Surma (auch genannt Suri, Shuri, Dhuri, Dhurma) ist ein Volk im Südwesten Äthiopiens und dem angrenzenden Sudan.
Sie zählen insgesamt 20.622 Angehörige, wovon 19.622 in Äthiopien und 1.000 im Sudan leben (Zensus 1998)www.ethnologue.com zur Surma-Sprache und Bevölkerung.
Sie leben von der Viehzucht und in geringem Maße auch vom Tourismus. Ihre ursprüngliche Lebensweise ist einerseits durch die äthiopische Regierung bedroht, die das "primitive Volk" der Surma zivilisieren will, andererseits durch die Einflüsse der aus dem Westen herein strömenden sudanesischen Kriegsflüchtlinge.
Die Surma leben in einer losen Demokratie in Dorfgemeinschaften, bei der ein Gemeinschaftsältester, der Komaru, als weiser Ratgeber und spiritueller Führer anerkannt wird. Der Komaru trägt eine Krone aus Fell und Federn und wird Tag und Nacht von seinen Leibwächtern bewacht. In den einfachen Holz- und Lehmhütten die mit Pflanzen gedeckt werden, schlafen ganze Familien, ansonsten findet das Leben draußen statt.
Zu rituellen Zwecken oder zu gesellschaftlichen Anlässen bemalen die Surma ihren Körper mit weißer Tonfarbe. Während bei den Männern eher Schlangenlinien üblich sind, bemalen sich die Frauen vorwiegend mit kleinen Punkten und Kreisen. Bei Frauen sind auch Ziernarben üblich, vorwiegend an Armen und Oberkörper, die man heute mit Rasierklingen einritzt. Männer durchstechen sich in der Regel nur die Ohrläppchen und setzen dort, wie die Frauen, kleine Tonteller ein. Da Tonteller sehr leicht brechen, sind viele Surma-Frauen andauernd damit beschäftigt, neue Teller zu formen.
Während ursprünglich außer einer Lendenschnur völlig auf Kleidung verzichtet wurde, hüllen sich die Surma heute auch ab und zu in einen Umhang und tragen einzelne Stücke aus westlicher Garderobe.
Einmal im Monat wird jedes Rind zur Ader gelassen. Dabei wird der Kopf von einem Hütebuben festgehalten und ein Pfeil in die Halsschlagader abgeschossen. Das Blut wird in einem tönernen Behälter aufgefangen und in der Regel ausschließlich von Männern getrunken. Mit einer Kompresse aus feuchtem Schlamm wird nachher die Wunde des Tieres wieder verschlossen.
Die Surma brauen aus Mais ein dickflüssiges, alkoholisches Getränk namens Geso. Von diesem trinken sie den ganzen Tag über, sowohl Männer als auch Frauen und ältere Kinder.
Vor allem in Monaten nach der Ernte, wo Nahrung im Überfluss vorhanden ist und nicht viel Arbeit zu tun ist, sind Donga-Kämpfe häufig. Oft treffen sich zwei Dörfer und kämpfen gegeneinander. An den Vorbereitungen eines Donga-Kampfes nimmt jeweils das ganze Dorf teil. Die jungen Männer trainieren schon Tage zuvor und heizen sich gegenseitig auf. Die Frauen - vor allem die jungen - putzen sich heraus und schmücken sich, denn der Donga-Kampf dient für junge Leute explizit zum Flirten, ein Grund, wieso die jungen Männer auch zu Höchstleistungen angespornt werden. Vor dem Kampf mischen die Männer das Holz eines Baumes mit Flusswasser und trinken davon soviel, bis sie erbrechen. Dies dient dazu, den Körper vom Geso zu reinigen. Danach wird Blut getrunken und das ganze Dorf zieht los, bis es am verabredeten Treffpunkt, meist einer Grasebene, auf die Leute des anderen Dorfes trifft. Die jungen bis mittelalten Männer bilden einen grossen Kreis, in dessen Inneren manchmal bis zu zehn Leute gegeneinander kämpfen, während sie von den anderen angefeuert werden. Für die verheirateten Frauen ist ein Donga-Kampf eine Gelegenheit um Frauen aus anderen Dörfern zu treffen, Neuigkeiten auszutauschen und Geso zu verkaufen, die jüngeren versuchen sich aus den Kämpfern einen zukünftigen Mann auszusuchen.
Der Kampf fordert jedes Jahr einige Tote, darunter auch Frauen und Kinder.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Surma (Volk)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world