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| Siebengebirge_(Rhein).jpger Rheinufer auf das Siebengebirge]] |
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Die Entstehung der Bezeichnung Siebengebirge ist nicht eindeutig geklärt. Es existieren vier Definitionen der Bezeichnung Siebengebirge (Quelle der beiden ersten Punkte: Wanderkarte Naturpark Siebengebirge, Landesvermessungsamt NRW, 7. Auflage 1995):
Vor circa 400 bis 350 Millionen Jahren lagerten sich in der Zeit des Unterdevons durch das Devonmeer und die darin mündenden Flüsse das Grundgestein Grauwacke, Tonschiefer und Sandstein ab. Vor etwa 350 bis 280 Millionen Jahren wurde dieses Gestein durch Druck aufgepresst und zusammengefaltet. Es bildete sich das Variskische Gebirge, dessen Gebiet sich von der Bretagne bis nach Polen hinzog. Vor etwa 67 bis 58 Millionen Jahren wurde das Variskische Gebirge durch Einflüsse der Umwelt, z. B. Wind und Wasser zu einem Rumpfgebirge mit welliger Oberfläche abgetragen. Infolge dieser Einflüsse brach die Kölner- bzw. Niederrheinische Bucht ein.
Vor etwa 37 Millionen Jahren verlagerte sich infolge dieser Absenkung die Nordsee bis in die Gegend des heutigen Bonns und zog sich vor etwa 25 Millionen Jahren wieder in Richtung Norden zurück. In den folgenden Jahren kam es im Siebengebirgsraum zu vulkanischen Aktivitäten, wodurch große Mengen von trachytischer Asche (trachýs, griech. = rau) ausgestoßen wurden und zu einer hundert Meter hohen Ablagerung führten. Der Trachytasche folgten glutflüssiger Trachyt und latitische Asche sowie glutflüssiges Latit. Die vulkanischen Aktivitäten endeten vor etwa 7 Millionen Jahren mit der Eruption von Basalt. Erneut wurden durch Einflüsse von Wind und Wasser die Schichten (vor allem Asche) abgetragen, die nicht resistent waren. Vor etwa 450.000 Jahren begann sich der Rhein durch das sich hebende Rheinische Schiefergebirge einzuschneiden. Die zahlreichen Kurven und Knicke im Verlauf zwischen Bingen und Bonn sind als freie Mäander (Flussschlinge) in einem flachen Tal entstanden und wurden bei der Hebung als Zwangsmäander eingeschnitten.
Innerhalb von Millionen von Jahren bildete sich so die Vulkanregion Siebengebirge.
Nach dem Zerfall des römischen Reiches kam es erst im 11. Jahrhundert zur Wiedereröffnung zahlreicher Steinbrüche. Die nun abgebauten Gesteine wurden zum Bau zahlreicher rheinischer Kirchen genutzt. Der Bau des Kölner Doms wurde bereits im Jahr 1248 mit Steinen des Siebengebirges angefangen, der Abbau dafür hielt 312 Jahre bis in das Jahr 1560 an.
Weitere Steinbrüche wurden von der Zisterzienserabtei Heisterbach (dem heutigen Kloster Heisterbach) betrieben und zur Errichtung des Klostergebäudes und der Abteikirche mit Latitgestein genutzt.
Im Jahr 1827 erwarb die Königswinterer Steinhauergewerkschaft den Bergkegel des Drachenfelses und eröffnete im oberen Berghang mehrere Steinbrüche. Ein von der Burgruine ins Tal gestürztes Mauerstück führte zur Einstellung der Steinbrucharbeiten durch die königliche Regierung am 4. Mai 1828 in Köln. Der preußische Fiskus erwarb in den folgenden Jahren den Bergkegel des Drachenfelses für 10.000 Taler und konnte so die Burgruine Drachenfels erhalten. Der Abbau in zahlreichen weiteren Steinbrüchen im Siebengebirge (Stenzelberg, Wolkenburg, Ennert, Dollendorfer Hardt) war von dieser Rettungsmaßnahme allerdings nicht betroffen.
Die in der Devonzeit entstandenen Erzgänge der Buntmetalle Kupfer, Blei und Zink wurden spätestens seit römischer Zeit abgebaut. Im Jahre 1857 wurde in den Bonner Jahrbüchern des Rheinischen Landesmuseums der Fund einer römischen Silbermünze vermerkt, die auf dem Virneberg „in einer Tiefe von 18 Fuß gefunden wurde“. 1905 wurde in einem alten Stollen ein römisches Gefäß mit Bronzegegenständen entdeckt.
Bei Rheinbreitbach war der wichtigste St. Josefsgangzug, in dem im wesentlichen Kupfererz abgebaut wurde. Im Schmelztal und im Einsiedeltal wurden Blei- und Zinkerz gehauen. Zahlreiche Bergwerke gab es in den Aegidienberger Ortsteilen Neichen und Brüngsberg und im nahegelegenen Quirrenbach. Die nördlichsten Vorkommen des Abbaugebietes lagen bei Bennerscheid.
Mit dem Verfall der Buntmetallpreise kam der Bergbau im Siebengebirge ab 1875 zum Erliegen.
Der VVS wurde am 4. Dezember 1869 in Bonn gegründet. Hauptziel ist der Schutz des Siebengebirges. Der Waldbestand am Drachenfels und um die Löwenburg befindet sich im Besitz des VVS. Forstwirtschaft, der Erhalt und Bau von Wegen sind einige Teilaufgaben. Zur Zeit hat der Verein ca. 1.300 Mitglieder. Heute hat der Verein seinen Sitz im „Naturparkhaus“ auf der Margarethenhöhe, wo auch eine Informationsstelle für das Siebengebirge untergebracht ist.
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v. l. n. r.: Löwenburg, Lohrberg und Oelberg]]
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Bonn_Siebengebirge.jpg und „Langer Eugen“]]
Das Siebengebirge ist eine bewaldete Hügellandschaft. Der Naturpark Siebengebirge umfasst davon ein Areal von 4800 ha und ca. 200 km ausgeschilderte Wanderwege. Die Eigentümer des Siebengebirges sind die Städte Bad Honnef und Bonn, der Verschönerungs-Verein Siebengebirge, die Bundesrepublik Deutschland, die Mannesmann AG sowie zahlreiche kleinere Waldbesitzer. Der Naturpark Siebengebirge dient heute als Erholungsgebiet und wird bis auf die Teile des Naturschutzgebietes land- und forstwirtschaftlich (geregelte Abholzung, Anbau von Trauben, Getreide etc.) genutzt.
Politische Aufmerksamkeit erfährt das Siebengebirge durch das Bundesgästehaus (offiziell Gästehaus der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland) auf dem Petersberg.
Da die Stadt Königswinter seit Jahren massiv Bauland im Siebengebirge ausweist, sind insbesondere die Landesstraßen L 331 (Königswinter–Ittenbach), L 268 (Oberdollendorf–Oberpleis) und L 490 (Oberkassel–Birlinghoven), die diese Gebiete an die Arbeitsplatzschwerpunkte in Bonn anbinden, im Berufsverkehr überlastet. Deshalb fordern die Stadt Königswinter sowie eine Bürgerinitiative den Ennertauftstieg (auch Siebengebirgsentlastung) als Teil der Südtangente, der die A 562 bis zur A 3 mit einem Tunnel durch den Ennert (nördlicher Ausläufer des Siebengebirges) verbinden würde.
Da die Realisierungschancen des Projektes aufgrund der Herausnahme aus dem Bundesverkehrswegeplan gesunken sind, wurde ein Verkehrskonzept für den Siebengebirgsraum erstellt und alternative Entlastungsmöglichkeiten geprüft. Nunmehr werden Maßnahmen wie eine Ortsumgehung von Ittenbach und ein Tunnel durch den Oelberg vorgeschlagen. Eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs wird dagegen von den Verkehrsplanern des Rhein-Sieg-Kreises abgelehnt, die sich weiterhin für die Südtangente einsetzen.
Der Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden führt über die schönsten Teile des Siebengebirges.
Im Siebengebirge gibt es neben Wander- und Radwegen durch die vulkanische Bergregion zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten:
Es gibt viele Sagen über das Siebengebirge; die mittelalterliche Sage über Den fiesen Drachen ist eine der bekanntesten.
Sie handelt von einem Drachen, der von seinem Berg – dem Drachenfels – aus, auf Handelsschiffe wartete, die auf dem Rhein entlang fuhren. Sobald ein Schiff nahe genug war, spuckte er Feuer in diese Richtung und sah freudig zu, wie die Besatzung verbrannte oder in den Wogen des Rheines ertrank.
Eines Tages kam wieder einmal ein Schiff am Drachenfels entlang. Es war jedoch randvoll mit Pulver beladen, doch dies bemerkte der Drache nicht. Er wartete in einem sicheren Versteck am Hang des Berges und spie, als das Schiff nahe genug war, wieder sein Feuer in diese Richtung. Doch er konnte gerade noch sehen, wie das Schiff feuer fing. Im nächsten Moment explodierte das Schiff mit einem Knall, den man bis Köln hören konnte. Die Explosion riss den Drachen weit fort, und er wurde nie mehr gesehen.
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