Geografische Lage
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Siegburg befindet sich rechtsrheinisch, 26 km von
Köln und 10 km von
Bonn entfernt, an den Ufern von
Agger und
Sieg. Siegburg gilt als traditionsbewusste und trotzdem moderne Stadt. Siegburg hat einen
ICE-Bahnhof (
Bahnhof Siegburg/Bonn) an der
Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, an dem auch Regionalzüge und S-Bahnen der
Siegstrecke halten. Siegburg ist eine Einkaufsstadt mit besonderer Atmosphäre. Der Stadtkern mit seinem historischen Marktplatz und Gebäuden ist gut überschaubar. Bekannt ist die Stadt auch durch den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt, bei dem vor allem mittelalterliche Handwerkskunst zur Schau gestellt wird.
Landschaft
Das Gebiet von Siegburg befindet sich auf einem südöstlichen Ausläufer der
Kölner Bucht und grenzt im Osten an die Höhen des
Bergischen Landes, im Süden an die des
Westerwaldes und des
Siebengebirges.
Flüsse
Siegburg befindet sich an der
Sieg, einem Nebenfluss des
Rheins, und der
Agger. Von der Sieg zweigt der
Mühlengraben in der Höhe des Siegwehres ab, fließt durch das Stadtgebiet, um sich abschließend wieder mit der Sieg zu vereinigen. Des Weiteren fließt der
Wahnbach durch das Stadtgebiet, der die
Wahnbachtalsperre speist.
Geologie
Siegburg befindet sich in der
Niederrheinischen Bucht, die ein Becken am Nordrand des
Rheinischen Schiefergebirges darstellt. Im
Tertiär kam es hier zu Einsenkungen, die zur Bildung dieser Bucht führten. Im Oberoligozän reichte das Meer bis in den Bonner Raum hinein. Die Tonablagerungen, die später die Grundlage des Siegburger Keramikhandwerks wurden, bildeten sich während des
Oligozäns. Nach dem Rückzug des Meeres kam es zur
Sedimentation von Sanden mit
Braunkohleflözen. Charakteristisch für dieses Gebiet sind
Terrassensysteme des
Rheins und seiner Nebenflüsse, der Sieg und der Agger.
Siegburg ist bekannt für seine hellgrauen bis dunkelgelben
Tone welche hauptsächlich in
Siegburg-Nord – Gemarkung Aulgasse – gefördert wurden und die der daraus produzierten
Keramik eine helle Farbe verleihen.
Stadtgliederung
Geschichte
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13. April 1945]]
Siegburger Töpfer gelingt es kunstvolle Verzierungen an den Töpferwaren anzubringen. Aus Siegburg stammen die
Schnellen (schlanke Bierkrüge mit Deckel).
Eine Besonderheit Siegburgs sind die „Scherbenhaufen“. Siegburg war eine in Europa bekannte Töpferstadt, die sehr hohe Qualität herstellte. Der Zunftmeister überprüfte jeden Brand auf Fehler. Tonwaren, die dem Qualitätsanspruch nicht genügten, mussten zerschlagen werden. Noch heute findet man im Siegburger Stadtgebiet bei Bauarbeiten diese Haufen.
Politik
Stadtrat
Die 44 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Bürgermeister
Amtierender
Bürgermeister ist Franz Huhn (
CDU), der das Amt
2004 von Rolf Krieger übernommen hat.
Ehrenbürger
- 1946 Kaspar Heppekausen (Ehrendechant)
- 1952 Paul Hubert Kraemer (Pfarrer)
- 1955 Ildefons Schulte-Strathaus (Abt)
- 1964 Alfred Keller (Unternehmer)
- 1975 Eleonore Keller (Unternehmerin)
- 1975 Ewald Klett (Bürgermeister)
- 1983 Helena Schmitz (Unternehmerin)
- 1985 Hans Alfred Keller (Unternehmer)
- 2002 Veronika Keller (Unternehmerin)
- 1998 Placidus Mittler (Altabt)
- 2003 Wolfgang Overath
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Museen
- Siegburger Stadtmuseum am Marktplatz
- Siegwerk-Museum im Torhaus, Alfred-Keller-Straße 55
- Abteimuseum, Abtei St. Michael
- Schatzkammer St. Servatius in der St. Servatiuskirche
Musik
- Die Band „damaged Mailbox“ stammt aus Siegburg.
- Die Siegburger Band „Kappendraht“ spielt Rock-Oldies aus 5 Jahrzehnten.
Bauwerke
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- Die Pfarrkirche St. Servatius wurde bereits vor der Abteigründung errichtet und im 12./13. Jahrhundert zu einer zweischiffigen Emporen-Basilika erweitert. Sie beherbergt eine Schatzkammer mit dem spätromanisch-gotischen Siegburger Kirchenschatz, der besichtigt werden kann. Bekannt ist die St.-Servatius-Kirche auch durch die große Klais-Orgel und den dort stattfindenden Internationalen Siegburger Orgelzyklus.
- Das Haus zum Winter, das frühere Pfarrhaus der Servatiuskirche, wurde zwischen 1220 und 1230 erbaut und ist das älteste, zumindest teilweise erhaltene Wohnhaus Siegburgs. Es befindet sich am oberen Markt (Griesgasse 2).
- Das Zeughaus (Zeughausstraße): Das einstige königlich-preußische Zeughaus erlangte Bedeutung, als Freischärler 1849 versuchten, das Zeughaus zu erstürmen. Unter ihnen waren die Revolutionäre Carl Schurz und Gottfried Kinkel. Sie machten sich von Bonn aus auf den Weg nach Siegburg, wurden aber bereits in Hangelar gestoppt. Der Zeughaus steht heute unter Denkmalschutz.
- Klosterkirche Seligenthal (Sankt Antonius)
Naturdenkmäler
- Das Wahrzeichen Siegburgs ist der Michaelsberg, der von der Benediktinerabtei St. Michael gekrönt ist. Geologisch handelt es sich um einen erloschenen Vulkan. Er befindet sich nahe dem Zentrum der Stadt und gilt auch als ein beliebter Ausssichtspunkt.
- Wie der Michaelsberg sind auch die Wolsberge erloschene Vulkane. Heute Wahrzeichen des alten Stadtteiles.
- Im Stadtteil Seligenthal befindet sich die Staumauer der Wahnbachtalsperre, die ein beliebtes Ausflugsziel ist.
Sport
Billard:
- Der Siegburger Billard Club e.V. besteht seit 1950.
Fußball:
- Der Siegburger SV 04 tritt mit zwei Seniorenmannschaften an. Die 1. Seniorenmannschaft spielt zur Zeit in der Kreisliga A. Die 2. Seniorenmannschaft spielt nach einjährigem Gastauftritt in der Kreisliga B wieder in der Kreisklasse C.
- Der Siegburger TV spielt mit seiner 1. Seniorenmannschaft zur Zeit in der Kreisliga C im Kreis Sieg, Staffel 2. Die 2. Seniorenmannschaft spielt ebenfalls in der Kreisliga C im Kreis Sieg, allerdings in der Staffel 3. Des Weiteren stellt der Siegburger TV 8 Jugendmannschaften, von den Bambinis bis hin zu den A-Junioren.
- Der TSV 06 Wolsdorf hat im Moment drei Seniorenmannschaften. Die I. Mannschaft spielt in der Kreisliga A, während die II. Mannschaft und die neu gegründete U23 in der Kreisliga C spielen.
- Der SSV Siegburg-Kaldauen 1928 stellt zur Zeit zwei Seniorenmannschaften in der Kreisliga (B und C). Darüber hinaus verfügt der Kaldauer Traditionsverein über einen wachsenden Jugendbereich.
- Der Verein Selcuk Siegburg stellt ebenfalls zwei Seniorenmannschaften, die in den Kreisligen B und C vertreten sind.
Der Faustballclub Braschosser TV 1913 spielt mit der Damen- und Herrenmannschaft in der 2. Bundesliga Nord.
Regelmäßige Veranstaltungen
Unterhaltungskultur
Bis Ende des Jahres 2001 gab es in Siegburg nur zwei Diskotheken bzw. Clubs (poco Loco, Garten Eden). Im Dezember 2001 eröffnete das Kubana mit Platz für 500 Leute und Ende 2004 wechselte das poco Loco den Besitzer und damit auch den Namen zu Basement. Im August 2005 eröffnete der Club Cave (ehemals „C'est La Vie“). Seit 2002 finden regelmäßig Partyreihen in Siegburg statt, wie zum Beispiel Lighthouse, Düse, Fight-Club, Soehne-Herbergers-Party, Funky-Fiesta und Three Blind Mice Reggae-Partys.
Im Kubana finden nun auch regelmäßig Live Konzerte statt.
Kulinarische Spezialitäten
- Abteiliqueur, hergestellt nach altem Klosterrezept aus edlen Kräutern von den Benediktinern in der Abtei auf dem Michaelsberg. Wer eine Flasche davon verschenken will, sollte darauf achten, nur grün gefärbte Flaschen zu nehmen. Die künstlerisch wertvollen Flaschen, die aus durchsichtigem Glas sind, haben den Nachteil, dass der Liqueur darin seine Farbe verlieren kann.
- Michel, eine helle Biersorte, und das naturtrübe Siegburger, welche in der Abteibrauerei, im Siegburger Caféhaus in der Holzgasse sowie im Restaurant „Abteistuben“ auf dem Michaelsberg angeboten werden.
Wirtschaft und Infrastruktur
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Allgemeines
Siegburg hat sich wirtschaftlich in den letzten Jahren gut entwickelt. Die Einwohnerzahl steigt, viele Großprojekte wurden verwirklicht (S-Carré) und die Innenstadt wächst. Dies ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass Siegburg seit 2003 an die ICE-Neubaustrecke Köln-Frankfurt angebunden ist. Des Weiteren wurden viele Parkhäuser gebaut und erweitert.
Verkehr
Die Stadt ist über die Stadtbahnlinie 66 der SSB mit Bonn verbunden, die zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt über die Kennedybrücke und die Konrad-Adenauer-Brücke in Bonn bis nach Bad Honnef führt.
Siegburg liegt an den Bundesautobahnen A 560 (nach Bonn und Hennef) und A 3 (Frankfurt-Köln) sowie an der B 56.
Seit 2003 ist Siegburg an die ICE-Strecke Köln-Frankfurt angebunden. Eigens dafür erhielt Siegburg ein neues Bahnhofgebäude mit umliegenden Geschäften. Der Bahnhof erhielt den Namen Siegburg/Bonn, da die ICE-Strecke über die Stadtbahnlinie 66 der Stadtwerke Bonn im 10-Minuten-Takt an den Bonner Hauptbahnhof anbindet. Weiterhin liegt Siegburg an der Siegstrecke Köln–Siegen und wird von RegionalExpress-Zügen der Linie RE 9 bedient. Die S-Bahn-Linie S 12 (Düren–Köln–Hennef–Au) hält ebenfalls in Siegburg.
Seit 2004 verbindet der „Michel-Express“ die Fußgängerzone (Holzgasse) mit der Siegburger Abtei.
Ansässige Unternehmen
- Die Siegwerk Druckfarben AG wurde 1830 als Kattundruckerei Rolffs & Cie in Köln gegründet und siedelte 1840 nach Siegburg auf das Siegfeld um. Bei den hergestellten Produkten handelt es sich um Druckfarben, unter anderem für das Tiefdruckverfahren. Das Unternehmen ist das am längsten ansässige in Siegburg. Es operiert weltweit und ist einer der größten Farbenhersteller Europas. Durch die Übernahme des US-Amerikanischen Druckfarbenherstellers CCI im Jahr 2003 und der Übernahme der SICPA Packaging im September 2005 gehört die SIEGWERK Group international inzwischen zu den vier größten Druckfarbenherstellern weltweit und nimmt in Europa den dritten Platz nach XSys und SUN-Chemical ein.
Medien
Zeitungen
Radio
Bildung
- Die Theaterfachschule Siegburg ist eine nach dem Schulordnungsgesetz NW beim Regierungspräsidenten Köln angezeigte Schule für darstellende Bühnenkunst. Unterrichtsinhalte sind Gesang, Sprechkunst, Klavier/Musik, Tanz, Chor, Etüden, Improvisation, Mimetik, Bühnenarbeit (Szenen und Rollenstudium) und Theatergeschichte.
- Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises
- Volkshochschule Rhein-Sieg
- Engelbert-Humperdinck-Musikschule
Gymnasien
- Gymnasium Siegburg Alleestraße
- Anno-Gymnasium Siegburg
- Wirtschaftsgymnasium
Realschulen
- Alexander-von-Humboldt-Realschule der Kreisstadt Siegburg
Hauptschulen
- Gemeinschafthauptschule Haufeld
- Gemeinschafthauptschule im Schulzentrum Neuenhof
Grundschulen
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Wolfgang Overath, Fußballspieler, * 29. September 1943, Präsident des 1. FC Köln, Mitglied der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Fußballweltmeister 1974, Ehrenbürger von Siegburg seit 2003
- Engelbert Humperdinck, Komponist, * 1. September 1854, † 27. September 1921
- Charles Wimar, Maler, * 20. Februar 1828, † 28. November 1862 in St. Louis, wanderte 1843 in die USA aus, bekannt durch seine Darstellungen amerikanischer Ureinwohner
- Hermann Joseph Mohr, Musikwissenschaftler, * 10. Januar 1834, † 7. Februar 1892, schrieb zahlreiche Kirchenlieder, darunter auch „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“ und „Maria breit den Mantel aus“
- Ernst Rolffs jun., Unternehmer * 18. März 1858, † 1939, erfand den maschinellen Rasterkupfertiefdruck und den Dreifarbentiefdruck
- Ernst H. Hilbich, Schauspieler und Kabarettist, * 16. März 1931, u. a.: Die Anrheiner, Late Show, Kinderarzt Dr. Fröhlich, Willi wird das Kind schon schaukeln.
Mit der Stadt verbundene Personen
- Anno II. von Köln (auch: Hanno von Köln, Hanno II. etc.), (* um 1010, † 4. Dezember 1075 in Siegburg), Erzbischof von Köln 1056-1075, Heiliger der katholischen Kirche
- Peter Joseph Dietzgen (* 9. Dezember 1828 in Blankenberg bei Hennef, † 15. April 1888 in Chicago, USA), Arbeiterphilosoph, Journalist und Lohgerber
- Heinz Irsen, Komponist, * 5. Februar 1906 in Köln, † 11. November 1989 in Troisdorf. Zum 25-jährigen Bestehen der Siegburger Musikschule (1967) komponierte Irsen seine groß besetzte „Siegburger Festmusik“, die in der Stadthalle Siegburg mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.
- Ulf Merbold (* 20. Juni 1941 in Greiz), Physiker, Astronaut, Leiter des Europäischen Astronautenzentrums der ESA in Köln, lebt in Siegburg.
- Tom Buhrow (* 29. September 1958 in Troisdorf bei Siegburg), machte 1978 sein Abitur am Siegburger Anno-Gymnasium, inzwischen Leiter des Washingtoner Außenbüros der ARD.
- Markus Maria Profitlich (* 25. März 1960 in Bonn), Comedian, besuchte die Hauptschule Haufeld in Siegburg und war Gruppenleiter im dortigen CVJM.
- Carl Wigand Maximilian Jacobi, Arzt und Gründungsdirektor der ersten Rheinischen Provinzial-Irrenheilanstalt, *10. April 1775 in Düsseldorf, † 18. Mai 1858 in Siegburg.
Siegburger Originale
- Lottchen – Ein „Exponat“ im Siegburger Museum erinnert an ein verstorbenes Siegburger Original: Lottchen, das Maskottchen des Museums. Lottchen ist eine lebensechte Puppe, extra für das Museum angefertigt, die ein Vorbild im Siegburger Leben hatte, an die sich besonders die älteren Siegburger noch erinnern können: Hermaphrodit, kleinwüchsig, fliegender Eisenwarenhändler. Heute hat Lottchen einen Dauerplatz im Forum des Museums, hat jeden Gast miterlebt, jede Ausstellung gesehen und auch den Tag überstanden, an dem ein neu eingestellter Hausmeister früh am Morgen bei Dienstantritt die Figur für echt nahm und erfolglos zum Gehen aufforderte.
Siegburg in der Literatur
- Andrea Korte-Böger, Die Hexenprozesse in Siegburg (1636-1638), Siegburger Blätter, Geschichte und Geschichten aus Siegburg, Nr. 6, April 2005 (mit Lebensbildern der 19 in Siegburg hingerichteten Personen)
- In Henning Mankells im Jahre 2004 erschienenen Roman Tiefe findet Siegburg Erwähnung (S. 204). Die Hauptfigur, der Marineoffizier und Seevermessungsingenieur Lars Tobiasson-Svartmann, trifft in den schwedischen Schären auf den deutschen Wehrmachtsdeserteur Stefan Dorflinger, „geboren in Siegburg am 12. September 1888“. ISBN 3-552-05343-3
- Wilfried Esch: Mord in Sankt Michael. VMS, Sankt Augustin 2005, ISBN 3-936253-32-3
- Georg Renard: Tote in der Sieg. 2003, ISBN 3-936253-19-6
- Wolfgang Teunissen: Der Michaelsberg. 2000, ISBN 3-89811-756-1. Thriller - Der Journalist Oskar Berggathe gerät in eine mysteriöse Geschichte. Seine Recherchen führen ihn nach Düsseldorf und Siegburg, der Stadt mit dem Michaelsberg. Dazu gehören unglaubliche Vorgänge hinter fest verschlossenen Klostertüren sowie die Welt der internationalen Börsenspekulation.
Weblinks
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