Sportvereine in denen insgesamt rund 37.000 Mitglieder tätig sind. Überregionale Bedeutung erlangte die Herrenfußballmanschaft der
Sportfreunde Siegen im
Leimbachstadion. Sie ist 2005 aus der
Regionalliga Süd in die
2. Bundesliga auf-, jedoch im darauffolgenden Jahr direkt wieder abgestiegen. Als 6-maliger
Deutscher Meister war die
Frauenfußball-Mannschaft des
TSV Siegen in den neunziger Jahren sehr erfolgreich.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Frühjahr: SILA (Siegerlandausstellung), alle zwei Jahre
- März bis November, 1. Samstag im Monat: Flohmarkt in Siegen Geisweid (seit 1970), keine Neuwaren
- Juni bis August: "Mittwochs in" jeden Mittwoch andere Bands
- Juni: Johannimarkt, Kirmes seit etwa 400 Jahren
- Juni/Juli: Siegener Sommerfestival, Schauspiel, Kabarett, Theater, Musik und Kino seit etwa 1990. (Im Jahr 2006 findet statt des traditionellen Sommerfestivals das Siegener WM-Festival statt.)
- Juli: Stadtfest, alle auf gerade Zahlen endenden Jahre
- Juli: Rubensfest, alle auf ungerade Zahlen endenden Jahre
- August: Siegener Open-Air-Kino
- August: Christopher Street Day (CSD), seit 2000
- Sommer: Straßenfest auf dem Kornmarkt
- Oktober: 2. Sonntag: Bürgerfest Geisweid
- November: Geisweider Adventsmarkt, seit etwa 1985
- Dezember: Weihnachtsmarkt, seit etwa 1980
Kulinarische Spezialitäten
Sagenhaftes in Siegen
Der
Dilldappe ist ein altes
Fabelwesen aus dem
Siegerland. Er lebt hauptsächlich im Siegerländer
Hauberg. Mit dem Autor und Cartoonist
Matthias Kringe erschien erstmalig Anfang der
1980er Jahre ein Kalender über das Fabelwesen, abgefasst in
Siegerländer Platt.
Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehr
Luftverkehr
Im Süden des Kreises in der Gemeinde
Burbach liegt der
Siegerlandflughafen, durch den Siegen an zahlreiche Flughäfen in Deutschland angebunden ist.
Radverkehr
Die Stadt Siegen liegt am
Europäischen Fernwanderweg E1, der von
Mittelschweden bis
Umbrien in
Italien führt. Ein organisiertes
Radwegenetz gibt es in Siegen aber nicht. Vereinzelt ist das Fahren auf Busspuren erlaubt. Der Radverkehr ist in Siegen allgemein schlecht entwickelt. Durch die Doppelfahrstreifen in und auch ausserhalb der Stadt, sowie die eher autoverkehrsfödernde Verkehrsplanung Siegens insgesamt, wird der Radverkehr eher behindert. Zusammen mit der teilweise hügeligen Topografie gibt es daher kaum Radverkehr in Siegen.
Schienenverkehr
Die Stadt Siegen liegt im Schnittpunkt folgender Eisenbahnstrecken
- der Ruhr-Sieg-Express (RE 16) und die Ruhr-Sieg-Bahn (RB 91) verkehren
- der Rhein-Sieg-Express (RE 9) und der Main-Sieg-Express (RE 99) und
- im Stundentakt die Sieg-Dill-Bahn (RB 95) (nur von/bis Dillenburg) verkehren
- der Rhein-Sieg-Express (RE 9) und die Sieg-Dill-Bahn (RB 95) (nur von/bis Au (Sieg)) verkehren.
Busverkehr
Am
18. März 1895 startete die
Netphener Omnibusgesellschaft mit der ersten
Omnibuslinie der Welt mit einem benzinbetriebenen Omnibus. Heute verbinden im
Straßenpersonennahverkehr zahlreiche
Regionalbus-,
Schnellbus-,
Lokalbuslinien und eine
Nachtbuslinie Siegen mit seinen Stadtteilen, Nachbargemeinden und -städten. Betreiber ist die
VWS mit Sitz in Siegen.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Straßen
Im
Fernstraßenbereich ist die Stadt Siegen an die
Bundesautobahnen
die Bundesstraßen 54, 54 n, 62 und 62 n angebunden.
Das Stadtbild wird geprägt durch die Hüttentalstraße (HTS) (B 54 n/B 62 n), die als Stadtautobahn (in großen Teilen als Hochstraße) das Stadtgebiet durchzieht.
Zurzeit wird die A 4 zwischen der AS 28 Wenden und Kreuztal neu gebaut. In Höhe des Kreuztaler Ortsteils Krombach wird sie in die Hüttentalstraße (B 54 n/B 62 n) übergehen. Geplanter Fertigstellungstermin ist Juni 2006. Auf dem zwölf Kilometer langen Abschnitt entstehen acht Talbrücken sowie zehn Unter- und Überführungen.
Wirtschaft
Siegen ist als Oberzentrum Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum von Südwestfalen. Die verarbeitende Industrie ist durch einen hohen Anteil metallverarbeitender Betriebe geprägt.
Einkaufsmöglichkeiten sind speziell mit den Fußgängerzonen Bahnhofsstraße und Kölner Tor (beide Siegen-Zentrum) sowie mit den Einkaufszentren City-Galerie (Siegen-Zentrum) und Siegerlandzentrum (Siegen-Weidenau) und der Einkaufsstraße Marburger Straße (Siegen-Zentrum) ausreichend vorhanden. Mit dem Sieg Carré (am Hauptbahnhof) befindet sich ein weiteres Einkaufszentrum im Bau. 2005 wurden ein IKEA-Möbelhaus sowie eine Filiale von Peek&Cloppenburg als weitere Einkaufsmagneten eröffnet.
Öffentliche Einrichtungen
Siegen ist Sitz eines Kreiswehrersatzamtes, der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein und einer Industrie- und Handelskammer (IHK), deren Kammerbezirk die Kreise
Siegen-Wittgenstein und
Olpe umfasst.
Mit dem Landgericht Siegen, einem Amts- und einem Arbeitsgericht ist die Stadt auch regional bedeutsamer Gerichtsstandort.
Medien
In Siegen unterhält der
Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein Studio, in dem die regionalen Fernseh- und Radionachrichten für Südwestfalen produziert werden. Die tägliche Ausstrahlung erfolgt im Regionalfenster „Südwestfalen“ im Anschluss an die Sendung „
Aktuelle Stunde“ im dritten Fernsehprogramm des WDR. Außerdem betreibt er auch eine Sendeanlage für UKW-Hörfunk und TV (früher auch Mittelwelle) auf dem
Giersberg.
Als Tageszeitung erscheinen in Siegen neben der Siegener Zeitung auch Lokalausgaben der Westfälischen Rundschau und der Westfalenpost. Mittlerweile erscheinen alle drei Zeitungen morgens, die Siegener Zeitung erschien bis zum Jahr 2000 als Nachmittagszeitung. Des Weiteren befindet sich am Siegener „Obergraben“ das Studiogebäude des an Radio NRW angeschlossenen regionalen Radiosenders Radio Siegen.
Bildungseinrichtungen
Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts befand sich in Siegen in den Gebäuden des Unteren Schlosses für wenige Jahrzehnte die
Hohe Schule Herborn, nachdem diese dort wegen Ausbruchs der Pest aufgegeben werden musste.
Die älteste Schule Siegens ist das Weidenauer Fürst-Johann-Moritz Gymnasium.
Siegen ist Sitz der am 1. August 1972 als Gesamthochschule Siegen gegründeten Universität Siegen.
Daneben gibt es in Siegen noch ein Studienzentrum der Fachhochschule für Ökonomie & Management (FOM), das mit der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie geteilt wird.
Ferner hat Siegen verschiedene allgemeinbildendene und berufliche Schulen und das Siegerlandkolleg.
Siegener Stiftungen
- Adolf-Saenger-Stiftung
- August von Platen Stiftung Siegen
- Diakonie-Stiftung Siegerland
- Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur
- Wilhelm Münker-Stiftung
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Siegen hatte folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
Für alle bis hier Genannten ist laut Verordnung Nr. 21 zur abgeänderten Deutschen Gemeindeordnung vom
1. April 1946 die Ehrenbürgerschaft erloschen.
Ehrenbürger der früheren Stadt Hüttental
- Prof. Dr. Josef Höfer, Prälat
- Dr. h.c. Karl Barich, Vorstandsvorsitzender der Stahlwerke Südwestfalen
Söhne und Töchter der Stadt
(Folgende Persönlichkeiten sind in Siegen geboren. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr. Ob sie ihren späteren Wirkungskreis in Siegen hatten oder nicht, ist dabei unerheblich)
- 1483, Heinrich III. von Nassau (1483-1538), Graf von Nassau und Herr von Breda
- 1525, Tilemann Stella (1525-1589), Renaissance-Gelehrter und Bibliothekar, Mathematiker, Geometer, Kartograf und Astronom.
- 1577, Peter Paul Rubens (1577-1640), Barockmaler
- 1650, Joh. Heinrich Lorsbach (1650-1697), Stadtschöppe und Bürgermeister von Siegen
- 1704, Johann Hermann Grimm (1704-1782), Pfarrer in Siegen (Engagiert im Kirchen- und Schulwesen in Siegen)
- 1712, Johann Heinrich Lorsbach (1712-1794), Fürstlich Oran.-Nassauischer Geheimer Justizrat und Direktor der Justizkanzlei in Dillenburg und oberster Oran.-Nassauischer Richter
- 1754, Heinrich Adolph Grimm (1754-1813), Orientalist
- 1782, Wilhelm Adolf Diesterweg (1782-1835), deutscher Mathematiker
- 1790, Adolf Diesterweg (1790-1866), bedeutender Pädagoge und Vordenker der Reformpädagogik
- 1854, Heinrich Carl Friedrich Kreutz (1854-1907), Astronom und Herausgeber der "Astronomische Nachrichten"
- 1887, Fritz Fries (1887-1967), sozialdemokratischer Politiker, Mitglied des preußischen Landtags, Regierungspräsident in Arnsberg.
- 1890, Fritz Busch (1890-1951), Dirigent (zahlreiche Uraufführungen; Direktor der Württ. Staatstheater 1919-22, Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper)
- 1891, Adolf Busch (1891-1952), Komponist (Sinfonie, Klavier- und Violinkonzert, Kammermusik), Violinist
- 1892, Walter Krämer (1892-1941 im KZ Goslar), Abgeordneter der KPD im Preußischen Landtag, Häftling und Arzt im KZ Buchenwald, Gerechter unter den Völkern
- 1893, Willi Busch (1893-1951), Schauspieler
- 1895, Paul Giesler (1895-1945 Suizid in Berchtsgaden), Ministerpräsident von Bayern 1942-45
- 1896, Michael Keller (1896-1961), Bischof von Münster 1947-61
- 1896, Heinrich Gontermann (1896-1917), Militärpilot im Ersten Weltkrieg
- 1896, Friedrich Middelhauve (1896-1966); Politiker (FDP, MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen), NRW-Landesminister für Wirtschaft und Verkehr, FDP-Landesvorsitzender
- 1897, Hermann Busch (1897-1975), Cellist
- 1898, Hermann Giesler (1898-1987), Architekt
- 1900, Heinrich Busch (1900-1929), Pianist und Komponist
- 1900, Erich Schneider (1900-1970), Professor und Wirtschaftstheoretiker
- 1909, Ernst Achenbach (1909-1991), deutscher Politiker (FDP, MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen)
- 1905, Lothar Irle (1905-1974), Siegerländer Heimatforscher und Schriftsteller
- 1918, Hermann Flender (1918-2004), Diplomat und Botschafter in Addis Abbeba, Ruanda und Laos
- 1915, Werner Böhmer, Richter am Bundesverfassungsgericht von 1965-1983
- 1927, Herbert Schäfer (1927-1991), Fußballspieler und Fußballtrainer
- 1931, Bernd Becher, weltbekannter Fotograf (zusammen mit seiner Ehefrau Hilla Becher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen; Hauptarbeiten: Industriebauten, Wassertürme)
- 1937, Otfried Hofius, Professor für Evangelische Theologie in Tübingen
- 1937, Hannjost Lixfeld, Volkskundler und Erzählforscher
- 1940, Heinfried Birlenbach, Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1940, Ulf Stötzel, Bürgermeister der Stadt Siegen 1999-
- 1941, Karin Tietze-Ludwig, Journalistin und Fernsehsprecherin, bis 2001 "Lottofee" der ARD
- 1943, Rolf Stommelen (1943-1983 tödlich verunglückt in Riverside/ USA), Formel-1-Rennfahrer
- 1947, Josef Clemens, deutscher Kurienbischof und Sekretär des Päpstlichen Laienrates
- 1950, Ulrich Langenbach, Künstler
- 1951, Wolfgang Neuser, seit 2005 Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbands in Deutschland
- 1952, Reinhard Goebel, Barockgeiger
- 1957, Dirk Metz, Staatssekretär und Sprecher der Hessischen Landesregierung (seit 1999)
- 1958, Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig
- 1960, Marlies Obier, Sprach-Künstlerin
- 1961, Matthias Kringe, Autor und Cartoonist "Dilldappen"
- 1963, Kerstin Müller, Fraktionssprecherin der GRÜNEN im Bundestag (1994-2002)
- 1967, Navid Kermani, Orientalist und Islamwissenschaftler
- 1967, Hansjörg Weißbrich, Cutter (Deutschen Fernsehpreis 2000)
- 1971, Crauss, Schriftsteller
- 1979, Sascha Bäcker, deutscher Fußballspieler bei den Sportfreunden Siegen
- 1980, Sabrina Mockenhaupt, Leichtathletin und Teilnehmerin der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen
- 1982, Florian Kringe, Fussballspieler bei Borussia Dortmund
- 1983, Moritz Volz, Fussballspieler beim FC Fulham
Sonstiges
Der Rubenspreis der Stadt Siegen
Der
1955 gegründete Rubenspreis der Stadt Siegen wird alle fünf Jahre einem Maler/einer Malerin oder einem Graphiker/einer Graphikerin zugesprochen, die sich im europäischen Kunstschaffen durch ein wegweisendes künstlerisches Lebenswerk ausgewiesen haben. Die Auszeichnung erinnert an den Maler-Diplomaten
Peter Paul Rubens, der den Gedanken europäischer Einigung in seinem Lebenswerk ausgedrückt hat, lange bevor er politische Realität werden konnte. Peter Paul Rubens - in Siegen geboren, in
Köln und
Antwerpen aufgewachsen, in
Italien künstlerisch gebildet, in
Frankreich geschätzt, in
Spanien und
England als Diplomat tätig gewesen - hat als Hauptmeister der europäischen Barockmalerei jene künstlerischen und europäischen Maßstäbe gesetzt, denen die Preis-Verleihung seit 1957/58 verpflichtet ist.
Bisherige Preisträger:
Literatur
- Heinrich Silbergleit: Preußens Städte: Denkschrift zum 100jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Heymann, Berlin 1908
- Heinrich von Achenbach: Die Haubergs-Genossenschaften des Siegerlandes. Nach dem Druck von Bonn 1863 neu hrsg. v. Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Siegen 1963
- Heinrich von Achenbach: Geschichte der Stadt Siegen. Erg. Nachdr. der Ausg. Vorländer, Siegen 1894. Verlag Die Wielandschmiede, Kreuztal 1983
- Heinrich von Achenbach: Aus des Siegerlandes Vergangenheit. 2. erg. Nachdr. der Ausg. Siegen 1898. Verlag Die Wielandschmiede, Kreuztal 1982
- Erich Keyser (Hrsg.): Westfälisches Städtebuch. In: Deutsches Städtebuch. Band III 2. Teilband. Kohlhammer, Stuttgart 1954
- Walther Hubatsch (Hrsg.): Westfalen. In: Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 – 1945. Band 8 Reihe A: Preußen. Marburg an der Lahn 1980, ISBN 3-87969-123-1
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