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Siderit (auch Eisenspat, Ton- oder Spateisenstein; FeCO3) ist ein Mineral, das im trigonalen Kristallsystem kristalliert, wobei die rhomboedrischen Kristalle mit ihren bisweilen gekrümmten Flächen aber nur selten anzutreffen sind. Viel häufiger kommt Siderit in spätigen oder derben Massen bzw. in feinkörnig dichten, kugeligen und traubenförmigen Aggregaten vor. Siderit ist für gewöhnlich in blassgelber bis brauner Farbe zu finden; manganreiche Varietäten treten eher in schwarzer Färbung auf. Siderit ist durchscheinend bis durchsichtig und zeigt Glas- bis Perlmuttglanz. Das Mineral ist relativ hart, schwer, eher spröde und weist einen muschelartigen Bruch auf. Bemerkenswert ist die sehr gute Spaltbarkeit nach den Rhomboederflächen.
Besondere Merkmale
Siderit ist ausschließlich in warmer
Salzsäure löslich, wobei er heftig aufschäumt (Bildung von
Kohlenstoffdioxid CO
2); er unterscheidet sich dadurch vom
Calcit, der auch in kalter verdünnter Salzsäure löslich ist.
Entstehung
Siderit ist in einer Reihe von Gesteinstypen anzutreffen - so ist er etwa in metasomatisch umgewandelten sedimentären Lagerstätten zu finden, wo er durchaus auch in abbauwürdigen Mengen vorliegen kann. Außerdem ist das
Mineral auch in
hydrothermalen Erzgängen anzutreffen, die bei mittleren bis niedrigen Temperaturen gebildet wurden. Darüber hinaus ist Siderit auch in verschiedenen metamorphen und magmatischen Gesteinen zu finden.
Vorkommen
Als größtes Sideritvorkommen der Erde gilt der
Erzberg in der
Steiermark (
Österreich) mit etwa 140 Millionen Tonnen abbauwürdiger Erzmenge. Bislang (bis 2005) wurden davon rund 85 Millionen Tonnen abgebaut. Die derzeitige Jahresförderung aus dem größten Erztagebaubetrieb Westeuropas beträgt rund 2 Millionen Tonnen, womit der Bergbau bis etwa 2020 weiter geführt werden kann. Weitere bedeutende, aber bereits großteils abgebaute Vorkommen von Siderit in Österreich finden sich in Radmer in der
Steiermark (Tagebau 1939 bis 1979 mit insgesamt 6,3 Millionen Tonnen) sowie in
Hüttenberg in
Kärnten (Bergbau von ca. 300 v. Chr. bis 1978, zuletzt ca. 200.000 Tonnen jährlich im Untertagebau, Höchststand 1940 mit 313.000 Tonnen). In
Deutschland befinden sich beachtliche Sideritlagerstätten im
Siegerland (Rheinland), im
Harz (Neudorf), im
Thüringer Wald (Schmalkalden, Kamsdorf) sowie im Sächsischen
Erzgebirge. Große Sideritlagerstätten findet man außerdem in
Böhmen,
Portugal (Panasqueiro),
Spanien und
England (Tavistock in Devonshire sowie Camborne Redruth in Cornwall). Berühmt sind auch die spektakulär aussehenden spätigen Massen, die mit
Mont Saint-Hilaire in
Quebec (
Kanada) entdeckt wurden.
Verwendung
Siderit ist trotz seines relativ geringen Eisengehaltes wegen seiner leichten Verhüttung ein wertvolles
Eisenerz.
Eigenschaften
- Kristallsystem: trigonal
- Härte: 4 bis 4,5;
- Spaltbarkeit: vollkommen
- Bruch: muschelig
- Farbe: hellgelb bis schwarz
- Strichfarbe: weiß
- Glanz: Glas- bis Perlmuttglanz
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